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Die gegenständliche Erfindung betrifft eine Kniegelenkschiene mit einem zur Befestigung am Oberschenkel eines Benutzers, insbesondere eines Patienten, bestimmten Oberschenkelschaft und einem zur
Befestigung am Unterschenkel des Benutzers bestimmten Unterschenkelschaft, welche belden Schaftteile miteinander gelenkig verbunden sind, wodurch sie relativ zueinander in einer Ebene verschwenkbar sind, wobei das Gelenk durch zwei jeweils in an sich bekannter Weise ein überschlagenes Gelenkviereck bildende Paare von einander kreuzenden Lenkern gebildet ist und wobei diese Paare normal zur Schwenkebene voneinander in einem Abstand liegen, welcher der Breite des Knies entspricht, und sich bei Anordnung der Schiene am Bein des Benutzers seitlich ausserhalb des Kniegelenkes befinden, gemäss
Patent Nr. 384 733.
Durch die US A 4 844 057 ist eine Kniegelenkschiene geoffenbart, bei welcher jeweils am Oberschen- kelschaft und am Unterschenkelschaft mit einem Zahnsegment ausgebildete Lenker gelagert sind, wobei die Zahnsegmente mit dem jeweils anderen Schaft kämmen. Obgleich durch eine derartige gelenkige Verbindung der Roll-Gleitbewegung des Knies besser entsprochen wird, als dies für Scharniergelenke zutrifft, erfolgt jedoch diese Bewegung keinesfalls optimal. Die optimale Bewegung wird vielmehr nur durch zwei ein überschlagenes Gelenkviereck bildende Paare von einander kreuzenden Lenkern erzielt.
Der gegenständlichen Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kniegelenkschiene gemäss dem Patent Nr. 384 733 dahingehend zu verbessern, dass deren Bewegungsverlauf bei der Abwinkelung des Knies den orthopädischen Verhältnissen noch weitergehend entspricht, als dies bel einer Kniegelenkschiene gemäss diesem Patent der Fall ist. Dies wird erfindungsgemäss dadurch erzielt, dass in der gestreckten Lage der Kniegelenkschiene jeweils das am Unterschenkelschaft befindliche Lager eines ersten Lenkers und die am Oberschenkelschaft befindlichen Lager des zweiten Lenkers und des ersten Lenkers angenähert in einer vertikal verlaufenden Linie übereinander angeordnet sind und dass die am Unterschenkel schaft befindlichen Lager der beiden Lenker In an sich bekannter Welse angenähert in einer horizontalen Linie liegen.
Vorzugsweise Ist in der gestreckten Lage der Kniegelenkschiene das Lager des ersten Lenkers am Unterschenkelschaft etwa 17 mm bis 32 mm vertikal unterhalb des am Oberschenkeischaft befindlichen Lagers des zweiten Lenkers angeordnet, Ist weiters das am Oberschenkelschaft befindliche Lager des ersten Lenkers etwa 7 mm bis 16 mm oberhalb des am Oberschenkelschaft befindlichen Lagers des zweiten Lenkers angeordnet und ist das am Unterschenkeischaft befindliche Lager des zweiten Lenkers von dem am Unterschenkelschaft befindlichen Lager des ersten Lenkers In einem honzontalen Abstand von 12 mm bis 27 mm angeordnet, wobei es bis zu 4 mm unterhalb desselben liegt.
Der Gegenstand der Erfindung ist nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen : Flg. 1 eine erfindungsgemässe Kniegelenkschiene in deren gestreckter Lage, in Seitenansicht, und Flg. 2 diese Kniegelenkschiene In abgewinkelter Lage, in Seitenansicht.
