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durch eine Rückhalteeinrichtungrichtung und dem Klemmspalt eines Austrittswalzenpaares an eine Förderstrecke angesaugt werden, mit einer gegenüber der Fördergeschwindigkeit der Rückhalteeinrichtung grösseren Abzugsgeschwindigkeit durch den Klemmspalt des Austrittswalzenpaares gefördert werden, sowie auf ein Streckwerk zur Durchführung dieses Verfahrens.
Bel üblichen Streckwerken für Ringspinnmaschinen weist das Hochverzugsfeld eine Rückhalteeinrichtung In Form zweier umlaufender Endlosriemchen auf, zwischen deren einander zugekehrten Fördertrumen die zu verstreckende Faserlunte so geführt wird, dass die Im Klemmspalt des nachfolgenden Austrittswalzenpaares erfassten Luntenfasern aufgrund der höheren Fördergeschwindtgkelt des Austrittswalzenpaares aus dem durch die Riemchen zurückgehaltenen Faserverband, dessen Fasern den Klemmspalt des Austrittswalzenpaares noch nicht erreicht haben, herausgezogen werden können.
Die Andrückkraft der Riemchen an die zwischen ihnen geförderte Faserlunte muss daher sehr sorgfältig an die jeweiligen Verhältnisse angepasst werden, um einerseits ein Zurückhalten der noch nicht vom Austrittswalzenpaar erfassten Fasern gegenüber den bereits erfassten und daher beschleunigten Fasern sicherzustellen und anderseits eine unzulässige Zugspannung auf die vom Austrittswalzenpaar weltergeförderten Fasern zu vermeiden. Trotz aufwendiger Einstellarbeiten kommt es aber immer wieder zu Unregelmässigkeiten. weil mit den bereits vom Austrittswal- zenpaar erfassten Luntenfasern andere Fasern mitgerissen werden, insbesondere bel sehr unterschiedlichen Faserlängen, wie dies bei Baumwolle und Wolle der Fall ist.
In diesem Zusammenhang ist ausserdem zu berücksichtigen, dass sich die Rückhaltebedingungen mit der Standzeit der Riemchen ändern, die ja wegen der Gleitreibung zwischen Ihnen und den vom Austnttswalzenpaar beschleunigten Luntenfasern einem vergleichsweise hohen mechanischen Verschleiss unterworfen sind.
Um eine Bündelungswirkung auf die verstreckte Faserlunte zu erzielen, wurde bereits vorgeschlagen (DE 1 178 749 B), eine der beiden Austrittswalzen des Hochverzugsfeldes eines Streckwerkes vor und hinter dem durch dieses Austnttswalzenpaar gebildeten Klemmspalt zu besaugen und im axialen Bereich dieser Saugzone mit V-förmigen Nuten zu versehen.
Dieser Ausführung lag die Vorstellung zugrunde, dass die noch nicht von den Austrittswalzen erfassten, mit Ihren vorderen Enden an die eine Austrittswalze angesaugten Aussenfasern der bandförmigen Lunte zufolge der gegenüber diesen Fasern voreilenden Austnttswalze entlang der durch die Nuten gebildeten, zur Förderrichtung geneigt verlaufenden Riffelung gegen die Bandmitte gedrängt werden, bis diese Fasern im Klemmspalt von den Austrittswalzen erfasst und aus der Rückhalteeinnchtung herausgezogen werden.
Da die Verstreckung der Faserlunte auch bel diesem bekannten Streckwerk auf einem durch das Austrittswalzenpaar bewirkten Herausziehen von Fasern aus dem Faserverband beruht. der in der Rückhalteeinrichtung gegenüber den herausgezogenen Fasern zurückgehalten wird, treten unabhängig von einem allfälligen Bündelungseffekt die bereits geschilderten Schwlengkelten hinsichtlich einer gieichmässigen Verstreckung der Faserlunte auf.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu vermeiden und ein Verfahren zum Verstrecken einer Faserlunte in einem Hochverzugsfeld der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, dass eine gleichmässige Luntenverstreckung auch bel unterschiedlich langen Luntenfasern über längere Standzeiten gewährleistet werden kann.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass die Luntenfasern vor Ihrem Eintntt In den Klemmspalt der Austnttswalzen von der Rückhalteeinrichtung freigegeben und durch die Förderstrecke beschleunigt werden.
Da zufolge dieser Massnahme die Luntenfasern erst dann von den Austrittswalzen des Hochverzugsfeldes weitegefördert werden, wenn sie von der Rückhalteeinnchtung freigegeben wurden, wird die Gefahr eines Mitreissens von Fasern aus dem durch die Rückhalteeinrichtung noch zurückgehaltenen Faserverband wirksam unterbunden, so dass eine sehr gleichmässige Luntenverstreckung erzielt werden kann, und zwar unabhängig von der Verteilung der Faserlängen Im Faserverband.
