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Die Erfindung bezieht sich auf einen Kipprost, bestehend aus einem Rahmen, der hochkippbar auf einem Grundgestell lagert und normal zur Kippachse angeordnete Rostbarren aufnimmt.
Solche Roste werden vor allem in Schotteraufbereitungsanlagen od. dgl. verwendet und dienen zum Aussortieren zu grosser und zu sperriger Teile aus dem aufzubereitenden Material, das dazu auf den Rost geleert wird und zwischen den Rostbarren hindurchfallen soll. Um dabei ein Zuwachsen des Rostes, d. h. eine ungewünschte Verengung des Rostdurchtrittes durch im Rost hängenbleibende Teile zu verhindern, muss der Rost immer wieder gesäubert werden, was bei Kipprosten durch ein Hochkippen des Rostes erfolgt.
Da es häufig zu einem Verklemmen der aussortieren Teile zwischen den Rostbarren kommt, gelingt eine Säuberung des Rostes durch blosses Hochkippen allerdings nicht und bei den bekannten, aus fest in ebene Rahmen eingesetzten Barren bestehenden Rosten ist es bisher meistens notwendig, die verklemmten Teile händisch herauszuschlagen, was nicht nur mühsam und umständlich, sondern auch gefährlich ist. Zur Vermeidung einer häufigeren Rostsäuberung werden daher auch sehr grossflächige Roste verwendet, die aufgrund der erforderlichen Stabilität der Rostbarren äusserst schwer gebaut sind und ortsfest einer Anlage zugeordnet werden müssen. Darüber hinaus bereiten diese schweren Roste beträchtliche Schwierigkeiten bei der Abstützung, die ein zu steiles Hochkippen des Rostes aus Gleichgewichts- und Belastungsgründen unterbinden.
Gemäss der SU-A-I 033 226 wurde ausserdem bereits ein Rost vorgeschlagen, der elastische Roststäbe mit beidseitigen Vorsprüngen aufweist, wobei die Abstände zwischen den Vorsprüngen zum Rahmen hin zunehmen, um den Sortiereffekt zu erhöhen. Abgesehen von der Ungleichmässigkeit der entstehenden Zwischenräume bleibt auch hier die Selbstreinigungswirkung unbefriedigend und die elastischen Roststäbe sind wenig widerstandsfähig.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und einen Kipprost der eingangs geschilderten Art zu schaffen, der sich geschickt und mühelos säubern lässt und daher auch bei kleinerer und leichterer Bauweise einen rationellen Betrieb gewährleistet.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass wenigstens jeder zweite Rostbarren zur Rostfläche querbewegbar abgestützt ist. Diese Beweglichkeit der Barren ermöglicht es, die im hochgekippten Rost noch zwischen den Barren festgeklemmten Teile durch die Relativverschiebung der einzelnen Barren zu lockern und ohne weiteres Zutun abzuwerfen. Dazu genügt es an und für sich, jeden zweiten Barren beweglich abzustützen, doch können durchaus auch unmittelbar benachbarte Barren bei gegengleicher Verstellbarkeit beweglich gelagert sein, was zwar den Aufwand erhöht, aber den Säuberungseffekt noch steigert.
Einfache und zweckmässige Konstruktionen für die Barrenabstützung ergeben sich, wenn erfindungsgemäss die Barren in den Endbereichen anschlagbegrenzt verschwenkbar gelagert und/oder verschiebbar geführt sind, so dass die Barrenbewegung einerseits durch eine Verschwenkung der Barren, anderseits durch eine Querverschiebung erreicht wird.
Die Barren können an und für sich auch lose bewegbar abgestützt sein und beim Hochkippen des Rostes trägheits- und schwerkraftsbedingt ihre Säuberungsbewegungen durchführen, doch sind nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung die Barren über Stelltriebe, vorzugsweise Hydrauliktriebe, verstellbar abgestützt, wodurch Funktionsstörungen sicher vermieden und auch stark klemmende Teile problemlos aus dem Rost entfernt werden können.
Sind nach einer Weiterbildung der Erfindung die verstellbaren Barren einerends oder beiderends an einem gemeinsamen, gegebenenfalls über Stelltriebe am Rahmen abgestützten Hubbalken angesetzt, ergibt sich eine besonders einfache und robuste Konstruktion, wobei die Verstellbewegungen der Barren über den Hubbalken vereinheitlicht werden. Die Balken können einseitig, aber auch beidseitig bewegbar abgestützt sein, so dass sich die Säuberungsfähigkeit des Rostes optimal an die jeweiligen Einsatzbedingungen anpassen lassen.
