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Die Erfindung betrifft einerseits ein Verfahren und anderseits eine Vorrichtung mit den Merkmalen der einleitenen Teile der Ansprüche 1 bzw. 3.
Insbesondere beim Reinigen von Oberflächenwasser von Strassen, Dächern und dgl. ist insoferne ein Problem gegeben, als gerade am Beginn des Anfalls von Oberflächenwasser, beispielsweise am Beginn eines Regens, stark verschmutztes Oberflächenwasser anfällt, das erst nach (Vor-) Reinigung einer Versickerung zugeleitet oder in einen Kanal pder Vorfluter abgeleitet oder aber einer weiteren Reinigung zugeführt werden kann.
Es ist bekannt, solche Oberflächenwasser in Behältern aufzu ; fangen, und in den Behältern einen Überlauf vorzusehen, der den Zweck hoben soll später anfallendes Oberflächenwasser, das nicht mehr oder nicht
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tisch bei dieser bekannten Arbeitsweise bzw. den hiefür vorgesehenen Vorrichtungen ist es, dass sich später in den Behälter eintretendes Oberflächenwasser mit früher in den Behälter geleitetem Oberflächen- wasser vermischt und so aus dem Behälter durch den Überlauf verschmutz- tes Wasser austritt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und, eine Vorrichtung zum (Vor-) Reinigen von Abwasser, insbesondere von Oberflächen- bzw. Dachflächenwasser, der eingangs genannten Gattungl zur Verfügung zu stellen, mit dem das geschilderte Problem gelöst ist, ohne dass die für das Ausführen des Verfahrens erforderlichen Behälter zu gross werden.
Gelöst wird diese Aufgabe, was das Verfahren anlangt, mit den Merkmalen des Anspruches 1 und was die Vorrichtung anlangt, mit den Mermalen des Anspruches 3.
Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindcjngs- gemässen Verfahrens und der erfindungsgemässen, zum Durchführen des Verfahrens insbesondere vorgeschlagenen Vorrichtung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Dadurch, dass bei dem erfindungsgemässen Verfahren später iridie Behälter eintretendes Abwasser nicht durch einen vom Behälterinnertraum ausgehenden Überlauf en- : : sorgt und beispielsweise einer Versickerung, einem Kanal, einem Vorfluter oder einer weiteren Reinigung zugeführt, also abgeleitet oder verbracht wird, ist die Gefahr des Standes der Technik, dass sich später in den Behälter eintretendes Abwasser mit früher in den Behälter eingetretenem, stark verschmutztem Wasser ver-
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mischt und in weiterer Folge verschmutztes Abwasser durch den Überlauf austritt, vermieden.
Wesentlich für die Erfindung ist demnach, dass der Überlauf funktional nicht vom Behälterinnenraum ausgeht, wenngleich bei der praktischen Verwirklichung einer Vorrichtung zum Durchführen des erfindungsgemässen Verfahrens die Überlaufleitung durch das Behälterinnere geführt sein kann. Auch bei dieser Ausführungsform steht aber die zum Überlauf führende, bzw. diesen bildende Leitung an keiner Stelle mit dem Behälterinnenraum in Verbindung, so dass auch bei dieser Ausführungsform eine Umgehung des Behälterinnenraums verwirklicht ist und der Überlauf mit dem Innenraum des Behälters wirkungsmässig nicht in Verbindung steht.
Die Erfindung ist für alle Arten von Abwasser geeignet, wobei insbesondere solche Fälle in Betracht gezogen sind, bei welchen am Beginn erheblich verschmutztes Abwasser anfällt und nach bestimmter Zeit der Verschmutzungsgrad stark zurückgeht. Dies ist insbesondere der Fall bei Dachflächenwässern und Oberflächenwässern von Parkplätzen, Strassen
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zu entwässernden Fläche abhängigen Menge an stark verschmutztem Abwasser zu rechnen. Je nach Wettersituation kann beispielsweise schon nach 10 min Wasser anfallen, das für die unmittelbare Ableitung, die unmittelbare Zufuhr zu einer weiteren Reinigung oder eine andere Art des Verbringens sauber genug ist.
