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Die Erfindung bezieht sich auf eine Beschickungsvorrichtung für einen Schachtofen zum
Brennen von karbonathaltigem, mineralischem Brenngut in zwei Schächten, bestehend aus einem gemeinsamen Beschickungsbehälter, der über je eine Aufgabeleitung mit den beiden Schächten ver- bunden ist.
Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art (AT-PS Nr. 377078) sind zwischen dem gemeinsa- men Beschickungsbehälter und den abwechselnd mit Brenngut beschickbaren Schächten des Schacht- ofens Förderrohre vorgesehen, durch die das Brenngut aus dem Beschickungsbehälter dem jeweili- gen Schacht zugeführt wird. Da diesem Behälter eine Dosiereinrichtung zugeordnet ist, die die
Beschickung mit einer vorgegebenen Brenngutmenge sicherstellt, weist eine solche Vorrichtung ge- genüber Beschickungsanlagen mit je einem Beschickungsbehälter für beide Schächte den Vorteil auf, dass beide Schächte in einfacher Weise mit gleichen Gutmengen beschickt werden, weil sich nicht auf Grund gesonderter Dosiereinrichtungen für die einzelnen Schächte unterschiedliche Bemes- sungen ergeben können. Ausserdem kann der Konstruktionsaufwand entsprechend geringer gehalten werden.
Trotz dieser Vorteile bleibt jedoch der Nachteil bestehen, dass wegen der Forderung nach einem gasdichten Schachtabschluss zwischen dem gemeinsamen Beschickungsbehälter und den einzel- nen Schächten Druckschleusen vorgesehen werden müssen, die die notwendige Bauhöhe vergrössern.
Diese Druckschleusen bestehen bei einer bekannten Beschickungsvorrichtung aus einer Verschluss- klappe für den Schacht und aus einem dieser Verschlussklappe nachgeordneten Glockenverschluss.
Zur Beschickung eines der beiden Schächte muss zunächst die dem Beschickungsbehälter aufgege- bene, dosierte Brenngutmenge über das zugehörige Förderrohr bei geöffneter Verschlussklappe in den Schachtraum zwischen Verschlussklappe und Glockenverschluss eingebracht werden, bevor nach einem Schliessen der Verschlussklappe der Glockenverschluss geöffnet werden und das Brenngut in den eigentlichen Schachtraum gelangen kann. Da das Brenngut auf der Verschlussglocke des
Glockenverschlusses aufruht, wird dessen Dichtfläche durch das Brenngut beaufschlagt, was un- günstige Belastungsverhältnisse für die Dichtung und damit eine vergleichsweise geringe Stand- zeit mit sich bringt.
Einfachere Konstruktionsverhältnisse werden dadurch erreicht (DE-PS Nr. 904351), dass zwi- schen dem Beschickungsbehälter und der diesem Beschickungsbehälter zugeordneten Aufgabeleitung eine Drehschleuse angeordnet wird, die aus einem in einem Schleusengehäuse drehbar gelagerten, trommelförmigen Rotor besteht, der das aus dem Beschickungsbehälter kommende Gut aufnimmt und nach einer entsprechenden Drehung an die Aufgabeleitung abgibt, wobei durch den Trommelmantel entweder die behälterseitige Anschlussöffnung des Schleusengehäuses oder die Anschlussöffnung gegenüber der Aufgabeleitung verschlossen wird.
Nachteilig bei dieser bekannten Konstruktion ist wieder, dass jeder Aufgabeleitung ein gesonderter Beschickungsbehälter zugeordnet ist, der über eine solche Drehschleuse an die Aufgabeleitung angeschlossen werden muss, was eine entsprechend grosse Bauhöhe bedingt.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu vermeiden und eine Beschickungsvorrichtung der eingangs geschilderten Art mit einfachen technischen Mitteln so zu verbessern, dass unter Sicherstellung eines vorteilhaften, gasdichten Schachtabschlusses die notwendige Bauhöhe für die Beschickungsvorrichtung herabgesetzt werden kann.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass der Beschickungsbehälter als Rotor einer Drehschleuse mit liegender Drehachse ausgebildet ist, dass das Gehäuse der Drehschleuse im Sohlbereich in einem Winkelabstand angeordnete, radiale Anschlussöffnungen für die beiden Aufgabeleitungen und den beiden Anschlussöffnungen gegenüberliegend eine radiale Einfüllöffnung für das Brenngut aufweist und dass zwischen dem Rotor und dem Gehäuse wenigstens je eine Dichtung im Bereich zwischen den beiden Anschlussöffnungen und im Bereich zwischen den Anschlussöffnungen und der Einfüllöffnung vorgesehen ist.
