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Die Erfindung betrifft eine Visiereinrichtung für Horizontalsplitterminen mit Richtwirkung, die aus einer Nichtgebrauchsstellung, in der sie innerhalb der Umrisslinie der Oberseite des Minen- körpers liegt, in eine Gebrauchsstellung verdrehbar ist, in der sie den Minenkörper in Splitterrich- tung überragt.
Sogenannte Horizontalsplitterminen sind meist auf drei einzeln verstellbaren Beinen stehende
Minen in der Form eines plattenförmigen, in Draufsicht gebogenen Körpers, dessen Hauptwirkungs- richtung etwa horizontal ist und der mit der konvexen Fläche dem Feind entgegengerichtet aufge- stellt wird. Eine derartige Horizontalsplittermine zeigt beispielsweise die US-PS Nr. 2,972, 969. Für eine derartig gerichtete Mine ist aus der AT-PS Nr. 367197 eine Visiereinrichtung der eingangs genannten Art bekanntgeworden, die einen um eine mittig lotrechte, aus der Oberseite der Mine vorstehende Achse drehbaren Stab aufweist. Dieser Stab erstreckt sich im wesentlichen parallel zum Minenkörper in Nichtgebrauchsstellung und wird in die Gebrauchsstellung um 90 gedreht, in der er parallel zur Hauptwirkungsrichtung und etwa senkrecht zum Minenkörper liegt.
Am Stab sind Visierelemente vorgesehen. Einfache, am Minenkörper fest angebrachte Visierelemente sind ungünstig, da die Dimension der Mine in der Hauptwirkungsrichtung verhältnismässig gering ist, so dass der Abstand zwischen den Visierelementen sehr kurz ist. Die in der AT-PS Nr. 367197 gezeigte
Visiereinrichtung erreicht zwar eine gewisse Länge, sie birgt jedoch den Nachteil in sich, dass die Gebrauchsstellung ungenau ist. Dies deshalb, da die Visiereinrichtung einerseits schwergängig drehbar sein müsste, um deren selbsttätige Veränderung während der Justierung der Beine zu verhin- dern, anderseits jedoch leichtgängig, um die Visiereinrichtung an den Anschlag für die Gebrauchs- stellung ohne Rückfederung durch den grossen Reibungswiderstand durchführen zu können. Diese gegensätzlichen Forderungen sind unlösbar.
Aus der AT-PS Nr. 238598 ist schliesslich noch eine
Visiereinrichtung für flugstabilisierte Gewehrgranaten bekanntgeworden, die eine zwischen die Flü- gel einsteckbare Visierklappe enthält, die in die Gebrauchsstellung federbeaufschlagt ausklappbar ist, und in der eingeklappten Ruhestellung das Abschussrohr abdeckt.
Die Aufgabe der Erfindung liegt nun darin, eine Visiereinrichtung zu schaffen, die in der Gebrauchsstellung eine in der Hauptwirkungsrichtung gegenüber der Minendicke vergrösserte Längserstreckung aufweist, jedoch nicht mit den eingangs genannten Nachteilen behaftet ist.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Visiereinrichtung, die in an sich bekannter Weise zumindest mit einem maximal der Breite des Minenkörpers entsprechenden und ein Visierelement tragenden Teil versehen ist, der um eine zur Oberseite parallele begrenzungsliniennahe Achse klappbar angeordnet ist, an dem der Achse gegenüberliegenden Längsrand der Oberseite ein hochstehendes Halteelement aufweist, in das der klappbare Teil in Nichtgebrauchsstellung eingelegt ist, und dass ein zweites Visierelement am Halteelement selbst oder einem dem Längsrand des Halteelementes zugeordneten Teil ausgebildet ist.
Nach der erfindungsgemässen Lösung wird der ein Visierelement tragende Teil um eine horizontale Achse geklappt und stützt sich in der Gebrauchsstellung am Minenkörper nach unten ab. Der klappbare Teil kann daher leichtgängig gelagert sein und kann auch bei der Justierung der Mine und Einstellung und Veränderung sich nicht selbsttätig ändern, da er unter dem Einfluss der Schwerkraft in jedem Falle seine Gebrauchsstellung beibehält. Da die Breite der Oberseite verhältnismässig gering ist, kann der Abstand der beiden Visierelemente durch das Ausklappen des klappbaren Teils nur etwa die doppelte Breite betragen.
Es ist daher weiters zur Erhöhung dieses Abstandes bevorzugt vorgesehen, dass der das zweite Visierelement tragende Teil in seiner Länge maximal der Breite des Minenkörpers entspricht und um eine zweite, zur ersten Achse parallele und dem Längsrand des Halteelementes nahe Achse klappbar angeordnet ist.
