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Die Erfindung bezieht sich auf einen Ziergegenstand, d. h. ein Objekt, das ein ästhetisches Erscheinungsbild hat, darüber hinaus aber auch noch andere Funktionen haben kann.
Die Bildhauerkunst ist die Kunst, aus festen Stoffen körperhafte Gebilde zu schaffen. Werke der Bildhauerkunst sind die Skulptur, wobei es sich um gemeisselte Werke in Stein und um die Bildschnitzerei in Holz, Bein u. a. handelt. Die Plastik im eigentlichen Sinne umfasst nur Werke aus modellierbaren Stoffen (Ton, Gips, Porzellan, Wachs u. a.) und aus giessbarem Material (Metall, Kunststoff). Zur Plastik gehört die Voll- oder Rundplastik, die rundum gestaltet ist und somit von allen Seiten zu betrachten ist und das Relief, d. h. die in der Fläche dreidimensional gestaltet und von einer Seite zu betrachtende Plastik (vgl. Brockhaus, Stichwort : kunst). Vorstehende Techniken kommen auch bei gewerblich produzierten Plastiken bzw. Ziergegenständen zur Anwendung.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Ziergegenstand mit einem neuartigen ästhetischen Effekt zu schaffen.
Die Aufgabe wird durch einen Ziergegenstand gemäss Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Ziergegenstandes sind in den Unteransprüchen angegeben.
Der erfindungsgemässe Ziergegenstand weist an mindestens einer Oberfläche teilweise auf- und/oder angeschmolzene und in wiedererstarrten Zustand miteinander oder mit der wiedererstarrten Schmelze eines metallischen Substrats verbundene Geldmünzen auf.
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Durch das technische Mittel der Fixierung von durch Auf- und/oder Anschmelzen veränderten Geldmünzen mittels der wiedererstarrten Schmelze an der Oberfläche des Ziergegenstandes wird ein besonderer ästhetischer Effekt erreicht. Dabei sind mit teilweise aufgeschmolzenen Geldmünzen solche Geldmünzen angesprochen, die ihre ursprüngliche Gestalt infolge eines Aufschmelzens teilweise verloren haben, wobei über die wiedererstarrte Schmelze die Verbindung zu anderen Geldmünzen bzw. dem Substrat hergestellt ist. Mit angeschmolzenen Geldmünzen sind solche bezeichnet, die lediglich an der Oberfläche angeschmolzen sind und über die wie- dererstarrten Schmelzbereiche mit anderen Geldmünzen bzw. dem Substrat verbun- den sind. Bei den Geldmünzen handelt es sich um "reale" Geldmünzen, die für den Zahlungsverkehr bestimmt bzw. diesem entzogen sind.
Der gesamte Ziergegenstand kann ausschliesslich von auf- und/oder angeschmolzenen Geldmünzen gebildet sein.
Er kann aber auch ein mit den besagten Geldmünzen verbundenes Substrat aufwei- sen, das wiederum ganz oder teilweise aus vollständig aufgeschmolzenen Geld- münzen und/oder einem anderen metallischen Material bestehen kann.
Der Ziergegenstand kann die verschiedensten Formen aufweisen. Insbesondere kann er im wesentlichen die Form eines Quaders, eines Zylinders, einer Pyramide, eines Kegels, einer Kugel, eines Polyeders, eines Torus, einer Tonne, eines Natursteins, einer Platte oder eines Abschnittes einer der vorerwähnten Formen aufweisen.
Grundsätzlich kann der Ziergegenstand eine allseitig geschlossene Raumform haben.
Nach einer Ausgestaltung weist er mindestens einen Hohlraum und/oder einen Durchgang auf, wobei der Durchgang Verbindung zu einem Hohlraum aufweisen kann.
Die Oberfläche des Ziergegenstandes kann ganz oder teilweise mit auf- und/oder angeschmolzenen Geldmünzen belegt sein oder diese bilden. Nach einer Ausge-
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staltung weist der Ziergegenstand an einer Aussenoberfläche teilweise auf- und/oder angeschmolzene Geldmünzen auf. Bei einem Ziergegenstand mit einem Hohlraum und/oder einer Durchbrechung weist nach einer Ausgestaltung eine Innenoberfläche teilweise auf- und/oder angeschmolzene Geldmünzen auf.
Der Ziergegenstand ist nach einer Ausgestaltung teilweise mehr oder weniger matt und teilweise mehr oder weniger glänzend. Dabei können eher matte Oberflächen- bereiche durch wiedererstarrte Schmelze und eher glänzende Oberflächenbereiche durch unversehrte Teile von Geldmünzen gebildet sein. Glänzende Oberflächen- bereiche können auch durch Schnitt- oder Sägeflächen erzeugt werden. Diese Ober- flächeneffekte können durch Oberflächenbehandlung unterstützt werden, beispiels- weise durch Bürsten, Ätzen oder Polieren.
Nach einer weiteren Ausgestaltung ist der Ziergegenstand an einer Aussenoberfläche matt und an einer Innenoberfläche glänzend oder umgekehrt. Hierdurch kann bei- spielsweise die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Innenoberfläche gelenkt werden.
