<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung bezieht sich auf einen Pferdeschuh, der an Stelle des üblichen Hufeisens gebracht wird.
Es wurde bereits ein Pferdeschuh vorgeschlagen, mittels welchem die bekannten Nachteile des Hufeisens vermieden werden konnten. Insbesondere wurde die Beschädigung des Pferdehufes weitgehend vermieden. Der bekannte Pferdeschuh weist eine mit einem elastischen Gummilaufprofil ausgerüstete Grundplatte auf, die mit einem Hufeinfassrahmen verbunden ist. Dabei werden die beiden Teile der Grundplatte mittels horizontalen Spannschrauben verschraubt, die je eine Druckfeder tragen, wobei zwischen den beiden Plattenteilen eine Zwischenlage aus Weichgummi eingesetzt wird. Die Befestigung des Pferdeschuhs erfolgt mittels des Hufeinfassrahmens, der manschettenförmig ausgebildet ist und an der Kante der Grundplatte festgemacht wird.
Es zeigte sich, dass der oben erwähnte Pferdeschuh hauptsächlich nur auf ebenen Strassen gebraucht werden konnte, da er beim Auftreten von Unebenheiten nicht genügend elastisch war.
Es entstand eine unzulässige Belastung des Hufes, was zu Verstauchungen und Brüchen führte.
Ein zweiter vorgeschlagener Pferdeschuh weist eine einteilige, dem Hufboden entsprechend geformte Grundplatte aus profiliertem Gummi und einen verschnürbaren Schaft aus elastisch nachgiebigem Material auf, der entlang der Kante der Grundplatte mit dieser verschweisst ist. Die Grundplatte ist mit einer sich nach hinten öffnenden, keilförmigen Aussparung versehen. Durch die Befestigung des Pferdeschuhs mittels Nylonschnüren, welche im Diagonalzug über die Fersen hinweg geführt und verspannt werden, wird erreicht, dass der Pferdeschuh abstosssicher festgemacht ist, keine unangenehmen oder schmerzende Druckstellen bildet und die Ballen sich ähnlich wie in einem gefederten Drucklager eingebettet bewegen können.
Die Erfindung hat gezeigt, dass auch diese Ausführung zu unelastisch ist und dass beim Galopp ein sattes Festsitzen am Huf nicht immer gewährleistet ist und eine Tendenz zum Wegfallen besteht. Es ist auch relativ kompliziert, den Schuh anzuziehen, da eine gewisse Elastizität der Verschnürung vorhanden ist und deshalb immer wieder nachgezogen werden musste. Auch kann es zum Eindringen von Schmutz und Kieselsteinen kommen.
Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, einen Pferdeschuh zu schaffen, bei dem die vorerwähnten Nachteile nicht mehr auftreten. Der Pferdeschuh ist mit einer einteiligen, der Hufform entsprechenden, als Laufsohle ausgebildeten Grundplatte aus profiliertem zähelastischem Gummi versehen und weist einen aus dem gleichen Stück wie die Grundplatte gefertigten Schaft auf, welcher den Huf satt umschliesst. Erfindungsgemäss ist der Pferdeschuh dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft sich über den Kronrand des Pferdefusses erstreckt, mit seiner Oberkante das Fesselbein umschliesst und vorne und hinten durch je einen Schlitz geteilt ist, der in bekannter Weise durch Haftbände zusammengehalten ist, und dass die Innenfläche der als Laufsohle ausgebildeten Grundplatte im Bereich des Fersenteils einen den Hufkontur entsprechenden teilförmigen Weichgummi aufweist.
Dabei kann die Innenfläche der Laufsohle eine leichte Wölbung besitzen, die der Hufunterseite entspricht. Der Schaft kann mit Belüftungslöchern versehen sein.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen : Fig. l den Pferdeschuh von vorne gesehen, Fig. 2 den Pferdeschuh von der Seite gesehen und Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie A-A.
Der Pferdeschuh besteht aus einem Stück zähelastischem Gummi, mit profilierter Laufsoh- le-l-und aus einem Schaft --14--. Die Lauf sohle-l-ist an den Randpartien innen armiert. Der Schaft --14-- ist aus dem gleichen Stück wie die Laufsohle --1-- gefertigt und so bemessen, dass der Schaft --14-- den Huf des Pferdes satt umgibt. Der genannte Schaft erstreckt sich über den Kronrand des Pferdefusses hinaus und umschliesst mit seiner innen gepolsterten Oberkante --3-- das Fesselbein des Pferdes. Der Schaft ist mit Löchern --2-- versehen, um ein "Atmen" des Hufes sicherzustellen.
