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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Entnahme von Blut, die einen Zylinder mit einer Stirnwand an einem Ende und einen darin luftdicht geführten und verschiebbaren Kolben umfasst, wobei die Stirnwand einen Anschlussstutzen für eine Kanüle trägt.
Bei den bekannten Blutentnahmevorrichtungen dieser Art wird so vorgegangen, dass man den Kolben mechanisch in seine eine Grenzlage, in der Nähe der Stirnwand mit dem Anschlussstut- zen, bringt, dann die Kanüle in die Vene einführt und schliesslich den Kolben rein mechanisch langsam zurückzieht. Dabei tritt dann das in der Vene unter Druck stehende Blut durch die
Kanüle in den Zylinder ein. Wenn der Kolben so schnell zurückgezogen wird, dass das Blut nicht schnell genug durch die Kanüle einströmen kann, entsteht zwischen Kolben und Anschlussstut- zen ein Unterdruck, der die Strömungsgeschwindigkeit erhöht, aber auch die Gefahr einer Schädi- gung der Blutkörperchen erhöht.
Das mechanische Zurückziehen des Kolbens erfolgt bei den bekannten Blutentnahmevorrichtun- gen dadurch, dass auf der Rückseite des Kolbens eine Kolbenstange mit ihm verbunden ist, die sich durch eine Öffnung im Boden des Zylinders erstreckt und an ihrem herausragenden freien
Ende einen Handgriff trägt.
Die Handhabung dieser bekannten Blutentnahmevorrichtungen erfordert eine gewisse Geschick- lichkeit und eine ruhige Hand, damit nicht etwa nach dem Einführen der Kanülenspitze in die Vene bei ungeschicktem Zurückziehen des Kolbens die Kanülenspitze die gegenüberliegende Venenwand durchsticht.
Der Erfindung liegt, ausgehend von diesen Schwierigkeiten, die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, bei der ein ruckfreies Zurückziehen des Kolbens innerhalb des im übrigen ruhig gehaltenen Zylinders möglich ist.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das der Stirnwand abgewendete Ende des Zylinders in an sich bekannter Weise mit einer Luftabsaugvorrichtung verbunden ist. Durch diese Massnahme wird die erfinderische Aufgabe einwandfrei erfüllt.
Es ist günstig, wenn das der Stirnwand abgewendete Ende des Zylinders durch eine Querwand abgeschlossen ist, die eine konzentrische Öffnung aufweist, an welche die Luftabsaugvorrichtung angeschlossen ist. Dadurch kann die Handhabung der erfindungsgemässen Vorrichtung verbessert werden.
Zweckmässig ist ein luftdicht in die Öffnung einsetzbarer Anschlussnippel mit axialer Bohrung und ein mit diesem luftdicht verbundener, ihn mit der Luftabsaugvorrichtung verbindender, flexibler Schlauch vorgesehen. Dadurch wird erreicht, dass das Zurückziehen des Kolbens keinerlei Stösse oder Erschütterungen auf den Zylinder ausgeübt und auf die Kanüle übertragen werden. Unbeachtet der Art der Saugvorrichtung werden von dieser auf den Zylinder der Blutentnahmevorrichtung keine Stösse oder sonstige Bewegungen übertragen, weil die Verbindung mit der Öffnung des Zylinders über einen flexiblen Schlauch erfolgt.
Vorzugsweise wird ferner vorgesehen, dass das in den Zylinder hineinragende Ende des Nippels eine konische Mantelfläche besitzt und dass der Kolben auf seiner der Querwand des Zylinders zugewendeten Seite in der Mitte ein konisch ausgebildetes Sackloch besitzt, das dem Konus des Nippels entspricht. Bei dieser Ausbildung wird nach dem Einsetzen des Nippels und dem Absaugen der Luft der Kolben so weit zurückgesaugt, bis er sich mit dem besagten Sackloch auf den Nippel setzt und diesen luftdicht verschliesst. In dieser Stellung endet die Bewegung des Kolbens und die Blutentnahme ist beendet.
