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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Abnahme von Halmgut, insbesondere Heu oder Stroh, von gepressten Rundballen, mit einm Gestell mit einem Boden, auf dem der durch einen Antrieb zur Drehbewegung um seine stehende Achse bewegte Ballen innerhalb eines um eine vertikale Drehachse angetriebenen Ringes aufruht und von unten durch relativ zum Rundballen umlaufende Messer abgearbeitet wird, die auf einer zur Drehung um eine horizontale Achse angetriebenen Welle montiert sind und sich mit dem obersten Teil ihrer Umlaufbahn durch eine Öffnung des Bodens hindurch nach oben zum Rundballen erstrecken.
Es ist bekannt, das bei der Heu- oder Strohernte anfallende Material mittels Hochdruckpressen zu Ballen zusammenzupressen. Die runde Ballenform kann hiebei einen Durchmesser von etwa 1, 8 m bei einer Länge von etwa 1, 5 m erreichen und bringt gegenüber den früher üblichen quaderförmigen Ballen den Vorteil, dass eine wesentlich höhere Heu- oder Strohmenge auf engem Raum konzentriert werden kann. Die Oberfläche derartiger Rundballen wirkt infolge der starken Verdichtung wie ein Strohdach, so dass bei Regenwetter kaum eine Durchfeuchtung des noch nicht unter Dach befindlichen Halmgutes zu befürchten ist. Schwierig ist jedoch die Abarbeitung des durch die Pressung in sich verfilzten Halmgutes zwecks Aufbereitung für den Verbrauch.
Es ist bekannt, hiefür Schlagmühlen zu verwenden, was jedoch den Nachteil hat, dass insbesondere bei der Abarbeitung von Heu dessen Struktur fast zur Gänze zerstört wird, so dass es den erwünschten Rauhfuttercharakter verliert. Dies gilt auch für eine bekannte Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art (FR-PS Nr. 2. 500. 718), welche als Schlagehäcksler ausgebildet ist.
Andere bekannte Vorrichtungen rollen den Rundballen mittels Kettenförderern, wobei zur Materialabnahme ein am Zylindermantel des Rundballens angreifendes Messersystem dient, das auf einer Walze befestigt ist, oder aber fingerlose Mähwerke. Alle diese Vorrichtungen haben den gemeinsamen Nachteil, dass das Material sehr ungleichmässig abgenommen wird, was allein schon durch die ständige Verkleinerung des Ballendurchmessers bedingt ist.
Eine weitere bekannte Vorrichtung, welche den Rundballen nicht vom Umfang, sondern von der kreisförmigen Stirnfläche abarbeitet, sieht auf einer umlaufenden Welle angeordnete Messer zur Abarbeitung vor, die jedoch wie ein Kamm durch das abzunehmende Material hindurchlaufen, auch dann, wenn die Welle mit einer grossen Messerzahl bestückt ist. Der Grund hiefür liegt darin, dass die relativ dünnen Messer zunächst nur die im Pressballen querliegenden Halme herausschneiden bzw. herausreissen, während die normal dazu im Ballenpaket liegenden Halme nicht abgenommen werden.
Dies führt nach kurzer Betriebszeit dazu, dass diese im wesentlichen in der Achsrichtung des Ballens verlaufenden Halmteile in grosser Zahl aus der Ballenstirnfläche herausragen, so dass der gesamte Ballen nur noch auf diesen herausragenden Halmenden aufruht und dann kaum mehr zur weiteren Materialabnahme nachsinkt. Die Schneidmesser der Abnahmewelle weichen diesen wie die Borsten einer Bürste angeordneten Halmenden aus, so dass nur noch eine geringe Materialabnahme erfolgt. Bei etwas feuchtem und damit zähem Stroh oder Heu kann dieser Effekt einer Auskämmung der Abtragsfläche so stark auftreten, dass überhaupt keine Materialabnahme mehr erzielt werden kann.
Die Erfindung setzt sich zur Aufgabe, bei einer Vorrichtung der eingangs geschilderten Art diese Nachteile zu vermeiden und eine laufend fortschreitende Abarbeitung des gepressten Rundballens unabhängig von der Richtung des im Ballen liegenden Halmgutes in allen Betriebszuständen sicherzustellen. Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, dass zumindest einige der auf der Welle starr befestigten Messer in an sich bekannter Weise Schneidkantenteile haben, die aus einer Normalebene zur Achse der Welle in Richtung dieser Achse herausgerückt sind, dass ferner diesen Schneidkantenteilen der Messer ortsfeste Gegenschneiden in der Öffnung zugeordnet sind und dass oberhalb der Messer eine Abdeckung vorgesehen ist, die den-auflaufenden Teil der Umlaufbahn der Messer abdeckt.
