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Die Erfindung betrifft ein Speisenverteilsystem gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Die Speisenverteilsysteme können dabei sowohl zum Warmhalten der Speisen als auch zum Regenerieren von Warmspeisen, wie z.B. in Flugzeugen, zur Anwendung kommen.
Insbesondere in Krankenhäusern werden Speiseverteilsysteme der angegebenen Art einge- setzt. Aber auch in Grossfirmen oder in Catering-Unternehmen können derartige Systeme zur Anwendung kommen. Ein Behälter zum Servieren von Speisen ist beispielsweise in der AT 398 367 B beschrieben. Die Speisenverteilsysteme bestehen meist aus Tabletts, welche eine integrierte Heizquelle besitzen können und vor der Verteilung der Speisen an den Endverbraucher in sogenannte Tablett-Transportwagen eingeschoben werden. Beim Einschieben der Tabletts in den Transportwagen werden die Heizeinrichtungen mit der im Transportwagen vorhandenen Ener- giequelle verbunden und die auf dem Tablett befindlichen Warmspeisen erwärmt bzw. warm gehal- ten.
Je nach vorhandener Energie und Dauer der Verbindung der Tabletts mit der Energiequelle im Transportwagen werden unterschiedliche Temperaturen der Speisen erreicht. Als Folge dessen resultieren häufig Speisen, welche bei Anlieferung beim Konsumenten nicht richtig temperiert, also zu warm oder zu kalt sind. Auch können die unterschiedlichen Endtemperaturen die Beschaffenheit der Speisen negativ beeinflussen.
Zur Abhilfe wurden Tabletts geschaffen, welche integrierte Temperatursensoren aufweisen, mit Hilfe derer eine Regelung der Temperatur stattfindet, sodass die Temperatur in einem mehr oder weniger engen Bereich gehalten werden kann. Dabei sind die Regelkreise im Tablett integriert.
Nach aussen gelangt keine Information über die Temperatur bzw. über den Temperaturverlauf, sodass dieser auch nicht dokumentiert werden kann.
Die DE 197 14 701 A1 beschreibt beispielsweise eine Vorrichtung und ein Verfahren zum in- duktiven Erwärmen von Speisegefässen, wobei eine automatische Regelung des Erwärmungsvor- ganges vorgesehen ist, welche unter Berücksichtigung der Betriebsparameter funktioniert. Tempe- ratursensoren in der Nähe der Speisegefässe zur Überwachung des tatsächlichen Wertes der Tem- peratur sind nicht vorgesehen. Eine derartige Temperaturregelung stützt sich auf Erfahrungswerte und ist daher relativ unsicher und anfällig auf Veränderungen einer Reihe von Parameter, wie Speisenart, Speisenzusammensetzung, Beschaffenheit des Geschirrs u.s.w.
Aus der DE 25 43 667 A1 geht eine Vorrichtung zur Aufbewahrung und Verteilung vorbereiteter Mahlzeiten hervor, bei der sowohl Heizvorrichtungen zur Erwärmung von Warmspeisen als auch Mittel zum Kühlen von Nahrungsmitteln auf dem Tablett vorgesehen sind. Dadurch wird erzielt, dass alle Mahlzeiten auf dem Tablett über einen gewünschten Zeitraum hinweg in einem schmack- haften Zustand bleiben. Die Beheizung der Warmspeisen erfolgt dabei über Heizelemente, welche die über einer Öffnung am Tablett angeordneten Gefässe bzw. die dann befindlichen Speisen aufwärmen. Die Erwärmung erfolgt dabei ungeregelt, so dass die resultierende Temperatur nicht genau festgelegt werden kann.
Die WO 98/05184 A1 beschreibt ein induktives Heizsystem für Speisen mit einer Selbstregulie- rung der Temperatur, welche über die Erfassung der Impedanz der im magnetischen Feld ange- ordneten Speise erfolgt. Dabei wird die tatsächliche Temperatur der Warmspeise indirekt über die Impedanz und nicht direkt, beispielsweise über einen Temperatursensor erfasst, weshalb das System ungenau ist.
Aus der EP 668 042 A1 ist ein Speisenverteilsystem bekannt, bei dem die Heizelemente am Tablett angeordnet sind und über Steckkontakte mit dem Tablett-Transportwagen und der darauf befindlichen Energieversorgung verbindbar sind. Eine Regelung der Temperatur der Speisen bzw. eine Überwachung derselben ist aus diesem Dokument nicht ableitbar, wodurch die Warmspeisen häufig zu warm oder zu kalt beim Konsumenten ankommen, bzw. die Kaltspeisen nicht auf der vorgesehenen Temperatur gehalten werden.
