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Die Erfindung betrifft einen Anker sowie ein Verfahren zur Herstellung desselben.
Bisher wurden die Spannglieder, Zugstäbe, Seile u. dgl. z. B. der Zuganker mit Füllbeton umgeben, d. h., das Hüllrohr, welches die Spannglieder umgibt, wurde über seine ganze Länge mit Beton, Zement, Mörtel od. dgl. ausgefüllt. Dieses Füllmittel wurde aushärten gelassen und dann erst wurden die Spannglieder mit einer hydraulischen Presse gespannt, wobei ihre Länge um etwa 0, 2% (Grenze der elastischen Dehnung) zunahm. Diese Längung wurde aber durch den an den Spanngliedern anhaftenden Füllbeton gehindert, d. h., zum Erzielen der gewünschten Spannung in den Spanngliedern war eine grössere Kraft erforderlich als für die Spannglieder selbst berechnet.
Infolge der nur geringen Elastizität des an den Spanngliedern festhaftenden, abgebundenen Füllbetons bildeten sich in diesem während des Spannens (= Dehnens) der Spannglieder Risse, durch die Risse konnte Feuchtigkeit eindringen und Korrosion der Spannglieder verursachen. Der erhärtete Füllbeton war aber auch der beim Drehnen der Spannglieder notwendigerweise eintretenden Relativverschiebung zwischen Hüllrohr und Trompete hinderlich ; es konnte zu Beschädigungen dieser meist aus Kunststoff gefertigten Teile kommen.
Zur Behebung dieser Nachteile wird bei einem Anker mit Spanngliedern insbesondere in Form von Litzen und einem Hüllrohr vorgeschlagen, dass erfindungsgemäss das die Spannglieder umgebende Hüllrohr zumindest über seinen dem Ankerkörper zugekehrten Endteil von einem der Längenzunahme der Spannglieder beim Spannen derselben folgenden zweiten Rohr, welches z. B. einen Bestandteil einer das Ende der Spannglieder umgebenden Trompete ist, umgeben ist, das von einem Schutzrohr umschlossen ist.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft ein zur Herstellung dieses Ankers dienendes Verfahren, bei dem die Spannglieder von einem Hüllrohr umgeben sind und vor dem Ausfüllen des Hüllrohres mit Ausfüllbeton gespannt werden, wobei erfindungsgemäss das die Spannglieder umgebende Hüllrohr zumindest über seinen dem Ankerkörper zugekehrten Endteil von einem zweiten Rohr umgeben wird, welches z. B. einen Bestandteil einer das Ende der Spannglieder umgebenden Trompete ist und beim Spannen der Spannglieder die durch ihre Längung bedingte Längsbewegung mitmacht und von einem Schutzrohr umgeben wird, wobei der Raum zwischen Schutzrohr und dem zweiten Rohr erst nach Ausfüllen des Hüllrohres und des zweiten Rohres mit Vergussmasse gefüllt wird.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden im folgenden an Hand der Zeichnungen erläutert, welche einen gemäss der Erfindung hergestellten Zuganker veranschaulichen. Hiebei zeigen Fig. 1 den äusseren Abschnitt eines solchen Zugankers, in Fig. 2 ist der bergseitige Abschnitt desselben gezeigt.
Die Spannglieder sind mit --1-- bezeichnet. Sie sind mit sogenannten Hutkeilen --2-in einem ringförmigen Ankerkörper --3-- festgelegt, der sich über ein zweiteiliges Zwischenstück - an einer Ankerplatte --5-- abstützt. Ein Topf --6--, welcher an der Ankerplatte --5-befestigt und gegenüber dieser abgedichtet ist, überdeckt die freien Enden der Spannglieder --1-- samt den Keilen --2--, den Ankerkörper --3-- und das Zwischenstück --4--.
Die Ankerplatte --5-- liegt an einer Ankerwand --7-- an, wobei zwischen dieser und dem Fels, dem Boden od. dgl.-8--eine Schicht aus Filterbeton vorgesehen sein kann. Durch einen Umlenkring --9-- werden die Spannglieder --1-- parallel verlaufend ausgerichtet. Von der Innenseite des Ankerkörpers --3-- geht eine Trompete --10-- aus, die am Ankerkörper befestigt ist und in einen zylindrischen Abschnitt --11-- übergeht, welcher den Endteil eines Hüllrohres --12-- umgibt. Zwischen dem zylindrischen Abschnitt --11-- und dem Endteil des Hüllrohres --12-- sind nicht gezeigte Dichtungen vorgesehen.
Ein Schutzrohr --13--, welches von der Innenseite der Ankerplatte ausgeht, umgibt den zylindrischen Abschnitt --11-- und das Ende des Hüllrohres--12--. Das etwas verjüngte, freie Ende des Schutzrohres --13-- ist gegenüber dem Hüllrohr --12-- abgedichtet (nicht dargestellt). Eine Leitung --14-- führt in den Ringraum --15-- zwischen Schutzrohr --13-- und zylindrischem Abschnitt --11-- bzw.
Ende des Hüllrohres --12--. Die Bohrlochauskleidung ist mit --16-- bezeichnet ; in den Ringraum - -17--, welcher aussen von der Auskleidung --16-- und innen vom Hüllrohr --12-- begrenzt ist, führt eine Füll-Leitung --18--.
Am bergseitigen Ende des Hüllrohres --12-- ist ein Balgen --19-- befestigt, welcher über eine Leitung --20-- gefüllt und damit zum dichtenden Anliegen der Bohrloch-Auskleidung
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- gebracht werden kann.
