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Die Erfindung bezieht sich auf eine Schöpfeinrichtung zum dosierten Entnehmen einer Schmelze aus einer Entnahmekammer eines Schmelzenofens mit einem über einen Ausguss in ein Auslaufrohr entleerbaren Schöpfbehälter, wobei dem Schöpfbehälter ein Verdrängerkörper zugehört, der relativ zum Schöpfbehälter unter Freilassung eines im Ausguss ausmündenden Steigkanal in das Behälterinnere einführbar ist.
Schöpfeinrichtungen bieten grundsätzlich eine einfache und robuste Möglichkeit zum portionsweisen Beschicken von Giessmaschinen mit Schmelze, wobei die bekannten Schöpfeinrichtungen einen Schöpfbehä) ter aufweisen, der in das Schmelzenbad einer Entnahmekammer eingetaucht und mit Schmelze befüllt, dann hochgehoben und durch Kippen oder Eintauchen eines Tauchkolbens mit gegenüber dem Behälterinneren kleineren Querschnitt (DE 840 428 C, DE 19 46 629A, DE 22 06 922 A, DE 30 48 391 A, DE 34 12 126 A) in ein Auslaufrohr entleert wird, so dass die Schmelze in der durch den Behälterinhalt oder durch das verdrängte Volumen vorgegebenen Menge über das Auslaufrohr einer Giessmaschine zufliesst, was allerdings nur ein recht ungenaues Dosieren der Beschickungsmenge erlaubt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Schöpfeinrichtung der eingangs geschilderten Art zu schaffen, die sich durch ihre aufwandsarme und doch einwandfrei und exakt wirkende Dosiereinrichtung auszeichnet.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass als Verdrängerkörper ein schmelzendicht geführter Druckkolben vorgesehen ist, der selbst mit einer Überströmöffnung den Steigkanal bildet. Dieser dichtend in den Schöpfbehälter eindringende Druckkolben erlaubt es, die Schmelze durch Druckbeaufschlagung zu verdrängen und sie gezielt durch die Überströmöff-
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nung ausfliessen zu lassen. Durch ein kontrolliertes Eindringen des Druckkolbens in den Schöpfbehälter lässt sich daher die überlaufende Schmeizenmenge exakt dosieren, womit auf funktionssichere Weise ein sehr genaues Giessmaschinenbeschicken gewährleistet ist.
Dabei spielt es keine Rolle, ob der Schöpfbehälter und/oder der Druckkolben zum Ausbringen der Schmelze aus dem Behälterinneren bewegt werden, und es können auch die verschiedensten Konstruktionen zum Führen und Bewegen des Behälters einerseits und des Druckkolbens anderseits in Anpassung an die jeweiligen baulichen Gegebenheiten eingesetzt werden.
Der Druckkolben kann dabei als Überströmöffnung in der Mantelfläche eine rinnenförmige axiale Ausnehmung aufweisen, die radial auf den Ausguss des Schöpfbehälters ausgerichtet ist, was den Druckkolben vereinfacht, aber einen behältereigenen Ausguss verlangt.
Der Druckkolben kann aber als Überströmöffnung auch einen innen hochführenden Schmel- zenkanal aufweisen, der radial auswärts zu einem Ausguss verlängert ist, so dass die Schmel- ze beim Eindringen des Druckkolbens in den Schöpfbehälter durch den Schmelzenkanal hochsteigt und über den Ausguss des Kolbens ausfliesst, wodurch ein behältereigener Ausguss unnötig ist.
Damit das Auslaufrohr die Hubbewegung des Schöpfbehälters mit seinem vorragenden Ausguss nicht behindert und der Ausguss dennoch in eine genaue Entleerposition oberhalb des Auslaufrohres kommt, kann das Auslaufrohr ein dem Ausguss zugeordnetes längsverstellbares Eingussende aufweisen, das während der Hubbewegung des Schöpfbehätters zurückfährt und erst nach Erreichen dessen Entleerstellung in eine Eingussstellung vorbewegt wird.
Um ohne Längsverstellbarkeit des Auslaufrohres eine einwandfreie Entleerposition zu erreichen, kann der Schöpfbehälter schräg aufwärts von einer unteren Befüllstellung in eine obere Entleerstellung bewegbar sein, in der der Ausguss oberhalb einer Eingussöffnung des Auslaufrohres liegt, welche Schrägbewegung, die geradlinig oder bogenförmig sein kann, den vorragenden Ausguss am Auslaufrohrende vorbeiführt und ihn in der oberen Entleerstellung über der Eingussöffnung des Auslaufrohres positioniert.