Auf der Vorderseite des Schaftes --14-- ist eine Öffnungsmöglichkeit in der Form eines Schlitzes --4-- vorgesehen, der sich über die ganze Höhe bis zur Laufsohle-l-erstreckt. Dieser Schlitz --4-- ist vorne verstärkt und mit einer überlappbaren Zunge --5-- versehen, die einerseits verhindert, dass von vorne Schmutz in den Schaft eindringt und anderseits erlaubt, dass sich der Schaft der jeweiligen Hufschräglage entsprechend an den Huf anschmiegt. Der Schlitz --4-- bildet eine Ristöffnung, welche mittels zweier Velcor- bandverschlüssen --6 und 7-- verschlossen werden kann. In die Verschlüsse --6 und 7--
<Desc/Clms Page number 2>
ist je ein Gummiband --8 bzw. 9-- eingearbeitet, welche eine Dehnbarkeit der Verschlüsse sicherstellen.
Eine zweite Öffnungsmöglichkeit befindet sich gegenüber des Schlitzes --4-- hinten auf der andern Seite. Diese Öffnung --10-- erleichtert das Anziehen des Schuhs. Sie wird ebenfalls mittels Velcorbänder verschlossen.
Die Befestigung des Pferdeschuhs mit Velcorband hat die Vorteile, dass durch den Verschluss kein zusätzliches Gewicht entsteht, dass keine metallenen Teile verwendet werden und somit jegliche Verletzungsgefahr ausgeschlossen wird und dass die Handhabung denkbar einfach ist. Ferner wird ein individuelles Anpassen des Schuhs an den Huf bzw. an das Fesselbein ermöglicht. Die Laufsohle-l-kann mit einer dem Bedürfnis angepassten Profilierung versehen sein. Mit einer entsprechenden Profilierung wird bei glitschigem Untergrund eine ausgezeichnete Haftung erreicht.
Auf festem Untergrund würde die Haftung einer glatten Laufsohle an sich schon vollkommen genügen. Beim Übergang der Sohle-l-in den Schaft --14-- wird das Schuhwerk rundherum verstärkt, weil dort die grösste Reissanfälligkeit vorhanden ist. Der obere Rand --3-- des Schuhs ist ausserdem verstärkt und innen gepolstert. Die Polsterung --12-- verhindert eine Druckbelastung des Fesselbeines des Pferdes und sorgt dafür, dass kein Schmutz oder Kieselstein in das Innere des Schuhs eindringen kann. Zum Anpassen und Andrücken an die eingesenkte Hufkontur wird am Fersenteil ein keilförmiger Weichgummi --13-- eingesetzt. Er dient als Stossdämpfer der Achillen bei steilem Auftritt und entlastet gleichzeitig die Hornballen des Hufes.
Der innere Boden der Lauf sohle-l-weist im hinteren Teil eine leichte Erhöhung auf, die der anatomischen Formgebung des Hufunterteils entspricht. Mittels dieser Erhöhung wird verhindert, dass sich der Schuh verdrehen kann.
Der beschriebene Pferdeschuh eignet sich sowohl für Zug- oder Tragtiere als auch für Reitpferde. Bei Tieren, die Hufverletzungen haben und demzufolge nicht beschlagen werden können, ist es durchaus möglich, den Pferdeschuh zu verwenden. Durch entsprechende Einlagen ist sogar eine gezielte Heilung von verschiedenen Gehbehinderungen oder flache Stellung der Gliedmassen möglich. Der ursprüngliche Gang des Pferdes, der durch das Anbringen von Hufeisen verdrängt wurde, stellt sich mit dem Pferdeschuh schon nach kurzer Zeit wieder ein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Pferdeschuh mit einer einteiligen der Hufform entsprechenden, als Laufsohle ausgebildeten Grundplatte aus profiliertem, zähelastischem Gummi und mit einem aus dem gleichen Stück wie die Grundplatte gefertigten Schaft, welcher den Huf satt umschliesst, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (14) sich über den Kronrand des Pferdefusses erstreckt, mit seiner Oberkante (3) das Fesselbein umschliesst und vorne und hinten durch je einen Schlitz (4,10) geteilt ist, der in bekannter Weise durch Haftbänder (6,7) zusammengehalten ist und dass die Innenfläche der als Laufsohle (1) ausgebildeten Grundplatte im Bereich des Fersenteils einen der Hufkontur entsprechenden keilförmigen Weichgummi (13) aufweist.
EMI2.1