Um mit dieser Vorrichtung beim Herausziehen der Kanüle aus der Vene auch noch den in der Kanüle verbleibenden Blutrest in das Innere des Zylinders hineinzusaugen, ist in der Nähe der Querwand eine von der Innenwand des Zylinders vorspringende Ringschulter zur Abstützung des Kolbens vorgesehen, wobei die Bemessung und Zuordnung der Teile so vorgenommen ist, dass sich beim Aufsetzen des zurückgezogenen Kolbens auf dem Nippel und Abdichten desselben durch das konische Sackloch im Kolben ein geringer Abstand zwischen der Unterkante des Kolbens und der Schulter befindet.
Das Absaugen des Blutes aus der Kanüle geschieht in einfacher Weise dadurch, dass man gleichzeitig mit dem Herausziehen der Kanülenspitze aus der Vene auch den Nippel aus dem Zylinder herauszieht, dabei wird durch die noch anhaltende Saugwirkung der Kolben während des Herausziehens des Nippels etwas mitgenommen, bis er sich auf die Schulter
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auflegt. Beim weiteren Herausziehen des Nippels löst sich dieser nun aus dem Sackloch und die Saugwirkung auf den Kolben ist beendet. Anderseits ist aber der Zylinder der Blutentnahmevor- richtung durch den auf der Schulter aufsitzenden Kolben abgedichtet und das in dem Zylinder befindliche Blut kann in dem gleichen Röhrchen zentrifugiert werden. Es ist also nicht erforder- lich, das entnommene Blut zum Zweck des Zentrifugierens in ein besonderes Zentrifugenröhrchen umzufüllen.
Vorzugsweise ist, um die Abdichtung des Nippels durch den zurückgezogenen Kolben zu verbessern, vorgesehen, dass von der dem angesetzten Nippel zugewendeten Seite des Kolbens in an sich bekannter Weise ein konzentrisch angeordneter Ansatz mit konischem Aussenmantel vorsteht, dass sich das konische Sackloch vom freien Ende des Ansatzes in diesen hineinerstreckt und dass von der Querwand des Zylinders ein Kragen mit konischer Innenfläche axial einwärts vorsteht, wobei der Aussenkonus des Ansatzes kurz vor dem Anschlagen des Kolbens auf der
Ringschulter dichtend in die konische Bohrung des Kragens eingreift. Es ist hier die Zuordnung der Teile also so getroffen, dass sich der Kolben nicht sofort auf die Schulter abstützt, sondern erst anschliessend, wenn der Nippel herausgezogen wird.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung wird weiters dadurch verbessert, dass der Anschlussstutzen für die Kanüle in an sich bekannter Weise ein in eine Bohrung in der Stirnwand eingesetzter Stopfen aus einem weichelastischen Werkstoff ist, der zur Aufnahme einer Kanüle vorgesehen und durch eine Schwachstelle im Stopfen bzw. eine Scheibe gegenüber dem Innenraum des Zylinders abgeschlossen ist, wobei als Kanüle ein mit einem Griffstück versehenes und beidseitig angespitztes Röhrchen vorgesehen ist.
Es ist so möglich, die Blutentnahme je nach Wunsch auf verschiedene Weise durchzuführen.
Entweder wird kurz vor der Einführung der äusseren Spitze der Kanäle die ganze Kanüle in Richtung auf den Zylinder zurückgezogen, wobei das angespitzte hintere Ende der Kanüle die Schwachstelle zerreisst. Sodann wird die äussere Spitze der Kanüle in die Vene eingeführt und der Kolben durch das beschriebene Ansaugen zurückgeführt.
Man kann aber auch mit der Vorrichtung so arbeiten, wie es von andern Blutentnahmevorrichtungen her bekannt ist. Die Kanüle wird zuerst mit ihrem äusseren spitzen Ende in die Vene eingeführt, ohne dass das hintere spitze Ende die Folie schon zerstört hätte. Dann wird der Kolben teilweise oder vollständig zurückgesaugt, so dass sich in dem Raum oberhalb des Kolbens ein entsprechender Unterdruck befindet. Schliesslich wird dann die Kanüle mit ihrem hinteren spitzen Ende ein kleines Stück gegen die Schwachstelle geführt bzw. umgekehrt die Kanüle festgehalten und der Zylinder um ein kleines Stück in Richtung auf die Kanüle hin vorbewegt. Sobald das hintere spitze Ende der Kanüle die Schwachstelle durchstossen hat, strömt das Blut in den evakuierten Raum des Zylinders ein.