Günstig ist es auch, wenn die festen bzw. verstellbaren Barren abnehmbar und austauschbar eingebaut sind, da durch die Wahl der Barrenanzahl und/oder -form und -grösse der Rost mit seinen Barren und deren Ausbildung entsprechend dem jeweiligen Material ausgelegt und sein Einsatzbereich erweitert werden kann.
Nach einer günstigen Ausgestaltung der Erfindung liegen die Barren auf den Rahmenlängsschenkeln auf und die ausserhalb der Rostfläche verlaufende Kippachse befindet sich im Höhenbereich der Barren, wobei die Rahmenseitenschenkel über den der Kippachse benachbarten Längsschenkel hinausragende, zur Aufnahme des Kipplagers aufwärts abgewinkelte Endteile aufweisen. Es entsteht eine einfache, robuste Konstruktion, die vor allem für eine vorteilharte Schwerpunktslage des hochgekippten Rostes sorgt und extreme Belastungsverhältnisse oder gar eine Umkippgefahr vermeidet.
Ist dabei vorteilhafterweise im Bereich zwischen den Endteilen eine die Rostfläche über die Kippachse hinweg verlängernde Leitwand od. dgl. vorgesehen, werden die vom Rost abfallenden Teile ohne Beschädigungsgefahr für den Rost nach aussen abgeworfen. So kann die eigentliche Rostflächengrösse verhältnismässig klein gehalten werden, was die Gesamtkonstruktion wesentlich vereinfacht und den Bau- und Betätigungsaufwand verringert.
Diese verkleinerte Rostfläche führt dabei wegen der guten und schnellen Selbstsäuberung des Rostes zu keinerlei Beeinträchtigung der Betriebs-und Einsatzfähigkeit und die wegen der geringen Belastung schmäler zu dimensionierenden Rostbarren vergrössern ihrerseits sogar den Durchsatzquerschnitt bei gegebener Rostfläche.
Weisen die Rahmenseitenschenkel Obergurt und Untergurt auf, wobei die zwischen sich die Rahmenlängsschenkel aufnehmenden Untergurte die abgewinkelten Endteile bilden und an den Obergurten die Stelltriebe für die Barrenverstellung angelenkt sind, welche Ober- und Untergurte vorzugsweise eine Wandschürze tragen, kommt es zu einer besonders stabilen Konstruktion mit im Bereich zwischen Ober- und Untergurt
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liegender Kippachse und zu einer günstigen Gewichtsverteilung. Darüber hinaus wird eine platzsparende, funktionsgerechte Anordnung der Stelltriebe für die verstellbaren Rostbarren erreicht und durch die Wandschürzen sind die im Bereich der Seitenschenkel untergebrachten Einrichtungen und Geräte auch beim Aufschütten grosser Materialmengen auf den Rost gut geschützt.
Sind erfindungsgemäss das einen Aufsetzrahmen bildende Grundgestell und der Rahmen mit seinen Barren zu einer selbsttragenden Bau- und Transporteinheit vorgefertigt, kann der Rost auf rationelle Weise von Einsatzort zu Einsatzort gebracht und vielfältig eingesetzt werden, was die Wirtschaftlichkeit eines solchen Rostes wesentlich erhöht. Der Aufsetzrahmen lässt sich ohne Schwierigkeiten auf die jeweiligen Verarbeitungseinrichtungen aufsetzen, so dass sich eine freie Wahl des Rosteinsatzes ergibt.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand anhand eines Ausführungsbeispieles rein schematisch veranschaulicht, und zwar zeigen Fig. 1 einen erfindungsgemässen Kipprost im Querschnitt, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie (n-n) der Fig. 1 und Fig. 3 den Rost in Draufsicht.
Ein zu einer selbsttragenden Bau- und Transporteinheit (1) vorgefertigter Kipprost besteht aus einem als Aufsetzrahmen (2) ausgebildeten Grundgestell, auf dem der Rost (3) um eine entlang eines Rahmenschenkels verlaufende horizontale Kippachse (4) hochkippbar lagert. Hydrauliktriebe (5) sorgen dabei für eine Kippverstellung des Rostes (3) gegenüber dem Aufsetzrahmen (2).