Die AT 003 562 U1 zeigt eine Servier- und Transportaufnahme, bei der Heizeinrichtungen zum Warmhalten von Warmspeisen integriert sind und mit einer Steuer- und Regeleinrichtung sowie einer Schnittstelle zur Aufnahme der elektrischen Energie von einer externen Energiequelle aus- gestattet sind. Die Temperatur der Speise wird durch die zugeführte Energie bestimmt. Eine Rege- lung der Temperatur unter Zuhilfenahme der Isttemperatur der Speise wird nicht geoffenbart, so dass die Speisen bei Anlieferung beim Konsumenten zu warm oder zu kalt sein können.
Die US 4 005 745 A beschreibt eine Einrichtung zum Lagern, Kühlen und Erwärmen von Spei- sen, bestehend aus zumindest einer Basisstation mit mehreren Einschüben für Tabletts. Unter den
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Einschüben für Tabletts sind an den Basisstationen Heizeinrichtungen angeordnet, welche zum Erwärmen der darüber am Tablett angeordneten Speisen dienen. Die tatsächliche Temperatur der Speisen ist von der zugeführten Energie und auch der Beschaffenheit der Speisen abhängig und kann mit Hilfe dieser Einrichtung nicht in einem engen Zielbereich gehalten werden.
Zur Qualitätskontrolle ist es allerdings erforderlich, den Temperaturverlauf in Abhängigkeit der Zeit zu dokumentieren. Normen, wie beispielsweise gemäss der HACCP (hazard analysis and critical control points) schreiben eine derartige Dokumentation vor. Zur Verhinderung der Vermeh- rung unerwünschter Bakterien ist es beispielsweise erforderlich, dass Warmspeisen in Kranken- häusern mit einer Temperatur von mindestens 65 C (in Österreich 75 C) beim Patienten einlangen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher die Schaffung von Massnahmen, durch wel- che die Qualität bei Speisenverteilsystemen der angegebenen Art gesichert bzw. dokumentiert werden kann und durch welche bestimmte Zieltemperaturen sicher erfüllt werden können.
Gelöst wird die erfindungsgemässe Aufgabe dadurch, dass die Tabletts zumindest einen Tem- peratursensor beinhalten, und dass die Temperaturinformation des zumindest einen Temperatur- sensors über die Schnittstelle zur Basisstation übertragen werden kann. Somit kann die jeweilige Temperaturinformation über jedes Gefäss am Tablett abgerufen und dokumentiert bzw. zur Rege- lung der Temperatur, welche über eine Regelschleife, die über die Schnittstelle ausserhalb des Tabletts geschlossen wird, herangezogen werden. Ebenso wie für die Dokumentation der Tempe- ratur von Warmspeisen kann das vorliegende System auch zur Dokumentation der Kühlung von Kaltspeisen od.dgl. eingesetzt werden.
Dieses System kann beispielsweise zur lückenlosen Doku- mentation der Kühlkette beim Transport von gekühlten Speisen od.dgl. verwendet werden, um etwaige Unterbrechungen der Kühlkette eindeutig feststellen zu können. Unter den Begriff "Basis- station" fallen sowohl Transportwagen als auch stationäre Einrichtungen, in welche die Tabletts mit den Speisen eingeschoben werden können. Die Heizmittel zum Aufwärmen der Warmspeisen bzw. der Gefässe für die Warmspeisen können sowohl auf den Tabletts, den allenfalls darauf befindli- chen Deckeln oder auf den Basisstationen angeordnet sein.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung sind je Gefäss, vorzugsweise mehrere Tempera- tursensoren unterhalb des Gefässes am Tablett angeordnet. Dies gilt sowohl für Gefässe für Warm- speisen als auch für Gefässe für Kaltspeisen, so dass die tatsächlichen Speisentemperaturen in guter Annäherung erfasst und dokumentiert werden können.
