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Die Erfindung betrifft ein Befestigungssystem für Zaunfelder an Zaunsäulen mit einem Trägerprofil, das eine Nut aufweist, und einem Montageteil mit zwei'Schenkeln, von denen einer in Hinterschneidungen in der Nut eingreift und der andere als Befestigungsteil an einer Zaunsäule befestigbar ist.
Aus der Literatur sind verschiedenste Befestigungssysteme bekannt.
Aus der US-PS 3 942 763 ist ein Befestigungssystem für ein Geländer bekannt, wobei ein Winkelelement vorgesehen ist, das mit einem Schenkel an einem Pfosten geschraubt wird und mit dem anderen Schenkel in den Handlauf des Geländers eingreift und gegenüber diesen durch eine Klemmverbindung festgelegt wird. Ein Bewegungsausgleich bei Temperaturschwankungen ist bei diesem Befestigungssystem nicht möglicht.
Die US-PS 4 623 128 zeigt ein Befestigungssystem für Zaunfelder, bei dem die Schenkel eines Winkels in entsprechende Ausnehmungen in einem Pfosten und in einem horizontalen Profil eingreifen und mittels Schraubverbindungen festgelegt werden. Auch hier ist keine Möglichkeit für einen Bewegungsausgleich bei Temperaturschwankungen vorgesehen. Die Möglichkeit des Bewegungsausgleiches ist auch von Bedeutung, wenn starke horizontale Kräfte, z. B.
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durch Wind oder Anreissen aufgenommen werden müssen. Bei den beiden zuvor genannten Befestigungssystemen wird zumindest ein Teil der Kräfte auf die Schraubverbindungen übertragen, die dadurch ausreissen können und Beschädigungen am Geländer bzw. am Zaunfeld hervorrufen können.
Der Bewegungsausgleich ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn verschiedene Materialien beim Zaun verwendet werden, z. B. das Zaunfeld selbst aus Metall gefertigt wird, die Zaunsäulen jedoch aus Stein sind. Was die horizontale Belastung der Zaunfelder betrifft, so ist die natürlich besonders gross, wenn grosse vertikale Angriffsflä-
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Als Beispiel für ein Befestigungssystem gemäss dem Stand der Technik für Lattenzäune ist in Fig. 1 eines der bekannten Befestigungssysteme gezeigt.
Wie man sieht, sind dabei die Latten 1 des Zaunfeldes an einem oder mehreren Trägerprofilen 2 durch Befestigungsschrauben 3 angeschraubt, wobei die Befestigungsschrauben 3 in einer Nut 4 im Trägerprofil 2 positioniert sind. Die Schrauben 3 werden durch ein U- oder C-Profil 5, das in die Nut 4 des Trägerprofils 2 eingesetzt ist, abgedeckt.
Dabei reicht das C-Profil 5 nicht bis an den Rand des Zaunfeldes, so dass die Nut 4 des Trägerprofils 2 an ihren Enden nicht durch das C-Profil 5 abgedeckt ist. In diesem Bereich der Nut 4 ist ein Befestigungswinkel 6 eingesetzt, dessen einer Schenkel 6a in der Nut 4 zu liegen kommt und darin mit Schrauben 7 befestigt ist und dessen anderer Schenkel 6b eine Bohrung 8 aufweist, durch die das Zaunfeld an einer Zaunsäule befestigt werden kann.
Wie man in der Zeichnung erkennt, ist zwischen dem Schenkel 6a des Befestigungswinkels 6 und dem C-Profil 5 ein Spalt d vorgesehen, der Materialdehnung bei Temperatur-
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schwankungen und Oberflächenunebenheiten bei Verwendung von Natursteinsäulen als Zaunsäulen ausgleichen soll.
Nachteilig bei dieser bekannten Vorrichtung ist es, dass bei starker horizontaler Belastung, wie z. B. durch Wind, diese allein durch die Schrauben 7 in der relativ dünnen Profilwandstärke des Trägerprofils 2 aufgenommen werden muss und dass es dadurch häufig zu einem Ausreissen der Schrauben 7 aus dem Trägerprofil 2 kommt. Ferner muss das Festziehen der Schrauben 7 unmittelbar bei der Befestigung des Zaunfeldes an der Zaunsäule vorgenommen werden, um die Unebenheiten auf Natursteinsäulen ausgleichen zu können. Die Befestigung des C-Profils 5 in dem Trägerprofil 2 kann bei dem bisherigen System auch nicht einfach durch Clipsstege oder Clipsrillen erfolgen, ausser die Clipsstege oder Clipsrillen werden nachträglich im Bereich des Befestigungswinkels entfernt, was einen hohen Bearbeitungsaufwand bedingt.
