AT511588B1 - Reflexstreifen - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Reflexstreifen (10) zum Anbringen mittels zumindest einer Befestigungsnaht an einem Grundmaterial, insbesondere an einer Schutzbekleidung für Einsatzkräfte, wobei der Reflexstreifen (10) einen Grundstreifen (1) aufweist, und die auf dem Grundmaterial abgewandt anordenbare Oberfläche des Grundstreifens (1) zumindest eine Vertiefung (4) zur Aufnahme der zumindest einen Befestigungsnaht aufweist.
Description
österreichisches Patentamt AT 511 588 B1 2013-01-15
Beschreibung [0001] Die Erfindung betrifft einen Reflexstreifen zum Anbringen an einem Grundmaterial, insbesondere an einer Schutzbekleidung für Einsatzkräfte, wobei der Reflexstreifen einen Grundstreifen aufweist, sowie eine Schutzbekleidung aus atmungsaktivem Grundmaterial mit einem fest darauf angebrachten Reflexstreifen.
[0002] Einsatzkräfte, wie Feuerwehren und dergleichen, tragen eine Schutzkleidung, die primär die Aufgabe hat, den Körper vor der Einwirkung von Hitze oder gefährlichen Medien zu schützen. Eine weitere Aufgabe der Schutzkleidung ist es, eine gute Sichtbarkeit der betreffenden Person zu gewährleisten, um auch unter schwierigsten Bedingungen den optischen Kontakt zur betreffenden Person aufrechterhalten zu können. Es gibt daher gesetzliche Vorschriften über die Anbringung und die Mindestmenge und Mindestanforderungen von speziellen Markierungen auf der Schutzkleidung, um dies zu gewährleisten.
[0003] Diese Anforderungen werden beispielsweise in der europäischen Norm EN 471 in der geltenden Fassung geregelt. Diese Markierungen bestehen in der Regel aus zwei unterschiedlichen Materialien, nämlich einerseits aus retroreflektierenden Materialien, die in der Regel in silberfarben oder gelb ausgeführt sind, und andererseits aus fluoreszierende Hintergrundmaterialien, die üblicherweise gelb ausgeführt sind. Es sind aber auch rote und orange Materialien in Verwendung. Derartige Reflexstreifen können beispielsweise der AT 504.357 B1 des Anmelders entnommen werden. Es können aber auch Materialien mit kombinierten Eigenschaften zur Anwendung kommen, insbesondere Materialaufbauten, die in sich retroreflektierend und fluoreszierend sind, oder mit fluoreszierendem Hintergrund und darauf aufgebrachten retroreflektierenden Materialien.
[0004] Die Reflexstreifen an Schutzbekleidung sind üblicherweise aufgenäht oder aufgeklebt. Sie können jedoch auch als Teil des Oberstoffes in Form eines Einsatzes eingesetzt sein. Insbesondere die der Befestigung der Reflexstreifen dienenden Nähte sind hierbei am häufigsten von Verschleiß betroffen, da sie üblicherweise ungeschützt an der Oberfläche der Schutzbekleidung freiliegen.
[0005] In der DE 91 15 289 U1 wird ein Bekleidungsstück beschrieben, die eine Paspelierung aufweist, die aus reflektierendem Material gefertigt ist. Diese Paspelierung dient als modisches Accessoire, erfüllt allerdings die gesetzlichen Vorgaben nicht. Aufgrund der hervorstehenden Paspel sind diese Reflexeinrichtungen mechanischer Beanspruchung besonders ausgesetzt.
[0006] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, Reflexstreifen bereitzustellen, die weniger ver-schlei ßanfällig und einfach an der Oberbekleidung anzubringen sind. Des weiteren müssen diese Reflexstreifen die gesetzlichen Vorgaben erfüllen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass eine auf dem Grundmaterial abgewandt anordenbare Oberfläche des Grundstreifens eine Vertiefung zur Aufnahme der zumindest einen Befestigungsnaht aufweist. Diese Vertiefung, insbesondere in Form einer Senke und/oder Materialverdünnung hat die Aufgabe, zumindest eine Befestigungsnaht zur Befestigung des Reflexstreifens auf beispielsweise dem Oberstoff einer Schutzbekleidung derart aufzunehmen, dass die Oberfläche des Grundstreifens die Befestigungsnaht überragt. Dadurch wird erzielt, dass die auf die Schutzkleidung einwirkenden Umwelteinflüsse, insbesondere mechanische Kräfte, von der Befestigungsnaht ferngehalten werden.
