<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Richten von drahtförmigem Material, mit Richtrollen, die achsparallel oberhalb und unterhalb der Materialvorschubbahn versetzt und zueinander ver- stellbar in zwei parallelen Reihen angeordnet sind, wobei parallel zur Vorschubbahn gesehen jeweils eine unterhalb der Vorschubbahn angeordnete Richtrolle mit einer oberhalb der Vorschub- bahn angeordnete Richtrolle einander abwechselt.
Bei bekannten Rollenrichtvorrichtungen dieser Art werden zum Erreichen des gewünschten Richteffektes der Achsabstand benachbarter Richtrollen an den Durchmesser und die mechanisch- technologischen Eigenschaften des zu richtenden Materials angepasst. Für jeden Drahtdurchmes- ser ist daher entweder ein eigener Richtrollensatz erforderlich, der bei jedem Durchmesserwechsel komplett ausgetauscht werden muss, oder die Richtrollen müssen mit Verstelleinrichtungen relativ zueinander verschoben werden. Die bekannten Rollenrichtvorrichtungen haben den Nachteil, dass die Verstelleinrichtungen für die Richtrollen technisch sehr aufwändig sind und einen hohen Platz- bedarf haben. Der Austausch kompletter Richtrollensätze ist sehr zeitraubend und erfordert eine Vielzahl von Richtrollensätzen, um alle möglichen Drahtdurchmesser abzudecken.
Zur Vermeidung dieses hohen Aufwandes wird in der Praxis sehr häufig nur ein Richtrollensatz für einen möglichst grossen Durchmesserbereich verwendet ; wiederum hat den Nachteil, dass der Richteffekt nicht für alle Durchmesser dieses Bereiches optimal ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, die geschilderten Nachteile zu vermeiden und eine Vorrichtung der einleitend angegebenen Art zu schaffen, die es ermöglicht, mit konstruktiv einfachen Mitteln die seitlichen Abstände der Richtrollen rasch an unterschiedliche Drahtdurchmesser und Drahtqualitä- ten anpassen zu können.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass jede Richtrolle auf je einer parallel zur Vorschubbahn des zu richtenden Materials verschiebbaren Tragleiste angeordnet ist, und dass der Achsabstand zwischen benachbarten Richtrollen derart wählbar ist, dass die Achsab- stände, die grösser als der durch die Breite der Tragleisten bestimmte Mindestabstand sind, durch zumindest je eine Steckleiste in den Zwischenräumen zwischen benachbarten Tragleisten festge- legt werden.
Es sei erwähnt, dass aus der FR 2591132 A1 eine Vorrichtung zum Richten von Draht bekannt ist, die mehrere Richtrollen aufweist, welche in zwei Reihen angeordnet sind, wobei die Richtrollen einer Reihe versetzt zu den Richtrollen der anderen Reihe angeordnet sind. Jede Richtrolle ist auf einer Tragleiste angeordnet und alle Tragleisten sind in einem Grundrahmen eingebaut. Die Trag- leisten lassen sich mit Hilfe von Verstellschrauben in Richtung senkrecht zur Drahtachse in diesem Grundrahmen verschieben. Durch diese Verschiebung lassen sich die Abstände der Richtrollen einer Reihe zu den Richtrollen der anderen Reihe einzeln verändern, wodurch verschiedene Drahtdurchmesser gerichtet werden können, und auch bei gleichen Drahtdurchmessern ein ver- schieden starker Richteffekt erzielt werden kann.
Die Tragleisten der Richtrollen sind demgegenüber bei der Erfindung parallel zur Vorschub- bahn des zu richtenden Materials verschiebbar.