Wenn zumindest die Gefässe für Warmspeisen durch zumindest einen Deckel abgedeckt sind, und je Gefäss zumindest ein Temperatursensor oberhalb des Gefässes am Deckel angeordnet ist, welcher mit der Schnittstelle verbunden ist, kann mit entsprechend geeigneten Temperatursenso- ren eine Erfassung der Temperatur der Warmspeisen in guter Annäherung erfolgen. Beispielswei- se können Infrarotsensoren, welche die von der Warmspeise ausgehende Wärmestrahlung erfas- sen, eingesetzt werden. Allerdings besteht dabei das Problem, dass der Reflektionskoeffizient der Speise, deren Temperatur erfasst werden soll, bekannt sein muss. Eine Variante, bei der die Temperatursensoren mit der Speise in Kontakt stehen, beispielsweise über einen Fühler in die Speise eindringen, ist aus hygienischen Gründen eher abzulehnen.
Vorzugsweise werden die Temperatursensoren durch temperaturabhängige Widerstände, vor- zugsweise NTC-Widerstände, gebildet sein. Derartige Sensoren sind robust, klein und kosten- günstig.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung sind die Heizmittel durch unterhalb der Gefässe am Tablett angeordnete elektrische Heizplatten gebildet. Derartige Heizplatten sind kostengünstig erhältlich und können durch Veränderung des elektrischen Stromes bzw. der elektrischen Span- nung einfach zur Regelung der Temperatur herangezogen werden. Nachteilig bei elektrischen Heizplatten ist die relativ ungenügende Wärmeübertragung zwischen Heizplatte und Gefäss, insbe- sondere wenn die Unterseite der Gefässe uneben ist. Zur Abhilfe kann oberhalb der Heizplatte eine Schicht aus elastischem, gut wärmeleitfähigem Material angeordnet werden, welches sich an die Form der Unterseite des Speisengefässes anpasst und somit eine bessere Wärmeübertragung bewirkt.
Alternativ dazu oder zusätzlich können die Heizmittel durch oberhalb der Gefässe am Deckel angeordnete Induktionsspulen od.dgl. gebildet sein. Um zu gewährleisten, dass die Speisen auf einen bestimmten Temperaturwert aufgewärmt werden, muss die tatsächliche Temperatur gemes- sen werden, da die von der Induktionsspule übertragene Energie von der Art, Menge und Zusam-
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mensetzung der Speisen abhängt.
Alternativ dazu oder zusätzlich können die Heizmittel auch an der Basisstation angeordnet sein. Insbesondere in diesem Fall könnte die Aufwärmung der Warmspeisen auch mittels Mikro- wellen erfolgen, da in diesem Fall mehr Platz für das Magnetron an der Basisstation vorhanden ist
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung weist jedes Tablett Identifikationsmittel für eine Identifikation auf. Dadurch kann eine eindeutige Zuordnung der Tabletts bzw. der gemessenen Temperaturwerte zu den entsprechenden Tabletts stattfinden und im Fall einer Normabweichung das jeweilige Tablett eindeutig identifiziert werden. Darüber hinaus können bestimmte Speisen, wie z. B. vegetarische Speisen oder Diätspeisen durch diese Identifikationsmittel gekennzeichnet werden und über die Schnittstelle eine entsprechende Verbindung zu einem zentralen Rechner erfolgen.
Wenn die Identifikationsmittel der Tabletts durch einen Speicher gebildet sind, können je nach Grösse dieses Speichers beliebige Daten über das Tablett bzw. die darauf befindlichen Speisen abgelegt werden. Ebenso können die Identifikationsmittel auch optisch, wie z.B. über einen Bar- code oder mechanisch, wie z. B. über Mikroschalter od.dgl. erfolgen.
Vorteilhafterweise weist jedes Tablett zumindest eine Einrichtung zur Energieverteilung auf.
Über diese können verschiedene Heizeinrichtungen am Tablett mit entsprechender Energie ver- sorgt werden und somit eine gezielte Aufwärmung der am Tablett befindlichen Warmspeisen erfolgen.
Wenn die zumindest eine Basisstation eine Energieschnittstelle zur Verbindung- mit einem ex- ternen Energiebus oder einer externen Energiequelle aufweist, kann eine entsprechende Regelung der zugeführten Energie erfolgen oder die auf der Basisstation allenfalls befindliche Energiever- sorgung, beispielsweise über das Versorgungsnetz aufgeladen werden.
Wenn an der zumindest einen Basisstation eine Ein-/Ausgabeeinrichtung, beispielsweise ein Personalcomputer, vorgesehen ist, können Informationen abgerufen und angezeigt werden, bezie- hungsweise kann durch Eingabe bestimmter Daten in das System eingegriffen werden. Beispiels- weise kann auch die Über- bzw. Unterschreitung eines bestimmten Zieltemperaturbereichs optisch oder akustisch angezeigt werden. Dadurch wird eine etwaige Überhitzung oder Unterkühlung der Speisen vom Personal erkannt werden.