Durch die Ausbildung des Beschickungsbehälters als Rotor einer Drehschleuse entfällt zunächst die Notwendigkeit, dem Beschickungsbehälter je eine Schleusenkammer für die beiden Schächte nachzuordnen, weil beide Schächte durch die gemeinsame Drehschleuse einen gasdichten Abschluss erhalten. Das Vorsehen einer gemeinsamen Drehschleuse, deren Rotor durch den Beschickungsbehälter gebildet wird, bringt somit eine erhebliche Konstruktionsvereinfachung mit sich, die darüber hinaus einen Gewinn an Bauhöhe durch das Fortfallen von gesonderten Schleusenkammern zwischen
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dem Beschickungsbehälter und den beiden Schächten sicherstellt.
Mit der Verwendung des Beschickungsbehälters als Rotor der Drehschleuse wird darüber hinaus eine besonders einfache Steuerung erzielt, weil der Beschickungsbehälter lediglich wahlweise zwischen der Einfüllöffnung des Gehäuses und einer der beiden Anschlussöffnungen für die beiden Aufgabeleitungen verdreht werden muss, um die dem Beschickungsbehälter aufgegebene, dosierte Brenngutmenge unter Wahrung eines gasdichten Abschlusses der beiden Ofenschächte einem dieser Schächte zufördern zu können.
Beim Verdrehen des Rotors einer solchen Drehschleuse aus der Einfüllstellung heraus wird ja die Einfüllöffnung des Gehäuses durch den Rotor selbst verschlossen, wobei die vom Rotor aufgenommene Brenngutmenge in die Aufgabeleitungen fällt, wenn sich nach der Rotordrehung die Füll- und Entleeröffnung des Beschickungsbehälters mit der Anschluss- öffnung für diese Aufgabeleitung deckt. Für einen gasdichten Schachtabschluss sind daher lediglich Vorkehrungen zu treffen, zwischen dem Rotor und dem Gehäuse Dichtungen vorzusehen, die mögliche Verbindungen zwischen den Anschlussöffnungen für die Aufgabeleitungen und die Einfüll- öffnung sperren. Zu diesem Zweck genügt es, zwischen dem Rotor und dem Gehäuse wenigstens je eine Dichtung im Bereich zwischen den beiden Anschlussöffnungen und im Bereich zwischen den Anschlussöffnungen und der Einfüllöffnung vorzusehen.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen Fig. 1 einen Schachtofen mit einer erfindungsgemässen Beschickungsvorrichtung in einer schematischen Vorderansicht und Fig. 2 die Beschickungsvorrichtung in einer zum Teil aufgerissenen Ansicht in einem grösseren Massstab.
Der in Fig. 1 dargestellte Schachtofen besteht aus zwei auf einem Gestell --1-- aufruhenden Schächten --2--, zwischen denen ein Überströmkanal --3--vorgeschen ist, der durch die beiden Schächte --2-- konzentrisch umschliessende, miteinander verbundene Ringkammern--4--gebildet
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Verbindung stehen. Die Schächte --2-- können über eine Umschalteinrichtung --6-- abwechselnd mit einer Frischluftleitung--7--und einer Abgasleitung --8-- verbunden werden. Diese Umschalteinrichtung --6-- besteht aus einem Gehäuse, an das einander diametral gegenüberliegend die Frischluftleitung --7-- und die Abgasleitung --8-- angeschlossen sind.
Zwischen der Frischluftleitung --7-- und der Abgasleitung --8-- sind zwei Strömungskanäle --9-- der Schächte --2-- einander ebenfalls diametral gegenüberliegend mit dem Gehäuse der Umschalteinrichtung --6-verbunden.