Eine erfindungsgemässe Kniegelenkschiene 1 weist einen Oberschenkelschaft 2 und einen Unterschenkelschaft 3 auf, welche beiden Schäfte durch zwei Gelenke, welche sich bei der bestimmungsgemässen Verwendung der Kniegelenkschiene 1 seitlich des Knies befinden, miteinander verbunden sind. Diese Gelenke sind durch einander kreuzende Lenker 4 und 5 nach Art eines überschlagenen Gelenkvierecks gebildet. Die Lenker 4 sind jeweils im vorderen Bereich des Oberschenkeischaftes 2 mittels eines Lagers 4a und im vorderen Bereich des Unterschenkel schaftes 3 mittels eines Lagers 4b seitlich angelenkt. Die Lenker 5 sind jeweils im vorderen Bereich des Oberschenkelschaftes 2 mittels eines Lagers 5a und Im hinteren Bereich des Unterschenkelschaftes 3 mittels eines Lagers 5b seitlich angelenkt.
Durch diese einander kreuzenden Lenker 4 und 5 können der Oberschenkelschaft 2 und der Unterschenkelschaft 3 relativ zueinander eine Schwenkbewegung ausführen, welche der Roll-Gleitbewegung, welche durch ein Knie ausgeführt wird, weitestgehend entspricht. Eine der Schwenklagen dieser Kniegelenkschiene ist In Fig. 2 dargestellt.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist der Lenker 5 als Kreissektor ausgebildet, der mit einem zum Lager 5b kreisförmig verlaufenden Schlitz 9 versehen ist. Diesem Schlitz 9 sind Im oberen Bereich des Unterschenkelschaftes 3 im Abstand voneinander befindliche Bohrungen 10 zugeordnet, in welche ein Zapfen einsetzbar ist, durch weichen das Ausmass der Schwenkbewegung des Oberschenkelschaftes 2 gegenüber dem Unterschenkelschaft 3 begrenzt werden kann. In der Strecklage der Kniegelenkschiene 1 kommt der untere Bereich des Oberschenkelschaftes 2 an einer Gegenfläche des Unterschenkelschaftes 3 zur Anlage.
Unterschiedlich zur konstruktiven Gestaltung nach dem Stammpatent sind bei der erfindungsgemässen Kniegelenkschiene in deren gestreckter Gebrauchslage das am Unterschenkelschaft 3 befindliche Lager 4b des ersten Lenkers 4 und die am Oberschenkelschaft 2 befindlichen Lager 5a, 4a des zweiten Lenkers 5 und des ersten Lenkers 4 angenähert in einer vertikal verlaufenden Linie jeweils übereinander angeordnet und liegen die am Unterschenkelschaft 3 befindlichen Lager 4b, 5b der bel den Lenker 4, 5 angenähert in
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einer horizontalen Linie.
In der gestreckten Lage ist das am Oberschenkelschaft 2 befindliche Lager 4a des ersten Lenkers 4 in einem Abstand a von 7 mm bis 16 mm oberhalb des am Oberschenkelschaft 2 befindlichen Lagers 5a des zweiten Lenkers 5 angeordnet, ist das Lager 4b des ersten Lenkers 4 am Unterschenkelschaft 3 in einem Abstand b von 17 mm bis 32 mm vertikal unterhalb des am Oberschenkelschaft 2 befindlichen Lagers 5a des zweiten Lenkers 5 angeordnet und ist das am Unterschenkelschaft 3 befindliche Lager 5b des zweiten Lenkers 5 von dem am Unterschenkelschaft 3 befindlichen Lager 4b des ersten Lenkers 4 In einem horizontalen Abstand c von 12 mm bis 27 mm angeordnet und liegt es in einem Abstand d bis zu 4 mm unterhalb desselben.
Durch diese besondere Lagerung der Lenker 4 und 5 im Oberschenkeischaft 2 bzw. im Unterschenkelschaft 3 und durch die angegebenen vertikalen bzw. horizontalen Abstände der jeweiligen Lager voneinander führen die beiden Schäfte 2 und 3 bei deren Verschwenkung Zueinander eine Bewegung aus, welche der Bewegung des Knies noch weitergehend entspricht. als dies bei der Kniegelenkschiene nach dem Stammpatent der Fall ist.