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Die Erfindung betrifft ein Verklotzungssystem für die Füllung eines Fenster- oder Türrah- mens, bestehend aus wenigstens einer Klotzbrücke und wenigstens einem Klotz zur Anbrin- gung zwischen Rahmen und Füllung.
Mit Klötzen und Klotzbrücken werden Glasscheiben und andere Füllungen in Tür- u. Fenster- rahmen gehalten. Durch die Klötze, im allgemeinen Verglasungsklötze oder kurz Glasklötze, wird die Funktion des Fensters beeinflusst.
Glasklötze werden bei der Verglasung in allen üblichen Fenster oder Türrahmenmaterialien wie z.B. Kunststoff, Holz, Aluminium oder Werkstoffverbund eingesetzt. Glasklötze können aus Kunststoff, Holz oder anderen geeigneten Materialien bestehen. Dabei muss eine Ver- träglichkeit mit den umgebenden Materialien und Umwelteinflüssen gegeben sein- Je nach Tür- oder Fenstertyp werden nach geltenden Verglasungsregeln Füllungen oder Glassscheiben mit Glasklötzen und Klotzbrücken in Tür- oder Fensterrahmen eingespannt.
Die Art der Klotzanordnung umlaufend der Glasscheibe ist abhängig von der Öffnungsart des Fenster- oder Türelementes. Über die Glasklötze und Klotzbrücken werden überwiegend Kräfte abgetragen, die sich aus der Gewichtskraft des Glases oder Füllung und der Vor- spannkraft für eine gewollte Verformung des Flügelrahmens ergeben. Eine Verformung kann gewollt sein, wenn ein Fensterflügel z. B. auf der Verschlussseite durch ein gewolltes Über- klotzen angehoben wird. Der Effekt dieses Überklotzens ist, dass die untere Flügelecke an- gehoben wird und somit auch nach Setzen des Flügels nicht auf den Blendrahmen aufläuft.
Je nach Belastung wird zwischen Tragklötzen und Distanzklötzen unterschieden. Über die Tragklötze und die dazugehörigen Klotzbrücken werden die auftretende Kräfte in den Fen- ster oder Türrahmen abgetragen. Die Distanzklötze und dazugehörige Klotzbrücken halten die Glasscheibe oder Füllung ohne grossere Belastung auf Distanz zum Rahmen-
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Nur durch den fachgerechten Einbau der Glasklötze ist eine dauerhafte Funktion des Fen- ster- oder Türelementes gewährleistet. Die Gebrauchsdauer eines Fensters liegt üblicher- weise bei 30 bis 50 Jahren, teilweise auch länger.
Je nach Falzausbildung der Rahmenmaterialien wird es notwendig, Klotzbrücken einzuset- zen. Klotzbrücken haben die Aufgabe, nicht ebene und zur Glaskante nicht parallel verlau- fende Glasfalze, wie z.B. Schrägfalze und oder Wasserablaufsicken, auszugleichen. Nach den Verglasungsregeln müssen Gläser flächig auf den Glasklötzen aufliegen. Bei einem ebenen und zur Glaskante parallelen Glasfalz können Glasklötze auch direkt in den Rah- menfalz eingebracht werden.
Aufgrund von Belastungen wie sie z. B. bei der Fenster- und Türfertigung, beim Transport,
Montage und Gebrauch auftreten, müssen Glasklötze gegen Verrutschen gesichert werden.
Das Sichern gegen Verrutschen erleichtert den Vorgang des Verglasens. Insbesondere in der Vertikalen können Klötze aufgrund der Schwerkraft während des Verglasens herunter- fallen. Meistens werden mehrere Klötze übereinander eingebracht, bis die gewünschte an- geordnete Vorspann-Funktion erzielt ist. Mit einem Hebelwerkzeug wird der Spalt zwischen
Rahmen und Glasscheibe vergrössert. In den entstehenden Spalt lassen sich die Glasklötze einschieben. Beim Aufhebein können bereits eingebrachte Glasklötze, wenn sie nicht gegen Verrutschen gesichert wurden, insbesondere im vertikalen Bereich, aufgrund der Schwerkraft verrutschen oder sogar herunterfallen.
Verrutschte Glasklötze können zur Folge haben, dass diese nicht flächig am Glasscheiben- rand anliegen. Dies führt zu hohen Belastungen und damit zum Glasbruch. Aufgrund des viskoelastischen Verhaltens von Randverbunden bei Isolierglasscheiben können Glasschei- ben, welche nicht im unteren vertikalen Bereich unterlegt sind, abrutschen.
Die Sicherung der Glasklötze gegen Verrutschen erfolgt nach Stand der Technik durch Kle- ben in einem zusätzlichen Arbeitsschritt oder Aufkantungen an den Stirnseiten der Klotz- brücken. Eine Verklebung sichert den Glasklotz zwar in alle Richtungen, jedoch muss bei der Verwendung von Klebstoffen auf die Verträglichkeit mit den angrenzenden Materialien ge- achtet werden. In Klebstoff enthaltene Lösemittel können z.B. Glasklötze, Fenster oder Tür- rahmen oder auch den Glasverbund schädigen. Die Funktion des Fensters kann durch den Einsatz eines ungeeigneten Klebstoffsystems beeinträchtigt werden.