Da die Umschalteinrichtung --6-- eine um die Gehäuseachse drehverstellbare, doppelflügeli- ge Umschaltklappe --10-- aufweist, die in den beiden Endstellungen jeweils die einander diametral gegenüberliegenden Leitungen --7 und 8--bzw. die einander gegenüberliegenden Strö- mungskanäle--9--voneinander trennt, die Strömungskanäle --10-- aber jeweils mit einer der beiden benachbarten Leitungen--7 oder 8--verbindet, kann über die Umschalteinrichtung --6-Verbrennungsluft aus der Frischluftleitung --7-- über den einen Strömungskanal --9-- in den zugehörigen Schacht --2-- geleitet werden, um in diesem Schacht das Brenngut zu brennen.
Zu diesem Zweck wird diesem Schacht Brennstoff über Brennstofflanzen --11-- zugeführt, die parallel zur Schachtachse durch den Schachtdeckel durchgeführt sind. Die durch das Verbrennen des Brennstoffes erzeugten Verbrennungsgase werden nach dem Brennen des Brenngutes durch den Überströmkanal --3-- in den andern Schacht --2-- geleitet, wo sie das Brenngut im Gegenstrom vorwärmen. Die Abgase aus diesem Schacht werden dann über den angeschlossenen Strömungskanal --9-- und die Umschalteinrichtung --6-- an die Abgasleitung --8-- weitergeleitet, weil die Umschaltklappe - diesen Strömungskanal --9-- mit der Abgasleitung verbindet. Wird anschliessend das Brenn-
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Brenngut in dem Schacht vorwärmen, in dem vorher der Brennvorgang durchgeführt wurde.
Die beiden Schächte --2-- werden somit nach dem Umschalten der Umschaltklappe --10-- in entgegengesetzter Richtung durchströmt, was ein Brennen des Brenngutes in dem vorher der Aufwärmung dienenden Schacht und ein Vorwärmen des Brenngutes im andern Schacht zur Folge hat.
Das in beiden Schächten --2-- in übereinstimmender Weise gebrannte Brenngut wird nach
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dem Durchlaufen einer Kühlzone aus den Schächten ausgetragen, wofür jedem Schacht eine Austragsvorrichtung --12-- zugeordnet ist. Über Austragsschnurren --13-- kann dann das gebrannte Gut aus den beiden Schächten in einen Austragsbehälter zusammengeführt werden.
Um das Brenngut in dosierten Mengen abwechselnd den beiden Schächten --2-- zuführen zu können, ohne den gasdichten Verschluss der Schächte zu gefährden, ist eine Drehschleuse --14-vorgesehen, die im wesentlichen aus einem Gehäuse --15-- und einem Rotor --16-- besteht, der
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chende Fördereinrichtung in die Drehschleuse --14-- eingebracht werden kann. Zur Beschickung eines der beiden Schächte muss nun der Rotor --16-- entsprechend verdreht werden, bis die Füllund Entleeröffnung --22-- sich mit der Anschlussöffnung --18-- der jeweiligen Aufgabeleitung - deckt. Das Brenngut kann in dieser Drehlage des Rotors --16-- aus dem Beschickungsbehälter --17-- in die Aufgabeleitung --19-- und in weiterer Folge in den Schacht --2-- gleiten.
Da durch den Rotor --16-- sowohl die Anschlussöffnung --18-- der andern Aufgabeleitung als auch die Einfüllöffnung --20-- des Gehäuses --15-- verschlossen wird, ist der gasdichte Abschluss beider Schächte auch während der Beschickung gewahrt.
Um zwischen den beiden Anschlussöffnungen --18-- und zwischen diesen Anschlussöffnungen
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--20-- den- abzudichten, sind in diesen Zwischenbereichen zwischen dem Gehäuse --15-- und dem Rotor --16-- Dichtungen --23-- vorgesehen.
Da zur wahlweisen Beschickung eines der beiden Schächte --2-- lediglich der Rotor --16-nach der Füllung des Beschickungsbehälters --17-- in die entsprechende Richtung gedreht werden muss, wird eine sehr einfache Beschickungsvorrichtung erhalten, die gegenüber herkömmlichen Druckschleusen mit zwei gesondert zu betätigenden Schleusenverschlüssen ohne besonderen Steuerungsaufwand betrieben werden kann.