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Turmeystem zur Herstellung von Schwefelsäure,
Es hat sich gezeigt, dass bei den hekannten Turmsystemen zur Herstellung von Schwefelsäure leicht Betriebsschwierigkeiten dadurch auftreten, dass der Schwefelsäurebildungsprozess in den als Säurebildnern gedachten Türmen nicht rechtzeitig beendet und dass ferner bereits fertig gebildete Säure nur unvollkommen abgeschieden wird.
Diese Schwierigkeiten können infolge verhältnismässig kleiner Unregelmässigkeiten irgend welcher Art auftreten, sie äussern sich stets zugleich in einer Störung der Funktion der als Gay-Lussacs gedachten Kndtürme und demgemäss in einem erhöhten Salpeterverbraach. Solche Störungen machen sich be'm Turmsystem viel schroffer geltend als beim Kammersystem, weil der als Ausgleicher dienende grosse Kammerraum fortfällt. Will man daher auch beim Turmsystem die auftretenden Schwankungen möglichst unschädlich machen, so muss das System anpassungsfähig sein, ähnlich wie es das Kammersystem bis zu einem gewissen Grade ist.
Gemäss vorliegender Erfindung erreicht man diese Anpassung dadurch, dass man die Gase im Bedarfsfalle nicht nur einmal, sondern im Kreislauf mehrmals jeden Turm oder einzelne Türme oder Turmgruppen passieren lässt und auf diese Weise deren Produktion nach Erfordernis reguliert.
Die Rückführung der Gase kann eventuell unter Zwischenschaltung eines besonderen "Ausgleichers" erfolgen. Als solcher kann jeder beliebige Säureabscheider dienen, wie sie in der Schwefelsäurefabrikation üblich sind als Produktion-, Abscheide- oder Kühlapparate. also beispielsweise turmartige Apparate mit oder ohne Füllung, Bleikammern beliebiger Form mit oder ohne Hilfseinrichtungen, Gassslter, Rohren-oder Flächenkühier usw. oder eine beliebige Vereinigung derartiger Apparate.
Die Arbeitsweise dieses anpassungsfähigen"Tarmsystems ist nun derart, dass beim normalen Betrieb die Gase den einmaligen Weg durch die Türme, Rohrleitungen, eventuell den Ausgleicher nehmen. Bei eintretenden Unregelmässigkeiten dagegen kann das System derart betrieben werden, dass die Gase mit Hilfe einer besonderen Umlaufleitung wieder zu ihrem Turm oder zu ihrer Turmgruppe zurückgeführt werden, so dass die Gase mehrmals die Türme eventuell den Ausgleicher passieren, wodurch nach Erfordernis die Produktion der Terme reguliert wird.
Diese Arbeitsweise kann beispielsweise durch einen in die erwähnte Umlaufleitung eingebauten Zugerzeuger veranlasst werden. der bei seiner Ingangsetzung den Kreislauf der Gase für eine beliebige regelbare Zeitdauer und mit beliebig regelbarer Geschwindigkeit hervorbringt.
Die Zurückführung der Gase ist zwar beim Gloverprozess, und zwar bei dem des Kammerverfahrens bereits bekannt und bezweckt hiebei einerseits eine Erhöhung der Säureproduktion des Glovers zwecks Erzielung der stärksten Säure, andererseits eine Verringerung des Kammerraumes. Dagegen bezieht sich das neue Verfahren auf das 7urmsystem, bei dem es bei eintretenden Störungen eine wirksame Regulierung der Säureproduktion ermöglicht, d. h. einen Ausgleich für Betriebsschwierigkeiten und Störungen schafft
Das neue Turmsystem und zwar mit Ausgtaicher ist in der Zeichnung in einer Ausführungsform schematisch dargestellt. Die Türme a sind in bekannter Weise hintereinandergeschaltet.
Hinter einzelnen dieser Türme, im vorliegenden Ft. lle beispielsweise hinter zwei Türmen a, ist je ein besonderer Saareabscheider b als Ausgleicher angeordnet. Dieser ist bei der gezeichneten Ausführungsform mit dem vorhergehenden Turm ausser durch den normalen Gasweg noch durch eine besondere Umlaufleitung c verbunden, in welche ein
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Türmen zurück, dass das Gesamtvolumen derselben voll ausgenutzt wird. Man führt sie also zweckmässig entweder in die Eintrittsteitung selbst zurück oder lässt sie in deren Nihe in den Turm eintreten. Bei normalen Betriebe sind die Ausgleicher b ebenso wie die Türme
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malig, ebenso wie sie die Türme, Rohrleitungen usw. passieren.
Die Ausgleicher dienen daher normal als Säurebildner und Abscheider, gegebenenfalls gleichzeitig als Gaskühler von einer bestimmten Produktivität.
Es werde nun angenommen, es trate mfolge von Unregelmässigkeiten irgend welcher Art eine Störung in der Funktion der Türme ein. Beispielsweise verschiebe sich der Prozess von den vorderen Türmen In die mittleren, diese überlastend. Nunmehr wird der oder die Zugeneuger d in Gang gesetzt. Die Gase nehmen alsdann nicht nur den normalen Weg, sondern sie vollführen auch einen Kreislauf vom Abscheider durch die Umlaufleitung zu den Türmen und wieder zurück zum Abscheider. Auf diesem Kreislauf wird infolge ver-
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stärkter Ausnutzung der Türme sowie vermehrter Reibung und Kühlung die Säureabscheidung und Bildung erheblich-eventuell bis auf ein Mehrfaches des Normalen-gesteigert.
Die Überlastung der Turne wird auf diese Weise unschädlich gemacht, eine Fortpflanzung der Störung bis in die hinteren Türme und damit eine Störung des gesamten Prozesses wird verhindert.
Da die Ingangsetzung des Zugerzeugers momentan erfolgt und daher die Wirkung der Gaszirkulation in wenigen Minuten eintritt, ist auf diese Weise ein Reguliermittel von höchster Wirksamkeit geschaffen.
Die Gaszirknlation kann je nach Erfordernis in einzelnen Türmen oder auch in ganzen Turmgruppen hervorgebracht werden. Beispielsweise könnte man die Umlaufleitung c, anstatt in den unmittelbar vorhergehenden Turm, auch in einen beliebigen anderen Turm oder auch in den eigenen Abscheider selbst, von dem sie ausgegangen ist, zurückführen.
Die Gaszirkulation kann auch ohne Zwischenschaltung eines Ausgleichers-dann natürlich weniger wirksam-bewirkt werden. Ferner ist es selbstverständlich, dass sie auch dauernd betrieben werden kann und einfach zur Verstärkung der Produktion des Gesamtsystems dient.