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Rohrvorlaufgeschütz.
Die hier niedergelegte Erfindung dient für Rohrvorlaufgeschütze und hat zur Aufgabe, beim Versagen der selbsttätigen Entzündung der Pulverladung oder bei Nachzündung oder beim Feuern mit Manöverkartuschen zu verhindern, dass sich die Rohrmündung in Folge der durch das Aufhalten des Rohres entstehenden Reaktionskraft auf die Lafette nach abwärts senkt.
Erreicht wird dieses dadurch, dass die beim Elevieren unbeweglich bleibende Unterlafette mit dem einen Ende einer Stütze verbunden wird. deren anderes Ende den Erdboden ganz oder nahezu berührt und in horizontaler Richtung gemessen so weit nach vorwärts reicht, dass der Schwerpunkt des ganzen Geschützes, selbst bei der vordersten Lage des Rohres, die beim Versagen der Entzündung der Pulverladung vorhanden ist, hinter diesem vorderen Stützende zu liegen kommt.
Um gleichzeitig beim Versagen der Zündung ein Verschieben der Lafette nach vorwärts durch den auftretenden Reaktionsdruck zu verhindern, kann an dem vorderen Stützende ein Sporen oder Spaten, der sich im Erdreich festsetzt, angebracht werden.
Durch die Fig. 1-2 ist eine Rohrvorlaufkanone auf Räderlafette dargestellt.
Das in Lade-und Richtstellung befindliche Rohr (A) stützt und führt sich mit seinen Tatzen (a, a) auf den Leisten b der Oberlafette B. Letztere schwingt bei der Elevationserteilung um die horizontal in der Unterlafette C gelagerten Zapfen o.
Wird das Rohr A behufs Abgabe des Schusses frei gemacht, so wird es durch den in der
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ladung des Rohres statt. Das Rohr wird alsdann durch den auftretenden Rückstoss zur Ruhe gebracht und hierauf in die Ladestellung zurückgetrieben. Vom Beginne des Vorlaufes bis zur Beending des Rücklaufes wird durch den Akknmulat) r ein nach rÜckwiirts wirkender Reaktions- druck auf die Lafette ausgeübt und so die letztere nach rückwärts zu schieben und zugleich um
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wiederum ihren Halt gegen ein Zurückweichen durch den an ihr angebrachten hinteren Sporn H.
Das Hoben um den Lafettenschwanz verhindert das entgegengesetzt wirkende Moment, das aus dem Gewichte des geschütztes und dem horizontalen Abstand des Schwerpunkten des letzteere von dem Lafettenschwanz D gebildet wird.
Sobald nun aber die selbsttätige Entzündung der Pulverladung versagt oder nur Manöverkartuschen verfeuert werden, sucht sich das Rohr weiter nach vorwärts zu bewegen und muss alsdann, wenn es nicht aus den Gleitschienen der Oberlafette heraustreten und zu Boden fallen soll, auf irgend eine Art zum Rtillstande gebracht werden.
Die dadurch entstehende Reaktionskraft auf die Lafette ist aber in diesem Falle nach vorwärts gerichtet und die Folge davon ist, dass das Rohr die Lafette nach vorwärts zu schieben und gleichzeitig mit samt dem Rohr um die Radachse R oder den Auflagepunkt S der Lafettenräder nach abwärts zu drehen sucht.
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Verbindung der Aufhaltestiitze mit der Unterlafette C dienen die zwei mit Bolzenlöchern n, a verachcnen Stangen N, die durch die Bolzen p einerseits mit der Unterlafette C und andererseits mit der Stütze G vereinigt werden. Um dem Terrain Rechnung zu tragen, hat die Stütze G mehrere Löcher i, wodurch der Winkel der Unterlafette mit der Stütze verschieden gestellt werden kann.
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um die Radachse R bezw. um den Auflagepunkt S der Lafettenräder mit der Rohrmündung nach abwärts zu drehen. Dies wird aber dadurch verhindert, dass die mit der Unterlafette e, lösbar verbundene Aufhaltestütze G in Tütigkeit tritt, die nur ein Drehen um den Aufhaltesporn K erlaubt. Der grosse horizontale Hebelarm, vom Stützpunkt K bis zum Schwerpunkt des Geschützes gehend, ist derart bemessen, dass das Drehmoment aus diesem Hebelarm und dem
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zulässt.