[0008] In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass unter "Reflexstreifen" nicht nur streifenförmige Markierungen, sondern auch Markierungen mit gekrümmten Kanten, beispielsweise kreis- oder ellipsenförmige Abzeichen zu verstehen sind.
[0009] Bevorzugter weise ist vorgesehen, dass die zumindest eine Vertiefung im Grundstreifen als Materialverdünnung durch Verwendung von speziellen Webtechniken, insbesondere durch die Jacquard-Webtechnik ausgebildet ist. Auf diese Weise wird ein einfach herzustellender Grundstreifen mit der erfindungsgemäßen Vertiefung in Form einer stabilen Materialverdünnung erhalten. 1 /4 österreichisches Patentamt AT 511 588 B1 2013-01-15 [0010] Zur Befestigung des Grundstreifens auf einem Grundmaterial, beispielsweise dem Obermaterial einer Schutzbekleidung ist besonders bevorzugt vorgesehen, dass der Grundstreifen zumindest im Bereich der Vertiefung doppellagig ausgebildet ist. Hierbei wird der Grundstreifen an seinen Kanten derart umgeklappt, dass der umgeklappte Teil des Grundstreifens unterhalb der Vertiefung angeordnet ist, sodass beim Anbringen der zumindest einen Befestigungsnaht im Bereich der Vertiefung des Grundstreifens eine erhöhte Stabilität gegeben ist, die eine Beschädigung des Grundstreifen im Bereich der Vertiefung bei mechanischer Beanspruchung verhindert. Alternativ hierzu kann vorgesehen sein, dass der Grundstreifen über seinen gesamten Querschnitt doppellagig ausgebildet ist, und hierbei beispielsweise als Schlauchmaterial ausgebildet ist.
[0011] Der Grundstreifen ist vorzugsweise aus einem die Norm EN 471 erfüllenden Material hergestellt und kann zu Kontrastzwecken unterschiedliche Farben und (Reflex)Eigenschaften aufweisen. Insbesondere sind jedoch die Flamm- und Hitzebeständigkeit gemäß der EN 469 erfüllt. Um gegebenenfalls die erforderlichen gesetzlichen Ansprüche zu gewährleisten und eine besonders gute Sichtbarkeit des Reflexstreifens zu erhalten, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass auf dem Grundstreifen (1) zumindest in einem Teilbereich der Fläche ein retroreflektierender Streifen (2) mittels Naht und/oder Klebung aufgebracht oder zumindest in einem Teilbereich des Grundstreifens eingearbeitet, insbesondere eingewebt oder eingestickt ist. Durch Verwendung eines retroreflektierendes Garnes wird dieser Teilbereich Teil des fluoreszierenden des Grundstreifens.
[0012] Der erfindungsgemäße Reflexstreifen hat sich insbesondere in der Verwendung von Schutzbekleidung für Einsatzkräfte, bestehend aus einem Kleidungsstück aus einem vorzugsweise atmungsaktiven, reißfesten und schwerbrennbaren Grundmaterial als geeignet erwiesen, wobei der Reflexstreifen vorzugsweise schwerlösbar darauf angebracht ist. Hierbei wird bevorzugterweise der Grundstreifen mit zumindest einer Befestigungsnaht im Bereich der Vertiefung auf dem Grundmaterial der Schutzkleidung befestigt.
[0013] Im folgenden wird anhand von nicht einschränkenden Ausführungsbeispielen mit zugehörigen Figuren, die Erfindung näher erläutert. Darin zeigen Fig. 1 eine erste Ausführung des Reflexstreifens in einer perspektivischen Teilansicht und Fig. 2 eine zweite Ausführung in einer perspektivischen Teilansicht.
[0014] In der Fig. 1 ist der erfindungsgemäße Reflexstreifen 10 dargestellt, wobei der Reflexstreifen 10 üblicherweise als Endlosstreifen gefertigt wird. Der Reflexstreifen 10 weist einen Grundstreifen 1 auf, der bevorzugterweise aus einem schwer entflammbaren, fluoreszierenden Gewebe mit hoher Atmungsaktivität besteht. Hierbei erweist das Material idealerweise die normgemäßen vorgeschriebenen fluoreszierenden und/oder retroreflektierenden Eigenschaften auf. Ebenso kann der Grundstreifen 1 aus einem nicht-atmungsaktiven Material gefertigt sein, das gegebenenfalls zur Verbesserung der Atmungsaktivität gelocht oder perforiert ist.
