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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen einer Putzmörtelmischung aus einer in Verpackungseinheiten abgefüllten, Bindemittel, Zuschlagstoffe und gegebenenfalls Hilfsmittel umfassenden Vormischung, die nach dem Entleeren aus der Verpackung mit Wasser zum verarbeitungsfähigen Putzmörtel vermengt wird.
Vormischungen zum Herstellen eines Putzmörtels haben den Vorteil, dass aufgrund ihrer Industriellen Fertigung enge Toleranzen hinsichtlich der Mengenverhältnisse der eingesetzten Bestandteile eingehalten werden können, was eine Voraussetzung für Putzmörtelschichten mit einer auch über grössere Flächenbe- reiche gleichmässigen Qualität darstellt. Ausserdem wird die Verarbeitung auf der Baustelle erheblich erleichtert, weil der Vormischung lediglich Wasser dosiert zugemengt werden muss, um einen gut verarbeitungsfähigen Putzmörtel zu erhalten, der maschinell auf die zu beschichtende Fläche aufgespritzt werden kann.
Nachteilig bei einem aus einer Vormischung hergestellten Putzmörtel ist allerdings, dass die zur besseren Verarbeitung, zur Unterstützung der Porenbildung, zur Hydrophobierung u. dgl. eingesetzten Hilfsmittel, die ja wegen des Bindemittelanteiles der Vormischung ausschliesslich pulverförmig zugesetzt werden können, kaum Zeit zum Aufschliessen haben, weil das Mischen der Vormischung mit Wasser in den hiefür im allgemeinen vorgesehenen Mischpumpen nur wenige Sekunden dauert, bevor der Putzmörtel den Spritzgeräten zugepumpt wird. Aus diesem Grunde werden die Hilfsmittel häufig in einer Menge beigegeben, die bei einem vollständigen Aufschluss eine Überdosierung ergibt. Diese Überdosierung beeinflusst allerdings die Putzmörtelqualität nachteilig.
Wegen der Reaktion des Bindemittels mit Wasser verbietet sich darüber hinaus jeder Einsatz von Nasskomponenten, die oft erwünscht sind. So könnte beispielsweise die Beimengung von eingesumpftem Baukalk die Porosität des fertigen Putzmörtels verbessern und dessen Diffusionswiderstand herabsetzen, doch ist der Einsatz eingesumpfter Baukalke bisher auf Putzmörtel beschränkt, die aus ihren Bestandteilen auf der Baustelle gemischt werden, was zwangsläufig die Gefahr von vergleichsweise grossen Abweichungen hinsichtlich der Mischungsverhältnisse mit sich bringt. Dazu kommt noch, dass eingesumpfte Baukalke gut abgelagert sein sollen, um ihre vorteilhaften Eigenschaften Im Zusammenhang mit einem Putzmörtel voll ausnützen zu können, was auf einer Baustelle kaum möglich 1St.
Um aus zwei Komponenten zusammengesetzte Materialien, beispielsweise Farbe oder Putzmörtel, auf einer Baustelle einfach mischen zu können, ist es bekannt (EP 0 115 249 A 1), Kunststoffbehälter mit einem Deckel einzusetzen, der mit einem kleineren, in den grösseren Behälter einsetzbaren Behälter einstückig verbunden ist, so dass der Inhalt des kleineren Behälters über Sollbruchstellen in dessen Boden in den grösseren Behälter gelangen kann. Damit kann zwar ein vorgegebenes Mischungsverhältnis für die belden Komponenten sichergestellt werden, doch können mit Hilfe solcher Kunststoffbehälter die sich im Zusammenhang mit dem erwünschten Hilfsmittelaufschluss beim Herstellen von Putzmörtelmischungen ergebenden Schwierigkeiten nicht gelöst werden.
Dies gilt auch für ein anderes bekanntes Verfahren (DE 23 56 251 A 1), bei dem die Anmachflüssigkeit für einen abgepackten Reparaturzement gesondert abgepackt wird.
Eine solche gesonderte Verpackung des Mischwassers für eine Putzmörtelmischung kommt aus naheliegenden Gründen nicht in Frage.
Bei einem weiteren bekannten Verfahren (DE 27 27 451 A1) soll das Mischen zweier in abgestimmten Mengen verpackter Komponenten z. B. eines aushärtbaren Bindemittels in einem gesonderten Behälter vermieden werden. Zu diesem Zweck wird eine Komponente in einer Folienhülle verpackt, deren Aufnahmevolumen für beide Komponenten ausreicht. Eine Übertragung dieser Lehre auf die Herstellung einer Putzmörtelmischung ist schon deshalb nicht möglich, weil einer Putzmörtelmischung zusätzlich Wasser zugemengt werden muss.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen einer Putzmörtelmischung der eingangs geschilderten Art so weiterzubilden, dass die Vorteile der Verwendung von industriell hergestellten Vormischungen ausgenützt werden können, ohne die damit verbundenen Nachteile, insbesondere hinsichtlich des Einsatzes eines Nassanteiles und eines ausreichenden Hilfsmittelaufschlusses, in Kauf nehmen zu müssen.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass zu einer bestimmten Menge der ein Bindemittel, Zuschlagstoffe und gegebenenfalls Hilfsmittel enthaltenden trockenen Vormischung Mengen von eingesumpftem Baukalk und Hilfsmittel abgestimmt verpackt und als Teil der Verpackungseinheit hinzugefügt werden und dass dann der NaBanteil, der Trockenanteil und das Wasser in an sich bekannter Weise zu Putzmörtel vermischt werden.
