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Die Erfindung betrifft eine Steuereinrichtung zur Einstellung verschiedener Betriebsarten bei Kesselfahrzeugen für Flüssigkeiten, Aufschwemmungen u. dgl., wobei eine Luftpumpe über einen Mehrwegschieber od. dgl. wahlweise mit ihrer Saug- oder Druckseite mit einer im Kessel mündenden Leitung und mit der jeweils andern Seite mit einer ins Freie mündenden Leitung verbindbar ist und im Zuge der im Kessel mündenden Leitung ein Sicherheitsventil vorgesehen ist, das über einen auf Überfüllung des Kessels beim Saugbetrieb ansprechenden Schwimmer und/oder auf einen Überdruck beim Druckbetrieb ansprechenden Fühler in seine die Leitung mit der Umgebungsluft verbindende Ansprechstellung verstellbar ist.
Bei einer derartigen Steuereinrichtung kann an Stelle des Mehrwegschiebers auch ein
Mehrweg-, insbesondere Vierweghahn oder ein Mehrwegventil vorgesehen sein. Auch unter dem
Begriff "Sicherheitsventil" werden alle gleichartigen, eine entsprechende Funktion erfüllenden
Absperrorgane verstanden.
Eine Steuereinrichtung der gegenständlichen Art ist aus der AT-PS Nr. 337099 bekanntgewor- den. Das dort vorgesehene Sicherheitsventil ist oben an einem in die die Pumpe mit dem Kessel- inneren verbindenden Leitung eingeschalteten Topf angebracht, wobei dieses Ventil über einen
Schwimmer betätigbar ist, der es anhebt, wenn sich der Topf bei der Überfüllung des Kessels mit bis zu ihm angesaugter Flüssigkeit füllt. Durch dieses Abheben des Ventils wird der vom Topf zur Saugseite der Pumpe führende Leitungszweig mit der Aussenluft verbunden. Die Saugwirkung auf den Kessel hört auf und die über den Mehrwegschieber noch im Saugbetrieb befindliche
Pumpe kann Frischluft ansaugen und sich abkühlen.
Es ist bekannt, das Sicherheitsventil auch beim Druckbetrieb zu verwenden, wobei im einfachsten Fall der von der Leitung bzw. dem Topf her im Abhebesinn durch den Luftdruck der nun an der Druckseite der Pumpe liegenden Leitung beaufschlagte Ventilteller od. dgl. durch das Gewicht des Schwimmers im Schliesssinn belastet ist. Zusätzlich können auch Schliessfedern vorgesehen sein und es ist auch möglich, dadurch eine Funktionstrennung zwischen Saug- und
Druckbetrieb zu erzielen, dass man ein beispielsweise als Ringschieberventil ausgebildetes Ventil vorsieht, bei dem der verstellbare Ventilkörper über gesonderte Anschläge vom Schwimmer oder von einem in einem eigenen Druckraum untergebrachten Druckfühler her betätigbar ist. Bei dieser Ausführung ist der Druckfühler durch gegebenenfalls einstellbare Federn auf den jeweiligen Ansprechdruck eingestellt.
Der Druckraum ist über eine Leitungsverbindung an den zum Mehrweg- schieber führenden Leitungszweig angeschlossen.
Es ist bekannt, in der in den Kessel führenden Leitung unmittelbar vor der Mündung in den Kessel gesondert betätigbare Absperrorgane vorzusehen und auch am Flüssigkeitsein- bzw. -auslass des Kessels ein willkürlich betätigbares Absperrorgan anzubringen. Sowohl beim Saug- als auch beim Druckbetrieb ist es ferner üblich, für kürzere Betriebsunterbrechungen den Mehrwegschieber od. dgl. in der jeweiligen Betriebsstellung zu belassen und bei weiterarbeitender Pumpe die Betriebsunterbrechung über die beiden erwähnten Absperrorgane willkürlich einzustellen. Dabei ergibt sich eine ungünstige Belastung der Pumpe, da diese nutzlos beim Saugbetrieb bis an die Grenze des erreichbaren Unterdruckes und beim Druckbetrieb bis zu dem am Überdruckventil eingestellten Sicherheitsdruck arbeitet.