[0015] Auf diesem Grundstreifen 1 ist ein retroreflektierender Streifen 2 angebracht. Dieser retroreflektierende Streifen 2 kann beispielsweise mittels Klebung angebracht oder aber auf den Grundstreifen angenäht sein. Ebenso kann vorgesehen sein, dass der retroreflektierende Streifen 2 in den Grundstreifen eingenäht oder eingewebt ist.
[0016] Im Bereich der Längskanten 3 des Grundstreifens 1 ist eine nutartige Materialverdünnung 4 angeordnet, die bei dieser Ausführungsform der Erfindung einen im wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist. Diese Materialverdünnung wird durch Verwendung von speziellen Webtechniken, insbesondere der Jacquard-Webtechnik bei Herstellung des Grundstreifens 1 erhalten. Die Materialverdünnung 4 verläuft hier im Wesentlichen parallel zu den Längskanten 3 des Grundstreifens 1, um eine ausreichende Befestigung des Grundstreifens 1 auf dem Obermaterial einer Schutzbekleidung zu erzielen (nicht dargestellt).
[0017] Bei der in Fig. 2 dargestellten Variante des erfindungsgemäßen Reflexstreifens 10 ist die Materialverdünnung 4 ebenfalls der im Bereich der Längskanten 3 des Grundstreifens 1 angeordnet, wobei diese Kanten 3 umgeschlagen sind und der Umschlag 3a unterhalb der Material- 2/4
Claims (6)
- österreichisches Patentamt AT511 588B1 2013-01-15 Verdünnung 4 verläuft. Damit wird erzielt, dass der Grundstreifen 1 beim Anbringen einer Befestigungsnaht im Bereich der Materialverdünnung 4 durch den Umschlag 3a zusätzlich verstärkt wird. Durch diese Verstärkung ist die Fixierung des erfindungsgemäßen Reflexstreifens 10 auf einer Schutzbekleidung gegen mechanische Beanspruchung besser geschützt. Gleichzeitig wird der Umschlag 3a durch die Befestigungsnaht in seiner Position fixiert. Alternativ hierzu kann vorgesehen sein, dass das Material des Grundstreifens 1 im Bereich der Längskanten 3 an seiner Oberseite eine Ausnehmung 4 aufweist, während an der Unterseite des Grundstreifens 1 das Material in diesem Bereich verstärkt ist. Dies kann ebenfalls durch spezielle Webtechniken erzielt werden. [0018] Selbstverständlich sind die oben beschriebenen Ausführungsformen nicht einschränkend zu betrachten. So ist nicht zwingend ein auf dem Grundstreifen angeordneter retroreflektierender Streifen vorgesehen, es können auch einfärbige und/oder einfach reflektierende und/oder retroreflektierenden Markierungen unterschiedlichster Form zum Einsatz kommen. Patentansprüche 1. Reflexstreifen (10) zum Anbringen mittels zumindest einer Befestigungsnaht an einem Grundmaterial, insbesondere an einer Schutzbekleidung für Einsatzkräfte, wobei der Reflexstreifen (10) einen Grundstreifen (1) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem Grundmaterial abgewandt anordenbare Oberfläche des Grundstreifens (1) zumindest eine Vertiefung (4) zur Aufnahme der zumindest einen Befestigungsnaht aufweist.
- 2. Reflexstreifen (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Vertiefung (4) im Grundstreifen (1) als Materialverdünnung durch Verwendung von speziellen Webtechniken, insbesondere durch die Jacquard-Webtechnik ausgebildet ist.
- 3. Reflexstreifen (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundstreifen (1) zumindest im Bereich der Vertiefung (4) doppellagig ausgebildet ist.
- 4. Reflexstreifen (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Grundstreifen (1) zumindest in einem Teilbereich der Fläche ein retroreflektierender Streifen (2) mittels Naht und/oder Klebung aufgebracht oder zumindest in einem Teilbereich des Grundstreifens eingearbeitet, insbesondere eingewebt oder eingestickt ist.
- 5. Schutzbekleidung für Einsatzkräfte, bestehend aus einem Kleidungsstück aus einem vorzugsweise atmungsaktiven, reißfesten und schwer brennbaren Grundmaterial mit einem darauf angebrachten Reflexstreifen (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4.
- 6. Schutzbekleidung für Einsatzkräfte nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundstreifen (1) mit zumindest einer Befestigungsnaht im Bereich der Vertiefung (4) des Grundstreifens (1) auf dem Grundmaterial der Schutzbekleidung befestigt ist. Hierzu 1 Blatt Zeichnungen 3/4
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