Bei den üblich verwen- deten Klebstoffsystemen, wie z.B. Silikon, ist die Sicherung gegen das Verrutschen erst nach einer längeren Abbindezeit erreicht, was den Arbeitsfortgang behindert. Durch Aufkantungen
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an Klotzbrücken lassen sich mehrere, übereinander angeordnete Glasklotze wiederum nicht gegen das Verrutschen in alle Richtungen sichern
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verklotzungssystem der eingangs genannten
Art anzugeben, bei dem ohne Verwendung von Zusatzstoffen, wie z.B Klebstoffen, der Klotz unmittelbar nach dem Einbringen gegen ein Abrutschen von der Klotzbrücke in alle Richtun- gen gesichert ist.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die Erfindung beinhaltet eine Teilekombination bestehend aus einer Klotzbrücke mit Halte- einrichtungen, beispielsweise Haltestegen, und einem Klotz mit dazu passenden Halteein- richtungen, beispielsweise Haltenasen. Durch Verbinden der Halteinrichtungen miteinander, beispielsweise Einhängen des Klotzes mit der Haltenase in den Haltesteg der Klotzbrücke, wird der Klotz unmittelbar nach der Montage dauerhaft und allseitig gegen das Verrutschen gesichert.
Die Herstellung des Klotzbrücke und des Klotzes erfolgt bevorzugt im Spritzgiessverfahren aus Thermoplasten.
Für Klimazonen mit grossen Temperaturunterschieden wird der Klotz, insbesondere Glasklotz vorteilhaft aus Elastomeren, thermoplastischen Elastomeren oder vernetztem Poiyturethan mittlerer Härte - 70 Shore A bis 68 Shore D, bevorzugt 80 - 95 Shore A - produziert.
Hierdurch können temperaturbedingte Spannungen auf die Ränder der Glasscheiben kom- pensiert werden.
Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen an zwei Ausfüh- rungsbeispielen näher erläutert.
Figur 1 zeigt einen Glasklotz mit Haltenasen im Querschnitt und in Draufsicht.
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Figur 2 zeigt eine Kiotzbrücke mit Haltestegen mit daran angebrachtem Klotz im Querschnitt und in Draufsicht.
Figur 3 zeigt als vergrösserten Ausschnitt aus Fig. 2, wie eine Haltenase im Haltesteg einge- hängt ist.
Figur 4 zeigt einen Schnitt durch einen Teil eines Fensterflügels.
Figur 5 zeigt in einer Seitenansicht, in Draufsicht und als geschnittenen Ausschnitt aus der
Seitenansicht die Kombination von zwei Glasklötzen, die über eine Rastfunktion miteinander und mit der Klotzbrücke verbunden sind.
Fig. 1 zeigt im oberen Teil einen Querschnitt durch und in ihren unteren Teil eine Draufsicht auf einen Glasklotz mit den Merkmalen der Erfindung. Der insgesamt mit 1 bezeichnete
Glasklotz weist an seinem linken Rand zwei Haltenasen 3 auf, die in unterschiedliche Rich- tungen gerichtet sind. Der Glasklotz 1 kann an der gegenüberliegenden Seite ebenfalls un- terschiedlich gerichtete Haltenasen aufweisen, die in der Zeichnung gestrichelt dargestellt und mit dem Bezugszeichen 3a gekennzeichnet sind.
Fig. 2 zeigt den Glasklotz 1 auf einer Klotzbrücke 2 liegend, wobei seine in der Zeichnung unten dargestellte Haltenase 3 in einen von der Klotzbrücke 2 hochstehenden Haltesteg 4 eingehängt ist. Auf diese Weise ist der Glasklotz 2 gegen ein Abrutschen nach unten gesi- chert. Wie die Zeichnung zeigt, würde beim Stürzen der Anordnung die in der Zeichnung oben dargestellte Haltenase 3 auf den zugehörigen oberen Haltesteg 4 auflaufen und den Glasklotz 1 wiederum gegen ein Abrutschen von der Klotzbrücke 2 sichern.
Fig. 3 zeigt sehr deutlich den an dem Haltesteg 4 der Klotzbrücke 2 mittels der Haltenase 3 gesicherten Zustand des Glasklotzes 1.
Die Fig. 4 zeigt einen Schnitt durch einen Teil eines Fensterflügels. Man erkennt, dass die Klotzbrücke 2 in dem Schrägfalz 7 eines Fensterflügelprofils 6 eingeklemmt ist. Sie besitzt zu diesem Zweck eine elastisch nachgebende Fahne 8, die sich in der Wasserablaufnnne 9 des Schrägfalzes abstützt. Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Klotzbrücke 2 durch eine geeignete schwalbenschwanzförmige Formgebung von Schrägfalzquerschnitt und Klotz-
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brückenquerschnitt gehalten Wie ersichtlich, bildet die Klotzbrücke 2 eine zur Glasscheibe 5 ebene Auflagefläche.
Die eigentliche Verklotzung übernimmt der Glasklotz 1, der auf der Klotzbrücke 2 aufliegt und an dieser gegen ein Herabrutschen durch die schon beschriebenen Haltenasen 3 und Haltestege 4 gesichert ist. Die Glasscheibe 5 liegt somit flächig auf dem Glasklotz 1 auf. Eine Glasleiste 11, eine Profildichtung 10 und eine Verglasungsdichtung 12 spannen die Glasscheibe 5 in das Flügelprofil 6 ein.
Fig. 5 zeigt in Seitenansicht und Draufsicht die Kombination von 2 Glasklötzen 13, die über eine Rastverbindung 14,16 (siehe den vergrösserten Ausschnitt) miteinander und mit der Klotzbrücke 15 verbunden sind. Die an der Klotzbrücke 15 ausgebildeten Haltestege 4 dienen in diesem Falle als Tiefenanschlag.
Es sei angemerkt, dass an Stelle von Haltenasen und Haltestegen auch andere Halteeinrichtungen verwendet werden können, beispielsweise solche, bei denen Klotz und Klotzbrücke miteinander verrastet oder zusammengeknöpft sind.