Voraussetzung hiefür 1St, dass die von der Rückhalteelnnchtung freigegebenen Fasern beschleunigt dem Austrittswalzenpaar zugeführt werden, was über die zwischen der Rückhalteeinrichtung und dem Klemmspalt des Austrittswalzenpaares vorgesehene
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der Rückhalteeinrcihtung sein muss, aber höchstens die Fördergeschwindigkeit des Austnttswalzenpaares erreichen darf. Die an diese Förderstrecke angesaugten Luntenfasern werden einer vorteilhaften Zugspannung unterworfen, solange sie noch nicht von der Rückhalteeinrichtung freigegeben sind, so dass eine vorteilhafte Parallelisierung der gestreckt gehaltenen Fasern sichergestellt werden kann.
Da die Luntenfasern nicht durch die Austnttswalzen aus dem In der Rückhalteeinrichtung zurückgehaltenen Faserverband herausgezogen werden müssen, kann die Rückhalteeinrichtung die Luntenfasern ähnlich den Austrittswalzen ohne eine mögliche Gleitbewegung klemmen Aus diesem Grunde können die sonst erforderlichen verschleissanfälligen Riemchen entfallen, was die Standzelt des Streckwerkes vergrössert Ein Verschleiss im
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Bereich der Förderstrecke spielt für die gleichmässige Verstreckung keine besondere Rolle, weit ja die Luntenfasern an die Förderstrecke angesaugt werden.
Zur Durchführung des Verfahrens kann von einem Streckwerk mit einem Hochverzugsfeld ausgegangen werden, das eine Rückhalteelnnchtung für die durch den Klemmspalt zwischen zwei Austnttswalzen hmdurchgeförderte Faserlunte und eine die Faserlunte zwischen der Rückhalteeinrichtung und dem Klemmspalt aufnehmende, besaugte Förderstrecke aufweist, deren Fördergeschwindigkeit grösser als die Fördergeschwindigkeit der Rückhalteeinrichtung ist.
Um die erfindungsgemässe Wirkung erzielen zu können, sind die entlang der Faserlunte gemessenen Abstände einerseits zwischen der Rückhalteeinnchtung und dem Klemmspalt des Austrittswalzenpaares grösser als die grösste Faserlänge und anderseits zwischen der Rückhalteeinrichtung und der besaugten Förderstrecke kleiner als die Länge der kürzesten Luntenfasern zu wählen. Aufgrund des die grössten Faserlängen übersteigenden Abstandes zwischen der Rückhatteeinrich- tung und dem Klemmspalt des Austrittswalzenpaares werden die Luntenfasern unabhängig von Ihrer Länge durch die Rückhalteeinrichtung freigegeben, bevor sie In den Klemmspalt des Austnttswalzenpaares gelangen.
Die Begrenzung des Abstandes zwischen der Rückhalteeinrichtung und der besaugten Förderstrecke in bezug auf die kürzesten Luntenfasern stellt sicher, dass die von der Rückhalteeinrichtung freigegebenen Fasern durch die Förderstrecke entsprechend beschleunigt werden können.
Wie bereits ausgeführt wurde, kann auf ein Riemchenpaar als Rückhalteeinrichtung verzichtet werden, obwohl ein solches Riemchenpaar in besonderen Fällen auch eingesetztwerden kann. Im allgemeinen kann die Rückhalteeinrichtung jedoch vorteilhaft aus einem einen Klemmspalt für die Faseriunte bildenden Klemmwalzenpaar bestehen, weil ja die Weiterförderung der Faserlunten aus der Rückhalteeinrichtung erst nach deren Freigabe durch die Rückhalteeinrichtung erfolgen soll.
Besonders vorteilhatte Konstruktionsverhältnisse ergeben sich schliesslich dadurch, dass eine der beiden Austrittswalzen in an sich bekannter Weise einen grösseren Durchmesser als die andere Austrittswalze aufweist und die besaugte Förderstrecke bildet. Die Ausbildung der einen Austrittswalze als besaugte Förderstrecke, die aber auch aus einem gesonderten Umlaufkörper, beispielsweise einem Endlosband, bestehen könnte, bringt unter anderem den Vorteil mit sich, dass die vorderen Faserenden durch die Besaugung an den Walzenmantel angedrückt und daher störungsfrei In den Klemmspalt zwischen den beiden Austrittswalzen eingeführt werden. Die Durchmesservergrösserung der besaugten Austrittswalze ermöglicht dabei eine ausreichende Förderstreckenlänge.