Dadurch wird zunächst erreicht, dass diese Schneidkantenteile auch jene Halmenden erfassen, die von den in der Normalebene zur Wellenachse liegenden Messern nicht erfasst werden können. Dadurch wird im Zusammenwirken mit den in der Öffnung angeordneten ortsfesten Gegenschneiden der zuvor erwähnte Bürsteneffekt vermieden und es kommt laufend zu einer gleichmässigen Abnahme des Halmgutes, ohne die Struktur des Halmgutes zu zerstören. Die Gegenschneiden, welche zweckmässig bis knapp an die umlaufenden Messer heranreichen, verhindern zugleich das Herausreissen grösserer Materialmassen aus dem Rundballen. Da somit bei allen Betriebszustän-
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den eine wirksame Abarbeitung des Halmgutes vom Rundballen sichergestellt ist, könnte es beim Anfahren der Vorrichtung zu Schwierigkeiten kommen.
Diese werden durch die den auflaufenden Teil der Messerumlaufbahn abdeckende Abdeckung vermieden, da die Messer nach dem Einsetzen des schweren Ballens nicht in voller Tiefe in das Ballenmaterial eindringen. Zugleich bewirkt die Kante der Abdeckung, dass die nach unten vorstehenden vertikalen Halme beim Auflaufen auf die Abdeckungskante umgebogen und dadurch leichter von den Messern bzw. den Gegenschneiden erfasst werden.
Die günstigsten Messeranordnungen ergeben sich im Rahmen der Erfindung durch schräg zur Normalebene auf die Achse der Welle angestellte Messer oder zu dieser Normalebene geneigte Messer oder aus dieser Normalebene abgebogene Messer.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes schematisch darge- stellt. Fig. l zeigt eine Draufsicht auf eine Vorrichtung zur Abnahme von Halmgut. Fig. 2 ist ein Schnitt in grösserem Massstab normal zur Welle der Messer. Fig. 3 zeigt eine Draufsicht zu Fig. 2.
Fig. 4 ist ein Vertikalschnitt durch eine abgewandelte Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung. Die Fig. 5 und 6 zeigen eine Ausführungsvariante zur Messerwelle nach den Fig. 2 und 3, wobei Fig. 6 eine Stirnansicht zu Fig. 5 darstellt. Die Fig. 7 und 8 zeigen zwei einfache Messerformen, während die Fig. 9 und 10 zwei Ausführungsbeispiele von abgebogenen Messern zeigen.
Die Vorrichtung nach Fig. l hat ein auf Rädern --1-- verfahrbares Gestell --2--, das für den Traktortransport mit einer Anhängevorrichtung --3-- ausgestattet ist und einen glatten Boden - hat, der mit einer Öffnung --5-- versehen ist, die sich über etwa zwei Drittel der Länge des Bodens --4-- erstreckt (Fig. l) oder auch über die gesamte Länge desselben (Fig. 4). Unterhalb dieser Öffnung --5-- ist eine Welle --6-- im Gestell gelagert, die einen verlängerten Wellenstummel --7-- zum Anschluss einer Gelenkwelle hat.
Die Öffnung --5-- ist von einem Ring --8-- umgeben, der eine Aufnahme für den gepressten Halmgutrundballen bildet, der durch einen nicht dargestellten Motor zur Drehbewegung in Richtung des Pfeiles 10 um seine vertikale mittige Achse - 9- (Fig. 4) angetrieben wird und mittels nicht dargestellter Mitnehmer den Rundballen zur Drehbewegung um seine vertikale Achse mitnimmt.
Die Welle --6-- ist mit einer Vielzahl von auf ihr fix angeordneten Messern --11-- bestückt, die auf die von einem Vierkantrohr gebildete Welle --6-- aufgesetzt sind (Fig. 2, 3). Die Umlaufrichtung --14-- (Fig. 2) der Welle --6-- ist so gewählt, dass die Messer --11-- im oberen Teil ihrer Umlaufbahn, welcher höher liegt als der Boden --4--, entgegen der Bewegungsrichtung --10-- des Ballens --20-- laufen. Ein Teil der Messer --11-- ist so angeordnet, dass ihre Schneiden normal zur Achse der Welle --6-- verlaufen, wogegen zumindest einige der Messer --11-so angeordnet sind, dass ihre Schneidkantenteile --12-- windschief bzw. schräg zur Achse der Welle --6-- stehen.
Damit wird erreicht, dass diese Schneidkantenteile --12-- die Bahnen jener Halme des im Ring --8-- liegenden gepressten Ballens, die nach unten in die Öffnung --5-- ragen, kreuzen, so dass diese Halme abgeschnitten werden. Dadurch wird der Kammeffekt, der sich bei ausschliesslich gerade angestellten, d. h. mit normal zur Achse der Welle --6-- angeordneten Schneidkantenteilen --12-- einstellt, vermieden und eine ständige gleichmässige Abarbeitung des Materials gewährleistet.
Das von den Messern --11-- zerkleinerte Halmgut fällt durch die Öffnung --5-- auf ein un-
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--6-- angeordnetes Förderband --17-- (Fig. 4),ken.
