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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Schachtes mit einer Mehrzahl von aneinander angrenzenden Schlitzwandelementen, wobei nach einem Einbringen von benachbarten Schlitzwandelementen das im Inneren des von den Schlitzwandelementen umschlossenen Raums vorliegende Material entfernt wird, sowie auf einen Schacht, begrenzt von einer Mehrzahl von aneinander angrenzenden Schlitzwandelementen.
Im Zusammenhang mit der Herstellung eines Schachtes, welcher von einer Mehrzahl von aneinander anschliessenden bzw. angrenzenden Schlitzwandelementen gebildet ist, ist es bekannt bzw. entspricht es den geltenden Vorschriften, Schlitzwandelemente jeweils unter einem normalen Winkel bzw. fluchtend aneinander anzuschliessen, so dass sich im wesentlichen jeweils rechtwinkelige Aussenkonturen eines Schachtes ergeben, wenn in der Draufsicht bzw. im Querschnitt gesehen.
Nachteilig bei einer derartigen Konstruktion eines Schachtes aus Schlitzwandelementen, welche miteinander jeweils einen rechten Winkel einschliessen bzw. fluchtend angeordnet sind, ist insbesondere die Tatsache, dass zur Aufnahme der insbesondere im Bereich der aneinander anschliessenden Schlitzwandelemente auftretenden Kräfte eine vergleichsweise grosse Wandstärke mit entsprechend aufwendiger Bewehrung erforderlich ist. Weiters ist eine entsprechend tiefe und somit kostspielige und aufwendige Gründung eines derartigen Schachtes erforderlich.
Die vorliegende Erfindung zielt nun darauf ab, ein Verfahren zur Herstellung eines Schachtes sowie einen Schacht der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, dass bei vereinfachter Konstruktion und somit insbesondere geringerem Material- und Kostenaufwand ein Schacht mit gleicher Belastbarkeit bzw. Festigkeit zur Verfügung gestellt werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgaben ist ein Verfahren der eingangs genannten Art im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass zwischen benachbarten Schlitzwandelementen, in Draufsicht gesehen, ein von einem normalen Winkel abweichender, insbesondere stumpfer Winkel ausgebildet wird. Dadurch, dass erfindungsgemäss zwischen benachbar-
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ten Schlitzwandelementen jeweils ein von einem normalen Winkel abweichender, insbesondere stumpfer Winkel vorgesehen bzw. ausgebildet wird, gelingt es, insbesondere im Bereich von einander anschliessenden Schlitzwandelementen auftretende Kräfte mit dünneren und einer weniger massive Bewehrung aufweisenden Schlitzwandelementen aufzunehmen bzw.
in benachbarte Schlitzwandelemente überzuführen und somit bei insgesamt verringerter Wandstärke der Schlitzwandelemente die jeweils geforderte Festigkeit sowie Tragfähigkeit zur Verfügung zu stellen. Es gelingt somit bei Einsatz des erfindungsgemässen Verfahrens, insgesamt mit geringerer Wandstärke und somit verringertem Aushub sowie Material zur Herstellung der Schlitzwandelemente das Auslangen zu finden. Darüber hinaus gelingt durch die verbesserte Krafteinleitung bzw. Kraftüberleitung zwischen benachbarten Schlitzwandelementen durch Vorsehen jeweils eines stumpfen Winkels die Herstellung eines Schachtes mit insgesamt verringertem Material- und somit Kostenaufwand.
Für eine besonders günstige Krafteinleitung zwischen benachbarten Schlitzwandelementen wird gemäss einer bevorzugten Ausführungsform vorgeschlagen, dass der Winkel zwischen benachbarten Schlitzwandelementen zwischen 1000 und 1700, vorzugsweise zwischen 1100 und 1600, gewählt wird.
Zur weiteren Verbesserung der Krafteinleitung zwischen benachbarten Schlitzwandelementen ist gemäss einer weiters bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass die Schlitzwandelemente in der Draufsicht einen polygonförmigen regelmässigen Querschnitt definieren. Bei Vorsehen eines derartigen, erfindungsgemäss vorgeschlagenen polygonförmigen Querschnitts bzw. Umrisses, welcher bei Verwendung einer entsprechend grossen Anzahl von Schlitzwandelementen, bespielsweise eines Sechsecks, Achtecks, etc., sich dem Umriss eines Kreises annähern kann, lassen sich die erforderlichen Festigkeiten mit vergleichsweise dünnen Schlitzwandelementen erzielen, welche auch eine entsprechend einfachere Bewehrung aufweisen.