Um eine Erfassung der Daten, wie Temperaturen oder Identifikation der Tabletts zu ermögli- chen, ist die zumindest eine Basisstation vorzugsweise mit einem Datenspeicher ausgestattet, wel- cher mit den Schnittstellen der Tabletts verbunden ist. Dadurch wird erreicht, dass auch bei ge- trennt stehender Basisstation, insbesondere bei einem Transportwagen, kein Datenverlust auftritt und die gespeicherten Daten später abgerufen oder weiterverarbeitet werden können. Zur lücken- losen Überwachung der Temperaturverläufe genügt beispielsweise eine Erfassung der Tempera- turwerte der Warmspeisen und bzw. oder Kaltspeisen im Abstand einer oder mehrerer Minute(n).
Um eine externe Verarbeitung der Daten zu ermöglichen, kann die zumindest eine Basisstation mit einer Datenschnittstelle versehen sein, über die ein externer Datenbus verbindbar ist. Somit können in einem Krankenhaus od.dgl. alle Basisstationen und somit alle darin befindlichen Tabletts mit den Speisen über einen Datenbus verbunden werden und über entsprechende Rechner oder Steuerungseinrichtungen eine Dokumentation bzw. Regelung der Temperaturen durchgeführt werden.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass die Schnittstellen und bzw. oder die Datenschnittstellen und bzw. oder die Energieschnittstellen durch elektrische Kon- takte ausgebildet sind. Im Fall der Schnittstellen auf den Tabletts befinden sich die Kontaktflächen vorzugsweise am Tablett, und die zugehörigen Kontaktstifte an der Basisstation. Dadurch wird eine leichtere Reinigbarkeit der Tabletts ermöglicht.
Wenn die Schnittstellen auf den Tabletts und bzw. oder die Datenschnittstellen und bzw. oder die Energieschnittstellen an den Basisstationen kontaktlos, beispielsweise induktiv ausgeführt sind, kann eine einfachere Reinigung der Tabletts und der Basisstationen im Gegensatz zu kontaktbe- hafteten Schnittstellen erfolgen. Auch in Bezug auf Korrosion sind kontaktlose Schnittstellen von Vorteil.
Die vorliegende Erfindung wird an Hand der beigefügten Abbildungen, welche eine Ausfüh- rungsform eines Systems zur Speisenverteilung, beispielsweise in einem Krankenhaus, gemäss der vorliegenden Erfindung zeigt, näher erläutert. Dann zeigen Fig. 1 einen Transportwagen in
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geschnittener Seitenansicht, Fig. 2 eine Ausführungsform eines Tabletts mit Warm- und Kaltspei- sen im Querschnitt, Fig. 3 eine Ausführungsform einer kontaktbehafteten Schnittstelle zwischen Tablett und Transportwagen und Fig. 4 schematisch eine Anordnung mehrerer Transportwagen in einem Daten- und Energienetzwerk.
Fig. 1 zeigt eine Basisstation 1 in Form eines Transportwagens, welcher mit einer Reihe von Einschüben 2 zur Aufnahme von Tabletts 3 mit darauf befindlichen Gefässen 4 für Warmspeisen und Gefässen 4' für Kaltspeisen ausgestattet ist. An oder unter den Tabletts 3 sind Heizmittel 5 zum Aufwärmen der in den Gefässen 4 befindlichen Warmspeisen vorgesehen, welche über eine ent- sprechende Schnittstelle 6 oder permanent mit der auf dem Transportwagen 1 befindlichen Ener- gieversorgung 7 verbunden werden können. Zur Dokumentation, Überwachung und Regelung der Temperatur der Speisen sind am Tablett 3 Temperatursensoren 8 integriert. Erfindungsgemäss ist vorgesehen, dass die Temperaturinformation der Temperatursensoren 8 über eine entsprechende Schnittstelle 6 zwischen den Tabletts 3 und dem Transportwagen 1 beispielsweise an einen Da- tenspeicher 10 übertragen wird.