Nach einer Ausgestaltung hat der Ziergegenstand die Form einer Druse mit teilweise auf- und/oder angeschmolzenen Geldmünzen an der Aussenoberfläche und/oder der Innenoberfläche. Eine Druse ist in der Petrologie ein rundlicher oder ovaler Hohl- raum im Gestein, dessen Wände mit kristallisierten Mineralien bedeckt sind. Nach der Erfindung sind anstatt dieser kristallisierten Mineralien weniger unversehrte Geldmünzen im Hohlraum der "Münz-Druse" angeordnet.
Nach einer weiteren Ausgestaltung hat der Durchgang zum Hohlraum des Zier- gegenstandes eine plane Begrenzungsfläche. Nach einer weiteren Ausgestaltung ist
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der Ziergegenstand an der Innenoberfläche und an der planen Begrenzungsfläche im wesentlichen glänzend und an der übrigen Aussenoberfläche im wesentlichen matt.
Nach einer Ausgestaltung umfasst der Ziergegenstand Geldmünzen einer Münzsorte (z. B. 1-Mark-Stücke) oder Geldmünzen verschiedener Münzsorten (z.B. 1-Mark- Stücke und 5-Mark-Stücke) und/oder Geldmünzen einer Währung (z. B. D-Mark) oder Geldmünzen mehrerer Währungen (z. B. D-Mark und französische Franc).
Nach einer weiteren Ausgestaltung umfasst der Ziergegenstand Geldmünzen der Landeswährungen mindestens eines Landes der Europäischen Gemeinschaften und/oder Euro-Geldmünzen. Der Ziergegenstand symbolisiert dann gleichermassen das Ende der Altwährung (en) Einführung des Euro und/oder die Umstellung auf den Euro.
Nach einer weiteren Ausgestaltung umfasst der Ziergegenstand verschiedene Münz- sorten und/oder Währungen an verschiedenen Oberflächen und/oder verschiedenen Teilen von Oberflächen. Beispielsweise können Altwährungen der EU-Staaten an der Aussenoberfläche einer Druse und Euro-Münzen an der Innenoberfläche der "Münz-Druse" angeordnet sein oder umgekehrt.
Eine Ausgestaltung weist einen mit Geldmünzen einer Landeswährung eines EU- Landes gebildeten Oberflächenbereich auf, aus dem Euro-Geldmünzen hervortreten.
Nach einer weiteren Ausgestaltung weist der Ziergegenstand mindestens eine Stand- fläche und/oder Standpunkte auf.
Der Ziergegenstand kann zusätzlich ein Gebrauchs- oder Arbeitsgegenstand sein, beispielsweise ein Briefbeschwerer, eine Leuchte, ein Lampenfuss, ein Schirm-
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ständer, ein Aschenbecher, eine Schale, eine Spardose, ein Erinnerungsstück etc..
Die Spardose kann ein beispielsweise kegelförmiger oder quaderförmiger Hohlkörper sein, der einen Einwurfschlitz und eine verschliessbare Entnahmeöffnung aufweist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der anliegenden Zeichnungen näher erläutert, die drei Ausführungsbeispiele des Ziergegenstandes in einer perspektivischen Seitenansicht zeigen.
In der Fig. 1 ist ein Würfel 1 gezeigt, der an der Aussenoberfläche 2 auf- und/oder angeschmolzene Geldmünzen 2 verschiedener Währungen der EU-Staaten aufweist, die vor Einführung des Euro Gültigkeit haben. Das Innere des Würfels 1 kann massiv aus vollständig aufgeschmolzenem Münzmaterial gebildet sein oder aus aufund/oder angeschmolzenen Münzen, die an den Wiedererstarrungsstellen miteinander verbunden sind, so dass der Würfel 1 insgesamt eine poröse Struktur hat.
Die Fig. 2 zeigt eine Pyramide 4, die ebenfalls aus Geldmünzen 3 der bis zur Einführung des Euro gültigen Währungen der EU-Länder gebildet ist bzw. diese an der Aussenoberfläche 2 aufweist. Im übrigen gilt für den Aufbau der Pyramide 4 dasselbe wie für den Würfel 1.
Fig. 3 zeigt eine Münz-Druse 5, die komplett aus mehr oder weniger aufgeschmolzenen und/oder angeschmolzenen Geldmünzen 2 besteht und die Form eines Natursteins hat. Die Münz-Druse 5 hat einen von einer Seite durch einen Durchgang 6 zugänglichen Hohlraum 7, an dessen Innenoberfläche 8 auf- und/oder angeschmolzene Geldmünzen 3 sichtbar sind, bei denen es sich im Beispiel um Euro-Münzen handelt. Dazwischen sind geschmolzene Bereiche sichtbar. Die Innenoberfläche 8 hat deshalb eine zum Teil glänzende und zum Teil matte Anmutung.
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Der Durchgang 6 ist von einer planen Begrenzungsfläche 9 begrenzt, die eine glänzende Anmutung hat. Die übrige Aussenoberfläche 2 ist im wesentlichen matt. Nur an einigen Stellen sind glänzende Geldmünzen 3 sichtbar, wobei es sich zum Beispiel um Geldmünzen 3 der Währungen der EU-Staaten vor der Einführung des Euro handelt.
Eine im wesentlichen plane Standfläche 10 verleiht der Münz-Druse 5 eine erhebliche Standsicherheit.
Im übrigen gilt für den Aufbau der Münz-Druse 5 dasselbe wie für den Würfel 1.
Sämtlichen Ziergegenstände können in beliebigen Grössen ausgeführt sein, insbesondere als Tischobjekt, als etwa personengrosses Objekt oder in einem noch grösseren Format.