<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Zuführen von Seilelementen zum Verseilkopf einer Wechselschlagverseilmaschine, mit mehreren, in Zuführrichtung der Seilelemente zum Verseilkopf hintereinander angeordneten, um ihren Mittelpunkt verdrehbaren Scheiben, in welchen von den Seilelementen durchsetzte Öffnungen vorgesehen sind.
Bei der Herstellung von Verseilverbänden aus mehreren Seilelementen, beispielsweise isolierten Drähten, ist es erforderlich, diese Seilelemente miteinander zu verdrillen. Hiezu wird ein rotierender Verseilkopf verwendet, der von den Seilelementen durchsetzte Öffnungen aufweist.
Rotiert der Verseilkopf lediglich in einer Richtung, so ist es erforderlich, entweder die Ablauftrommein der einzelnen Seilelemente oder die Aufwickeltrommel des fertigen Versejlverbandes mitrotieren zu lassen. Dies erfordert einen beträchtlichen konstruktiven Aufwand und zusätzliche Energie für die Rotation dieser Trommeln.
Es sind daher bereits sogenannte Wechselschlagverseilmaschinen bekannt, bei welchen der Verseilkopf abwechselnd eine vorbestimmte Anzahl von Umdrehungen in einer Richtung und anschliessend in der entgegengesetzten Richtung ausführt. Der Verseilkopf wird dabei üblicherweise von, vorzugsweise durch digitale Steuerungstechnik, drehzahl- und drehrichtungsgesteuerten Antrieben bewegt. Im Verseiipunkt, der in der Bewegungsrichtung der Seilelemente nach dem Verseilkopf liegt, wird durch die Hin- und Herdrehung des Verseilkopfes der Verseilverband gebildet.
Bei derartigen Wechselschlagverseilmaschinen ist es nicht notwendig, die Ablauftrommein der einzelnen Seilelemente oder die Aufwickeltrommel des fertigen Verseilverbandes mit dem Verseilkopf mitrotieren zu lassen. Es ist jedoch erforderlich, in Zuführrichtung der Seilelemente vor dem Verseilkopf Führungen für diese Seilelemente vorzusehen, damit sich diese bei der durch die Hin- und Herdrehung des Verseilkopfes bedingten, vorübergehenden Einverseilung möglichst nicht berühren und gegenseitig behindern.
Hiezu ist es bereits bekannt, die Seilelemente durch Öffnungen einer Lochscheibe hindurchzuführen, die auf einem Zentralrohr rotierend befestigt ist. Diese Lochscheibe rotiert mit einer von der Drehung des Verseilkopfes abhängigen Drehzahl und Drehrichtung.
Bei einer anderen, aus der CH-PS 468. 517 bekannt gewordenen Konstruktion werden die Seilelemente durch die Löcher mehrerer im Abstand koaxial hintereinander angeordneter Lochscheiben geführt, von welchen die in Zufuhrrichtung der Seilelemente erste Lochscheibe feststehend und die übrigen Lochscheiben auf einem in der Lochscheibenachse verlaufenden Umschlingungsdorn rotierbar angeordnet sind. Die Seilelemente liegen somit bei diesen bekannten Konstruktionen am Umfang des Zentralrohres bzw. des Umschlingungsdornes an und umschlingen diese Teile.
Dabei treten beträchtliche Reibungswerte auf, die ausserdem variabel sind und am Ende der Drehbewegung des Verseilkopfes in einer Drehrichtung infolge der langen Umschlingungsstrecke der Seilelemente am Zentralrohr und der grossen Ablenkung der von den Löchern der Lochscheibe austretenden Seilelemente ihren grössten Wert erreichen und dann bis zum dreifachen Wert der Zulaufspannung der Seilelemente zum Verseilkopf betragen können. Es
<Desc/Clms Page number 2>
entstehen dadurch starke Spannungsschwankungen im Verseilpunkt, die die Gleichmässigkeit der Verseilung stören.
Ausserdem wird bei dieser Anordnung die Anzahl der Verseilschläge in den verschiedenen Drehrichtungen begrenzt, sodass die Umkehrstelle in relativ kurzen Abständen zu liegen kommen, was sich ebenfalls ungünstig auf die Ausbildung des Verseilverbandes auswirkt.
Für besonders dünne Seilelemente ist diese Einrichtung nicht geeignet, da die Seilelemente hiebei mechanisch überbeansprucht werden.
Es ist weiters bekannt, die dem Verseilkopf einer Wechselschlagverseilmaschine zugeführten Seilelemente in schlauchförmigen Führungen anzuordnen, die in den Verseilkopf hineinragen und von diesem mitgenommen werden, derart, dass auch am Ende der Drehbewegung des Verseilkopfes in einer Drehrichtung ein Berühren der einzelnen Seilelemente verhindert wird. Auch bei dieser bekannten Anordnung treten infolge der erforderlichen Länge der schlauchförmigen Führungen beträchtliche Reibungswerte auf.