Je nach Grösse der zu entwässernden Fläche oder allgemeiner, je nach dem Umfang des zu erwartenden Anfalls an verschmutztem Abwasser, wird die Behältergrösse gewählt, wobei es ohne weiteres möglich ist, mehrere Behälter parallel zu schalten, um die Einzelbehälter klein zu halten. Wenn für das Durchführen des erfindungsgemässen Verfahrens mehrere Behälter parallel geschaltet sind, dann können diese auch nacheinander in Betrieb genommen werden bzw. ist es nicht unbedingt erforderlich, bei jedem Anfall von Abwasser (z. B. verursacht durch Niederschlag) alle Behälter gleichzeitig in Betrieb zu nehmen.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung an Hand der in den Zeich- nungen schematisch gezeigten, bevorzugten Ausführungsbeispiele einer Vorrichtung gemäss der Erfindung zum Durchführen des Verfahrens der Erfindung.
Es zeigt : Fig. 1 im Schnitt eine Vorrichtung mit Zulauf und Überlauf am Beginn des Eintritts von zu reinigendem Abwasser, Fig. 2 ein weiteres Stadium, in dem der Behälter aus Fig. 1 teilweise mit Abwasser gefüllt ist, wobei lediglich über die im Behälter vorgesehene Reini-
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gungsvorrichtung und deren gedrosseltem Ablauf Wasser aus dem Behälter austritt, Fig. 3 zeigt den Behälter aus Fig. 1 und 2 am Beginn des Wirksamwerdens des Überlaufes, wobei durch die Grösse der Pfeile symbcilisiert ist, dass die überwiegende Menge an zulaufendem Wasser über den Überlauf unter Umgehung des Behälterinneren abströmt und nur eine kl, einere Menge in das Behälterinnere eintritt, und F'ig. 4 die Situation nach dem Ende des Zulaufes von Abwasser, während also der Behälterinhalt abgearbeitet wird.
Die schematisch in den Fig. 1 bis 4 gezeigte Vorrichtung zum Ausführen des Verfahrens der Erfindung zum Reinigen von Abwässern, insbesondere von Oberflächen- bzw. Dachflächenwässern, besitzt einen Behälter 1 mit einem Zulauf 2. Der Zulauf 2 mündet mit einem horizontlen Abschnitt 3 in den Behälter 1 und ist über einen vertikalen Abschnitt 4 bis in die Nähe des Bodens 5 des Behälters 1 geführt. Das untere Ende des Zulaufs 2 besitzt wieder einen horizontalen Abschnitte 6.
Im Behälter 1 ist weiters ein Reinigungssystem 10 vorgesehen, das beispielsweise als Filter, insbesondere Adsorptionsfiltj. er, Koaleszenz-Filter, Geotexfilter oder Sandfilter ausgebildet sein kann.
Von dem Reinigungssystem 10 führt eine Ableitung 11 aus dem Behälter l ins Freie, wobei der freie Querschnitt in der Ableitung 11 so gewählt ist, dass diese gegenüber dem Zulauf 2 erheblich gedrosselt ist.
Im oberen Teil des Behälters 1 ist ein Überlauf in Form ener Rohrleitung 20 vorgesehen, die vom Zulauf 2 - im gezeigten Ausführujtigs- beispiel vom oberen Bereich des lotrechten Abschnitts 4 - ausgeht und durch die Behälterwand ins Freie führt.
Wie die Prinzipdarstelung von Fig. 1 zeigt, steht die den Überlauf bildende Rohrleitung 20 und damit der "Überlauf" selbst an keener Stelle mit dem Innenraum 30 des Behälters 1 in Verbindung, auch wenn er
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weise ausserhalb des Behälters 1 oder dessen Innenraum 30 geführt spin. Wesentlich ist, dass Abwasser, das vornehmlich durch den Zulauf 4 in den Innenraum 30 des Behälters 1 gelangt ist, nicht über den Überlauf abströmen kann. Dies wird dadurch erreicht, dass der Überlauf mit dem Innenraum 30 des Behälters 1 nicht in wirkmässiger Verbindung steht.
In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Überlaufleitung 20 mit einem, bezogen auf die Strömungsrichtung schräg nach oben gerichteten Abschnitt 21 an den lotrechten Teil 4 des Zulaufs 2 angeschlossen. Des weiteren ist die Sohle des Zulaufs 3 etwas höher angeordnet als die Sohle der Überlaufleitung 20.