Vorzugsweise sind erfindungsgemäss zum Ändern der Abstände zwischen benachbarten Richt- rollen die Steckleisten in entsprechenden Richtungen senkrecht zur Vorschubbahn in die Zwi- schenräume zwischen den Tragleisten einsteckbar und/oder aus den Zwischenräumen heraus- ziehbar. Derartige Steckleisten sind bei der bekannten Konstruktion nicht gegeben.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist zumindest eine Tragleiste senkrecht zur Vor- schubbahn des zu richtenden Materials verschiebbar. Alternativ ist zumindest eine Richtrolle auf ihrer zugehörigen Tragleiste senkrecht zur Vorschubbahn verschiebbar angeordnet.
Im Rahmen der Erfindung sind die Tragleisten und die Steckleisten verschiebbar in einem Grundrahmen angeordnet, der entsprechende als Führungen ausgebildete obere Querträger und untere Führungsschienen aufweist.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend an einem Ausführungsbei- spiel unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Die Fig. 1 und 2 zeigen jeweils eine schematische Seitenansicht eines Ausführungsbeispieles einer erfindungsgemässen Vorrichtung für verschiedene Stellung der Richtrollen zueinander.
Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Vorrichtung dient zum Richten eines Drahtes D, der konti- nuierlich in Vorschubrichtung P1 entlang einer Vorschubbahn V-V durch die Richtvorrichtung gefördert wird. Die Vorrichtung hat einen Grundrahmen 1, der zwei Ständer 2, zwei oben an den
<Desc/Clms Page number 2>
Aussenseiten der Ständer 2 befestigte Querträger 3 und zwei unten an den Aussenseiten der Stän- der 2 befestigte Führungsschienen 4 aufweist.
Die Querträger 3 und die Führungsschienen 4 bilden die obere bzw. untere Führung für mehrere Tragleisten 5, die jeweils eine untere Richtrolle 6 tragen, sowie für mehrere Tragleisten 7, die jeweils eine obere Richtrolle 8 tragen, wobei die Trag- leisten 5,7 derart angeordnet sind, dass in Vorschubrichtung P1 gesehen sich jeweils eine untere Richtrolle 6 mit einer oberen Richtrolle 8 abwechseln und alle unteren Richtrollen 6 in einer waag- rechten Reihe und alle oberen Richtrollen 8 in einer parallelen waagrechten Reihe angeordnet sind. Die Anzahl der unteren und oberen Richtrollen 6 bzw. 8 ist frei wählbar und auf die mechanisch-technologischen Eigenschaften des zu richtenden Drahtes D und auf die gewünschte Richt- qualität des Drahtes D abgestimmt.
Jede Richtrolle 6 bzw. 8 hat eine Laufrolle 9, die um einen fest mit der entsprechenden Trag- leiste 5 bzw. 7 verbundenen Bolzen 9 drehbar gelagert ist. Jede Laufrolle 9 weist eine Umfangsnut zur Führung der Drahtes D auf und ist in ihrem Durchmesser auf die Eigenschaften des zu richten- den Drahtes D angepasst. Im Rahmen der Erfindung kann der Durchmesser der Laufrollen der unteren Richtrollen 6 vom Durchmesser der Laufrollen der oberen Richtrollen 8 verschieden sein.
Des Weiteren ist es im Rahmen der Erfindung möglich, auch innerhalb einer Reihe Laufrollen 9 mit unterschiedlichen Durchmessern zu verwenden. Um ein seitliches Ausweichen des Drahtes D zu verhindern sind ausgewählte Laufrollen 9 mit seitlich angebrachten Abdeckscheiben 11versehen, deren Durchmesser grösser als der Durchmesser der Laufrolle 9 ist.
Die Tragleisten 5 der untere Richtrollen 6 stützen sich auf Abstützungeinrichtungen 12 ab, die zum Verschieben der Tragleisten 5 und damit der Richtrollen 6 senkrecht zur Vorschubbahn V-V entsprechend den Richtungen des Doppelpfeiles P2 am Grundrahmen 1 verstellbar angeordnet sind. Diese Verstellbewegung kann im Rahmen der Erfindung auch durch elektrisch verstellbare Spindeltriebe, oder pneumatisch bzw. hydraulisch betätigte Arbeitszylinder erfolgen. Im Rahmen der Erfindung ist es möglich, die Abstützungen 12 zusätzlich parallel zur Vorschubrichtung P1 verschiebbar auf dem Grundrahmen 1 anzuordnen.