Der Rost (3) besteht aus einem Rahmen (6), in dem normal zur Kippachse (4) angeordnete Rostbarren (7) eingesetzt sind, von welchen Rostbarren (7) jeder zweite (8) quer zur Rostfläche verstellbar am Rahmen (6) abgestützt ist. Dazu sind diese Barren (8) endseitig über Anschlusswinkel (9) an einem vorderen und einem hinteren Hubbalken (10,11) angeschraubt, welche Hubbalken (10,11) jeweils mittels zweier an den Balkenstirnseiten angreifender Hydrauliktriebe (12,13) am Rahmen (6) abgestützt sind.
Die Seitenschenkel (14) des Rahmens (6) weisen einen Obergurt (5) und einen Untergurt (16) auf, wobei die Hydrauliktriebe (12,13) zur Abstützung der Hubbalken (10, 11) für die verstellbaren Rostbarren (8) am Obergurt (15) angelenkt sind. Die zur Kippachse (4) parallelen Längsschenkel (17, 18) des Rahmens (6) sind zwischen den Untergurten (16) eingesetzt, wobei die Barren (7) auf diesen Längsschenkeln (17,18) aufliegen und die nicht an den Hubbalken (10, 11) angreifenden Barren (7) über Anschlusswinkel (19) an den Rahmenlängsschenkeln (17,18) festgeschraubt werden. Die Seitenschenkel (14) sind zur Kippachse (4) hin über den hinteren Längsschenkel (18) hinaus verlängert, wobei die Untergurte (16) hier einen aufwärts abgewinkelten Endteil (16a) bilden, der in die Höhe des Kipplagers (20) führt.
Dadurch liegt die Kippachse (4) ausserhalb der eigentlichen Rostfläche hinter dem hinteren Hubbalken (11) im Bereich der Barren (7,8), so dass es bei einem Hochkippen des Rostes (3) zu günstigen Belastungsverhältnissen und einer zweckmässigen Schwerpunktslage des Rostes kommt. Im Bereich der Seitenschenkelendteile ist ausserdem eine die Rostfläche verlängernde Leitwand (21) vorgesehen, die sich vom hinteren Hubbalken (11) über die Kippachse (4) hinweg erstreckt und das vom Rost (3) beim Hochkippen abfallende Material auswärts ableitet. Als Seitenschutz für die Hydrauliktriebe, Lager u. dgl. des Rostes, die in den Seitenschenkelbereichen Platz finden, sind die Seitenschenkel (14) mit einer den Rahmen seitlich abdeckenden Wandschürze (22) versehen.
In Betriebsstellung ist der Rost (3) abgekippt und die verstellbaren und unverstellbaren Barren (8,7) liegen in einer gemeinsamen Ebene (Fig. 1, dünn gezeichnete Lage). Soll der Rost von aussortierten Teilen gesäubert werden, wird der Rahmen (6) über die Hydrauliktriebe (5) etwa in die vertikale Lage hochgekippt, so dass die losen Teile abrutschen und über die Leitwand (21) nach aussen abgeworfen werden. Um die sich zwischen den Barren festgeklemmten Teile entfernen zu können, werden nun die Hydrauliktriebe (12) und/oder (13) beaufschlagt und damit über die Hubbalken (10, 11) alle zweiten Barren (8) aus ihrer Lage quer zur Rostfläche gegenüber den verbleibenden Barren (7) vorbewegt, womit sich die geklemmten Teile zwangsweise lösen und ebenfalls abfallen.
Je nach Art und Stärke der Verklemmung wird entweder der eine oder andere Hubbalken (10, 11) oder auch beide gemeinsam verstellt, so dass eine schnelle, sichere Säuberung des Rostes (3) gewährleistet ist.
Diese automatische, schnelle Rostsäuberung ermöglicht einen funktionstüchtigen, leistungsfähigen Betrieb auch mit verhältnismässig kleinen Rosten, so dass sich wesentliche Vereinfachungen des Bau- und Konstruktionsaufwandes erreichen lassen und sich die Möglichkeit eines wahlweisen Einsatzes des Rostes für die verschiedensten Verwendungszwecke ergibt.