Diese letztere Art der Blutentnahme ist insbesondere in den Vereinigten Staaten von Nordamerika bekannt und wird dort mit Hilfe von Blutentnahmevorrichtungen ausgeführt, die einen einseitig geschlossenen, evakuierten Zylinder mit einem Stopfen an seinem offenen Ende umfassen, der das eine Ende einer an beiden Enden angespitzten Kanüle aufnimmt. Diese dort üblichen Blutentnahmevorrichtungen werden beim Hersteller evakuiert und sollen das Vakuum bis zu ihrer Verwendung beim Arzt oder im Krankenhaus behalten. Das verlangt einerseits die Verwendung von Glas, da Kunststoffbehälter nicht in der Lage sind, über längere Zeit ein Vakuum in ihrem Inneren aufrechtzuerhalten. Diese Behälter sind deshalb zwangsläufig schlagempfindlich und werden beim Herunterfallen häufig zerstört.
Anderseits ist aber auch die Abdichtung, insbesondere dort, wo die angespitzte Kanüle in den Stopfen eingesetzt ist, problematisch. Es kommt deshalb gelegentlich vor, dass ein Arzt einen solchen vermeintlich noch evakuierten Behälter aus der Packung entnimmt, die Kanüle in die Vene einführt, anschliessend die Kanüle in den Behälter hineinstösst und dann feststellen muss, dass der Behälter kein Vakuum mehr besitzt. Der Arzt ist dann gezwungen, einen neuen Behälter zu probieren und muss die Vene des Patienten erneut anstechen.
Alle diese Komplikationen treten bei der vorstehend beschriebenen Vorrichtung nicht auf.
Der Zylinder der Blutentnahmevorrichtung kann ohne weiteres aus Kunststoff hergestellt werden und ist deshalb unzerbrechlich oder schwer zerbrechlich. Ausserdem wird die Blutentnahmevorrichtung nicht, wie die vorerwähnten bekannten Blutentnahmevorrichtungen, evakuiert angeliefert,
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sondern das Vakuum wird erst kurz vor der beabsichtigten Blutentnahme durch Zurückziehen des Kolbens hergestellt. Undichtigkeitsprobleme spielen deshalb bei der beschriebenen Vorrichtung keine Rolle bzw. sind mit einfachen Mitteln ohne weiteres zu meistern.
Die Erfindung wird nachstehend in Ausführungsbeispielen an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen Fig. 1 eine teilweise aufgebrochene Seitenansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung, Fig. 2 eine Teildarstellung einer abgewandelten Ausführung mit eingesetztem Nippel und Saugschlauch, Fig. 3 eine Teildarstellung einer weiteren Abwandlung, Fig. 4 eine vergrösserte Teildarstellung einer weiteren Abwandlung der Ausführung nach Fig. 1, Fig. 5 eine vergrösserte Teildarstellung des vorderen Endes der Vorrichtung in Fig. 1, Fig. 6 einen vergrösserten Teilschnitt ähnlich Fig. 5 einer andern Ausführungsform und Fig. 7 einen Schnitt längs der Linie VII-VII in Fig. 1.
Die in Fig. l dargestellte Vorrichtung umfasst einen Zylinder-l-mit einer den Boden bildenden Querwand --5-- mit konischer Mittelöffnung --7-- und diese umgebendem Verstärkungswulst --6--. Am oberen Ende ist der Zylinder-l-durch eine aufgeschraubte Kappe --4-verschlossen, deren Stirnwand --2-- eine exzentrische Bohrung besitzt, die in einen aussen konischen Anschlussstutzen --3-- zum Aufsetzen einer Kanüle übergeht.
In dem Zylinder-l-ist ein Kolben --8-- ohne Kolbenstange verschiebbar und luftdicht geführt. Die Abdichtung erfolgt durch einen Dichtungswulst --9--, während die Führung gegen Verkanten durch einzelne parallel zur Mittelachse verlaufende Rippen --10, 11 und 12-- erfolgt.
