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Durchfuhrungsisotator für Hochspannung.
In den letzten Jahren ist der Ausbildung von Durchführungsisolatoren für Hochspannung, wie sie z. B. als Wanddurchführungen, besonders aber als sogenannte Hochspannungs-Ausführungs- klemmen bei Transformatoren und Hochspannungsschaltern vorkommen, grosse Sorgfalt zugewendet worden, seitdem man die eigentümlichen und besonders gefährlichen Verhältnisse der elektrischen Felder, welche in derartigen Fällen auftreten, zu erkennen gelernt hat.
Ein solcher Durchführungsisolator ist zusammengesetzt aus einer Metallseele als Leiter und einem diesen letzteren umgebenden Isolierkörper, für welchen bis jetzt meistens Porzellan verwendet worden ist
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fachen davon hält es aber schwer, die erforderliche Wandstärke herauszubekommen, da sich leicht die Homogenität der Porzellanmasse gefährdende Luftblasen bilden, welche bei so hohen Spannungen äusserst bedenklich sind und Anlass zur Zerstörung des Isolators geben können. Ein Isolierkörper aus Porzellan besitzt unter allen Umständen ein bedeutendes Gewicht und eine grosse Dielektrizitätskonstante, zu welch letzterer die Glimmspannung (Anfangsspannung für statische Entladungen) umgekehrt proportional ist.
Ausserdem ist eine Bearbeitung von Porzellan sehr schwierig, wenn nicht ganz unmöglich, was die Verbindung des Isolators mit der durchbrochenen Wand und seine Befestigung in letzterer ungemein erschwert. Auch für Durchführungsisolatoren, bei denen 01 oder eine sogenannte Kompoundmasse als Isoliermittel Verwendung findet, pflegt Porzellan als Umhüllung der Isoliermasse gewahlt zu werden. Dabei ist zwar die der Luftblasen wegen gefährliche grosse Wandstärke des Parzellankörpers vermiden, dafür ist dieser aber leichter zerbrechlich, also in mechanischer Hinsicht weniger widerstandsfähig.
Mit bestem Erfolg hat in der neuesten Zeit Papier zu Isolierzwecken Verwendung gefunden, welches Material eine um etwa ein Drittel kleinere Dielektrizitätskonstante als Porzellan besitzt. weshalb zur Erreichung einer bestimmten Durchschlagfestigkeit bzw. für eine bestimmte Ge- brauchsspanung mit klemeren Abmessungen auszukommen ist.
Ein solcher Isolierkörper aus
Papier besitzt ferner bei grösserer mechanischer Festigekti gegen Stoss und Schlag geringeres
Gewicht als einer aus Porzellan und hat den Vorzug, dass sich das Material drehen und bohren und sonst wie bearbeiten lasst, was besonders für die Verbindung des Isolators mit der Durch- bruchstelle und fül die Dichtung gegen 01 oder andere Isolierfüllmassen wertvoll ist.
Der Vollständigkeit wegen sei auch der Versuch erwähnt, den Isolierkörper als zylindrischen
Kondensator mit konzentrischen Schlichten von unter sich gleicher Kapazität auszubilden, wobei
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messungen des Isolators werden hier kleiner als bei Porzellan, aber die Herstellung desselben gestaltet sich recht schwierig und daher entsprechend kostspielig.
Der hohle Isolierkörper des den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildenden Durch- führungsisolators besteht in bekannter Weise durchweg aus Hartpapier, und die Zwischenräume zwischen ihm und der leitenden Seele sind, ebenfalls bekanntermassen, mit Isoliermasse ausgefüllt, welche bei gewöhnlicher Temperatur leicht-oder zähflüssig oder fest sein kann. Erfindungs-
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Die Zeichnung stellt ein Auaiührungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung dar. Der Isolierkörper des gezeichneten Durchführungsisolators ist aus mehreren konzentrischen,
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DurchführungsstelleD hin, wo der Isolator durch eine etwa an Erde liegende Wand, z. B. einen Transformatordeckel, hindurchgeht, zunehmendem Durchmesser zusammengesetzt. Das untere Rohrstück a ist am unteren Ende mit Muttergewinde versehen und mittels eines mit Aussen-
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um das Entweichen der Luft zu ermöglichen. Bei Anwendung eines zähflüssigen Isoliermittels, z. B. sogenannter Kompoundmasse, ist zum Einbringen der Deckel abzuheben. Im Deckel d und Bodenstück e ist der Metallkern j, z. B. ein Kupferstab, fest gelagert.
Zwischen den im Innern der Klemme befindlichen Stirnenden der Rohrstücke a und b ist hier ferner je eine vorteilhafterweise ebenfalls aus Hartpapier bestehende Isolierhülse 11.'bzw. ALl konaxial eingeschaltet, um einem Kriechen von Spannungafunken durch die Fugen der Rohrstücke vorzubeugen. Die Ausschnitte o sollen bei Verwendung von 01 als Isoliermaase dessen Kreislauf erleichtern ; der Spiegel des Öls liegt eine Strecke weit unter dem Deckel d bei n, so dass es nicht herausquellen kann.
Der Isolierkörper ist an der Durchführungsstelle D, wo derjenige Pol der Spannung, gegen welchen die den anderen Pol bildende Metallseele f isoliert werden soll, mit dem Isolator in Berührung steht, in einer auf das Rohrstück c fest aufgetriebenen, mit Flansch versehenen Muffe 9 gefasst, welche als Schrumpfring (Schwindring) behandelt ist. Dadurch kommt ohne irgend welche Bindemittel-Zwischenlage eine so ungemein innige Verbindung zustande, wie die in der neueren Literatur unter der Bezeichnung #dielektrische Verlötung" bekant gewordene. Eine so innige Verbindung ist bei Isolatoren aus Porzellan ganz unmöglich zu erzielen ; eine Verbindung zwischen Fassung und Isolierkörper lässt sich hier überhaupt nur mit Hilfe eines Kittes oder Bindemittels bewerkstelligen.
Die Anzahl der den Isolierkörper bildenden Rohrstücke richtet sich nach der Gebrauchsspannung, für welche der Isolator bestimmt ist ; ist dieselbe grösser oder kleiner als beim gezeichneten Ausführungsbeispiel, so werden auch die Länge des Isolierkörpers und dessen Durchmesser an der Durchfiihrungsstelle grösser oder kleiner sein.
PATENT ANSPRÜCHE :
1. Durchführungsisolator für Hochspannung mit leitender heels, hohlem Isolierkörper aus Hartpapier und die Zwischenräume zwischen letzterem und dem Leiter ausfüllender lsolier- masse, dadurch gekennzeichnet, dass der hohle Isolierkörper aus mehreren konaxial angeordneten, mit zylindrischen Flächen fest und dicht ineinandergefügten Rohrstücken (a, b, c) zusammengesetzt ist.