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Die Erfindung betrifft Krankenhilfsmittel, z. B. Rollstühle, Gehhilfen, Krücken, Stützbehelfe od. dgl.
Die derzeitigen Krankenhilfsmittel werden in der Regel aus schweren Eisenlegierungen hergestellt, die rosten, nicht körperverträglich sind und auf Grund ihres Gewichtes die Fortbewegung erschweren. Ziel der Erfindung ist es, Gehbehinderten eine leichtere Fortbewegung zu ermöglichen und die Körperkompatibilität der Behelfsmittel zu verbessern.
Diese Nachteile werden bei Krankenhilfsmitteln erfindungsgemäss dadurch vermieden, dass insbesondere zur Verbesserung der Bewegbarkeit und der Biokompatibilität dieser Krankenhilfsmittel ihre metallischen Teile, insbesondere ihre Rohrteile, zumindest teilweise, vorzugsweise zur Gänze aus einer Aluminium und Titan enthaltenden Legierung mit einem Ti-Gehalt von zumindest 80 Gew.-%
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so dass die Gehbehelfe aus Titanlegierungen im Meerwasser, z. B. als Baderollstühle bzw.-behelfe bzw. bei mit Wasser verbundenen Tätigkeiten verwendet werden können. Insbesondere werden die derzeit aus Eisen bzw.
Eisenlegierungen bestehenden Rohre der Krankenhilfsmittel durch Rohre aus Titanlegierungen ersetzt, womit aus Gewichtsgründen eine verbesserte Mobilität der Gehbehinderten sowie eine höhere Lebensdauer der Gehbehelfsmittel erreicht wird. Bei Verwendung einer Titanlegierung an Stelle von Eisen verringert sich z. B. das Gewicht eines Rollstuhls von 20 auf 10 kg.
Ziel der Erfindung ist es ferner, einen aus Rohren aus einer Titanlegierung bestehenden Rollstuhl mit einem Rahmen aus Rohren, einer Rückenlehne, einer Sitzfläche, Hinter- und Vorderrädern und einer Fussstütze, wobei der Rollstuhl zwei gegeneinander verstellbare Rohrrahmenteile besitzt, die den Rahmen des zusammenklappbaren Rollstuhls bilden und jeweils unterhalb der Sitzfläche einen seitlichen Längsträger aufweisen, hinsichtlich seines Aufbaues zu verbessern.
Rollstühle dieser Art sind z. B. aus den US-PS Nr. 2, 960, 150 und Nr. 2, 826, 242 bekannt. Sie bestehen jedoch nicht aus Titanlegierungen und sind auch hinsichtlich ihrer Bedienbarkeit beim Zusammenlegen bzw. ihres Komforts nicht optimal.
Verbesserungen derartiger Rollstühle werden erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die Längsträger durch sich gegebenenfalls in einer feststellbaren Ratschenverbindung kreuzende Verbindungsstäbe verbunden sind, deren Enden an in den Längsträgern verschiebbar geführten Gleitstücken angelenkt sind, und dass durch die Stellung der von den Verbindungsstäben gebildeten Schere die Sitzbreite des Rollstuhls bzw. die Entfernung der beiden Rahmenteile festgelegt ist. Damit wird neben einer Gewichtseinsparung durch Verwendung der Titanlegierung für die Rahmenrohre auch eine Platzersparnis durch die Zusammenlegungsmöglichkeit erreicht.
Wenn bei einem Rollstuhl der Rahmen hintenliegende im wesentlichen vertikale Rohrteile mit Trägern für die Hinterräder aufweist, kann eine Anpassung an verschiedene Räder leicht vorgenommen werden, wenn in den Trägern eine Ausnehmung für eine stufenlos nach vorne oder hinten verstellbare Steckbuchse für ein Steckrad vorgesehen ist.
Bei einem Rollstuhl, bei dem abgebogene, von den Armlehnen zur Fussstütze bzw. den Vorderrädern verlaufende Vorderrohre vorgesehen sind, ist es vorteilhaft, wenn in den Vorderrohren Rillen ausgebildet sind, in die ein Federring einsetzbar ist, mit dem ein Träger für die Fussstütze höheneinstellbar gelagert ist.