Die Querträger 3 weisen an ihrer Innenseite eine Nut 13 auf, in der für jede Tragleiste 5 ein Nutstein 14 entsprechend den Richtungen des Doppelpfeiles P4 parallel zur Vorschubbahn V-V verschiebbar angeordnet ist. Jeder Nutstein 14 trägt einen Gewindestift 15, der mit Hilfe einer Fixiermutter 16 arretierbar ist. Der Gewindestift 15 hat die Aufgabe den Hub der Tragleiste 7 und damit den Abstand der oberen Richtrollen 8 zur Vorschubbahn V-V des Drahtes D zu begrenzen.
Diese Hubbegrenzung kann im Rahmen der Erfindung beispielsweise auch durch elektrisch ver- stellbare Spindeltriebe, oder pneumatisch oder hydraulisch betätigte Arbeitszylinder eingestellt werden.
Die durch die Querträger 3 und die Führungsschienen 4 gebildete obere bzw. untere Führung nimmt ausserdem mehrere Steckleisten 17 bzw. 17' auf, deren Breiten in Vorschubrichtung P1 gesehen unterschiedlich sein können. Jede Steckleiste 17 bzw. 17' wird mit Hilfe eines Fixierstiftes 18 in ihrer Lage fixiert.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung arbeitet in folgenden Weisen:
In Fig. 1 sind in Vorschubrichtung P1 des zu richtenden Materials D gesehen die Tragleisten 5, 7 unmittelbar hintereinander angeordnet, wobei sich jeweils eine Tragleiste 7 für die obere Richtrol- le 8 mit einer Tragleiste 5 für die untere Richtrolle 6 abwechseln, d. h. jeweils eine untere Richtrolle 6 ist mit einer oberen Richtrolle 8 und umgekehrt benachbart. Die minimalen Achsabstände be- nachbarter Richtrollen 6,8 ist durch die Breite der Tragleisten 5,7 bestimmt. Alle Steckleisten 17, 17', die in diesem Anwendungsfall zur Abstandsbildung nicht benötigt werden, sind jeweils am Rand ausserhalb der Tragleisten 5,7 zwischen den Ständern 2 des Grundrahmens 1 und den äusseren Tragleisten 5,7 angeordnet.
Zum Verändern der Achsabstände benachbarter Richtrollen 6,8 werden die seitlichen Abstän- de benachbarter Tragleisten 5,7 verändert. Hierbei werden die Steckleisten 17,17' in der entspre- chenden Richtung des Doppelpfeiles P6 aus dem Grundrahmen 1 herausgezogen und die Trag- leisten 5,7 sowie die Nutsteine 14 in den entsprechenden Richtungen der Doppelpfeile P4 bzw. P5 parallel zur Vorschubbahn V-V solange verschoben, bis die gewünschten Achsabstände der Richt- rollen 6,8 erreicht sind. Die Steckleisten 17, 17' werden anschliessend in die Lücken zwischen den Tragleisten 5,7 eingesteckt, wodurch die seitlichen Abstände zwischen den Tragleisten 5,7, wie in Fig. 2 dargestellt, ausgefüllt werden und die Position der Tragleisten 5,7 und damit die Achsab-
<Desc/Clms Page number 3>
stände der Richtrollen 6,8 festgelegt werden.
Abschliessend werden gegebenenfalls die Abstände der Richtrollen 6,8 senkrecht zur Vorschubbahn V-V durch Verstellung der Abstützungen 12 in der entsprechenden Richtung des Doppelpfeiles P2 und durch Verstellung der Gewindestifte 15 in der entsprechenden Richtung des Doppelpfeiles P3 an den Durchmesser und die mechanisch- technologischen Eigenschaften des zu richtenden Materials angepasst.
