<Desc/Clms Page number 1>
Drahtseil mit zur Auffindung eines bestimmten Drahtes geeignetem durchlaufendem Merkzeichen.
Drahtseile (Förderseile) bestehen im allgemeinen aus miteinander verseilten Litzen Jede Litze ist gebildet aus Einzeldrähten, die in konzentrisch übereinander angeordneten Lagen miteinander verdreht sind. Die\recbnerische Bruchfestigkeit eines solchen Seiles ist daher gleich der Summe der Bruchfestigkeiten der Einzeldrähte. Durch die Abnutzung des Seiles treten zuerst, insbesondere in den äusseren Drahtiagen, d. h. in den Decklagen der Litzen Drahtbrüche auf.
Hiedurch wird die Bruchfestigkeit des Seiles herabgemindert, und zwar wie es zunächst scheinen könnte im Verhältnis der Anzahl der Drahtbrüche zu der Gesamtzahl der Drähte, insofern man nämlich annimmt, dass jeder Drahtbruch in einem anderen Draht liegen müsse bzw. jeder Draht in der ganzen Seillänge nur einmal reissen könne, Tatsächlich liegen die Verhältnisse aber anders. Der am Seil wirkende Zug erzeugt infolge der zweimaligen Veinechtung der Drähte eine solche Reibung zwischen den Drähten, dass schon in einer nicht sehr grossen Entfernung von der
EMI1.1
nahebefindlichen Querschnitt nicht gerissen wäre.
Die Folge davon ist. dass ein Drahtbruch nicht zur Entlastung des betreffenden Drahtes führt, sondern dass dieser in kurzer Entfernung von der Bruchstelle wieder trägt und deshalb auch wieder an einer neuen Stelle reissen kann. Es ist infolgedessen eine häufig beobachtete Erscheinung, dass, nachdem ein Förderseil wegen einer grossen Anzahl über seine Länge verteilten Drahtbrilchcn
EMI1.2
die Vielheit gebrochener Drähte verursachten. Hätte man die Tatsache beizeiten einwandfrei feststellen können, dann wäre möglicherweise das betreffende Seil nicht abgeworfen worden und die mit seiner Ablage verbundenen Kosten und Unannehmlichkeiten wären vermieden worden.
Man könnte nun vermuten, dass diesem Übelstande dadurch begegnet werden könnte, dass bei der Sicherheitsprüfung im Betrieb befindlicher Seile nur die auf eine solche Seilhinge entfallenden Drahtbrüche gezählt werden, in der ein gebrochener Draht erfahrungsgemäss nicht mitträgt, denn in einer solchen Länge muss wirklich der Anzahl der Drahtbrüche eine ebensolche Anzahl verschiedener gebrochener Drähte entsprechen. Ein solches Prüfverfahren wird aber infolge der grossen damit verbundenen Verantwortung von den meisten verantwortlichen Stellen für zu unsicher gehalten.
Tatsächlich werden deshalb in weit grösseren Seillängen d ; e Drahtbruche gezählt, ohneweiters je als gebrochener Draht gewertet und aus der Zahl der danach noch verbleibenden urgebrochenen Drähte der Grad der noch vorhandenen Seilsicherheit bestimmt.
Es liegt hiernach auf der Hand, dass grosse wirtschaftliche Vorteile damit verbunden , ind, wenn an einem im Betrieb befindlichen Seile einwandfrei festgestellt werden kann, n 'ht. wieviel Bruchstellen vorhanden sind, sondern in v'ssviel Drähten des Seiles diese Bruchstellen liegen bzw. wieviel ungebrochene Drähte das Seil noch enthält. Bei Draht-
EMI1.3
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
schweig auf die ganze Seillänge mit Sicherheit zu verfolgen.
Nach der Erfindung wird nun diesem Übelstande dadurch abgehoben, dass die Seil drähte an jeder Seilstelle leicht auszählbar gemacht worden. Dies geschieht in einfacher Weise dadurch, dass entweder besondere Merkzeichen,'wie z. B. Hanfkordeln, mit den Drähten verseilt werden oder dass sie bei anderen seiläbnlicben Erzeugnissen an sich bekannte besondere Kennzeichnung einzelner Elemente als Zählmorkzeichen auch auf Drahtseile angewendet wird. Dazu kann z. B. ein von dem der übrigen Drahtes abweichender Durchmesser oder die Beschaffenheit der Oberfläche (Farbe, Rillen, Verzinkung) oder die Querschnittform und dgl. dieser Zähldrähte dienen. Ein Ausftihrungsbeispiel zeigen Fig. 1 und 2.
In diesen ist ein Drahtseil dargestellt, das aas sechs um eine Hanf6eele verseilten Litzen besteht, deren jede in der Decklage zwölf Drahtes enthalt. In einer Litze sind zwei, in den übrigen je ein Draht der Decklage verzinkt genommen, während die übrigen Drähte unverzinkt sind. (Umgekehrt könnten natürlich die Kenndrahte unver- zinkt und die übrigen verzinkt sein. ) Unter Einhaltung einer bestimmten Zählrichtung lässt sich von der Litze mit zwei Kenndrähten ausgehend eine bestimmte Litze und in jeder Litze von ihrem Kenndraht aus ein bestimmter Draht der Decklage jeder Seilstelle leicht abzählen.