Die verlustsichere Fixierung der insbesondere aus Kunststoff bestehenden klappbaren Teile kann dabei dadurch erreicht werden, dass jeder klappbare Teil in zwei beabstandeten, im mittleren Bereich eines Längsrandes hochstehende Lagerböcke eingerastet ist. Zur Lagesicherung kann der zweite klappbare Teil in der Nichtgebrauchsstellung zwischen die beiden Lagerböcke des ersten klappbaren Teils und in der Gebrauchsstellung in das Halteelement des ersten klappbaren Teils eingelegt sein.
Die beiden jeweils ein Visierelement tragenden Teile können nunmehr entgegengesetzt herausgeklappt werden, so dass sich der Abstand auf etwa die dreifache Breite erhöhen kann. Eine weitere
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Vergrösserung kann in einfacher Weise noch dadurch erreicht werden, dass an zumindest einem klappbaren Teil an der der Achse gegenüberliegenden Seite ein weiteres Verlängerungsstück ausklappbar angelenkt ist, das eines der Visierelemente trägt.
Nachstehend wird nun die Erfindung in drei Ausführungsbeispielen an Hand der Zeichnungen näher beschrieben, ohne darauf beschränkt zu sein.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen Visiereinrichtung, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1, jeweils in Nichtgebrauchsstellung, Fig. 3 eine Draufsicht auf die geöffnete Visiereinrichtung und Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie
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und Fig. 9 bis 11 Darstellungen einer dritten Ausführung, wobei Fig. 9 und 11 Längsschnitte durch die geschlossene und die geöffnete Stellung und Fig. 10 eine Draufsicht auf die geöffnete Stellung zeigen.
Der in allen Ausführungen jeweils nur schematisch angedeutete Minenkörper --1--, ein im wesentlichen plattenförmiger, in Draufsicht gekrümmter Körper, ist üblicherweise mit drei Beinen versehen und wird so aufgestellt, dass die konvex gebogene, eine Splittereinlage aufweisende und etwa vertikal auszurichtende Vorderwand --18-- zum abzuwehrenden Gegner weist. An der Oberseite - des Minenkörpers ist eine Visiereinrichtung angeordnet, deren Visierlinie --12-- in der
Hauptsplitterrichtung --A-- und daher senkrecht zur Vorderwand-18-des Minenkörpers-l-- verläuft.
In der ersten Ausführung gemäss den Fig. 1 bis 4 ist im Bereich des splitterseitigen Längsran- des --13-- der Oberseite --2-- ein horizontales Lager für einen nach vorne um die Achse --5-- klappbaren Teil --3-- vorgesehen. Das Lager besteht aus zwei Lagerböcken --6--, die zueinander einen Abstand aufweisen und in die von Seitenwangen des klappbaren Teils --3-- abstehen- den, zueinander weisenden Lagerzapfen leicht drehbar eingerastet sind. Der Teil --3--, an dessen freiem Ende ein Visierelement --9--, beispielsweise ein Korn, ausgebildet ist, ist um die parallel zum Längsrand --13-- ausgerichtete Achse --5-- aus der Nichtgebrauchsstellung gemäss Fig. 1 und 2 in die Gebrauchsstellung gemäss Fig. 3 und 4 klappbar, wobei der Randbereich der Oberseite --2- als Anschlag dient.
Am gegenüberliegenden Längsrand --14-- der Oberseite --2-- steht ein Halteelement --11-- hoch, in das in der Nichtgebrauchsstellung das das Visierelement --9-tragende freie Ende des klappbaren Teils --3-- eingelegt ist. Das zur Aufnahme des Visierelementes --9-- passende Gegenstück am Halteelement --11-- bildet dabei gleichzeitig das. zweite Visierelement --10--, im Ausführungsbeispiel die Kimme. Der Abstand zwischen den beiden Visierelemen- ten --9, 10-- ist derart nur geringfügig kleiner als die doppelte Breite der Oberseite --2--.
In der Ausführung nach den Fig. 5 bis 8 sind zwei klappbare Teile --3, 4-- vorgesehen, von denen jeder ein Visierelement --9, 10-- am freien Ende trägt. Zusätzlich zu den in den Fig. 1 bis 4 gezeigten Lagerböcken --6-- sind im Bereich des gegenüberliegenden Längsrandes --14-- zwei weitere beabstandete Lagerböcke --8-- vorgesehen, die eine zur Achse --5-- parallele Achse --7-- bilden, in der der zweite klappbare Teil --4-- mittels nach aussen stehender Lagerzapfen leicht drehbar eingerastet ist. Ausgeklappt liegt der zweite klappbare Teil --4-- in der Aufnahme des Halteelements --11--, die einen Drehbegrenzungsanschlag bildet, eingeklappt liegt der zweite klappbare Teil --4-- unterhalb des klappbaren Teils --3--.
Gegebenenfalls kann er auch ähnlich der Darstellung in Fig. 9 zwischen den Lagerböcken --6-- hindurchgeführt sein und am Längsrand --13-- enden. Der Abstand zwischen den beiden Visierelementen --9, 10-- hat sich durch die Ausbildung zweier klappbarer Teile --3, 4-- bei einer Bemessung und Anordnung gemäss Fig. 7 auf das etwa 2, 5fache der Breite der Oberseite --2-- erhöht.
