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Die Erfindung betrifft eine Dachkonstruktion mit Trägern, deren Ober- bzw. Untergurte jeweils mindestens drei nebeneinander angeordnete Brettschichtträger aufweisen, wobei zwischen dem Ober- und Untergurt des Trägers in Längsrichtung voneinander beabstandete, vertikale Steher angeordnet sind und die Träger zur Versteifung Zugdiagonalen aus Stahl zwischen dem Ober- und dem Untergurt aufweisen.
Derartige, Teile einer Dachkonstruktion bildende Träger, deren Ober- bzw. Untergurte jeweils mindestens zwei Brettschichtträger aufweisen, wobei zwischen dem Ober- und Untergurt der Träger in Längsrichtung voneinander beabstandete, vertikale Steher angeordnet sind und zur Versteifung der Träger Zugdiagonalen aus Stahl zwischen dem Ober- und dem Untergurt vorgesehen sind, sind bekannt. In herkömmlichen Dachkonstruktionen sind solche Träger auf Stützen oder auf linienförmigen Auflagern, wie Mauern, gelagert und bilden dabei die Hauptträger bzw. das Primärsystem der Dachkonstruktion. Quer auf diesen Hauptträgern sind üblicherweise Pfetten angeordnet, welche das Sekundärsystem der Dachkonstruktion darstellen. Auf diesen sind in Querrichtung Schalungsbretter befestigt, weiche die Auflagefläche für die Dämm- und Dichtungsschichten des Daches bilden.
Diese Dämm- und Dichtungsschichten umfassen jedenfalls eine die Dachkonstruktion nach aussen abschliessende Dachhaut sowie gegebenenfalls weitere Schichten, wie eine Isolierung und eine Dampfsperre. Um eine geschlossene Deckenunteransicht zu bilden, müssen an der Unterseite der Hauptträger weitere Elemente des Dachaufbaus angebracht werden.
Ein weiterer, einen Teil des Primärsystems einer herkömmlichen Dachkonstruktion bildenden Träger ist aus der AT 174 188 B bekannt. Bei diesem besteht der Ober- bzw. Untergurt jeweils aus einem einzelnen Brettschichtträger, wobei die Brettschichtträger durch zwischen dem Ober- und Untergurt geneigt verlaufende Streben verbunden sind Von diesem nicht gattungsgemässen Träger ist die Ausbildung des Ober- und des Untergurts als flächige Elemente an sich bekannt.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Dachkonstruktion bereitzustellen, durch die der herkömmliche Dachaufbau wesentlich vereinfacht wird, und erfindungsgemäss gelingt dies bei einer Dachkonstruktion der eingangs genannten Art dadurch, dass der Ober- und der Untergurt eines jeweiligen Trägers als flächige Elemente ausgebildet sind, deren Breiten wesentlich grösser als deren Höhen sind, und dass die Träger in der Dachkonstruktion unmittelbar aneinander angrenzen oder durch Zwischenräume beabstandet sind, die schmaler als die Breite der Träger, vorzugsweise schmaler als die halbe Breite der Träger sind und im Bereich der Oberseiten der Obergurte der Träger von Abdeckelementen überspannt sind, wobei die Oberseiten der Obergurte der Träger bzw.
eine auf diesen aufgebrachte aussteifende Beplankung und gegebenenfalls die Oberseiten der Abdeckelemente die Auflagefläche für die Damm- und Dichtungsschichten der Dachkonstruktion bilden, welche eine Dachhaut und gegebenenfalls weitere Schichten, wie eine Isolierung und/oder eine Dampfsperre, umfassen und unmittelbar auf den Oberseiten der Obergurte der Träger oder auf einer auf diesen angebrachten aussteifenden Beplankung aufliegen.
