<Desc/Clms Page number 1>
Kühleinrichtung fOr Eisenbahnwagen.
Die bisher in Gebrauch befindlichen Kühlwagen haben im Oberteile des Wagens Kühlbehälter, die nahezu die ganze Fläche des Wagens ausfüllen, so dass sich die erwärmte Luit sowohl an der Oberfläche des Behälters als auch am Eise selbst abkühlt und dann die Waren kalt hält. Diese Type ist nur für kleine Wagen anwendbar, weil man in den Behältern keine grossen Eismengen unterbringen kann.
Grosse, lange Wagen werden bisher meist unter Anwendung der natürlichen Luftzirkulation durch Kühlbehälter an beiden Enden oder in der Mitte gekühlt, was mit dem Nachteil verbunden
EMI1.1
Waggons mit künstlicher Ventilation durch von den Achsen aus angetriebene Ventilatoren wurden probeweise ausgeführt, zeigen jedoch folgende Mängel : 1. Die Ventilation hört bei Stillstand des Wagens in den Stationen auf, und da dies oft
EMI1.2
leicht verderben.
2. Durch die Ventilatoren wird die Luft rasch bewegt und es wird dabei von dem schmelzenden Eise Feuchtigkeit mitgerissen und die Luft mit Feuchtigkeit übersättigt, die sich an den im Wagen befindlichen Waren absetzt, weil dort die Luftbewegung infolge der grossen Querschnitte langsam ist. Durch diesen Niederschlag im Zusammenhange mit der Erwärmung beim Stillstand des Zuges entsteht die Gefahr einer Schimmelbildung.
3. Die Temperatur im Innern des Wagens kann nicht geregelt werden, da die Tourenzahl des Ventilators von der Geschwindigkeit der Fahrt abhängt und sich nicht beliebig verändern lässt, was bei verschiedenen Waren, wie Gemüse, Obst, Eier, Milch usw. notwendig ist, da für jede dieser Waren eine bestimmte Temperatur am vorteilhaftesten ist.
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Kühlung von Güterwagen mittels kontimller- licher Zirkulation der Innenluft durch einen Ventilator und bezweckt, die genannten Ubpistände zu vermeiden.
EMI1.3
durch einen mit einer solchen Kühleinrichtung versehenen Wagen. An einer oder an beiden Stirn- wänden oder in der Mitte des Wagenkastens sind in einer Reihe mehrere Eisbehälter a angeordnet, die an je drei Seiten ihres Umfanges eine Reihe übereinanderbefindlicher Eintrittsspalten b mit geneigten Leitflächen für die zu kühlende Luft zeigen. Mit der vierten Seite grenzen die Eis- behälter an eine Blechwand d, dit'den Kühlraum vom übrigen Wagenraum trennt und nur nahe am Boden Öffnungen e für den Austritt der gekühlten Luft besitzt.
Unterhalb der Eisbehältei tt sind geneigte Flächen f und derart angeordnet, dass das Schmelzwasser nicht über die Zirkulationsöffnungen e rinnen kann, damit kein Mitreissen dieses tropfenförmigen Wassers durch den Luftstrom stattfindet. Das Schmelzwasser gelangt über die Flächen f und fl in eine
EMI1.4
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
motor r ausserhalb des Wagens angeordnet sein kann.
Unter dem Wagen befinden sich eine oder mehrere Dynamomaschinen t, die von den Achsen angetrieben werden und zum Laden von Akkumulatoren s dienen. Dynamo und Akkumulatoren sind von gleicher Einrichtung und Type, wie die bei der betreffenden Bahn zur Waggonbeleuchtung benutzten. Sie liefein den Strom für die Antriebsmotoren der Ventilatoren c. Deren Tourenzahl ist durch eingeschaltete Widerstände regelbar, so dass man die Luftzirkulation beschleunigen oder verzögern kann. Hieduich ist es möglich, auch die Temperatur des Innenraumes zu regeln.
Diese Regelung kann entweder von aussen von Hand aus erfolgen oder durch einen in das Wageninnere hineinragenden Thermostaten, wobei an den Seitenwänden angebrachte, eventuell von aussen ablesbare Thermometer jederzeit die Temperatur des Innenraumes zu kontrollieren gestatten. Zwischen dem isolierten Wagendach und dem Wageninnern ist eine Zwischendecke l eingebaut, so dass zwischen ihr und dem Wagendach ein Hohlraum gebildet wird. Die Zwischendecke I hat, über die ganze Wagenfläche verteilt, Öffnungen on in den Laderaum, die mit Schiebern geregelt werden können. Der Wagen besitzt einen doppelten Fussboden ; der Raum unter dem Lattenfussboden kommuniziert durch die Spalten zwischen den Latten o und durch die Löcher p mit dem Laderaum des Wagens.
