AT404840B - Verwendung einer einrichtung zur bestimmung von helicobacter pylori - Google Patents
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Description
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Die Erfindung bezieht sich auf die Verwendung einer Einrichtung, welche das aus einer flüssigen Probe austretende Ammoniakgas quantitativ bestimmt, insbesondere eines Teststreifens, welcher sich je nach der Menge des Gases unterschiedlich verfärbt, zur an sich bekannten Bestimmung von Helicobacter pylori mittels Reaktion einer Gewebsprobe mit einer wässrigen Harnstofflösung.
Entzündliche Erkrankungen und Geschwüre der unteren Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms werden bekanntlich durch das Bakterium Helicobacter pylori verursacht. Diese Bakterien enthalten Urease und ihre Gegenwart kann somit durch Zugabe von Harnstoff zu einer aus dem Magen entnommenen Gewebeprobe festgestellt werden. Der Harnstoff wird nämlich durch die Urease gespalten und es entsteht Ammoniak und C02, wodurch ein Rückschluss auf das Vorhandensein der Bakterien möglich ist.
WO-A 1-93/19200 zeigt die Verwendung eines Teststreifens, der bei Aufbringen einer Gewebsprobe, welche Urease enthält, durch das entstehende Ammoniakgas verfärbt wird. Die vorveröffentlichte Einrichtung erlaubt lediglich eine Entscheidung darüber, ob Helicobacter pylori vorliegt oder nicht.
Durch Versuche wurde festgestellt, dass eine quantitative Bestimmung des Bakteriengehaltes von gastrischem Gewebe wünschenswert wäre, da die Menge der Bakterien in guter Korrelation zu den histologische Befunden über den Grad der Entzündung des Gewebes steht. Die Erfindung besteht somit zunächst in der Forderung nach quantitativer Feststellung des Bakteriengehaltes des Gewebes.
Dies setzt zunächst voraus, dass die Harnstofflösung im wesentlichen mit der ganzen im Gewebe enthaltenen Urease zur Reaktion kommt. Ausserdem muss die nach Alkalisierung der Lösung entstehende Gasmenge für eine quantitative Bestimmung ausreichen. Es ist nun aber bekannt, dass diese Bedingung bei menschlichem Blut erfüllt ist, welches etwa 20 - 100 llg/dl NH3 enthält.
Zur Analyse des Ammoniumgehaltes des Blutes wurden bereits Teststreifen entwickelt, welche aus einer beidseits beschichteten porösen Trägerfolie bestehen. Auf einer Seite der Trägerfolie befindet sich eine Mischung aus Borsäure und Natronlauge, welche einen aufgebrachten Blutstropfen alkalisch macht, auf der anderen Seite ein Indikator, welcher sich in Abhängigkeit von einem pH-Wert verfärbt. Wie stark sich der pH-Wert verändert, hängt davon ab, wieviel Ammoniak durch die Poren der Trägerfolie dlsslplert. Die Verfärbung der beispielsweise aus Bromkresolgrün bestehenden Indikatorschicht kann maschinell gemessen werden, sodass der Ammoniumgehalt des Bluttropfens unmittelbar abgelesen oder ausgedruckt werden kann.
Erfindungsgemäss ist nunmehr vorgesehen, dass die Masseverhältnisse von Gewebsprobe, Harnstoff und Wasser so gewählt werden, dass die entstehende Ammoniumkonzentration zumindest jener im menschlichen Blut entspricht.
Die bekannten, zur Ammoniumbestimmung des menschlichen Blutes entwickelten Verfahren können damit direkt auf die Untersuchung von gastnschen Gewebeproben angewendet werden.
Die weitere Erläuterung der Erfindung erfolgt anhand eines Ausführungsbeispieles und eines Diagramms Beispiel :
Mittels einer Pipette wurde jeweils 0, 5 ml destilliertes Wasser in ein Reaktionsgefäss gebracht. Eine Harnstofftablette mit einer Dicke von 1 mm und einem Durchmesser von 5 mm wurde in das Reaktionsgefäss eingebracht, dieses verschlossen und durch gutes Schütteln die Tablette aufgelöst.
In die vorbereitete Testlösung wurde ein 1 mm3 grosses Gewebestück eingebracht, welches anlässlich einer Gastroskopie mittels einer Gewebezange (Modell FB-25K der Firma Olympus) entnommen worden war. Die Gewebsprobe wurde in das Testmedium eingeführt, unmittelbar darauf das Reaktionsgefäss wieder verschlossen. Nach dreistündiger Inkubation wurden mit einer Mikropipette 0, 002 ml auf einem Teststreifen aufgebracht, wie er zur Feststellung des Ammoniakgehaltes im menschlichen Blut von der Firma Menarini unter der Bezeichnung Menagent Ammonia Test Kit 11 vertrieben wird. Die entsprechende Verfärbung des Teststreifens wurde automatisch mittels des ebenfalls von der Firma Menarini vertriebenen Gerätes Ammonia Checker 11 beurteilt, weiches nach 180 Sekunden eine Ablesung erlaubt.