Eine weitere Erhöhung des Abstandes zwischen den Visierelementen --9, 10-- kann erzielt werden, wenn am freien Ende zumindest einer der beiden klappbaren Teile --3, 4-- ein Verlänge- rungsstück-15-angelenkt und um eine zu den Achsen --5 und 7-- parallele Achse --16-- ausklappbar ist. Eine derartige Ausführung zeigen die Fig. 9 bis 11. Bei dieser Ausführung ist am klappbaren Teil --4-- das klappbare Verlängerungsstück --15-- angeordnet, an dessen freiem Ende das Visierelement --10--, das Korn, angebracht ist.
Die Achse --16-- wird durch nach aussen stehende Lagerzapfen des Teils --15-- gebildet, die in Lagerböcke --19-- eingerastet sind, die am Ende des klappbaren Teils --4-- abstehen und ähnlich wie die Lagerböcke --6 und 8--
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an der Oberseite --2-- des Minenkörpers --1-- ausgebildet sind. Der Drehbegrenzungsanschlag beim Ausklappen des Verlängerungsstückes --15-- wird dabei durch die Stirnfläche --20-- des Verlängerungsstückes --15-- gebildet, die an der Stirnfläche --21-- des klappbaren Teils --4-- anliegt.
Eingeklappt liegen, wie Fig. 9 zeigt, der klappbare Teil --4-- und das Verlängerungs- stück --15-- unterhalb des zweiten klappbaren Teils --3--, wobei sie zwischen dessen Lagerböcke - eingreifen und bis zum Längsrand --13-- ragen. Ausgeklappt liegt der klappbare Teil - in einem Halteelement --11--, das in der Nichtgebrauchsstellung das das zweite Visier- element --9-- aufweisende freie Ende des zweiten klappbaren Teils --3-- aufnimmt. Das senkrecht vom Verlängerungsstück --15-- abstehende Visierelement --10--, das Korn, greift beim Einklappen in eine mittlere Durchbrechung --17-- im klappbaren Teil --4--.
Sämtliche Lagerzapfen sind leicht drehbar in den Lagerböcken --6, 8 und 19-- gelagert, so dass nur eine geringe Reibung beim Ausklappen zu überwinden ist. Hiedurch ist eine sichere
Anlage unter Einfluss der Schwerkraft an den Drehbegrenzungsanschlägen gegeben.
Die ausklappbaren Teile --3, 4-- und das Verlängerungsstück --15-- können aus billigem Kunststoff gefertigt sein. Soferne der Minenkörper --1-- ebenfalls aus Kunststoff besteht, sind die Lagerböcke --6 und 8-- sowie das Halteelement --11-- an der Oberseite --2-- angeformt, wodurch sich auch eine sehr rationelle, einfache Lagerausbildung ergibt, in die die Lagerzapfen eingedrückt werden können.
Es ist auch denkbar, am zweiten ausklappbaren Teil --3-- in Fig. 9 bis 11 ein zweites Ver- längerungsstück --15-- anzulenken, so dass sich der Abstand der Visierelemente --9, 10-- zueinander nochmals vergrössert. In der Nichtgebrauchsstellung gemäss Fig. 9 wäre zwischen den Teilen - 3 und 4-- noch ein entsprechender Raum gegeben.
Es ist weiters auch denkbar, in der Ausführung nach den Fig. 1 bis 4 am ausklappbaren Teil --3-- ein Verlängerungsstück --15-- vorzusehen, so dass dieses dem in der Ausführung nach Fig. 9 entspricht, das zweite Visierelement --10-- jedoch unbeweglich im Halteelement --11-- zu belassen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Visiereinrichtung für Horizontalsplitterminen mit Richtwirkung, die aus einer Nichtgebrauchsstellung, in der sie innerhalb der Umrisslinie der Oberseite des Minenkörpers liegt, in eine Gebrauchsstellung verdrehbar ist, in der sie den Minenkörper in Splitterrichtung überragt, dadurch gekennzeichnet, dass die Visiereinrichtung, die in an sich bekannter Weise zumindest mit einem maximal der Breite des Minenkörpers (1) entsprechenden und ein Visierelement (9) tragenden Teil (3) versehen ist, der um eine zur Oberseite (2) parallele begrenzungsliniennahe Achse (5) klappbar angeordnet ist, an dem der Achse (5) gegenüberliegenden Längsrand (14) der Oberseite (2) ein hochstehendes Halteelement (11) aufweist, in das der klappbare Teil (3) in Nichtgebrauchsstellung eingelegt ist, und dass ein zweites Visierelement (10) am Halteelement (11)
selbst oder einem dem Längsrand (14) des Halteelementes (11) zugeordneten Teil (4) ausgebildet ist.
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