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Verfahren und Einrichtung zur trockenen Destillation von Braunkohlenlösche, Torfklein.
Sägespänen oder dergl.
Die trockene Destination nichtbackender körniger Materialien, wie Braunkoblenlösche.
Torfklein, Sägespäne oder dergl. im kontinuierlichen Betriebe hat bisher keine befriedigenden Resultate ergeben, da die genannten Materialien infolge ihres lockeren Gefüges bezw, infolge der Zwischem nräume zwischen ihren einzelnen Körnchen die zugeführte Wärme schwer aufnehmen.
Es musste daher die Durchführung des Destillationsprozesses stets bei bedentend höheren Temperaturen erfolgen, als solche zur Entgasung der betreffenden Materialien eigentlich er- forderlich wären: überdies musste das zu entgasende Material sehr lange der Einwirkung diese !
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behandelnden Materials und as hat sich gezeigt. dass nur durch eine solche Kombination der genanuten Einzelmassnahmen die beabsichtigte neue und vortciihafte Wirkung erreicht bezw. bei verhältnismässing niedriger Temperatur die grösstmögliche Leistungsfähigkeit erzielt wird, während eine solche Wirkung mit dem Gegenstromprinzip allein ebensowenig als mit dem Hochheben und Fallenlassen des Materials allein herbeigeführt werden kann.
So erscheint die Erzielung der in Rede stehenden Wirkung insbesondere bei der in der deutschen Patentschrift Nr. 191899 angegebenen Einrichtung für Destilltionskessel zur Verarbeitung von Petroleum und dergl.
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von den heissesten nach den kühlsten Stellen hin strömenden Gase immer auf kälteres Material trert'en, wodurch zum grossen Teile die angestrebte vorteilhafte Wirkung erzielt wird. Es sei hier
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Gegenstrom statt. Vielmehr treten die Gase auf derselben Seite der Retorte aus, wie das Material.
Behufs praktisch er Durchführung des den Gegenstand vorliegender Erfindung bildenden Verfahrens wird zweckmässig eine Einrichtung verwendet, bei welcher ein in den Retorten angeordnetes Rührwerk mit Schaufeln versehen ist, die derart ausgestattet sind, dass sie das in die Retorten eingeführte Material während der Drehung des Rührwerkes in einzelnen kleinen Teilmengen nach oben mitnehmen und es dann durch den freien Retortenquerschnitt hindurchfallen lassen.
Den Transport des Materiales in der Längsrichtung der Retorten kann man biebei nach Belieben regeln, indem man unter Anordnung verstellbarer Schaufeln diese letzteren entsprechend schräg gegen die Längsachse der Retorten einstellt und mit Seitenwänden oder dergl. versieht, die als Leitflächen für die emporgehobenen bezw. durch den freien Retortenquerschnitt herunterfallenden Materialteilchen dienen, indem sie diesen die gewünschte Fallrichtung erteilen, so dass der Transport des Materials nicht durch Fortschieben (wie z. B. bei Verwendung von Transportschnecken) sondern durch Fallenlassen in der gewünschten Richtung erfolgt.
In der Zeichnung veranschaulicht Fig. 1 eine mit der angegebenen Einrichtung versehene Retortenanlage mit drei übereinander liegenden Retorten in teilweisem senkrechten Längsschnitt ; Fig. 2 ist ein senkrechter Querschnitt durch eine der Retorten ; Fig. 3 zeigt eine der Schaufeln für sich allein ; Fig. 4 und 5 sind Schnitte nach x-x bezw. y-y in Fig. 3.
Die Retorten a sind sämtlich mit Rührwerken b versehen, an welchen beispielsweise napfförmige und mit einer Seitenwand d ausgestattete Schaufeln c angeordnet sind. Das zu verarbeitende Material gelangt durch einen Aufgebeapparat e bekannter Art, in welchem der Luftabschluss durch das Material selbst bewirkt wird, in die obere Retorte und wird mittels der Schaufeln c des in Drehung versetzten Rührwerkes kräftig bewegt und weitergeführt. Hiebei dringt es in immer heissere Zonen vor, wird entgast und verlässt schliesslich die untere Retorte durch eine den Luftzutritt ausschliessende Abgabevorrichtung/'bekannter Art.
Die aus dem Material während seines Durchganges durch die Retorten entweichenden Gase strömen in der durch Pfeil g angedeuteten Richtung d. h. entgegengesetzt zur Bewegungsrichtung des Materials in die obere Retorte und verlassen diese beize Das von den Schaufeln des Rührwerkes stetig emporgehobene Material fällt in verteiltem Zustande durch den ihm entgegenziehenden Gasstrom hindurch, welcher die an die zu entgasenden Materialien abgegebene Wärme an den heissen Retortenwänden wieder aufnimmt.
Selbstverständlich ist die Ausgestaltung der Schaufeln bei der beschriebenen Einrichtung keineswegs auf die in der Zeichnung beispielsweise veranschaulichte Form beschränkt, vielmehr können dieselben auch jede andere Form besitzen ; diese muss nur der das Wesen des vorliegenden Verfahrens bildenden Bedingung entsprechen, dass das in die Retorten eingeführte Material m kleinen Teilmengen hochgehoben wird und dann in verteiltem Zustande durch die die Retorten durch zieh enden beissen Gase hindurchfällt.
PATENT ANSPRUCHE :
1. Verfahren zur trockenen Destillation von Braunkohlenlösche, Torfklein, Sägespänen oder dergl., dadurch gekennzeichnet, dass der Desnillt. ionsprozess unter kombinierter Anwendung zweier an sich bekannter Einzelmassnahmen, und zwar einerseits des Gegenstromprinzips, andererseits desHochhebens und Fall enlassens desMateriales, durchgeführt wird, indem daszu behandelnde Material von der ältesten zur heissesten Stelle der Retorten hin im Gegenstrom zu dem sich in diesen entwickelnden, von dem heissesten zum kühlsten Retortenteile streichenden Gasen befördert und dabei gleichzeitig ständig hochgehoben und in verteiltem Zustande durch den Gusstrom hindurchfallen gelassen wird.