Bei der erfindungsgemässen Dachkonstruktion können also eine Wärmeisolierung und die Dachhaut unmittelbar auf den Obergurten der Träger angebracht werden, ohne dass es eines dazwischenliegenden Sekundärsystems in Form von querliegenden Pfetten sowie darauf angebrachten Schalungsbrettern wie bei der herkömmlichen Dachkonstruktion bedarf. Alternativ können die Träger auch durch Zwischenräume voneinander beabstandet sein, die schmaler als die Breite der Träger, vorzugsweise schmaler als die halbe Breite der Träger sind, wobei die Zwischenräume im Bereich der Oberseiten der Träger von Abdeckeiementen überspannt sind. Die Dämm- und Dichtungsschichten des Daches liegen wiederum unmittelbar auf den Oberseiten der Obergurte der Träger bzw. einer darauf angebrachten aussteifenden Beplankung sowie auf den Oberseiten der Abdeckelemente.
Falls eines oder mehrere der Abdeckelemente als Oberlichte ausgebildet sind, entfallen natürlich in diesem Bereich weitere Dämm- und Dichtungsschichten.
Zur Ausbildung der Ober- und der Untergurte der Träger als flächige Elemente sind die Breiten der Ober- bzw. Untergurte bevorzugterweise mindestens zehnmal, in einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel mindestens zwanzigmal grösser als deren Höhen.
Bei der erfindungsgemässen Dachkonstruktion stellen somit die Träger gleichzeitig das Haupttragsystem, das Nebentragsystem, die allfälligen Aussteifungen, die Dachschalung und bevorzugterweise auch die Deckenuntersicht dar.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden im folgenden anhand der beiliegenden Zeichnung erläutert. In dieser zeigen.
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Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Teils eines erfindungsgemässen Trägers ;
Fig. 2 einen vergrösserten Teilquerschnitt des Trägers bei dessen Zusammenbau; Fig. 3 eine schematische Darstellung eines Gebäudes mit einer Dachkonstruktion mit erfin- dungsgemässen Trägern in einem Schnitt in Längsrichtung der Träger;
Fig. 4 einen vergrösserten Schnitt entlang der Linie A-A von Fig. 3;
Fig. 5 einen vergrösserten Schnitt entlang der Linie B-B von Fig. 3 unter Weglassung der
Dämm- und Dichtungsschichten;
Fig. 6 einen Schnitt entlang der Linie C-C von Fig. 5.
Der in den Figuren dargestellte Träger der erfindungsgemässen Dachkonstruktion weist einen Obergurt 1 und einen Untergurt 2 auf, welche jeweils aus mehreren nebeneinanderliegenden und unmittelbar aneinander angrenzenden Brettschichtträgern 3 bestehen. Im gezeigten Ausführungsbeispiel bilden fünf Brettschichtträger 3 einen Obergurt 1 bzw. einen Untergurt 2, es können jedoch auch mehr oder weniger Brettschichtträger pro Gurt vorgesehen sein. Jedenfalls weist jeder Gurt aber mindestens zwei, bevorzugterweise mindestens drei einzelne Brettschichtträger auf. Die Lamellen der Brettschichtträger sind bevorzugterweise vertikal ausgerichtet. Auf den Brettschichtträgern 3 des Untergurts 2 und quer über diese verlaufend und diese verbindend sind in Längsrichtung der Gurte 1,2 voneinander beabstandet Schwellenhölzer 5 angeordnet.
In entsprechender Weise sind unter den Brettschichtträgern des Obergurts 1 ebensolche Schwellenhölzer 5 angeordnet. Die Schwellenhölzer 5 auf dem Untergurt 2 und die Schwellenhölzer 5 unter dem Obergurt 1 liegen dabei jeweils vertikal übereinander und bilden Auflager für vertikale Druckpfosten oder Steher 4, die zwischen den übereinanderliegenden Schwellenhölzern des Untergurts 2 und des Obergurts 1 angeordnet sind.