Durch das gesonderte Verpacken eines Trocken- und eines Nassanteiles zu einer Verpackungseinheit können alle Voraussetzungen hinsichtlich der Einhaltung vorgegebener Mischungsverhältnisse vorteilhaft erfüllt werden, und zwar auch beim Einsatz von eingesumpftem Baukalk. Dazu kommt, dass aufgrund der Verpackung von eingesumpftem Baukalk mit entsprechenden Hilfsmitteln diese während der Lagerung und des Transportes der Verpackungseinheit vollkommen aufschliessen können, so dass zur Herstellung der Putzmörtelmischung auf der Baustelle diese Hilfsmittel in aufgeschlossener Form vor der Vermischung mit
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dem Trockenanteil zur Verfügung stehen. Diese Hilfsmittel können daher ohne Überdosierung eingesetzt werden, was eine Voraussetzung für eine hohe Putzmörtelqualität darstellt.
Die gesonderte Abpackung des Sumpfkalkes bietet auch die einfache Möglichkeit, ausreichend abgelagerten, eingesumpften Baukalk einzusetzen, weil ja die Ablagerung dieses Baukalkes unabhängig vom Abfüllen der Verpackungseinheiten vorher durchgeführt werden kann.
Die gesonderte Verpackung des Nassanteiles bringt den zusätzlichen Vorteil mit sich dass flüssige
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Verarbeitung sicherstellen, sondern auch die Eigenschaften des Putzmörtels verbessern. Schliesslich kann in einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung der Nassanteil vor seiner Verpackung eingefärbt werden. Diese Einfärbung gewährleistet eine gleichmässige Farbgebung des Putzmörtels auch über grosse Oberflächen.
In diesem Zusammenhang Ist zu bedenken, dass die Farbe nicht dem entsprechend den Verpakkungseinheiten dosierten Nassanteil zugemischt wird, sondern der für eine grosse Anzahl von Verpackungseinheiten vorbereiteten Nasskomponente, so dass für eine Vielzahl von Verpackungseinheiten eine genau übereinstimmende Farbdosierung erreicht wird, und zwar mit dem Vorteil, dass die eingefärbten Nassanteile nur einen Bruckteil der gesamten Putzmörtelmischung ausmachen. Die übereinstimmend eingefärbte Menge an Putzmörtel entspricht somit einem Vielfachem der ursprünglich eingefärbten Menge des Nassanteiles.
Die einen Nass- und einen Trockenanteil aufweisenden Verpackungseinheiten, deren Trockenanteil beispielsweise 55 Gewichtsteile eines Sandes mit einer Korngrösse bis 8 mm, vorzugsweise bis 3 mm, und 25 Gewichtsteile eines Weiss-Zementes als Bindemittel und deren Nassanteil 20 Gewichtsteile eines eingesumpften Baukalkes, 0, 35 Gewichtsteile eines Hydrophobierungsmittels, 0, 15 Gewichtsteile eines Luftporenbildners und 0, 05 Gewichtsteile an Methylcellulose als Hilfsmittel umfassen, bestehen vorzugsweise aus einem den Trockenanteil und den in einer flüssigkeitsdichten Folie verpackten Nassanteil aufnehmenden Papiersack, der auf der Baustelle z.
B. mit Hilfe eines auf dem Einlaufgitter einer Mischmaschine vorgesehenen Hahnenkammes aufgerissen wird, so dass der Trockenanteil in die Mischmaschine rieselt, während der folienverpackte Nassanteil auf dem Einlaufgitter liegenbleibt. Die Verpackungsfolie des Nassanteiles wird dann aufgeschnitten und der Nassanteil dem Trockenanteil zugeführt, wobei diese Anteile unter Zusatz von Wasser zu einem verarbeitungsfähigem Putzmörtel angerührtwerden. Trotz einer nur wenige Sekunden dauernden Mischzeit sind alle Hilfsmittel voll aufgeschlossen. Der in dieser Art angerühte Putzmörtel kann unmittelbar auf die zu beschichtende Oberfläche aufgespritzt werden.
Die im eingesumpften Baukalk gebundene, hohe Wassermenge führt bei ihrer Verdunstung in der Putzmörtelschicht zu einem erhöhten Luftporenanteil und damit zu einem niedrigen Wasserdampfdiffusionswiderstand. Diese Putzmörtel sind ausserdem biegeweich und daher kaum rissanfällig. Sie eigenen sich vorteilhaft als sogenannte Sanierungsputze, die durch eine Hydrophobierung ein Verdampfen des in der Wand aufsteigenden Wassers an der Grenzfläche zwischen der Wand und der Putzmörtelschicht und dann später in der Putzmörtelschicht erlauben. Das verdampfte Wasser kann aufgrund der Porosität der Putzmörtelschicht aus dieser Schicht diffundieren, ohne dass es zu Feuchtigkeitsansammlungen innerhalb der Putzmörtelschicht kommt.
Da aber die im Wasser gelösten Salze als Kristalle in den Poren zurückbleiben, wird die Lebensdauer eines solchen Sanierungsputzes von seinem Porenanteil massgebend beeinflusst. Wegen des grossen Porenanteiles erfindungsgemäss hergestellter Putzmörtel kann folglich eine hohe Lebensdauer erwartet werden.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die im Ausführungsbeispiel angegebene Zusammensetzung der Vormischung beschränkt, die den jeweiligen Anforderungen entsprechend variiert werden kann. Anstelle von Zement als Bindemittel kann der Trockenanteil auch einen hochhydraulischen Kalk, Gips oder Anhydrit als Bindemittel aufweisen.