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Vorfluter oder falls notwendig, einer weiteren Reinigung zugeführt werden.
Es ist noch darauf hinzuweisen, dass das Reinigungssystem 10 im Behälter 1 auch für andere Reinigungsaufgaben als Filtern, z. B. zur Abscheidung von Leichtflüssigkeiten (Ölabscheider) ausgelegt sein kann.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird nun unter Bezugnahme auf die Fig. l bis 4 näher erläutert.
Zunächst strömt, wie in Fig. 1 gezeigt, am Beginn eines Anfalls von zu reinigendem Abwasser (z. B. Regen) dieses über den Zulauf 2 in den Innenraum 30 des Behälters 1 und füllt diesen nach und nach an. Fig. 2 zeigt eine fortgeschrittene Phase des Füllens des Innenraums 30 des Behälters 1, wobei das über den Zulauf 2 in den Behälter 1 strömende Wasser zu dem Reinigungssystem 10 (das auch räumlich ausserhalb des Behälters 1 angeordnet sein kann) geleitet wird.
Während dieser Phase des Befüllens des Behälters (Fig. 1 und 2) kann das Reinigungssystem 10 bereits in Betrieb genommen sein, so dass, wie durch den kleinen Pfeil 12 angedeutet, aus dem Ablauf 11 gereinigtes
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erreicht hat, welcher der Sohle der Überlaufleitung 20 entspricht, strömt über den Zulauf 2 zuströmendes Abwasser unmittelbar aus dem horizontalen Abschnitt 3 kommend aus dem oberen Bereich des lotrechten Abschnittes 4 über den Anschluss 21 durch die Überlaufleitung 20 ab. Dies ist in Fig. 3 gezeigt. Nur mehr ein geringer Teil des zuströmenden Wassers gelangt in den Innenraum 30 des Behälters 1 und wird nach und nach durch das Reinigungssystem 10 gereinigt und über den Ablauf 11 abgelassen.
Das über den Überlauf 20 ausströmende Wasser (Fig. 3) kann
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ebenso wie gereinigtes Wasser einem Vorfluter, einem Kanal, einer Versickerung oder falls erforderlich, einer weiteren Reinigung zugeführt werden.
Wenn der Zulauf von Wasser in den Behälter 1 aufhört (z. B, am Ende eines Niederschlags) wird der Behälterinhalt abgearbeitet, wie dies Fig. 4 zeigt.
Es ist erkennbar, dass für den ErfoLg des erfindungsgemssen Verfahrens, der insbesondere darin besteht, dass später dem Behälter l zugeführtes Abwasser, das schon "sauberer", also weniger verschmutzt, ist als das am Anfang in den Behälter 1 strömende Wasser, mit diesem nicht vermischt wird, da der Überlauf 20, ohne mit dem Innenraum 30 des Behaal- ters 1 in Verbindung zu kommen (nämlich funktional) abgeleitet wird.
Dabei ist es von Vorteil, dass das erfindungsgemässe Verfahren, wenn es mit der erfindungsgemässen Vorrichtung ausgeführt wird, ohne mechanische Steuermittel, Sensoren und/oder Ventile oder Schieber, welche die St : rö- mungswege vorgeben bzw. beeinflussen, das Auslangen findet.
Zusammenfassend kann ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wie folgt beschrieben werden :
Zum Reinigen von Abwasser von Dachflächen, Strassen, Parkplätzen wird das am Beginn anfallende, verschmutzte Abwasser gespeichert und einer Reinigung unterworfen. Später anfallendes Abwasser, das enen Verschmutzungsgrad aufweist, der keine Reinigung mehr erfordert, der das gar nicht verschmutzt ist, wird unter Umgehung der gespeicherten Menge an Abwasser direkt abgeleitet oder verbracht. Hiezu wird ine Vorrichtung mit einem Behälter 1, dem ein Reinigungssystem 10 mit enem Ablauf 11 zugeordnet ist, vorgesehen. In deft Behälter 1 strömt Abwasser durch einen Zulauf 2 und wird im Innenraum 30 des Behälters 1 gesjbei- chert.
Später zuströmendes Wasser wird über einen Überlauf 20, der funktional vom Innenraum des Behälters 1, in dem der Zulauf 2 mündet, getrennt ist, unmittelbar abgeleitet.