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Selbsttätiges Klappenwehr.
Bei hydraulischen Anlagen, wo der Oberwasserapiegel nur auf eine ganz bestimmte Höhe ansteigen darf, kann dem Übersteigen dieser Höhe mittels fester Überläufe nur unvollkommen entgegengewirkt werden, indem bei höheren Wasserständen der Oberwasserspiegel schon sehr hoch steigen muss, bis die ganze Wassermenge über solche feste Überläufe oder Wehrkronen abfliesst. Will man ein Übersteigen der bestimmten Höhe vermeiden, dann müssen die überlaufkante von Anfang an entsprechend tiefer gelegt werden, wodurch aber ein unnötiger Gefällsverlust entsteht. Mit gewöhnlichen Schützen, Fallen oder sog.
Aufsteckern, die nach Bedarf mehr oder weniger geöffnet bezw. entfernt werden, kann wesentlich nachgeholfen werden, aber eine zuverlässige Konstanterhaltung des Oberwasserspiegels kann auch dadurch, selbst bei der hierbei nötigen beständigen Aufsicht und Wartung, nicht erreicht werden.
Es ist schon vielfach versucht worden, durch selbsttätige Wehre dieses Ziel zu erreichen, aber die bestehenden Konstruktionen ermöglichen entweder auch nicht den obgenannten
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welche heaume und Sträucher, Geschiebe und Gerölle mitführen, oder in solchen mit sehr kleinem Gefälle und starkem Hinterwasser, wie Ausflüsse von Seen, nicht funktionieren.
Andere selbsttätige Stauvorrichtungen wiederum erfüllen ihren Zweck deshalb nicht, weit das abzulassende Wasser unter dem beweglichen Stauorgan abniesst, wodurch sich Schwimmkörper oder Geröllc festklemmen oder lagern können, und beim Niedergehen des Wassers würde dadurch auch ein Niedergehen des Stauorgans verhindert, wodurch die Funktion der Einrichtung illusoriseh wird.
Der Druck auf dit Stützen bei beweglichen Klappen von selbsttätigen Wehren ver- ändert sich mit jeder Änderung der Klappenstellung sehr stark, es kann ihm also nicht mit gleichbleibenden Kräften entgegengewirkt werden, um den Gleichgewichtszustand LU erhalten.
Mitunter ragt die Unterseite der Klappen vollständig aus dem Wasser heraus, mitunter wirkt bei Eintritt sogenannten Hinterwassors ein mit dem über die Klappe fliessenden Wasser zunehmender hydrostatischer Gegendruck. Diese auf die Stützen wirkenden Drucke verlaufen, graphisch dargestellt, nicht nach einer geraden Linie, sondern nach einer Kurve. die abhängig ist von der jeweiligen Stellung des Angriffspunktes der Druckresultierenden der Wehrklappe, den mit jeder Neigung der Klappe sich ändernden mechanischen und hydraulischen Reibungsverlusten und dem Teil des Druckes, der durch die lebendige Arbeit des gegen und über die Klappe fliessenden Wassers auf diese erzeugt wird sowie von allen auf die Klappe einwirkenden Kräften.
Ausserdem soll das Klappenwehr erlauben, dass die grössten Wassermengen mit schwerem Geschiebe, mitgerissenen Bäumen und Sträuchern ungehindert über die Klappen hinweggleiten können, ohne an den letzteren oder an Mechanismen Angriffspunkte zum Festhalten zu finden.
Durch den Gegenstand vorliegender Erfindung sollen die bezeichneten Übelstände behoben und den letzterwähnten Anforderungen an ein Klappenwehr Rechnung getragen werden.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in zwei Ausführungsbeispielen dargestellt.
Zwischen dem freien Ende der Klappe 1 (Fig. 1) und dem Arm 3 des zweiarmigen Wagebalkens 3, 4 ist eine Stütze 2 eingeschaltet. Der Arm 4 des Wagebalkens besitzt kurvenförmige Gestalt und ist mit einem Hängegewicht 5 versehen, derart, dass bei Bewegung des Balkens der Gewichtshebelarm in seiner Wirkungslänge sich verändert.
Fig. 2 zeigt eine ähnliche Ausftihrungsform mit dem Unterschiede, dass der Wagebalken 3,4 über der Klappe 1 angeordnet ist. An Stelle der Stütze tritt hier die Zugstange 2. Die Wirkungsweise der Wehranlage ist die gleiche wie beim ersten Ausführungbeispiel.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Klappenwehr zur selbsttätigen Konstanterhaltung eines Oberwasserspiegels mit einer um ihre untere wagrechte Kante drehbaren Klappe, welche mit Stütze versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Stütze mit dem einen Arm eines zweiarmigen Hebels (9, 4) verbunden ist, dessen anderer ein Gewicht tragender Arm in seiner Wirkungslänge ver- änderlich ist.