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Die Erfindung betrifft einen Heizkessel für feste Brennstoffe, mit einem Füllschacht, einem am unteren Ende desselben angeordneten Rost und einer an den Füllschacht angrenzenden Brenn- kammer, wobei mindestens eine der Füllschachtwände mit Abstand oberhalb des Rostes endet und der Abstand zwischen dem unteren Rand dieser Füllschachtwand und dem Rost mittels einer von aussen her betätigbaren Verstelleinrichtung und damit der Abbrandquerschnitt veränderbar ist.
Bei einem derartigen bekannten Heizkessel (DE-PS Nr. 341354) ist die gesamte rückwärtige
Füllschachtwand durch eine heb- und senkbare Schamotteplatte gebildet. Zwischen dem Füllschacht und der Schamotteplatte sind ausserdem die vertikalen Stäbe eines wassergekühlten Rostes angeord- net. Durch Heben und Senken der Schamotteplatte kann der Abbrandquerschnitt eingestellt werden.
Zum Heben und Senken ist eine über ein Umlenkrad geführte Kette vorgesehen, an deren freiem
Ende ein Gegengewicht hängt. Dieses Gegengewicht muss vorgesehen sein, da die Schamotteplatte ein verhältnismässig hohes Gewicht aufweist. Die Schamotteplatte sowie der Kettenzug mit Gegenge- wicht sind verhältnismässig aufwendige Bauteile. Zusätzlich müssen zur Führung der Schamotte- platte auch noch Führungen vorgesehen sein. Damit sich die Schamotteplatte überhaupt verschieben lässt und nicht durch das Brennmaterial blockiert wird, ist es ausserdem erforderlich, den wasser- gekühlten Rost parallel zur Schamotteplatte vertikal nach oben zu führen. Durch diese Massnahmen werden die Herstellungskosten des Heizkessels weiterhin verteuert.
Ausserdem kann sich die Schamot- teplatte infolge von Verunreinigungen der Führungen durch Brennmaterial und Asche in ihren
Führungen verklemmen.
Es ist ferner ein Heizkessel zum Verbrennen fester Brennstoffe bekannt (FR-PS Nr. 2. 317. 858), der normalerweise einen horizontalen Rost aufweist, wobei eine der Füllschachtwände mit Abstand oberhalb des Rostes endet. Eine Verstellung des Abbrandquerschnittes von aussen her ist nicht möglich. Wenn stark gas-und rauchtentwickelnde Brennstoffe, wie Holz, Torf od. dgl., verbrannt werden sollen, dann kann der horizontale Rost durch einen schräggestellten Rost ersetzt werden, wobei sich die oberen Enden der einzelnen Roststäbe an der hinteren Füllschachtwand abstützen.
Die Aschentür wird dann dicht verschlossen und die Verbrennungsluft wird durch eine in der oberen Füllschachttür vorgesehene regelbare Zugluftklappe zugeführt. Durch Ersatz des horizontalen Rostes durch den schräggestellten Rost ist zwar eine gewisse Veränderung des Abbrandquerschnittes möglich, jedoch lassen sich nur zwei verschiedene Abbrandquerschnitte erreichen. Dies ist jedoch völlig ungenügend, denn jeder Brennstoff erfordert einen andern Abbrandquerschnitt, der je nach Stärke des Kaminzuges und je nach benötigter Wärmeleistung des Kessels auch noch unterschiedlich gross sein kann. Mit nur zwei unterschiedlichen Abbrandquerschnitten ist eine optimale Verbrennung keinesfalls sichergestellt.
Ausserdem lässt sich der Abbrandquerschnitt nicht von aussen her verändern, sondern es muss jeweils der eine Rost ausgebaut und der andere Rost eingebaut werden, was umständlich und zeitraubend ist. Ausserdem muss vor dem Austausch des Rostes der Heizkessel stillgesetzt werden und abkühlen.
Heizkessel werden nämlich im allgemeinen auf ihre Nennleistung, d. s. 100%, ausgelegt.
Wird nun ein Heizkessel für feste Brennstoffe in herkömmlicher Weise nennenswert unter seiner Nennleistung belastet, dann verschlechtert sich die Verbrennqualität. Dies kann zu Kondensatausscheidungen, Verteerung und höherem Staubauswurf sowie einem schlechteren Wirkungsgrad führen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Heizkessel für feste Brennstoffe der eingangs erwähnten Art zu schaffen, der einfacher im Aufbau ist und bei dem sich trotzdem der Abbrandquerschnitt zur Sicherstellung einer optimalen Verbrennung leicht verändern lässt.
Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, dass der Rost an der der mit Abstand über dem Rost endenden Füllschachtwand gegenüberliegenden Seite um eine horizontale Achse schwenkbar gelagert ist, wobei zur Rostverstellung ein feststellbarer Betätigungshebel vorgesehen ist.