Eine weitere Möglichkeit, eine einwandfreie Entleerstellung zu erreichen, ergibt sich dadurch, dass der Schöpfbehälter bzw. der Druckkolben mit dem jeweiligen Ausguss verdrehbar geführt ist, womit der vorragende Ausguss erst oberhalb des Auslaufrohres in die Entleerstellung ver-
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dreht zu werden braucht. Der Druckkolben mit seinem Ausguss kann aber auch von vornherein schon in einer der Entleerposition zugeordneten Hochlage positioniert sein, so dass der ausgussfreie Behälter nach dem Schmeizenbefüllen hochgefahren und zum Verdrängen der Schmelze auf den Druckkolben aufgeschoben wird, was ebenfalls eine einwandfreie Behälterentleerung mit sich bringt.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand rein schematisch veranschaulicht, und zwar zeigen Fig. 1 bis Fig. 3 drei verschiedene Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemässen Schöp- feinrichtung jeweils in einem Funktionsschema.
Um aus der Entnahmekammer 1 eines nicht weiter dargestellten Schmelzen ofens Schmelze S, insbesondere Metallschmelze, genau dosiert entnehmen zu können, gibt es eine Schöpfeinrichtung 2 mit einem heb- und senkbaren Schöpfbehälter 3, dem ein Verdrängerkörper 4 zugehört, wobei durch ein relatives Eindringen des Verdrängerkörpers 4 in den Schöpfbehälter 3 Schmelze aus dem Behälterinneren über einen Ausguss 5 in ein Auslaufrohr 6 überfliesst.
Gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist der Schöpfbehälter 3 über ein Betätigungsgestänge 7 vertikal bewegbar geführt und lässt sich aus einer abgesenkten, in die Schmelze S eintauchenden Befüllstellung (strichlierte Darstellung) in eine obere Entleerstellung heben, wobei ein Bodenventil 31 die Befüllung des Behälters mit Schmelze beschleunigt. Der Verdrängerkörper 4 ist als Druckkolben 41 ausgebildet und im Behälterinneren schmelzendicht geführt und wird in den sich in Entleerstellung befindenden Schöpfbehälter 3 mittels einer Kolbenstange 8 im Masse der dosierten Schmelzenabgabe eingetaucht, womit die Schmelze S durch eine rinnenförmige axiale Ausnehmung 9 des Druckkolbens 41 zum behäi- tereigenen Ausguss 5 hochsteigt, über den sie in das Auslaufrohr 6 abfliesst.
Das Auslaufrohr 6 weist ein längsverstellbares Eingussende 61 auf, das während der Hubbewegung des Schöpfbehälters in eine Ausweichstellung (strichlierte Darstellung) zurückgezogen ist, um die Behälterbewegung nicht zu behindern, und wird zum Entleeren der Schmelze in seine Eingussstellung vorgeschoben.
Gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 weist die Schöpfeinrichtung 2 einen ausgussfreien Schöpfbehälter 32 und einen Druckkolben 42 auf, welcher Druckkolben 42 einen innen
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hochführenden Schmelzenkanal 10 bildet, der radial auswärts zu einem Ausguss 11 verlängert ist. Hier wird durch eine Relativbewegung zwischen Behälter 32 und Druckkolben 42 Schmel- ze aus dem Behälterinneren durch den Schmelzen kanal 10 in den Ausguss 11 hochgedrückt und fliesst dann dosiert in das Auslaufrohr 6 aus. Der Druckkolben 42 kann dabei über seine Kolbenstange 12 um seine Achse verschwenkt werden, um die Richtung des Ausgusses 11 auf die Eingussöffnung 62 des Ablaufrohres 6 auszurichten.
Es ist auch durchaus möglich, den Druckkolben 42 in seiner Höhenlage festzulegen und nur den Schöpfbehälter 32 einer Hubbewegung zu unterwerfen, um einerseits unbehindert am Auslaufrohr 6 vorbeizukommen und anderseits die Schmelze aus dem Behälterinneren herausdrücken zu können.
Gemäss dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 umfasst die Schöpfeinrichtung 2 wiederum einen ausgussfreien Schöpfbehälter 32 und einen Druckkolben 42 mit innerem Schmelzenkanal 10 und eigenem Ausguss 11, wobei allerdings dem Behälter in der Befüllstellung eine Befülleinrichtung 13 zugeordnet ist, was ein Eintauchen des Behälters in die Schmelze S bis zum Behälterrand unnötig macht.