Damit, insbesondere bei Verwendung dünner Seilelemente, bei einer Drehung des Verseilkopfes auch die Lochscheiben entsprechend mitverdreht werden, können gemäss einem nichtveröffentlichten Vorschlag der Anmelderin die Lochscheiben über elastische Elemente, beispielsweise elastische Bänder, Stahldrähte od. dgl., untereinander und mit dem Verseilkopf verbunden sein. Die Drehbewegung des Verseilkopfes wird hiebei über diese elastischen Elemente auf die dem Verseilkopf unmittelbar benachbarte Scheibe und von dieser an die jeweils nachfolgenden Scheiben übertragen, wodurch die Seilelemente entlastet werden.
Bei der Verdrehung der Lochscheiben verändert sich jedoch der Abstand zwischen den Befestigungspunkten der elastischen Elemente an den einander benachbarten Lochscheiben, wodurch diese elastischen Elemente grossen Beanspruchungen unterworfen werden und zwar nicht nur Dehnungsbeanspruchungen, sondern auch Torsionsbeanspruchungen an den Befestigungspunkten. Insbesondere wenn die elastischen Elemente aus Stahlseilen bestehen, führt dies zu einem raschen Verschleiss derselben, sodass diese häufig ausgewechselt werden müssen und dadurch beträchtliche Stillstandszeiten einer solchen Einrichtung entstehen.
Die vorliegende Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, die erwähnten Nachteile zu vermeiden und eine Einrichtung zum Zuführen von Seilelementen zum Verseilkopf einer Wechselschlagverseilmaschine zu schaffen, bei welcher beim Verdrehen des Verseilkopfes die Scheiben, deren Öffnungen von den Seileiementen durchsetzt sind, in der gewünschten Weise mitverdreht werden, wobei dennoch die Einrichtung eine äusserst geringe Störungsanfälligkeit und daher geringe Stillstandszeiten aufweist.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, dass zumindest einige der Scheiben Durchbrechungen aufweisen, durch welche sich in Zufuhrrichtung der Seilelemente erstreckende, stabförmige, biegeelastische Elemente lose hindurchgeführt sind, dass zwischen benachbarten, die Durchbrechungen aufweisenden Scheiben Abstandhalter vorgesehen sind und dass die stabförmigen, biegeelastische Elemente an wengistens einem Ende in ihrer Längsrichtung verschiebbar abgestützt sind.
Dadurch, dass stabförmige biegeelastische Elemente verwendet werden, die durch die Durchbrechungen in den
<Desc/Clms Page number 3>
Scheiben lose hindurchgeführt sind, können sich die biegeelastischen Elemente bei einem Verdrehen der Scheiben in den Durchbrechungen verschieben und dadurch ihre Länge zwischen benachbarten Scheiben entsprechend dem Drehwinkel, den diese beiden Scheiben relativ zueinander einnehmen, verändern, wobei sich diese Längenänderung durch die Scheibenreihe fortsetzt und letztlich durch die verschiebbare Abstützung der biegeelastischen Elemente an wenigstens einem ihrer Enden aufgenommen wird.
Durch die zwischen den Scheiben vorgesehenen Abstandhalter wird trotz der losen Hindurchführung der biegeelastischen Elemente durch die Durchbrechungen in den Scheiben der Abstand zwischen benachbarten Scheiben beibehalten, ändert sich somit bei einer Relatiwerdrehung benachbarter Scheiben nicht.
Da die stabförmigen biegeelastischen Elemente eine Eigensteifigkeit besitzen und daher tragfähig sind, ist es nicht nötig, die Scheiben in einem Trägerkörper drehbar zu lagern, um den Abstand der Scheiben konstant zu halten, sondern durch entsprechende Dimensionierung der stabförmigen, biegeelastischen Elemente dienen diese nicht nur dazu, bei einer Drehung des Verseilkopfes die Scheiben in der gewünschten Weise mitzuverdrehen, sondern können gleichzeitig auch für die Abstützung der Scheiben verwendet werden. Selbstverständlich ist es aber möglich, zumindest einzelne der Scheiben in einem Trägerkörper drehbar zu lagern, um, insbesondere wenn eine grosse Anzahl von Scheiben Verwendung findet, ein zu grosses Durchhängen der stabförmigen biegeelastischen Elemente zwischen den Befestigungsenden derselben zu vermeiden.