Dadurch kann eine punktuelle oder quasikontinuierliche Überwa- chung der Temperatur der Warm- und Kaltspeisen auf jedem Tablett 3 erfolgen, zur Qualitätskon- trolle, ob die Speisen mit den vorgeschriebenen Temperaturen ausgeliefert werden. Dabei kann auf Grund der Temperaturinformation auch eine Regelung der Temperatur durch Veränderung der zugeführten Energie für die Heizmittel 5 erfolgen. Wenn jedes Tablett 3 über Identifikationsmittel verfügt, kann beispielsweise die Datenspeicherung der Temperaturverläufe eindeutig den jeweili- gen Tabletts 3 zugeordnet werden. Die Identifikation kann dabei in verschiedener Form, beispiels- weise elektronisch aber auch optisch oder mechanisch vorliegen. Wenn die Schnittstelle 6 kontakt- los, beispielsweise induktiv ausgebildet ist, kann eine einfachere Reinigung des Tabletts 3 erfol- gen.
Ebenso können Kontaktfehler durch Oxidation der Kontakte in diesem Fall nicht auftreten. Die Temperatursensoren 8 auf dem Tablett 3 sind vorteilhafter Weise möglichst nahe an den Warm- speisen angeordnet, sodass die tatsächliche Temperatur der Speisen in guter Näherung und nicht die mehr oder weniger davon abweichende Umgebungstemperatur erfasst wird. Vorteilhafterweise sind je Gefäss 4, 4' mehrere Temperatursensoren 8 angeordnet, deren Werte beispielsweise gemit- telt werden können, um eine gute Näherung der tatsächlichen Temperatur der Speise zu erzielen.
Um die Informationen, wie Identifikation der Tabletts 3 oder Temperatur der Speisen aus dem Datenspeicher 10 weiterleiten und weiterverarbeiten zu können, ist vorgesehen, dass diese über eine externe Datenschnittstelle 9 beispielsweise an einen Datenbus 22 und weiter zu einem Rech- ner 24 bzw. einer zentralen Steuerung übertragen werden. Die Übertragung muss dabei nicht leitungsgebunden erfolgen, sondern kann beispielsweise auch über Funk geschehen. Zusätzlich kann eine Einrichtung zur Anzeige der im Datenspeicher 10 abgelegten Information sowie zur Bedienung am Transportwagen 1 vorgesehen sein (nicht dargestellt).
Darüber hinaus kann auch eine externe Energieschnittstelle 11am Transportwagen 1 angeordnet sein, zur Verbindung mit einem externen Energiebus 23, einer externen Energiequelle oder zur Beeinflussung der im Trans- portwagen 1 allenfalls befindlichen Energieversorgung 7.
Fig. 2 zeigt ein Tablett 3 mit Gefässen 4 für Warmspeisen und Gefässen 4' für Kaltspeisen, bei dem über den Gefässen 4 für die Warmspeisen ein Deckel 3' zur Wärmeisolierung angeordnet ist.
Am Tablett 3 ist ein Heizmittel 5 in Form einer Heizplatte integriert, welche über einen Energiever- teiler 13 mit einem Kontakt 14 an einem Rand des Tabletts 3 verbunden ist. Ebenso können die Heizmittel 5 durch eine im Deckel 3' angeordnete Induktionsspule gebildet und am Deckel 3' ein oder mehrere Temperatursensor (en) sein,welche ebenso mit Kontakten 14 verbunden sind. Die Erwärmung der Warmspeisen kann auch mittels Mikrowellen erfolgen, wobei das Magnetron in diesem Fall zweckmässigerweise an der Basisstation 1 untergebracht wird. Erfindungsgemäss sind am Tablett 3 und bzw. oder am Deckel 3' Temperatursensoren 8 zur Erfassung der Temperatur der Warmspeisen und der Kaltspeisen angeordnet und mit einem allfälligen Speicher 12 und dem Kontakt 14 verbunden.
Die Temperatursensoren 8 können unterhalb der Gefässe 4,4' oder auch darüber, beispielsweise im Deckel 3' angeordnet sein, wobei vorzugsweise je Gefäss 4,4' mehrere Temperatursensoren 8 angeordnet sind, so dass die tatsächliche Temperatur der Speisen in möglichst guter Annäherung erfasst werden kann. Um einen guten Kontakt zwischen Temperatur- sensor 8 und der Unterseite des Gefässes 4, 4' zu erzielen, können allenfalls elastische, jedenfalls gut wärmeleitende Zwischenschichten angeordnet werden. Durch zusätzliche Information über Beschaffenheit des Geschirrs, wie z. B. Dicke des Gefässes, kann eine Kompensation der Trägheit
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des Temperatursensors 8 durch Erfahrungswerte erfolgen.