An das Schutzrohr --12-- schliesst sich ein Wellrohr --21-- an, das mittels einer Manschette - mit dem Schutzrohr --12-- dicht verbunden ist. Das andere Ende des Wellrohres --21-ist durch eine Kappe --23-- abgeschlossen. Die Spannglieder --1-- erstrecken sich bis nahe an diese Kappe --23--. Das Innere des Wellrohres --21-- kann über eine Leitung --24-gefüllt werden, welche knapp vor der Kappe --23-- beginnt und im Bereich der Ankerplatte - endigt. Etwa beim offenen Ende des Wellrohres beginnt eine weitere Leitung --25--,
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erstreckt und knapp vor dem Ankerkörper --3-- endigt.
Ein in der oben beschriebenen Weise aufgebauter Anker wird wie folgt betriebsbereit gemacht :
Durch die Leitung --24-- wird eine bestimmte Menge von Verbindungsbeton --26-- einge- presst. Diese Menge füllt das Wellrohr --21-- bis vor den Beginn der Leitung --25-- aus und umgibt hiebei die Enden der Spannglieder --1--. Weiters wird bei noch schlaffem, d. h. im
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--12-- aufliegendem Balgen --19-- Füllbeton --27-- inVerbindungsbeton --26--, das WeIl rohr --21--, den Füllbeton --27-- und die Bohrlochauskleidung --16-- mit dem Untergrund, Fels od. dgl. starr verbunden.
Zum Spannen der Spannglieder --1-- werden deren freie Enden mittels der Hutkeile --2-- im Ankerkörper --3-- festgelegt. In die Gewindebohrung-3'-des Ankerkörpers-3-wird der Zugbolzen einer (nicht gezeigten) hydraulischen Spannvorrichtung eingeschraubt, welche sich an der Ankerplatte --5-- abstüzt. Die Spannglieder --1-- werden dabei gelängt ; diese Längenzunahme geht ohne jede Behinderung vor sich, weil das Hüllrohr --12-- selbst noch keine Füllung enthält. Entsprechend der Längenzunahme der Spannglieder entfernt sich der Ankerkörper --3-- von der Ankerplatte-5- ; die Trompete --10-- kann diese Bewegung ebenfalls ohne jede Behinderung mitmachen, weil sie vom Füllbeton --27-- durch das Schutzrohr --13-getrennt ist.
Das bedeutet, dass sich der zylindrische Abschnitt --11-- der Trompete --10-gegenüber dem freien Ende des Hüllrohres --12-- ohne Behinderung von aussen hin verschieben kann. Wenn die gewünschte Längung, vermehrt um ein Setzungs-Ausmass, erreicht worden ist, werden die beiden Teile des Zwischenstückes --4-- zwischen Ankerkörper --3-- und Ankerplatte --5-- eingesetzt, die hydraulische Zugvorrichtung wird entlastet und abgenommen. Jetzt erst wird durch die Leitung --25--, welche durch die Gewindebohrung-3'-des Ankerkörpers
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schen Abschnittes --11-- der Trompete --10--, anschliessend an den anfänglich eingebrachten Verbindungsbeton --26--, eingepresst.
Dieser Ausfüllbeton braucht nicht elastisch zu sein, weil der Spann- oder Längungsvorgang der Spannglieder --1-- bereits abgeschlossen ist und während der Lebensdauer des Zugankers Relativbewegungen zwischen Spanngliedern-l-und Ausfüllbeton --29-- im allgemeinen nicht mehr zu erwarten sind. Anschliessend wird über die Leitung --14-auch der Ringraum zwischen Trompete --10-- und Schutzrohr --13-- mit Vergussmasse --30-- gefüllt ; allfällige Überlängen der Spannglieder-l-werden entfernt und der Topf --6-- wird aufgesetzt.
Durch die erfindungsgemässe Bauweise und durch das erfindungsgemässe Verfahren wird im Ausfüllbeton jegliche Rissbildung, die bei der üblichen Vorgangsweise - erst füllen, dann spannen - während des Dehnens der Spannglieder vermieden. Ein Rosten der Spannglieder durch Feuchtigkeit die durch die Risse im Beton eindringen kann, ist daher ausgeschlossen. Infolge des Fehlens einer Füllung im Hüllrohr während des Spannens der Spannglieder wird deren Längenzunahme nicht behindert und die gegenseitige Verschiebung von Hüllrohr und Trompete geht ebenfalls ohne Behinderung durch Füllbeton vor sich.
In entsprechender Weise kann vorgegangen werden, wenn Spannglieder, z. B. Seile, von
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einem Hüllrohr umgeben sind und mit beiden Enden in Ankerkörpern festgelegt sind. Nach dem bleibenden Befestigen der Spannglieder am einen Ende wird am andern Ende der Spannglieder die hydraulische Spannvorrichtung angesetzt, die Spannglieder werden gespannt und ein Zwischenstück entsprechender Axialerstreckung wird eingesetzt ; dann erst wird Füllbeton, Füllmörtel od. dgl. in das Hüllrohr eingepresst.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Anker mit Spannglieder, insbesondere in Form von Litzen und einem Hüllrohr, dadurch gekennzeichnet, dass das die Spannglieder (1) umgebende Hüllrohr (12) zumindest über seinen dem Ankerkörper (3) zugekehrten Endteil von einem der Längenzunahme der Spannglieder beim Spannen derselben folgenden zweiten Rohr (11), welches z. B. einen Bestandteil einer das Ende der Spannglieder (1) umgebenden Trompete (10) ist, umgeben ist, das von einem Schutzrohr (13) umschlossen ist.