Durch Fig. 3 und 4 wird eine andere Ausführung der lösbaren Aufhaltestütze veranschaulicht.
Diese ist wiederum mit G bezeichnet und auf der Radachse R drehbar gelagert. Durch die Bolzen- löcher i kann die Stütze je nach der Terraingestaltung mit der Unterlafette C einen verschiedenen Winkel bilden. Es ist nur nötig, eines der Löcher i mit dem Loch in der Unterlafette übereinander zu setzen und mit den Bolzen z, aus Fig. 4 ersichtlich, zu verbinden. Um die Aufhaltestütze zum Fahren einzurichten, hat man nur nötig, die Bolzen z aus den entsprechenden Bolzenlöchern zu entfernen, alsdann die Stütze um die Radachse so lange zu drehen, bis sie die in Fig. 3 dargestellte punktierte Lage Gl, J (l einnimmt.
In Fig. 3 ist die Aufhaltestiitze G so dargestellt, dass ihr vorderes Ende den Boden berührt.
Es ist sogar unter dem durch das Rad gebildeten vordersten Unt@rstützungspunkte S der Lafette das Erdreich weggenommen gedacht, so dass das vordere Ende der Aufhaltestütze mit Druck die Auflagefläche berührt. Es ist aber nicht immer erwünscht, dass jenes Ende auf dem Boden aufliegt. Denn beim Feuern kann es wegen des Zielwechsels nötig werden, sobald die Seitenrichtvorrichtung der Oberlaftte nicht mehr ausreicht oder wenn eine solche überhaupt fehlt, den Lafettenschwanz D nach links oder rechts zu schieben. Ist nun der Lafettensporn H tief ins Erdreich eingesunken, so wird es erforderlich, diesen etwas hoch zu heben, um die Verschiebung ausführen zu können.
Würde nun das vordere Ende der Aufhaltestütze schon im Boden sitzen oder auf dem Boden aufliegen, so müsste vor dem Verschieben des Lafettenschwanzes D zuerst jenes Ende vurn Boden entfernt werden. Ist dagegen das vordere Ende der Aufhaltestütze in solcher Entfernung von Boden frei schwebend, dass man den Lafettenschwanz zum Seitwärts- schiefen genügend hoch heben kann, ohne dass das vordere Ende der Aufhaltestütze hiebei den Boden berührt, so kann ohne weitere Vorbereitungen jene Seitenrichtungsänderung vorgenommen werden. Auch sehr unebener Boden kann es wünschenswert erscheinen lassen, das vordere Ende der Aufhaltestütze vom Boden etwas entfernt zu halten.
Es ist zu bedenken, dass wenn auch die Aufhaitestütze durch Auflage ihres vorderen Endes auf dem Boden dazu verwendet werden kann. auch geringe Senkungen der Rohrmündung zu verhindern, ihr Hauptzweck doch der bleibt, dass der vordere Teil des Geschiitzes sich nicht so viel nach abwärts senken kann, dass empfindliche
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körper wie 1.. B. Sand in die Rohrseele gelangen können.
Statt der hier angeführten können noch beliebig andere Ausführungen von Stützen gebildet werden, z. B. kann die Stütze nach Art eines Teleskops ausgeführt sein. Anstatt wie in den Fig. 1 bis t dargestellt, verschiedene Löcher zum Einstellen der Stütze zu benutzen, kann man Schraubengewinde oder Klemmen verwenden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Ruhrvorlaufgeschütz mit einer Aufhaltestütze, die beim Versagen der selbsttätigen Entzündung der Pulverladung oder beim Feuern mit Manöverkartuschen ein Abwärtskippen der Rohrmundung verhindert, dadurch gekennzeichnet, dass das hintere Ende der Stütze mit der unbeweglichen Unterlafette verbunden ist, während das vordere Ende vor-'. der äussersten vorderen Auftage der Unterlafette auf dem Boden aufliegt.