Alle Steckleisten 17,17' sind unabhängig davon, ob sie zur Abstandbildung benötigt werden oder nicht, immer im Grundrahmen 1 eingesteckt und stehen sofort zur Verfügung. Durch diese Anordnung ist unabhängig von der Anordnung der Steckleisten 17,17' und der Tragleisten 5,7 relativ zueinander (Fig. 1 und Fig. 2) die Summe der Breiten aus allen verwendeten Steckleisten 17,17' und allen Tragleisten 5,7 immer gleich. Dies hat den Vorteil, dass unabhängig von den gewählten Abständen der Tragleisten 5,7 diese immer in ihrer Lage festgelegt sind und keine zusätzlichen Feststelleinrichtungen für die Tragleisten 5,7 benötigt werden.
Es versteht sich, dass das dargestellte Ausführungsbeispiel im Rahmen des allgemeinen Erfin- dungsgedankens verschiedentlich, insbesondere hinsichtlich der Ausgestaltung und Ausführung der Tragleisten und der Steckleisten abgewandelt werden kann.
Im Rahmen der Erfindung ist es möglich, anstelle der Hubbegrenzungen für die Tragleisten 7 der oberen Richtrollen 8 zum Verstellen derselben senkrecht zur Vorschubbahn V-V des zu rich- tenden Materials D Verstelleinrichtungen zu verwenden, welche an den direkt Tragleisten 7 angrei- fen und diese mit Hilfe von elektromotorisch verstellbaren Antrieben oder mit pneumatisch oder hydraulisch betätigten Arbeitszylindern verstellen.
Im Rahmen der Erfindung ist es ausserdem möglich, anstelle der Verstellung der Abstützungen für die Tragleisten 5 der oberen Richtrollen 6 zum Verstellen derselben senkrecht zur Vorschub- bahn V-V des zu richtenden Materials D Verstelleinrichtungen zu verwenden, welche an den Trag- leisten 5 direkt angreifen und diese mit Hilfe von elektromotorisch verstellbaren Antrieben oder mit pneumatisch oder hydraulisch betätigten Arbeitszylindern verstellen.
Im Rahmen der Erfindung ist es möglich, zumindest einige Richtrollen 6 bzw. 8 senkrecht zur Vorschubbahn V-V des Drahtes D auf ihren zugehörigen Tragleisten 5 bzw. 7 verschiebbar anzu- ordnen.
Des Weiteren ist es im Rahmen der Erfindung möglich, alle Positionierbewegungen der Trag- leisten, der Steckleisten und gegebenenfalls der Richtrollen mit entsprechend steuerbaren Ver- stelleinrichtungen und geeigneten Regel- und Steuereinrichtungen automatisch ausführen zu lassen.
Zur Steigerung der Produktivität ist es im Rahmen der Erfindung ausserdem möglich, bei jeder Tragleiste 5 bzw. 7 auf der Vorderseite und auf der Rückseite je eine Richtrolle 6 bzw. 8 anzuord- nen, so dass zu beiden Seiten der Tragleisten je eine Vorschubbahn für einen Materialstrang ent- steht. Bei dieser Ausführungsform sind die beiden Richtrollen einer Tragleiste jedoch nur gemein- sam senkrecht zu den Material-Vorschubbahnen verstellbar. Um diesen Nachteil zu beheben, können im Rahmen der Erfindung alle Tragleisten parallel zu den Vorschubbahnen in zwei getrennt verschiebbare Teilleisten aufgeteilt werden, die jeweils nur eine Richtrolle tragen. Beide Teilleisten einer Tragleiste werden parallel zu den Material-Vorschubbahnen nur gemeinsam, senkrecht zu ihrer zugehörigen Material-Vorschubbahn jedoch unabhängig voneinander einzeln verstellt.
Jede Teilleiste weist daher eigene, einzeln ansteuerbare Verstelleinrichtungen zum Verschieben senk- recht zu den Material-Vorschubbahnen auf.
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.