Der oben beschriebene Versuch wurde mit Gewebsproben von insgesamt 218 Patienten durchgeführt, wobei sich eine Verteilung der Ammoniakwerte gemäss Diagramm ergab. Das Ergebnis wurde einerseits mit dem histologische Befund, andererseits mit bekannten Tests (CLO der Firma Delta West und JATROX der Firma Rhöm Pharma), welche nur auf das Vorhandensein oder Fehlen von Helicobacter pylori ansprechen, verglichen. Dabei bestätigte sich zunächst die wissenschaftlich bereits erhärtete Tatsache, dass chronisch aktive Gastritis vom Typ B ausschliesslich durch Helicobacter pylori verursacht wird. Die Ammoniakwerte für Patienten, deren histologische Befund das Vorliegen einer chronisch aktiven Gastritis vom Typ B ausschloss, lagen durchwegs unter 400 Einheiten der im Diagramm gewählten Skala.
Diese Werte entsprechen etwa jenen, wie sie auch bei Aufbringen eines Tropfens Blut auf den verwendeten Teststreifen zu
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beobachten sind. Werte über 1000 waren hingegen eindeutig einem positiven histologische Befund auf chronisch aktive Gastritis vom Typ B zuzuordnen. Dabei ergab sich in sechs Fällen (im Diagramm mit B bezeichnet), in denen ein rein qualitativer negativer Farbumschlagtest im Widerspruch zum histologische Befund gestanden war, nunmehr eine-wenn auch geringe - Erhöhung der Ammoniakwerte auf etwas über 1000 Einheiten.
Andererseits konnte bei einem zunächst im Widerspruch zum bekannten Schnelltest und zum histologische Befund stehenden Fall festgestellt werden, daS nach 24-stündiger Inkubationszeit der Messwert deutlich angestiegen war und der zunächst niedrige Wert auf ungenügende Durchmischung der Probe zurückzuführen war (Fall A).
Das neue Verfahren bringt nicht nur ein gegenüber den bisherigen, lediglich das blosse Vorhandensein von Helicobacter pylori prüfenden Tests verlässlicheres Ergebnis. Vor allem hat sich gezeigt, dass die histologische Zuordnung der Gewebsproben zu einer geringen, mittelgradigen oder hochgradigen Entzündung erstaunlich gut mit den gemessenen Ammoniakwerten korreliert, wenn man den Bereich einer geringfügigen Entzündung im beiliegenden Diagramm von 1000 - 5000 Einheiten, den der mittelgradigen Entzündung von 5000 - 15000 Einheiten und den der hochgradigen Entzündung oberhalb von 15000 Einheiten ansetzt.
Mittels des erfindungsgemässen Verfahrens kann nicht nur der Grad und die Aktivität einer Entzündung festgestellt werden, es ist insbesondere auch möglich, nunmehr die Entzündungsaktivitäten der einzelnen Magen- und Darmabschnitte zu vergleichen. Insbesondere lässt sich die Prädominanz der Entzündung in einem oder mehreren der folgenden Abschnitte a-f feststellen : a) Antrum-G. b) Corpus-G. c) Fundung + Cardia-G. d) dist. Ösophagus - (Reflux) e) Duodenum - (Metaplasie) f) Pangastritis Durch diese Lokalisierung des stärksten Befalles mit Helicobacter pylori ist ein differenzierter Therapieeinsatz möglich, des weiteren eine rasche Therapie-Kontrolle ohne weitere histologische Befundung.
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.
Claims (1)
- Patentansprüche 1. Verwendung einer Einrichtung, welche das aus einer flüssigen Probe austretende Ammoniakgas quantitativ bestimmt, insbesondere eines Teststreifens, welcher sich je nach der Menge des Gases unterschiedlich verfärbt, zur an sich bekannten Bestimmung von Helicobacter pylori mittels Reaktion einer Gewebsprobe mit einer wässrigen Harnstofflösung, dadurch gekennzeichnet, dass die Massever- hältnisse von Gewebsprobe, Harnstoff und Wasser so gewählt werden, dass die entstehende Ammoni- umkonzentration zumindest jener im menschlichen Blut entspricht. **WARNUNG** Ende CLMS Feld Kannt Anfang DESC uberlappen**.
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1994
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Also Published As
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| ATA61194A (de) | 1998-07-15 |
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