Bei den Ausführungsformen nach den Fig. l bis 4 hat die Welle --6-- Vierkantprofil, was die Anbringung der Messer --11-- auf den ebenen Flächen --16-- dieses Profils bzw. auf dessen Kanten erleichtert. Wie die Fig. 2 und 3 zeigen, sind die schräggestellten Messer --11-- auf den ebenen Flächen --16--, die gerade angestellten Messer --11-- hingegen auf den Kanten des Vierkantprofils befestigt.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 sind alle Messer --11-- schräg angestellt auf der Vier-
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kantwelle-6-angeordnet. Diese Ausführungsform hat nur vier Messerreihen, wogegen bei der Ausführungsform nach den Fig. l bis 3 acht Messerreihen vorgesehen sind.
Bei der Ausführungsform nach den Fig. 5 und 6 sind auf einer Welle --6-- mit Sechskantprofil sechs Reihen von Messern --11-- starr befestigt, wobei jede Messerreihe auf einer ebenen Fläche dieser Welle --6-- befestigt ist. Es ist jeweils eine Reihe gerade angestellter Messer --11-abwechselnd mit einer Reihe zur Wellenachse geneigter Messer --11-- angeordnet.
Die Fig. 7 und 8 zeigen einfache Messerformen, wie sie bei den beschriebenen Ausführungsformen verwendet werden können. Gemäss Fig. 7 ist das Messer an seiner Grundfläche mit einem Ausschnitt --19-- versehen, um das Messer --11-- auch entlang der Kanten von Mehrkantwellen - aufsetzen zu können, so wie dies in Fig. 2 gezeigt ist. Dadurch können sehr viele Messer auf der Welle-6-in aufgelockerter Anordnung Platz finden, wodurch sich ein hoher Wirkungsgrad ergibt.
Fig. 8 zeigt eine sehr einfache Form eines Messers --11--, wie sie ausser für die Messer selbst auch für die Gegenschneiden --15-- in schräger oder gerader Anstellung Verwendung finden kann.
Die Fig. 9 und 10 zeigen Ausführungsbeispiele von gebogenen Messern --11--, die bei gerader Anordnung auf der Welle --6-- ebenfalls den angestrebten Schneideffekt ergeben.
Die Messer können in jedem Abschnitt der Welle --6--, welcher von der Drehachse --9-des Ringes --8-- weiter entfernt ist, dichter stehen als im achsnahen Bereich, wodurch dem Umstand Rechnung getragen wird, dass die weiter aussenstehenden Messer mehr Material verarbeiten müssen als die achsnahen Messer.
Bei allen Messerausbildungen ist eine Abdeckung-21- (Fig. 2) oberhalb des auflaufenden Teiles der Umlaufbahn der Messer --11-- angeordnet, so dass dieser Teil der Umlaufbahn abgedeckt ist. Diese Abdeckung --21-- kann an einem Winkelprofil --22-- befestigt und von einem Blech gebildet sein, welches schräg nach oben bis etwa zu einer Höhe verläuft, welche die Schneidkantenteile --12-- der Messer --11-- im höchsten Teil ihrer Umlaufbahn erreichen können. Diese Abdeckung bringt den Vorteil, dass nach dem Einsetzen des schweren Ballens --20-- das Anfahren der Messerwelle --6-- wesentlich erleichtert wird, weil die Messer nicht in voller Tiefe in den Ballen --20-- eindringen.
Jedoch behindert diese Abdeckung --21-- die Bewegung des Ballens --20-- in Richtung des Pfeiles --10-- nicht, weil ja durch die Messer --11-- ein ständiges Freischneiden erfolgt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Abnahme von Halmgut, insbesondere Heu oder Stroh, von gepressten Rundballen, mit einem Gestell mit einem Boden, auf dem der durch einen Antrieb zur Drehbewegung um seine stehende Achse bewegte Ballen innerhalb eines um eine vertikale Drehachse angetriebenen Ringes aufruht und von unten durch relativ zum Rundballen umlaufende Messer abgearbeitet wird, die auf einer zur Drehung um eine horizontale Achse angetriebenen Welle montiert sind und sich mit dem obersten Teil ihrer Umlaufbahn durch eine Öffnung des Bodens hindurch nach oben zum Rundballen erstrecken, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einige der auf der Welle (6) starr befestigten Messer (11) in an sich bekannter Weise Schneidkantenteile (12) haben, die aus einer Normalebene zur Achse der Welle (6) in Richtung dieser Achse herausgerückt sind,
dass ferner diesen Schneidkantenteilen (12) der Messer (11) ortsfeste Gegenschneiden (15) in der Öffnung (5) zugeordnet sind und dass oberhalb der Messer (11) eine Abdeckung (21) vorgesehen ist, die den auflaufenden Teil der Umlaufbahn der Messer (11) abdeckt.