<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Darstellung von Aluminium-Alkaliperboraten.
Nach den Untersuchungen Tanatars bildet das Aluminium kein wahres Superoxid.
Es lädt sich höchstens als kirstallhydroperoxydhaltiges Hydrat ausfällen, das nur wenig aktiven Sauerstoff enthält und nicht sehr haltbar ist.
Für medizinische Zwecke ist nun ein Produkt von grosser Wichtigkeit, das die spezifische Wirkung der Tonerde mit der antibakteriellen des Wasserstoffsuperoxyds verbindet. Für solche Zwecke lässt sich eine bloss mechanische Mischung von Tonerde mit Superoxyden nicht verwenden, weil dabei die Substanzen nebeneinander und nicht miteinander zur Wirkung kommen ; ausserdem ist eine allmähliche Entmischung zu befürchten.
Einen wesentlichen Fortschritt bedeutete auf diesem Gebiete schon der Vorschlag, ein Metallsuperoxyd mit Tonerde gleichzeitig aus einer Lösung niederzuschlagen, lliebei erhält man ein Produkt, dass, obwohl es die Komponenten noch in mechanischer Ver- mischung enthält, doch beinahe die Wirkung einer wahren chemischen Verbindung auszuüben vermag.
Gemäss der vorliegenden Erfindung gelingt es nun. durch Einwirkung von Borsäure und Alkali auf Aluminiumverbindungen bei Gegenwart von Wasserstoffsuperoxyd eine beständige einheitliche chemische Verbindung herzustellen, die sowohl Tonerde als auch aktiven Sauerstoff enthält und beides in wässeriger Lösung allmählich abzugeben vermag. Ausserdem enthält diese neue Verbindung noch als wesentlichen Bestandteil die Borsäure, welche die desinfizierende Wirkung des Wasserstoffsuperoxyds in sehr erwünschter Welsc vervollständigt.
Das neue Produkt stellt ein nicht ätzendes, ungiftige ?, weiches weisses Pulver dar. das in Wasser nur wenig löslich ist. Es wird allmählich hydrolytisch gespalten. Es kommen danach, z. B. bei der Wundbebandlung, sowohl die adstringierende Wirkung der
EMI1.1
Die neue Verbindung ist in chemischer Hinsicht als neutrales Doppelsalz von Aluminiumperborat und Natrinmperborat anzusprechen.
Die vorzügliche medizinische Wirkung des Natriumperborats ist allgemein bekannt.
Nachteilig war jedoch dessen ziemlich stark alkalische Reaktion, die in der neuen Doppelvt'rbindung jedoch beinahe aufgehoben ist. Verbindungen des Aluminiums mit Borsäure sind längst bekannt. Abgesehen von denjenigen Produkten, die durch Schmelzprozese ent-
EMI1.2
on aluminiumsalzen mit borsauren Salzen erhält. Es werden dadurch Körper von verschiedener Zusammensetzung erhalten. Allen ist die Eigenschaft gemeinsam, dass sie sich leicht hydrolisieren-lassen, was theoretisch vorauszusehen war.
Es ist sogar bekannt (Jehn und Reichardt, Archiv der Pharmacie 3, 5, Seite 125 : Ditte und Martensobn, Zeitschrift des österreichischen Apotheker-Vereins 34, Seite 80), dass man durch kontinuierliches Auswaschen alle Borsäure entfernen kann und reines Tonerdehydrat zurückbehält.
EMI1.3
<Desc/Clms Page number 2>
zurückbleibt, Ein Teil der Tonerde geht aber auch, neben Borsäure, Wasserstoffsupperoxyd und Natriumborat als Kolloid in Lösung, was für die medizinische Verwendbarkeit des Präparates von Wichtigkeit ist.
Dass bei der neuen chemischen Verbindung nicht etwa ein Gemisch von Natriumperborat und Aluminiumllydrat oder Aluminiumborat vorliegt, erhellt aus der Tatsache, dass man die beiden Körper nicht trennen kann. Sie miissen also chemisch miteinander verbunden sein : In verdünnten Mineralsäuren löst sich das Aluminiumnatriumperborat leicht und klar auf. Ammoniak fällt daraus das Aluminiumhydrat in schleimigen Flocken aus.
Um das zu der neuen Verbindung führende Verfahren an einem Beispiel zu erläutern, mögen folgende Angaben diesen : ss'6 kg reines Natriumaluminat werden in heissem Wasser gelöst, die Lösung ababgekühlt und filtriert. Ferner werden 5 kg Borsäure in 30 kg medizinischem Wasserstoffsuperoxyd von 10% eingerührt. Unter stetem Umrühren giesst man dann die Aluminatlösung langsam in das Wasserstoffsuperoxyd ein. Nach kurzer Zeit wird abgenutscht und sofort im Vacuum getrocknet.
Es ist klar, dass man das Natriumaluminat durch Aluminiumsalz mit überschüssiger Natronlauge ersetzen kann sowie das Wasserstoffsuperoxyd beispielswweise durch Natriumsuperoxyd mit Säure.
Aus der Mutterlauge fällt allmählich ziemlich reines Natriumperborat aus, dass als Nebenprodukt gewonnen werden kann. Das erhaltene Aluminiumnatriumperborat ent- hält 7-9% aktiven Sauerstoff und 30-400/o Tonerde.
Wenn man mit dem Abnutschen längere Zeit wartet, so fällt natürlich das Natriumperborat mit aus und man erhält ein Produkt von höherem Sauerstoffgehalt, aber ge- ringerem Prozentsatz an Tonerde.
Die Analyse der erhaltenen Substanz ergab folgende Zusammensetzung :
EMI2.1
<tb>
<tb> berechnet <SEP> gefunden
<tb> I <SEP> II
<tb> Al <SEP> 28-7 <SEP> 27-2 <SEP> 28-5
<tb> crO <SEP> 17.4 <SEP> 16.0 <SEP> B2O3 <SEP> 19-7 <SEP> 22-5-
<tb> 2- <SEP> O- <SEP> 8.9 <SEP> 7.8 <SEP> 8.5
<tb> 5 <SEP> H2 <SEP> O <SEP> 25.3 <SEP> 25.0 <SEP> -
<tb>
EMI2.2
EMI2.3
EMI2.4
darans, dass die Tonerde mit den übrigen Bestandteilen in Lösung geht.
5 9 Aluminiumnatriumperborat wurden eine Stunde lang mit 200 g Wasser geschüttelt und das ungelöste abfiltriert. Die erhaltene Lösung enthielt 1.3% Wasserstoffsuperoxyd und 0'016010 Tonerde.
EMI2.5
Anstatt dos Natriumaluminats können auch andere Aluminate, wie beispielsweise Kaliumaluminat und dergl. verwendet werden, wenn anstatt der betreffenden Natrium- Verbindung eine andere Alumininm-Alkaliperboratverbindung nach dem gleichen Verfahren gewonnen werden kann.
Die vorstehend beschriebene Reaktion war nicht vorauszusehen, denn es war bisher nicht gelungen, ein Superoxyd des Aluminiums herzustellen, trotzdem sich besonders Tanatar sehr darum bemüht hat. Es sind vielmehr Perborate nur von solchen Metallen bekannt,
EMI2.6
zeichnet, dass man Borsäure und Alkalien bei Gegenwart von Wasserstoffsuperoxyd auf Muminiumsalzlösungen einwirken lässt.