Ein stabiler einfacher Aufbau ergibt sich, wenn die vertikalen zu den Hinterrädern verlaufenden Rohre zu den Armstützrohren abgebogen sind und im Biegungsbereich die Rückenlehne tragende Stützrohre schwenkbar angelenkt sind. Zweckmässig ist es dabei, wenn die Stützrohre mit einer Schwenkplatte versehen sind, die im Biegungsbereich angelenkt ist und eine Ausnehmung besitzt, die mit einer Ausnehmung im Biegungsbereich in Fluchtung bringbar und mit einem Stift in aufrechter Lage der Rückenlehne arretierbar ist.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand der Zeichnungen, welche Ausführungsbeispiele der Erfindung darstellen, näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 einen Rollstuhl, Fig. 2 bis 6 verschiedene Gehbehelfe, Fig. 7 ein Detail einer umklappbaren Rückenlehne, Fig. 8 eine Arretierung einer Rücken-
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lehne, Fig. 9 eine Schere zum Zusammenklappen des Rollstuhls, Fig. 10 die Befestigung der Räder des Rollstuhls und Fig. 11 eine Fussstützenverstellung.
In den Zeichnungen ist in Fig. 1 ein Rollstuhl-l-dargestellt ; in den Fig. 2 und 3 sind verschiedene Formen von Gehhilfen dargestellt, Fig. 4 und 5 zeigen Krücken verschiedener Art und Fig. 6 einen Stützbehelf. Bei allen diesen Gehbehelfen sind zumindest deren Rohrteile aus einer erfindungsgemässen Titanlegierung hergestellt. Diese Legierung besitzt insbesondere eine Streckgrenze bzw. eine Zugfestigkeit von etwa 1080 N/mm2 und eine Dehnung von etwa 12%.
In Fig. 1 ist ein Rollstuhl --1-- dargestellt, dessen aus zwei Teilen bestehender, zusammenklappbarer Rohrrahmen aus einer erfindungsgemässen Titanlegierung hergestellt ist. Der Rollstuhl besitzt Hinterräder --15--, welche in Trägern --6-- (Fig. 10) gelagert sind, welche im Endbereich von im wesentlichen vertikalen hinteren Rohrteilen --3-- befestigt sind. Diese Rohrteile --3-sind zu Armstützrohren --14-- abgebogen. Im Abbiegebereich --20-- ist eine Schwenkplatte--2-angelenkt, die mit einem Stützrohr --34-- verbunden ist, an dem eine Rückenlehne--12--, z. B. aus Gewebe, Leder od. dgl., befestigt ist.
Auch zwischen den vertikalen Rohrteilen --3-- kann
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--12'-- ausräder --16-- tragen und an denen eine Fussstütze --17-- über ein Gelenk --9-- schwenkbar befestigt ist. Zwischen den vertikalen hinteren Rohrteilen --3-- und den Vorderrohren --11-- verläuft unterhalb des Sitzes --13-- ein seitlicher Längsträger --10--. Zwischen den Vorderrohren --11-- verläuft ein Verbindungsrohr --33--. Die zwei dieses Verbindungsrohr --33-- bildenden Teile können um einen mittigen Gelenkpunkt--34--, z. B. nach oben oder unten, verschwenkt bzw. zusammengeklappt werden, um eine Annäherung der gegenüberliegenden Rahmenteile (Rohre --3, 34,14, 11--) zu erreichen, um den Rollstuhl --1-- in seinen Abmessungen z. B. zum Transport zu verkleinern.
Das Verbindungsrohr --33-- könnte auch von zwei ineinanderschiebbaren starren Rohrteilen gebildet sein.
Wie Fig. 9 zeigt, sind zwischen den zu beiden Seiten angeordneten Längsträgern --10-- Verbindungsstäbe bzw. -rohre --5-- angeordnet, die mit Gleitstücken --21-- gelenkig verbunden sind, die in den Längsträgern bzw. -rohren --10-- in Richtung des Pfeiles 35 gleiten, um eine Annäherung bzw. Entfernung der Längsrohre --10-- beim Zusammen- bzw. Aufklappen des Roll- stuhls --1-- zuzulassen. Die sich kreuzenden Verbindungsstäbe --5-- sind durch eine Ratschenverbindung --4-- verbunden bzw. festlegbar. Diese Verbindungsrohre --5-- bzw.
Kreuzstreben lassen ferner zu, dass jede Rollstuhlbreite einstellbar ist und durch Festlegung der Ratschenverbindung --4-- diese Breite auch beibehalten wird.