Die stabförmigen biegeelastischen Elemente bestehen zweckmässig aus Metalldrähten, insbesondere aus Stahldrähten, wie sie für die Verbindung benachbarter Scheiben, um diese bei der Drehung des Verseilkopfes mitzudrehen, bereits vorgeschlagen wurden. Diese Drähte weisen die erforderliche Stabilität und insbesondere auch die für die Abstützung der Scheiben notwendige Tragfähigkeit auf, wobei jedoch bei der erfindungsgemässen Einrichtung Torsionsbeanspruchungen, die zu einer raschen Zerstörung der Drähte führen würden, ausgeschlossen sind.
Es ist aber auch möglich, die stabförmigen biegeelastischen Elemente aus Carbonfasern oder aus glasfaserverstärktem Kunststoff zu bilden.
Eine besonders einfache Ausführungsform ergibt sich dann, wenn die Abstandhalter aus über die stabförmigen biegeelastischen Elemente geschobenen Hülsen bestehen, deren Stirnseiten an den benachbarten Scheiben anliegen.
In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles schematisch erläutert. Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt der erfindungsgemässen Einrichtung zum Zuführen von Seilelementen zum gleichfalls dargestellten Verseilkopf einer Wechselschlagverseilmaschine und Fig. 2 stellt einen Schnitt nach der Linie 11-11 in Fig. 1 dar.
Die einzelnen Teilelemente 1, deren Anzahl entsprechend dem herzustellenden Verseilverband gewählt wird, werden einem Verseilkopf 2 zugeführt, der in einem Lager 3 drehbar gelagert ist und von einem drehzahl- und drehrichtungsgesteuerten elektrischen, pneumatischen
<Desc/Clms Page number 4>
oder hydraulischen Motor derart angetrieben wird, dass er abwechselnd eine vorbestimmte Anzahl von Umdrehungen in der einen Richtung und anschliessend in der anderen Richtung ausführt. Im Verseilpunkt 4 erfolgt dadurch die Verseilung der einzelnen Seilelemente 1 zu einem Verseilverband 5.
Die Zufuhr der Seilelemente 1 zum Verseilkopf 2 erfolgt über mehrere, in gleichmässigen Abständen hintereinander angeordnete Scheiben 6. Diese Scheiben sind mit Öffnungen 7 versehen, durch die die Seilelemente 1 hindurchgeführt sind. Bei der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform ist im Scheibenmittelpunkt eine weitere Öffnung 8 vorgesehen, durch die eine Seele 9 hindurchgeführt werden kann, welche bei der Herstellung des Verseilverbandes 5 im Verseilkopf 2 nicht verdrillt wird.
Die Scheiben 6 weisen weiters Durchbrechungen 10 auf, durch welche stabförmige, biegeelastische Elemente 11, beispielsweise Stahldrähte, lose hindurchgeführt sind, sodass sie sich in den Durchbrechungen 10 verschieben können. Das eine Ende dieser stabförmigen, biegeelastischen Elemente 11 ist über ein Gelenk 12 mit dem Verseilkopf 2 verbunden, das andere Ende ist durch Öffnungen in einem Widerlager 15 lose hindurchgeführt und steht mit seinem freien Ende etwas über dieses Widerlager vor.
Durch die stabförmigen, biegeelastischen Elemente 11 werden bei einer Verdrehung des Verseilkopfes 2 in der einen und nach Durchführung der erforderlichen Anzahl von Schlägen in der anderen Richtung die Scheiben 6 zu einer entsprechenden Drehbewegung mitgenommen und gleichzeitig auch abgestützt, sodass keine gesonderten Trägerkörper für die Scheiben 6 vorgesehen sein müssen. Selbstverständlich können jedoch einzelne der Scheiben 6, beispielsweise die in der Mitte zwischen dem Verseilkopf 2 und dem Widerlager befindliche Scheibe, in einem Trägerkörper drehbar gelagert sein, um ein Durchhängen der stabförmigen biegeelastischen Elemente 11 zwischen den beiden Abstützungen derselben zu verhindern.
Dadurch, dass zumindest ein Grossteil der Scheiben 6 nicht in einem Trägerkörper drehbar gelagert sein muss, sondern lediglich von den stabförmigen, biegeelastischen Elementen 11 abgestützt wird, wird die beim Verdrehen auftretende Reibung und damit auch der Kraftbedarf wesentlich verringert.
Zur Sicherstellung des Abstandes benachbarter, nicht in einem Trägerkörper drehbar gelagerter, sondern lediglich auf den stabförmigen biegeelastischen Elementen 11 abgestützten Scheiben sind diese stabförmigen, biegeelastischen Elemente 11 mit Abstandhalter 16 bildenden Hülsen umgeben. Es können aber auch andere geeignete Abstandhalter, beispielsweise auf die stabförmigen biegeelastischen Elemente 11 aufgefädelte Perlen, vorgesehen sein.