Der allfällige Datenspeicher 12 kann zur Zwischenspeicherung von Temperaturwerten während das Tablett 3 vom Transportwagen 1 entfernt ist, sowie zur Identifikation des Tabletts 3 dienen. Beispielsweise kann das Tablett 3 mit einer eindeutigen Nummer oder mit Information über die darauf befindlichen Speisen, wie z.B. vegetarische Speisen oder Diätspeisen, versehen werden. Die Kontakte 14 am Rand des Tabletts 3 bzw. des Deckels 3' können auch kontaktlos, beispielsweise induktiv, ausgeführt sein. Die Kon- takte 14 bilden die Schnittstelle 6 zwischen den Tabletts 3 und dem Transportwagen 1 und erlau- ben somit die Übertragung der Temperaturinformationen und Informationen über das Tablett 3 zum Transportwagen 1 sowie die Verbindung zwischen der Energieversorgung am Transportwagen 1 und den Heizmitteln 5 am Tablett 3.
Fig. 3 zeigt eine Ausführungsvariante einer kontaktbehafteten Schnittstelle 6, wobei an einem Teil der Basisstation ein Kontaktbolzen 18 angeordnet ist, der im Inneren eine Hülse 16 aufweist, in der ein über eine Feder 17 gelagerter Stift 15 angeordnet ist. Der Kontaktbolzen 18 ist mit einem entsprechenden elektrischen Anschluss 19 verbunden. Am Tablett 3 ist das Gegenstück des Kontakts in Form einer Kontaktfläche 20 angeordnet, die mit einem entsprechenden Anschlusska- bel 21 verbunden ist. Um Toleranzen ausgleichen zu können, ist die Kontaktfläche 20 entspre- chend gross gegenüber dem Stift 15 ausgeführt, so dass kein exaktes Zusammenspiel zwischen Kontaktstift 15 und Kontaktfläche 20 erforderlich ist.
Beim Einschieben des Tabletts 3 in den Transportwagen 1 wird der Kontaktstift 15 gegen die Kontaktfläche 20 gepresst und somit eine elektrische Verbindung zwischen den Anschlussleitungen 19 und 21 hergestellt, über welche Daten oder Energie übertragen werden können.
Fig. 4 zeigt schliesslich eine schematische Anordnung mehrerer Transportwagen 1 in einem Daten- und Energienetzwerk, wobei die auf den Transportwagen 1 befindlichen Tabletts 3 über eine entsprechende Schnittstelle 6 mit einem internen Leitungssystem für die Daten und die Ener- gie im Transportwagen 1 verbunden sind, und die Transportwagen 1 jeweils mit einer Datenschnitt- stelle 9 versehen sind und bzw. oder mit einer Energieschnittstelle 11. Über einen entsprechenden Datenbus 22 können mehrere Transportwagen 1 miteinander verbunden werden und die entspre- chenden Daten, beispielsweise über einen Rechner 24 oder eine Steuerung, weiterverarbeitet oder dokumentiert werden.
Auch Energie kann über einen Energiebus 23, der mit den Energieschnitt- stellen 11 aller Transportwagen 1 verbunden ist, in einem Netzwerk zusammengefasst werden, so dass einerseits eine Energieversorgung gewährleistet ist und andererseits eine Regelung dersel- ben über die Rechner 24 erfolgen kann. Somit ist von einem oder mehreren zentralen Rechnern 24 eine lückenlose Dokumentation der Temperaturen der Speisen auf den Tabletts 3 und auch eine entsprechende Regelung derselben möglich. Eine derartige Anordnung ist insbesondere in grösse- ren Bauwerken, wie z.B. Krankenhäusern oder Altersheimen, von Vorteil.
PATENTANSPRÜCHE:
1. Speisenverteilsystem bestehend aus zumindest einer Basisstation (1) mit mehreren Ein- schüben (2) für Tabletts (3) mit Gefässen (4,4') für Warmspeisen und allenfalls Kaltspei- sen, welche Tabletts (3) Schnittstellen (6) zur Basisstation (1) aufweisen, und aus Heizmit- teln (5) zum Aufwärmen der Warmspeisen und einer allenfalls auf der Basisstation befind- lichen Energieversorgung (7), dadurch gekennzeichnet, dass die Tabletts (3) zumindest einen Temperatursensor (8) beinhalten, und dass die Temperaturinformation des zumin- dest einen Temperatursensors (8) über die Schnittstelle (6) zur Basisstation (1) übertragen werden kann.