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gelegenen Trägerrohren --36-- wird ein Sitz --13-- getragen, der in die Höhe klappbar oder zum Transport abnehmbar ausgebildet sein kann.
Zur Erhöhung der Stabilität der Rollstuhls --1-- kann auch zwischen den hinteren vertikalen Rohren --3-- bzw. zwischen den Stützrohren --34-- eine Schere, wie unterhalb des Sitzes --13-- angeordnet werden, und damit eine Erhöhung der Stabilität des Rollstuhls zu erreichen. Eine ähnliche Schere könnte auch zwischen den Vorderrohren --11-- angeordnet werden.
Fig. 7 zeigt im Detail, wie die die Rückenlehne --12-- tragenden Stützrohre --34-- abge- klappt werden können, um den Rollstuhl für den Transport zu verkleinern. Die Stützrohre --34-- laufen in eine Schwenkplatte --2-- aus, welche in einem Gelenkpunkt mit einem Zapfen --18-an den Rohrteilen --3-- in deren Biegungsbereich --20-- schwenkbar angelenkt ist. Wie Fig. 8 zeigt, kann die Schwenkplatte --2-- im Biegungsbereich mittels eines Bolzens --26-- arretiert werden, so dass die Rückenlehne --12-- aufrecht steht. Der Bolzen --26-- durchsetzt die Drehplatte --2-- und das Rohr und kann mittels eies Betätigungsfortsatzes --25-- aus dem Loch herausgezogen werden, wodurch die rückenlehne --12-- in Richtung des Pfeiles 36 abgeklappt werden kann.
Fig. 10 zeigt die Befestigung der Hinterräder --15-- an einem Träger --6--, der verschwenkbar, jedoch festlegbar mit einer Schraube --23-- od.dgl. im unteren Endbereich der vertikalen Rohrteile --3-- befestigt ist. In einer Ausnehmung --38-- des Trägers --6-- ist eine Steckbuchse --24-- für Steckräder vorgesehen, die in entsprechender Lage im Träger --6-- an-
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geordnet werden kann. Durch eine Verstellung kann zum Transport des Rollstuhls eine Längenverkürzung erzielt werden und der Radabstand zwischen Vorder- und Hinterrädern kann stufenlos verstellt werden. Durch Verwendung von Steckrädern können auch wahlweise Räder mit verschiedenen Durchmessern bei gleicher Sitzposition eingesetzt werden.
In Fig. 11 ist die stufenlose Höhenverstellung der Fussstütze --17-- dargestellt. Ein Federring --29-- kann wahlweise in verschiedene Rillen --28-- im Endbereich der Vorderrohre--11- eingesetzt werden. Der Federring --29-- legt einen Träger --32-- für einen mit einem Gelenkbolzen - 9-- schwenkbar und feststellbar gelagerten Winkelträger --31-- fest, der die Fussstütze --17-- trägt. Damit kann eine Anpassung an verschiedene Unterschenkellängen des Benutzers erfolgen.
Zum Zusammenlegen des Rollstuhls-l-kann die Fussstütze --17-- einseitig an einem der Winkel- träger --31-- mit einem Scharnier hochklappbar gelagert sein. Die Fussstütze --17-- kann an ihrem freien Ende mit einem Fortsatz bzw. Stift versehen sein, der in eine Ausnehmung in dem
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--31-- einführbarwerden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Krankenhilfsmittel, z. B. Rollstühle, Gehhilfen, Krücken, Stützbehelfe od. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass insbesondere zur Verbesserung der Bewegbarkeit und der Biokompatibilität dieser Krankenhilfsmittel ihre metallischen Teile, insbesondere ihre Rohrteile, zumindest teilweise, vorzugsweise zur Gänze aus einer Aluminium und Titan enthaltenden Legierung mit einem Ti-Gehalt von zumindest 80 Gew.-% geformt sind, wobei die Legierung aus 1 bis 6 Gew.-%, vorzugsweise etwa 4 Gew-%, Al, 1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise etwa 2 Gew.-%, Sn, 2 bis 6 Gew.-%, vorzugsweise etwa 4 Gew.-%, Mn und 85 bis 96 Gew.-%, vorzugsweise etwa 90 Gew.-%, Ti besteht.