Zur Versteifung des Trägers dienen Zugdiagonalen 6 aus Stahl. Diese verlaufen, in Seitenansicht des Trägers gesehen, zwischen zwei in Längsrichtung benachbarten vertikalen Stehern 4 vom Untergurt 2 zum Obergurt 1 bzw. vom Obergurt 1 zum Untergurt 2 und sind, in Draufsicht des Trägers gesehen, jeweils in dem Bereich angeordnet, in dem zwei nebeneinanderliegende Brettschichtträger 3 des Untergurtes 2 bzw. des Obergurtes 1 aneinander angrenzen, sowie an den beiden Aussenseiten des Obergurtes 1 bzw. des Untergurtes 2 vorgesehen In Fig. 2 ist die Befestigung einer Zugdiagonale zwischen zwei Brettschichtträgern 3 dargestellt. Die Brettschichtträger sind an ihren einander zugewandten Seiten mit gegenüberliegenden Sackbohrungen 7 versehen.
Das Ende der Zugdiagonale 6 ist an einem Halteblech 8 befestigt, welches einen querliegenden Stift 9 trägt. Dessen eines Ende liegt in der Darstellung gemäss Fig. 2 bereits in der Sackbohrung 7 des Schwellenholzes 3, während sein anderes Ende durch eine Verschiebung des rechten Schwellenholzes in Pfeilrichtung 11 in die Sackbohrung 7 dieses Schwellenholzes eingeführt wird. Zur Verstärkung sind über den Sackbohrungen 7 Lochbleche 10 angeordnet. Das Schwellenholz 5 ist weiters mit einem Schlitz 12 versehen, in welchem ein Teil des Haltebleches 8 liegt. Weiters weist der in Fig. 2 links dargestellte Brettschichtträger 3 im Bereich unterhalb der Sackbohrung 7 eine Stufe 13 nach aussen auf, welche in eine nach innen gerichtete Stufe 22 des in Fig. 2 rechts dargestellten Brettschichtträgers 3 eingreift, wenn diese beiden Brettschichtträgers unmittelbar aneinander angrenzen.
Diese Abdeckung der Halterung der Zugdiagonale 6 nach unten stellt in erster Linie eine Brandschutzmassnahme dar und verbessert weiters das Aussehen der Deckenunteransicht.
Das in Fig 3 schematisch dargestellte Gebäude weist eine erfindungsgemässe Dachkonstruktion auf, deren tragenden Teile derartige Träger 14 sind. Diese Träger können beispielsweise eine Länge von 50 Metern aufweisen und eine lichte Weite von 30 Metern überspannen. Auf der einen Seite liegen diese Träger auf einer Gebäudewand 15 als linienförmigem Auflager auf, während sie auf der anderen Seite über eine Reihe von hintereinanderliegenden Säulen 16 abgestützt sind. Die einzelnen Träger können unmittelbar aneinander angrenzen oder sie können durch Zwischenräume voneinander beabstandet sein, welche aber jedenfalls schmaler als die Breite der Träger, vorzugsweise schmaler als die halbe Breite der Träger sind. Ein solches Ausführungsbeispiel ist in Fig. 4 dargestellt.
Die Zwischenräume zwischen den Trägern 14 sind im Bereich der Oberseiten der Träger durch Abdeckelemente 17,17' abgedeckt, welche auf den jeweils äusseren Brettschichtträgern 3 der Obergurte 1 aufliegen. Um die dadurch entstehenden zusätzlichen Kräfte aufnehmen zu können, sind diese aussenliegenden Brettschichtträger 3 stärker ausgebildet. Das Abdeckelement 17' stellt eine Oberlichte dar. Der darunterliegende Zwischenraum zwischen den beiden
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Trägern 14 ist daher im Bereich der Untergurte 2 dieser Träger nicht abgedeckt, während die anderen Zwischenräume in der Höhe der Untergurte 2 durch Abdeckelemente 18,18', 18" bündig zu den Untergurten abgedeckt sind.
Die Abdeckelemente 18', 18" stellen hierbei besondere Installationen, wie eine Beleuchtungseinrichtung (Abdeckeiement 18') oder einen herablassbaren Vorhang zur Raumteilung (Abdeckelement 18"), dar.