Zur Herstellung eines länglichen länglichen Schachts
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wird gemäss einer bevorzugten Ausführungsform vorgeschlagen, dass eine Längsachse des polygonförmigen Querschnitts der Schlitzwandelemente um wenigstens 25 % länger als eine normal stehende Querachse ausgebildet wird, so dass sich angenähert der Umriss einer Ellipse erzielen lässt.
Für eine ordnungsgemässe Krafteinleitung und Aufnahme von Kräften in den aneinander anschliessenden Seitenbereichen der Schlitzwandelemente wird gemäss einer weiters bevorzugten Ausführungsform vorgeschlagen, dass die Schlitzwandelemente an ihren aneinander angrenzenden Längsrändern mit jeweils zueinander komplementären bogenförmigen bzw. gekrümmten Randbereichen ausgebildet werden. Derart lassen sich nacheinander bzw. aufeinanderfolgend herzustellende Schlitzwandelemente zuverlässig ausbilden und es lassen sich weiters entsprechend komplementär ausgebildete Randbereiche erzielen, welche einen zuverlässigen Anschluss bzw. eine zuverlässige Verbindung zwischen benachbarten Schlitzwandelementen erlauben.
Um ein Eintreten von Material in das Innere des herzustellenden Schachtes zu verhindern, wird gemäss einer weiters bevorzugten Ausführungsform vorgeschlagen, dass benachbarte Schlitzwandelemente gegeneinander abgedichtet werden.
Zur Lösung der eingangs genannten Aufgaben ist darüber hinaus ein Schacht der eingangs genannten Art im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass benachbarte Schlitzwandelemente, in Draufsicht gesehen, einen von einem normalen Winkel abweichenden Winkel, insbesondere einen stumpfen Winkel einschliessen. Durch Vorsehen von derartigen stumpfen Winkeln zwischen benachbarten Schlitzwandelementen lassen sich entsprechend einfache und kostengünstige Ausführungsformen von Schlitzwandelementen zur Herstellung eines Schachts heranziehen.
Für eine besonders günstige Krafteinleitung sowie Kraftaufnahme bei Verwendung von entsprechend dünnwandigen Schlitzwandelementen wird gemäss einer bevorzugten Ausführungsform vorgeschlagen, dass der Winkel zwischen benachbarten Schlitzwandelemen-
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ten zwischen 1000 und 1700, vorzugsweise zwischen 110 und 1600 gewählt ist.
Wie oben bereits erläutert, lässt sich die Kraftaufnahme bei einem angenähert kreis- oder ellipsenförmigen Querschnitt des Schachts weiter verbessern, wobei in diesem Zusammenhang gemäss einer weiters bevorzugten Ausführungsform vorgeschlagen wird, dass die Schlitzwandelemente in der Draufsicht einen polygonförmigen regelmässigen Querschnitt definieren, wobei besonders bevorzugt eine Längsachse des polygonförmigen Querschnitts der Schlitzwandelemente eine normal stehende Querachse um wenigstens 25 % übersteigt.
Gemäss einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird darüber hinaus vorgeschlagen, dass die Schlitzwandelemente an ihren aneinander angrenzenden Längsrändern mit jeweils zueinander komplementären bogenförmigen bzw. gekrümmten Randbereichen ausgebildet sind, wobei weiters bevorzugt vorgeschlagen wird, dass zwischen benachbarten Schlitzwandelementen eine Abdichtung vorgesehen wird.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der beiliegenden Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert, wobei die Zeichnung ein Querschnitt durch bzw. eine Draufsicht auf einen erfindungsgemässen Schacht zeigt, welcher gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellt wurde.
In der Figur ist schematisch mit 1 ein Schacht bezeichnet, welcher aus einer Vielzahl von aneinander anschliessenden Schlitzwandelementen 2 bis 9 gebildet ist, wobei die Schlitzwandelemente 2 bis 9 entsprechend für sich gesehen bekannten Verfahren hergestellt werden.
