AT500485B1 - Anordnung zur keimreduktion bzw. -abtötung in körperhöhlen - Google Patents
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Description
2 AT 500 485 B1
Die Erfindung bezieht sich auf einen Formkörper zum Verhindern von Infektionen oder des Vermehrens von pathogenen Keimen bzw. zum Reduzieren der Anzahl allfällig vorhandener Keime, in Körperhöhlen von lebenden Organismen, z.B. der weiblichen Scheide. 5 In derartigen Körperhöhlungen können sich aufgrund der biologischen Bedingungen, wie Temperatur und Feuchtigkeit, eingebrachte Mikroorganismen gut vermehren, was dann gegebenenfalls zu unangenehmen Folgeerscheinungen führen kann. Insbesondere bei Infektionen der Vagina können daraus Harnwegsinfektionen und dergleichen nachfolgen. io Zur Desinfektion derartiger Körperhöhlungen werden üblicherweise antibiotisch wirksame Medikamente eingeführt, die dann eine Desinfektion der mit Mikroorganismen befallenen Bereiche bewirken. In anderen Fällen hat es sich als notwendig erwiesen, derartige Infektionen durch orale bzw. sonstige verabreichbare Antibiotika zu bekämpfen. 15 Die US 4246896 A und US 4883071 A1, betreffen Gegenstände, welche in den Gebärmutterhals eingesetzt werden, wobei diese Gegenstände im wesentlichen zum Verhindern des Eindringens von Spermien in die Gebärmutter dienen. Gemäß US 4246896 A ist eine semipermanente intrazervikale Manschette (intracervical cuff, ICC) vorgesehen, die indem menschlichen Zervikalkanal paßt und dort die Wirkung entfaltet und zwar insbesondere dahingehend, daß sie 20 als Antikonzeptivum wirkt. Außerdem ist der genannte bekannte Gegenstand zum Verindern von Infektionen oder des Vermehrens von pathogenen Keimen bzw. zum Reduzieren der Anzahl allfällig vorhandener Keime gar nicht geeignet, da nur geringfügiger Kontakt zu den umgebenden Hautbereichen der Körperhöhlung gegeben ist, sodaß die gewünschte desinfizierende Wirkung nicht auftreten kann. Vielmehr ist bei dieser bekannten Ausbildung vorgesehen, daß 25 Spermizide und Pathogenozide, Agenzien, Steroide oder andere Wirkstoffe enthalten sind.
Bei der genannten US-Patentschrift 4883071 ist ein poröser Trägerkörper als Antikonzeptivum vorgesehen, welcher mit einer speziellen Vorrichtung direkt an den Muttermund herangeführt wird und diesen abdeckt. In diesem porösem Körper können Metallfasern aus Kupfer oder 30 Silber vorgesehen sein, um die Spermizid Wirkung der Einrichtung zu erhöhen. Von einer Desinfektion von Körperhöhlen ist auch in diesem Fall keine Rede.
Bei der EP 556908 A1 handelt es sich um eine intrauterine und/oder intravaginale Anordnung, welche einen länglichen Stiel aufweist, der mittels eines Ankerorgangs in der Cervixwand ver-35 ankert ist. Dabei reicht ein Teil des Stabes in die Gebärmutter und ein Teil in die Vagina ohne an letzterer anzuliegen. Diese bekannte Vorrichtung ist vor allem dazu vorgesehen, innerhalb des Uterus gegen Infektionen wirksam zu sein, wobei an dem in den Uterus reichenden Ende des Stabes eine Scheibe aus Schwammmaterial vorgesehen ist, die mit einem Spermizid mit oder ohne Antibiotikum, Antimykotikum und dergleichen beschichtet ist. 40
In US 6,589,216 B1 ist eine Vaginaldusche beschrieben, bei welcher ein im wesentlichen kugelförmiger Duschkopf zum Einführen in die Vagina vorgesehen ist, welcher hohl und an eine Flüssigkeitszuleitung anschließbar ist und in dem in Einschubrichtung vorderen Bereich und im hinteren Bereich Austrittsöffnungen aufweist. Der Duschkopf ist an einen langgestreckten hoh-45 len Applikator vorgesehen, durch welchen die Flüssigkeit hindurchgeführt wird. An der Außenseite weisen sowohl der Duschkopf als auch der Applikator nach hinten führende Rinnen für das Abfließen der eingebrachten Duschflüssigkeit entlang der Außenwandung von Duschkopf und Applikator und entlang der Innenwandung der Vagina auf. Die Verwendung eines bakterizid wirkenden Wirkstoffes zur Herstellung der Dusche ist in der Druckschrift nicht einmal angedeu-50 tet.