Vielfach wäre es ausserdem wünschenswert, die Pumpe nach einem Arbeitseinsatz unter möglichst geringer Belastung noch einige Zeit nachlaufen und dabei abkühlen zu lassen.
Bei einer Steuereinrichtung der eingangs genannten Art besteht die Erfindung darin, dass ein für sich beaufschlagbarer Überdruckfühler des Sicherheitsventils über eine gesonderte Leitung und einen von einer Fernbetätigungseinrichtung gesteuerten Umsteuerschieber oder Mehrweghahn wahlweise entweder mit der im Kessel mündenden Leitung oder einer äusseren Druckluftquelle, vorzugsweise der Bremsleitung des Fahrzeuges verbindbar ist.
Durch die Erfindung wird es mit einfachen Mitteln möglich, die jeweils eingestellte Betriebsart zu unterbrechen, ohne dass dabei die Pumpe nutzlos bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit belastet wird. Bei jeder Betriebsunterbrechung kann über die Fernbetätigungseinrichtung der Überdruckfühler von der äusseren Druckluftquelle her belastet und damit zum Ansprechen gebracht werden, so dass die Luftpumpe entlastet wird. Es kann dadurch wegen der kürzeren Belastungsphasen die Lebensdauer der Pumpe vergrössert werden. Wegen der Mitverwendung des
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ohnehin benötigten Überdruckfühlers und Sicherheitsventils ergibt sich ein sehr geringer Aufwand und eine bestehende Steuereinrichtung kann auch nachträglich leicht umgerüstet werden, da die erfindungsgemässe Zusatzeinrichtung weitgehend unabhängig von der übrigen Steuereinrichtung ist.
Wenn für die weiteren Umsteuer- und Absperrorgane am Kessel ebenfalls Fernsteuereinrichtun- gen vorgesehen sind, kann man eine gruppenweise Betätigung dieser Absperrorgane mit dem
Sicherheitsventil nach verschiedenen Programmen vorsehen.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht. Es zeigen :
Fig. l eine erfindungsgemässe Steuereinrichtung im Schema und Fig. 2 als Detail zu Fig. l eine bevorzugte Ausgestaltung des Sicherheitsventils.
Ein normalerweise am Fahrgestell eines Kraftfahrzeuges angebrachter Transportkessel-l- besitzt unten einen nicht dargestellten, mit einem Absperrorgan versehenen Anschluss für eine
Saug- bzw. Ablassleitung und oben einen Dom--2--, von dem eine Leitung --3-- ausgeht, in der ein als Hahn oder Schieber ausgebildetes Absperrorgan --4-- angebracht ist, das über einen pneumatischen Zylinder-Kolbentrieb --5-- von einer Steuerleitung --6-- her betätigbar ist.
Die Leitung --3-- führt in weiterer Folge zu einem unteren Einlass eines Topfes --7--, in dem ein Schwimmer --8-- lagert, der mit seiner Stange --9-- ein in einem Gehäuse unterge- brachtes Sicherheitsventil --10-- betätigt. Dieses Sicherheitsventil --10-- besitzt einen gesonderten
Druckfühler, der über eine Leitung --11-- beaufschlagt werden kann. Sowohl beim Überschreiten eines voreingestellten Druckes in der Leitung --11-- als auch beim Anheben des Schwimmers - öffnet das Sicherheitsventil --10-- und verbindet dabei den Innenraum des Topfes --7-- mit der Aussenluft.
In Weiterführung des Leitungszuges --3-- geht vom oberen Ende des Topfes - -7-- ein Leitungszweig --3a-- zum unteren Endbereich eines Filtertopfes --12--, in dem oben mit allseitigem Abstand von der Topfwandung ein Filter untergebracht ist, der mit einem Leitungs- zweig --3b-- in Verbindung steht.