Wie aus der Figur ersichtlich, schliessen benachbarte Schlitzwandelemente 2 bis 9 jeweils einen von einem normalen Winkel abweichenden Winkel, insbesondere jeweils einen stumpfen Winkel a, ss ein, wobei der Winkel zwischen benachbarten Schlitzwandelementen 2 bis 9 zwischen 1000 und 1700 und vorzugsweise zwischen 1100 und 1600 gewählt wird.
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Aus der Figur ist weiters ersichtlich, dass aneinander anschliessende Schlitzwandelemente 2 bis 9 wenigstens teilweise in ihren Randbereichen jeweils mit einer gekrümmten bzw. gebogenen Begrenzungsfläche ausgebildet sind, wobei eine derartige Begrenzungsfläche zwischen den Schlitzwandelementen 2 und 9 beispielsweise mit 10 bezeichnet ist. Im Bereich der Begrenzungsfläche bzw. dem Randbereich 10, welche (r) jeweils komplementär zueinander ausgebildet sind, ist darüber hinaus noch eine Abdichtung vorgesehen, welche ein Eindringen von Material in das Innere 14 des Schachts 1 nach einem Entfernen des im Innenraum 14 ursprünglich befindlichen Materials verhindert.
Durch Ausbildung der aneinander angrenzenden Schlitzwandelemente 2 bis 9, wie sie in der Figur dargestellt ist, wobei jeweils ein stumpfer Winkel a, ss zwischen benachbarten Schlitzwandelementen vorgesehen ist, gelingt eine verbesserte Krafteinleitung bzw. Übertragung auch bei Ausbildung von dünneren Schlitzwandelementen 2 bis 9 gegenüber Konstruktionen mit Schlitzwandelementen mit normal aufeinander stehenden bzw.
fluchtend angeordneten, benachbarten Schlitzwandelementen, da die schematisch beispielweise für das Schlitzwandelement 9 angedeutete Bewehrung 11 in einen Teilbereich der angrenzenden Schlitzwandelemente 2 und 10 vorragt, in welchen selbstverständlich wieder nicht näher dargestellte Bewehrungen vorzusehen sind, so dass insgesamt die insbesondere in den aneinander anschliessenden Wandbereichen wirkenden Kräften leichter aufgenommen und übertragen werden können.
Bei der in der Figur dargestellten Ausführungsform bilden die Schlitzwandelemente 2 bis 9 einen polygonförmigen regelmässigen Querschnitt, welcher sich einer elliptischen Form annähert, wobei eine Abmessung L entlang der Längsachse 12 der Querschnittsform eine Abmessung B entlang der Querachse 13 um wenigstens 25 % übersteigt.
Anstelle der in der Fig. dargestellten, angenäherten Ellipsenform kann bei Verwendung von sechs, acht oder mehr gleichen Schlitzwandelementen 2 ff. und jeweils gleichen Winkeln eine
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angenäherte Kreisform des Schachts 1 erzielt werden, wodurch sich die Krafteinleitung bzw. -aufnahme weiter optimieren lässt.
Durch Vorsehen von jeweils stumpfen Winkeln a, ss zwischen benachbarten Schlitzwandelementen 2 bis 9 gelingt es, eine Konstruktion eines Schachts 1 zur Verfügung zu stellen, bei welcher mit dünnen Schlitzwandelementen 2 bis 9 und einer geringeren Bewehrung 11 dieselben Festigkeiten erzielt werden können, wie dies bei Vorsehen von normal bzw. fluchtend aneinander anschliessenden Schlitzwandelementen der Fall wäre.
So kann beispielsweise bei einer Konstruktion gemäss der Erfindung für die Schlitzwandelemente 2 bis 9 mit einer Wandstärke von 80 cm statt 100 cm das Auslangen gefunden werden, wobei gleichzeitig der Eisenanteil der Bewehrung in den einzelnen Schlitzwänden pro Volumseinheit halbiert werden kann. Daraus lässt sich unmittelbar erkennen, dass der Materialaufwand und somit die Kosten für die Schlitzwände 2 bis 9 stark gegenüber bekannten Ausführungsformen reduziert werden kann, wobei durch die dünneren Schlitzwandelemente selbstverständlich auch der Aufwand für den Aushub der Schlitzwandelemente 2 bis 9 entsprechend verringert werden kann.