Schliesslich sammelt sich in dem Spalt d zwischen C-Profil 5 und dem Schenkel 6a des Befestigungswinkels 6 Wasser und Schmutz, so dass dies einerseits eine Angriffsstelle für Auffrierungen und Korrosion ist und andererseits eine optisch nicht ansprechende Lösung darstellt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Befestigungssystem für Zaunfelder an Zaunsäulen zu finden, bei dem die obengenannten Nachteile nicht auftreten und das dennoch einfach in der Montage ist.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass bei dem Befestigungssystem der eingangs genannten Art der in die Nut eingreifende Schenkel des Montageteils als Gleitteil ausgebildet ist, der in der Nut verschiebbar gehalten ist. Eine Ausgleichsbewegung bei Temperaturschwankungen oder bei starken Horizontalbelastungen ist durch das Gleiten des Gleitteiles in der Nut des Trägerprofils gewährleistet. Die Kräfte werden durch jene Teile des Gleitteiles
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aufgenommen, die an den Hinterschneidungen der Nut anliegen. Durch seine Beweglichkeit in der Nut kann der Gleitteil auch einfach Massungenauigkeiten oder Oberflächenunebenheiten bei den Zaunsäulen aufnehmen.
Vorzugsweise sind der Befestigungsteil und der Gleitteil in an sich bekannter Weise getrennte Teile, deren Position zueinander veränderbar ist. Wenn der Befestigungteil und der Gleitteil des Montageteils einstückig oder fest miteinander verbunden ist, so haben sie die Form eines Winkels mit normal aufeinanderstehenden Flächen.
Für die Montage eines Zaunfeldes, welches nicht rechtwinklig ist, da es z. B. entlang einer Böschung verläuft, mussten bisher Spezialwinkel angefertigt werden. Bei Zaunsäulen, deren Montageflächen nicht genau vertikal sind, ergaben sich auch immer wieder Schwierigkeiten bei der Montage von Befestigungswinkeln, die diese Abweichung nicht ausgleichen können. Sind jedoch der Befestigungsteil und der Gleitteil in ihrer Position zueinander ver- änderbar, so können sie an die jeweilige Situation angepasst werden.
Neben der Möglichkeit, einen gewünschten Winkel fix einzustellen, gibt es auch die Möglichkeit, die Verbindung zwischen dem Befestigungsteil und dem Gleitteil flexibel zu gestalten, so dass ein Bewegungsausgleich nicht nur durch das Gleiten des Gleitteiles in der Nut sondern auch durch die Bewegung des Bewegungsteiles und des Gleitteiles gegeneinander gegeben ist.
Vorzugsweise hat der Gleitteil an seiner der Nut zugewandten Fläche mindestens eine Ausnehmung für einen oder mehrere Clipsstege oder eine oder mehrere Clipsrillen.
Wenn in der Nut des Trägerprofils die Schrauben zur Befestigung der Latten oder anderer Zaunelemente versenkt sind, so ist es zu bevorzugen, die Nut zum Schutz der Befestigungsschrauben und zum Erhalt einer glatten Oberfläche, die nicht so leicht verschmutzt und korrodiert eine
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Abdeckleiste vorzusehen. Diese Abdeckleiste lässt sich leicht montieren, wenn in der Nut ein oder mehrere Clipsstege oder eine oder mehrere Clipsrillen vorgesehen sind, in die die Abdeckleiste, z. B. ein C-Profil, einrasten kann. Damit die Clipsstege oder Clipsrillen nicht durch umständliche Arbeitsvorgänge im Bereich des Montageteils entfernt werden müssen, ist mindestens eine Ausnehmung für einen oder mehrere Clipsstege oder eine oder mehrere Clipsrillen im Gleitteil vorgesehen.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung schliesst an den Gleitteil ein Abdeckbereich, vorzugsweise einstückig, an, der nicht in die Nut eingreift und den dem Gleitteil benachbarten Bereich der Nut abdeckt. Um die Ausgleichsbewegung des Gleitteiles in der Nut zuzulassen, darf die Abdeckleiste für den restlichen Bereich der Nut im Trägerprofil nicht unmittelbar an den Gleitteil anschliessen. Vielmehr ist zwischen dieser Abdeckleiste, die wie in Fig. 1 gezeigt als C-Profil ausgebildet sein kann, und dem Gleitteil ein Spalt zur Aufnahme dieser Bewegung vorgesehen.