Der folgenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde eine den menschlichen Organismus nicht belastende Anordnung der eingangs genannten Art zu finden, mit welcher das Entstehen von biologischen Infektionen möglichst verhindert bzw., falls vorhanden, behandelt werden 55 kann.
Claims (3)
- 3 AT 500 485 B1 Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß der vorzugsweise als Hohlkörper ausgebildete Formkörper aus medizinisch unbedenklichem und bakteriostatischem bzw. bakterizidem Material, wie z.B. Feinsilber, besteht und in die Scheide weiblicher Individuen unter Anlage an die Wandung derselben ersetzbar ist. Dadurch kann das bakteriostatische bzw. bakterizide 5 Material direkt wirken ohne den Organismus zu belasten. Insbesondere hat das Silber aufgrund seiner oligodynamischen Wirkung einen bakteriostatischen bzw. bakteriziden Effekt innerhalb der Körperhöhlungen, wobei steriles Silber auch bei der Wundbehandlung innerhalb der Körperhöhlungen granulationsfördernd wirkt und übermäßige Flüssigkeitsverluste vermeidet. io Vorteilhafterweise kann der Formkörper als Hohlhalbkugel ausgebildet sein, was einerseits das Einsetzen erleichtert und andererseits ein geringes Gewicht der erfindungsgemäßen Anordnung ermöglicht. Schließlich kann an dem Formkörper ein Faden oder ein flexibler Draht, insbesondere Silberdraht, zum Rückholen des Formkörpers aus der Körperhöhlung angebracht sein, wodurch die Handhabung, insbesondere zur Reinigung und Desinfektion, der erfindungsgemä-15 ßen Anordnung erleichtert ist. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes sehr schematisch im eingesetzten Zustand gezeigt. Mit 1 ist dabei die Scheideninnenwand und mit 2 die Gebärmutter bezeichnet, wobei der Gebärmutter gegenüberliegend die erfindungsgemäße Anordnung, 20 nämlich die Silberhalbkugel oder die Spirale 3 eingesetzt ist. An der Silberhalbkugel oder Spirale ist über eine Öffnung ein Rückholfaden bzw. -draht 4 angebracht. Die Form des Silberkörpers ist unmaßgeblich, jedoch haben sich die Halbkugel oder die Spirale aus Gewichtsgründen und auch in Bezug auf die Handhabung beim Einsetzen bzw. Entfernen, 25 als vorteilhaft erwiesen. Es kann natürlich auch jede andere Form, die einen entsprechenden Kontakt mit dem umliegenden Gewebe ermöglicht, verwendet werden. Patentansprüche: 30 1. Formkörper zum Verhindern von Infektionen oder des Vermehrens von pathogenen Keimen bzw. zum Reduzieren der Anzahl allfällig vorhandener Keime, in Körperhöhlen von lebenden Organismen, z.B. der weiblichen Scheide dadurch gekennzeichnet, daß der, vorzugsweise als Hohlkörper ausgebildete, Formkörper (3) aus medizinisch unbedenklichem 35 und bakteriostatischem bzw. bakterizidem Material, wie z.B. Feinsilber, besteht und in die Scheide weiblicher Individuen unter Anlage an die Wandung derselben ersetzbar ist.
- 2. Formkörper nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß er als Hohlhalbkugel ausgebildet ist. 40
- 3. Formkörper nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Formkörper (3) ein Faden (4) oder flexibler Draht, insbesondere Silberdraht, zum Rückholen des Formkörpers aus der Körperhöhle angebracht ist. 45 Hiezu 1 Blatt Zeichnungen 50 55
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