Der Leitungszweig --3b-- liegt an dem einen Auslass eines Mehrwegschiebers --13--, der noch Anschlüsse-14, 15- für die Saug- und Druckseite einer nicht dargestellten Luftpumpe und für einen Filter --16-- aufweist. Der Mehrwegschieber --13-- ist pneumatisch über eine Leitung --17-- betätigbar. Ein über einen Elektromagneten --18-- betätigter Steuerschieber - ermöglicht die Schieberverstellung, wobei in der einen Schieberstellung des Mehrwegschiebers --13-- die Saugseite der Pumpe mit dem Filter --16-- und die Druckseite der Pumpe mit dem Leitungszweig --3b-- und in der andern Stellung die Saugseite der Pumpe mit dem Leitungszweig --3b-- und die Druckseite mit dem dann als Auslass dienenden Filter --16-verbunden sind.
Von der Leitung --3b-- zweigt eine Leitung --20-- ab, die zu dem einen Einlass eines weiteren über einen Elektromagneten --21-- betätigten Steuerschiebers --22-- führt, der in der einen (dargestellten Lage) die Leitung --20-- mit der Leitung --11-- und in der andern Lage die Leitung --11-- mit einer Leitung --23-- verbindet, die zu einer äusseren Druckluftquelle, beispielsweise der Bremsleitung des Fahrzeuges, führt.
In der dargestellten Stellung des Schiebers --22-- liegt beim Druckbetrieb, wenn also die Luftpumpe in die Leitung --3b-- Druckluft fördert, der Druckfühler des Sicherheitsventils --10-- an dem gleichen Druck wie die Leitung --3b--. Werden der Ein- oder Auslass des Kessels --1-- geschlossen oder wird sonst der voreingestellte Überdruck erreicht, dann lässt das nun als Überdruckventil arbeitende Sicherheitsventil die überschüssige Druckluft entweichen. Wird der Schieber --22-- in die andere Lage verstellt, dann wird das Sicherheitsventil --10-- von der Leitung --23-- aus mit Druckluft beaufschlagt und öffnet. Eine entsprechende Ventilbetätigung ist sowohl beim Saug- als auch beim Druckbetrieb unabhängig von dem momentan in der Leitung --3a, 3b-- herrschenden Druck möglich.
Man kann auch eine Zwangssteuerung des Schiebers --22-- in dem Sinne vorsehen, dass der Schieber --22-- beim Schliessen des Absperr- organs --4-- bzw. der Absperrorgane am Auslass des Kessels-l-in die die Leitung --23-mit der Leitung --11-- verbindende Lage verstellt wird.
Fig. 2 zeigt eine mögliche Ausführungsform des Sicherheitsventils --10--. Dabei ist in einem oberen Abschlussdeckel --24-- des Topfes --7-- eine Öffnung ausgespart, in die ein ring-
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förmiger Ventilsitz --25-- eingreift, mit dem ein Schieberventil --26-- zusammenwirkt, das einen rohrförmigen Grundkörper mit am unteren Rand ausgebildetem Ventilsitz --27-- aufweist und mit dem oberen Randbereich abgedichtet in einer Buchse --28--, die nach oben durch einen Deckel --29-- abgeschlossen ist, geführt ist.
Die Stange --9-- des Schwimmers greift an einem Kreuzstück --30-- an. Wird der Schwimmer angehoben, dann drückt das Kreuzstück --30-- über einen Anschlagring --31-- den Ventilkörper --26-- nach oben, so dass seitliche Öffnungen --32- freigegeben werden.
Oberhalb des Deckels --29-- ist in einem gegenüber dem Topf --7-- abgedichteten Raum - ein tellerförmiger Fühler-34-- untergebracht, der mit seinem Rand --35-- wie ein Kolben gegen eine Belastungsfeder --36-- verstellbar und von der Unterseite her von der Leitung - über einen Leitungsanschluss --38-- beaufschlagbar ist. Wird durch die Beaufschlagung der Unterseite des Fühlers --34-- die Kraft der Feder --36-- überwunden, dann verstellt sich der Fühler --34-- nach oben und nimmt dabei über einen abgedichtet durch den Deckel --29-- geführten Bolzen --37-- über den Anschlag --31-- den Ventilkörper --26-- mit, so dass er wieder in die Öffnungslage gelangt.