Im Gebrauch steigt die erwärmte Luft in dem Laderaum n empor und tritt über die Eisbehälter a, in denen sie infolge der Abkühlung herabsinkt. Ihre natürliche Bewegung wird hiebei durch den Luftzug der Ventilatoren beschleunigt, sie tritt in den Raum unterhalb der Eiabehälter und wird von den Ventilatoren c durch die Öffnungen e der Blechwand d in den Kanal Q zwischen dieser Blechwand d und der Holzwand i befördert, wobei dieser Kanal auch durch Zwischenwände geteilt sein kann und wobei sich die durch die Berührung mit dem schmelzenden Eise und dem Tauwasser mechanisch mitgerissene Feuchtigkeit und ein Teil der hygroskopischen Feuchtigkeit an der eisgekühlten Blechwand d als Wasser niederschlägt,
so dass die Luft nur den der Temperatur der gekühlten Wand entsprechenden Sättigungsgrad an Feuchtigkeit behält. Das Kondenswasser wird durch die Rippen k der Blechwand i an den Duroht. rittsöfnungen e vorheigeführt, damit die hier durchgesaugte Luft nicht durch einen förmlichen Tropfenregen hindurchströmen muss. Der Ventilator c bläst nun die Luft in den hohlen Raum unter dem Lattenfussboden, von wo sie durch die zahlreichen Öffnungen p und durch die Spalten zwischen den Latten r über den ganzen Laderaum n gleichmässig verteilt wird, so dass eine lebhafte windartige Luftbewegung entsteht. Von Zeit zu Zeit kann durch Einsaugen von frischer Luft durch das Luftrohr w ein Teil der Luft erneuert werden.
Für den Fall einer Beschädigung am Motor, an den Ventilatoren oder an einer der Betriebs- maschinen ist Vorsorge getroffen, dass die Kühlung nicht ganz aufhört, und zwar dadurch, dass
EMI2.2
Decke über die Eisbehälter a tritt, durch diese infolge des grösseren Gewichtes der gekühlten
Luft herunteI'Sin1. und durch die Öffnungen e und die Klappe M wieder in den Laderaum strömt.
Die technischen Vorzüge dieser Einrichtung sind also :
1. Durch die Anwendung des elektrischen Antriebes und dessen Kombination mit Akku- mulatoren der Zugbeleuchtungstype, die während der Fahrt gespeist werden, ist sowohl der kontinuierliche Betrieb der Ventilatoren während des Stillstandes in den Stationen als auch die
Regelbarkeit der Temperatur durch Veränderung der Tourenzahl jedes Ventilators gewährleistet, wobei auch die Möglichkeit, die Ventilationen der jeweils günstigen Stelle anordnen zu können, die vollkommenste Durchführung der Luftzirkulation sichert. Es kann auch in der Lade- station durch den Betrieb mit Akkumulatoren eine Vorkühlung vor Einladen des Fleisches usw. erfolgen.
2. Durch die beschriebene Luftzuführung wird die Luft zunächst intensiv abgekühlt und angefeuchtet, dadurch staubfrei gemacht, dann aber durch die Anordnung der gekühlten Blech-
Wand d und des Raumes Q so weit, als es praktisch möglich und wünschenswert erscheint, ge- trocknet, so dass sie nur den der Temperatur der kalten Wand entsprechenden Sättigungsgrad an Feuchtigkeit zeigt, also relativ trockener ist.
3. Die Luftverteilung ist infolge der Anordnung der doppelten Decke und des doppelten
Fussbodens gleichförmig, indem die Zuführung und die Absaugung der Luft gleichmässig über t den ganzen Raum verteilt stattfindet. Die Luftbewegung ist eine) J. eftige, winda1'tige, die eine intensive Kühlung zur Folge hat.
Durch diese Anordnung wird es möglich, den Bedürfnissen des Transportes in weitem Masse
Rechnung u tragen und grosse Mengen von Waren in einem Wagen unterzubringen, dieselben
<Desc/Clms Page number 3>
auf weite Strecken zu befördern, ohne Eis nachzufüllen, und trotz der Grösse des Wagons eine gleichförmige Temperatur mit bewegter trockener Luft in seinem Innern zu erhalten.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Kühleinrichtung für Eisenbahnwagen mit Eisbehältern und Ventilatoren, dadurch gekennzeichnet, dass an drei Seiten für den Luftdurchtritt offene Eisbehälter (a) an ihrer vierten Seite an eine mit Rippen für den Wasserabfluss versehene Blechwand (d) grenzen, die mit einer zweiten, zu ihr parallelen Wand (i) einen in einer Dimension engen Luftkanal (Q) bilden, durch den ein Ventilator die Luft in den Laderaum befördert, wobei die gekühlte Luft an der tiefer gekühlten Blechwand (d) getrocknet wird.