Durch diese Ausgestaltung ist der Heizkessel einfach im Aufbau. Da der Rost ohnehin vorhanden sein muss, sind zur Verstellung des Abbrandquerschnittes nur wenige zusätzliche Teile erforderlich, nämlich eine Schwenklagerung für den Rost und eine Verstelleinrichtung zum Heben und Senken des Rostes. Da der Rost selbst nur ein verhältnismässig geringes Gewicht aufweist, können Gegengewichte entfallen. Die schwenkbare Anordnung des Rostes hat auch den
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Vorteil, dass ein Verklemmen desselben praktisch nicht eintreten kann. Da bei dem erfindungsgemä- ssen Heizkessel die Veränderung des Abbrandquerschnittes durch Schwenken des Rostes erfolgt, kann auch die hintere Füllschachtwand starr angeordnet und wie die übrigen Füllschachtwände wassergekühlt sein.
Hiedurch kann man auf teures Schamottematerial verzichten, und es ist auch nicht erforderlich, einen wassergekühlten Rost vertikal anzuordnen. Weiterhin kann durch den von aussen betätigbaren und feststellbaren Betätigungshebel der Abbrandquerschnitt leicht verändert und eingestellt werden. Durch Veränderung des Abbrandquerschnittes kann der Heizkessel dem jeweiligen Brennstoff, der jeweils benötigten Leistung und auch dem Kaminzug so angepasst werden, dass der verwendete Brennstoff mit Nennleistung rauchlos verbrennt. Die Leistung des Kessels kann durch weitere Verringerung des Abstandes zwischen Rost und unterem Rand der
Füllschachtwand, d. h. durch weitere Verengung des Abbrandquerschnittes, um bis zu einem Drittel reduziert werden, ohne dass die Verbrennungsluft gedrosselt werden müsste.
Damit kann je nach verwendetem Brennstoff, je nach Stärke des Kaminzuges und je nach benötigter Wärmeleistung des Kessels eine optimale Verbrennung in einem Leistungsbereich von 50 bis 100% erreicht werden.
Gerade das Erreichen der optimalen Leistungen in einem Bereich von 50 bis 100% stellt einen wesentlichen Vorteil der Erfindung dar. Dabei werden die Glutstockhöhe und die Füllmenge kaum verändert. Auch mit einer 50%igen Leistung ist die Verbrennung noch optimal und die vorgeschriebenen Werte werden eingehalten. Auf Einbauten für eine Nachverbrennung kann ebenfalls verzichtet werden.
Durch die Erfindung ist es somit möglich, auch bei reduziertem Feuerungsbetrieb des Kessels, während die Feuerung in Betrieb ist, eine Leistungsveränderung ohne Wirkungsgradverschlechterung vorzunehmen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Die Erfindung ist in folgendem, an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels, näher erläutert. Die Zeichnung zeigt einen Längsschnitt des Heizkessels.
Der Heizkessel --1-- weist einen Füllschacht --2-- und einen unterhalb desselben angeordneten Rost --3-- auf. Der Rost --3-- ist auswechselbar auf einem Rahmen --4-- angeordnet. Eine der Füllschachtwände, nämlich die Füllschachtwand--5--, an deren Rückseite sich eine wassergefüllte Heiztasche --6-- befindet, endet mit Abstand A oberhalb des Rostes --3--. An die Füllschachtwand-g-grenzt die Brennkammer --7-- an. Der Brennkammer --7-- sind mehrere Rauchgaszüge --8-- nachgeschaltet.
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--3-- zweckmässigwand --5-- gegenüberliegenden Seite um eine horizontale Achse --9-- schwenkbar gelagert.
Dies erfolgt dadurch, dass der den Rost --3-- tragende Rahmen --4-- an seinen beiden Enden mit Lagerzapfen --9-- versehen ist, die in entsprechenden, mit den Kesselwänden verbundenen Lagerwänden --10-- ruhen. An der andern Seite des Rostes sind in der Nähe der beiden Kessellängswände zwei annähernd vertikale Zahnstangen --11-- mit dem Rost fest verbunden. Eine Stellwelle-12-- ist im Heizkessel drehbar gelagert und trägt zwei Zahnradsektoren --13--, deren Zähne --13a-- mit der Zahnstange --11-- in Eingriff sind. An der Kesselaussenseite ist die Stellwelle --12-- mit einem Betätigungshebel --14-- versehen, der entweder in verschiedenen Winkelstellungen eingerastet werden kann oder auch stufenlos verstellbar ist.
Mittels des Betäti- gungshebels--14--kann die Stellwelle-12-- gedreht und damit über die Zahnradsektoren --13- und die Zahnstangen --11-- der Rahmen --4-- angehoben bzw. abgesenkt werden. Auf diese Weise ist der Abstand A zwischen dem unteren Rand --5a-- der Füllschachtwand --5-- und dem Rost --3-- einstellbar.
Durch Verkleidung des Abstandes A kann bei einem geringeren Wärmebedarf der Abbrandquerschnitt verkleinert werden, u. zw. lediglich durch Betätigung des Hebels --14-- von aussen her. Die Betätigung des Hebels --14-- kann hiebei durch Hand oder gegebenenfalls auch durch Motor und Thermostat automatisch entsprechend dem jeweiligen Wärmebedarf erfolgen.