Anhand der Zeichnung wird das erfindungsgemässe Verfahren näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 ein erfindungsgemässes Streckwerk zur Durchführung des Verfahrens ausschnittswelse Im
Bereich des Hochverzugsfeldes in einer zum Teil aufgerissenen Seitenansicht und
Fig. 2 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung einer Konstruktionsvariante.
Das dargestellte Streckwerk 1 weist gemäss der Fig. 1 ein Hochverzugsfeld 2 auf, das zulaufseltig durch ein Klemmwalzenpaar 3 und ablaufseitig durch zwei einen Klemmspalt 4 zwischen sich bildende Austntts- walzen 5 und 6 begrenzt wird, deren Umfangsgeschwindigkeit um ein Vielfaches grösser als die Umfangsgeschwindigkeit des Klemmwalzenpaares 3 ist. Die Austrittswalze 6 ist mit einem Saugeinsatz 7 versehen, der eine sich zumindest vor dem Klemmspalt 4 gegen das Klemmwalzenpaar 3 hin erstreckende Saugzone 8 bildet.
Aufgrund dieser Besaugung ergibt die Austrittswalze 6 zwischen dem Klemmwalzenpaar 3 und dem Klemmspalt 4 eine Förderstrecke 9 für die Fasertunte 10, die somit vom Klemmspalt 11 zwischen den Klemmwalzen 3 an die Austnttswalze 6 angesaugt und mit der Austrittswalze 6 durch den Klemmspalt 4 des Austnttswalzenpaares 5,6 gefördert wird.
Da der entlang der Faserlunte 10 gemessene Abstand zwischen dem Klemmspalt 11 des Klemmwalzenpaares 3 und dem Klemmspalt 4 zwischen dem Austrittswalzenpaar 5 und 6 grösser als die Länge der längsten Luntenfasern ist, werden die Luntenfasern entweder durch das Klemmwalzenpaar 3 gegenüber der voreilenden Förderstrecke 9 auf der Austrittswalze 6 zurückgehalten oder nach ihrer Freigabe durch die Klemmwalzen 3 mittels der Austnttswalze 6 beschleunigt und durch den Klemmspalt 4 unter einer entsprechenden Verstreckung der Fasertunte gefördert. Die Klemmwalzen 3 bilden somit trotz ihres Klemmspaltes 11 eine Rückhalteelnnchtung 12 für die Luntenfasern gegenüber der voreilenden, besaugten Förderstrecke 9.
Damit die Beschleunigung der durch die Rückhalteelnnchtung 12 freigegebenen Luntenfasern störungfrei erfolgen kann, müssen sich die freigegebenen Fasern mit ihrem vordereren Ende bereits auf der Förderstrecke 9 befinden. Dies bedeutet, dass der Abstand zwischen dem Klemmspalt 11 und der Förderstrecke 9 kleiner als die kürzeste Faserlänge sein muss.
Die Weiterbehandlung der aus dem Klemmspalt 4 zwischen den Austrittswalzen 5 und 6 austretenden verstreckten Faserlunte ist unabhängig von der Verstreckung zu sehen. So kann die verstreckte Faserlunte unmittelbar einer Rlngspinnelnnchtung zugeführt oder vorher einer Bündelung unterworfen werden, wie dies In der Zeichnung durch eine zusätzliche Behandlungsstrecke 13 zwischen der Austrittswalze 5 und einr
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nachgeordneten Andrückrolle 14 angedeutet ist.
Die Saugzone 8, die sich In den Bereich der Behandlungstrecke 13 über den Klemmspalt 4 hinweg fortsetzt, kann beispielsweise aufgrund eines gegenüber der Umlaufrichtung geneigten Verlaufes im Bereich der Behandlungsstrecke 13 auf die verstreckte Faserlunte parallel zum Walzenmantel verlaufende Querkräfte mit der Wirkung einer Faserbündelung ausüben, bevor die gebündelte Faserlunte einer Ringspinnstelle zugeführt wird.
Das Streckwerk nach der Fig. 2 unterscheidet sich von dem In der Fig. 1 dargestellten Streckwerk lediglich dadurch, dass als Rückhalteeinrichtung 12 ein herkömmliches Paar von Führungsriemchen 15
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der Rückhalteeinrichtung 12 ausgetreten sind. Die Verstreckung wird nicht durch die über den Klemmspalt 4 auf die Luntenfasern ausgeübte Zugkraft bestimmt, die die Luntenfasern aus dem durch die Rückhalteeinnchtung 12 zurückgehaltenen Faserverband herauszieht, sondern von der Freigabe der Fasern durch die Rückhalteeinrichtung 12. Erst die freigegebenen Fasern werden durch die Förderstrecke 9 beschleunigt und In den Klemmspalt 4 zwischen den Austrittswalzen 5 und 6 gefördert, die eine vorgegebene Abzugsgeschwindigkeit und damit einen bestimmten Verstreckungsgrad sicherstellen.