Die Anordnung der Rippen ist besonders aus Fig. 7 zu erkennen.
Beim Absaugen der Luft aus der Öffnung --7-- in Pfeilrichtung wird zwischen der Querwand - und dem Kolben --8-- ein Unterdruck gebildet und der Druckunterschied zu beiden Seiten des Kolbens zwingt diesen, sich in Richtung der Querwand --5-- zu bewegen. Dabei vergrössert sich der Raum oberhalb des Kolbens, zwischen diesem und der Stirnwand --2--, und der so entstehende Unterdruck lässt das aus der Vene in die Kanüle (nicht dargestellt) eintretende Blut durch den Stutzen --3-- in das Innere des Zylinders-l-oberhalb des Kolbens --8-einströmen.
In Fig. 2 ist in einer bevorzugten Ausführungsform aufgebrochen dargestellt, dass der Kolben - unterseitig und in seiner Mitte einen ringförmigen Ansatz --13-- aufweist, der sich beim
Zurückbewegen des Kolbens schliesslich, wie in Fig. 2 dargestellt, dichtend auf die konische
Spitze --15-- eines in die Öffnung --7-- eingesteckten Anschlussnippels --14-- aufsetzt. Dieser Anschlussnippel besitzt einen Haltering --16-- und auf der andern Seite dieses Halteringes einen gewählten Ansatz --17--, auf den ein flexibler Schlauch --18-- aufgeschoben ist, der an seinem andern Ende mit einer (nicht dargestellten) Saugvorrichtung verbunden wird.
Bei der abgewandelten Ausführungsform nach Fig. 3 ist der Anschlussnippel --14a-- zunächst mit einem zylindrischen Teil --21-- versehen, der oberseitig durch einen Anschlagring --22-abgeschlossen wird, der sich beim Einstecken der Spitze des Nippels --14a-- gegen die Querwand - legt. Oberhalb des Anschlagringes --22-- ist der Nippel ebenfalls zylindrisch, aber mit geringerem Durchmesser ausgebildet. Dieser Teil --20-- passt dicht in die ebenfalls zylindrische Öffnung --7a-- in der Querwand --5a-- des Zylinders --la--. Zum freien Ende hin ist dieser Teil --20-- dann konisch verjüngt und passt dichtend in ein entsprechendes konisches Sackloch im Ansatz --13a-- des Kolbens.
Ausserdem ist bei dieser Ausführung oberhalb der Querwand --5a-- eine von der Wand des Zylinders --la-- nach innen vorspringende Schulter --19-- vorgesehen, u. zw. in einer solchen Höhe, dass sich die Unterkante des Kolbens, wenn sich dessen Ansatz dichtend auf die konische Spitze des Nippels --14a-- aufgesetzt hat, noch in geringem Abstand von der Schulter - befindet. Diese Ausbildung hat den folgenden Vorteil :
Wenn der Hub des angesaugten Kolbens dadurch beendet ist, dass sich sein Ansatz dichtend auf die konische Spitze des Nippels --14a-- legt, wird die Blutentnahmevorrichtung zurückbewegt und damit die Spitze der Kanüle aus der Vene entfernt. Dann ist die gesamte Kanüle mit Blut gefüllt, das man ebenfalls für Untersuchungszwecke zur Verfügung haben möchte.
Das Blut wird dadurch aus der Kanäle gewonnen, dass man den Nippel --14a-- mittels des Halteringes zurückzieht. Der mit seinem Ansatz auf der konischen Spitze des Nippels festgesaugte Kolben
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EMI4.1
--19-- auflegt.1. Vorrichtung zur Entnahme von Blut, die einen Zylinder mit einer Stirnwand an einem Ende und einen darin luftdicht geführten und verschiebbaren Kolben umfasst, wobei die Stirnwand einen Anschlussstutzen für eine Kanüle trägt, dadurch gekennzeichnet, dass das der Stirnwand abgewendete Ende des Zylinders (1) in an sich bekannter Weise mit einer Luftabsaugvorrichtung verbunden ist.