Die Oberseiten der Obergurte 1 der Träger 14 bilden zusammen mit den Abdeckelementen 17 die Auflagefläche für die Dämm- und Dichtungsschichten des Daches, welche hier aus der Isolierung 19 und der das Dach nach aussen abschirmenden Dachhaut 20 bestehen. Gegebenenfalls könnte auch eine Dampfsperre vorgesehen sein. Bei grossen Seitenlasten kann zusätzlich eine aussteifende Beplankung 23 auf den Obergurt aufgelegt und mit diesem beispielsweise mittels Nägeln schubfest verbunden werden.
Die Figuren 5 und 6 veranschaulichen die Lagerung der Träger auf den Säulen 16. Es ist dazu ein Querträger 21 vorgesehen, der oberhalb der Säulen 16 quer zu den Trägern 14 und innerhalb dieser angeordnet ist. Der Querträger 21 liegt dabei zwischen zwei Schwellenhölzern 5 und ersetzt die sonst in diesem Bereich vorgesehenen Steher 4.
Wie insbesondere aus Fig. 3 ersichtlich ist, wechseln die Zugdiagonalen 6 entsprechend dem Verlauf der Querkräfte über die Länge des Trägers 14 ihre Diagonalrichtung. Bei wechselnder Beanspruchung können auch über einen Bereich des Trägers 14 oder über den gesamten Träger 14 jeweils zwei sich kreuzende Zugdiagonalen im Bereich zwischen benachbarten Stehern vorgesehen sein.
Beim gezeigten Ausführungsbeispiel des Trägers sind die Brettschichtträger in den Ober- und Untergurten unmittelbar aneinander angrenzend angeordnet. Denkbar und möglich wäre es auch, dass zwischen den einzelnen Brettschichtträgern gewisse Zwischenräume vorgesehen sind, die von Abdeckteilen überdeckt sind Erfindungswesentlich ist, dass der Ober- und der Untergurt des Trägers jeweils als flächiges Element ausgebildet ist, dessen Breite wesentlich grösser als dessen Höhe ist. Bevorzugt ist dabei, dass die Breite des Ober- bzw. Untergurtes mindestens zehnmal grösser ist als dessen Höhe. Im gezeigten Ausführungsbeispiel liegt dieses Verhältnis bei mehr als zwanzig.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Dachkonstruktion mit Trägern, deren Ober- bzw. Untergurte jeweils mindestens drei nebeneinander angeordnete Brettschichtträger aufweisen, wobei zwischen dem Ober- und
Untergurt des Trägers in Längsrichtung voneinander beabstandete, vertikale Steher ange- ordnet sind und die Träger zur Versteifung Zugdiagonalen aus Stahl zwischen dem Ober- und dem Untergurt aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass der Ober- (1) und der Unter- gurt (2) eines jeweiligen Trägers (14) als flächige Elemente ausgebildet sind, deren Breiten wesentlich grösser als deren Höhen sind, und dass die Träger (14) in der Dachkonstruktion unmittelbar aneinander angrenzen oder durch Zwischenräume beabstandet sind, die schmaler als die Breite der Träger (14), vorzugsweise schmaler als die halbe Breite der
Träger (14) sind und im Bereich der Oberseiten der Obergurte (1)
der Träger (14) von
Abdeckelementen (17, 17') überspannt sind, wobei die Oberseiten der Obergurte (1) der
Träger (14) bzw. eine auf diesen aufgebrachte aussteifende Beplankung (23) und gegebenenfalls die Oberseiten der Abdeckelemente (17) die Auflagefläche für die Dämm- und Dichtungsschichten der Dachkonstruktion bilden, welche eine Dachhaut (20) und gegebenenfalls weitere Schichten, wie eine Isolierung (19) und/oder eine Dampfsperre, umfassen und unmittelbar auf den Oberseiten der Obergurte (1) der Träger (14) oder auf einer auf diesen angebrachten aussteifenden Beplankung (23) aufliegen.