Um ein optisch ansprechendes Aussehen des Zaunes zu gewährleisten und die Verschmutzung des Spaltes und eventuelle Folgeschäden durch Auffrierungen und Korrosion zu vermeiden, ist der Abdeckbereich, der unmittelbar an den Gleitteil anschliesst und die Nut im Bereich des Spaltes abdeckt, gut geeignet.
Nunmehr soll das erfindungsgemässe Befestigungssystem anhand der beiliegenden Zeichnungen in mehreren Ausführungsformen beschrieben werden.
Dabei zeigt die Fig. 2 eine Draufsicht auf ein Zaunfeld im Bereich seiner Befestigung an eine Zaunsäule 30. Die Fig. 3 zeigt einen Schnitt III-III mit Clipsstegen ; Fig. 4 zeigt einen Schnitt IV-IV ohne Clipsstege. Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsvariante, bei der eine ge-
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lenkige Verbindung zwischen Gleitteil 16 und Befestigungsteil 17b gegeben ist. Die Fig. 6 bis 10 zeigen eine alternative Ausführungsform für das Befestigungssystem.
In Fig. 2 ist ein Zaunfeld angedeutet, bei dem an einem Trägerprofil 12 mehrere Latten 11 durch Schrauben 13 befestigt sind, die im Bereich einer Nut 14 das Trägerprofil 12 durchsetzen. Die Nut 14 wird im Bereich der Schrauben 13 durch eine Abdeckleiste, z. B. ein C-Profil, abgedeckt, die jedoch nicht bis zu den Enden des Trägerprofils 12 reicht.
Bei dem erfindungsgemässen Befestigungssystem weist die Nut 14 in dem Trägerprofil 12 Hinterschneidungen 9 auf, in die an den Enden des Trägerprofils 12 die Ansätze 10 eines Gleitteiles 16 eingreifen. Der Gleitteil 16 trägt einen Befestigungsteil 17,17a, 17b, in dem eine Bohrung 18 vorgesehen ist, durch die die Befestigung an einer Zaunsäule 30 vorgenommen werden kann. Der Gleitteil 16 wird in die Nut 14 des Trägerprofils 12 eingeschoben, wobei die Ansätze 10 am Gleitteil 16 durch ihren Eingriff in die Hinterschneidungen 9 der Nut 14 des Trägerprofils 12 den Gleitteil 16 in dem Trägerprofil 12 halten.
Eine Befestigung mittels Schrauben ist nicht mehr erforderlich, dies verringert den Montageaufwand und der Gleitteil 16 kann jederzeit bei Materialdehnungen durch Temperaturschwankungen oder als Ausgleichsbewegung für Oberflächenunebenheiten bei der Montage an der Zaunsäule 30 in dem Trägerprofil 12 hin und her gleiten. Der Befestigungsteil 17,17a, 17b kann mit dem Gleitteil 16 entweder einstückig (Fig. 2 bis 4) oder gelenkig (Fig. 5) oder in der gegenseitigen Position zueinander veränderbar (Fig. 6 bis 10) verbunden sein.
Der in Fig. 5 gezeigte Montageteil weist einen Befestigungsteil 17b auf, der über eine im montierten Zustand
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vertikale Achse 21 mit dem Gleitteil 16 gelenkig verbunden ist, wobei diese Bewegunsfreiheit auch nach der Montage erhalten bleibt und Ausgleichbewegungen oder schräge Säulenanschlüsse zulässt.
Im Ausführungsbeispiel gemäss den Fig. 6 bis 10 ist der Befestigungsteil 17a ein Winkel, dessen einer Schenkel die Bohrung 18 für die Befestigung an der Zaunsäule aufweist und dessen anderer Schenkel an dem Gleitteil 16 anliegt und mit diesem über eine Schraube 20 verbindbar ist, wobei der Befestigungsteil 17 beliebig um die Achse der Schraube 20 verdrehbar ist und durch Festziehen der Schraube 20 fixierbar ist. Dadurch kann der Montageteil an die vorliegenden Gegebenheiten angepasst werden.
Ferner kann an den Gleitteil 16 ein Abdeckbereich 22 angeformt sein, der in der Längserstreckung über den Gleitteil 16 hinausragt und den Spalt zwischen dem Gleitteil 16 und dem C-Profil 15 in der Nut 14 abdeckt, wodurch sich ein ansprechendes Äusseres ergibt und die Gefahr der Ansammlung von Verschmutzungen und Folgeschäden, wie Auffrierungen und Korrosion gemindert wird.
Weiters kann der Gleitteil 16 in seinem, bei der Montage dem Boden der Nut 14 zugewandten Bereich eine oder mehrere Nuten 23,24 aufweisen, in die sich ein oder mehrere Clipsstege 25 des Trägerprofils 12, die zur einfachen Montage des C-Profils 15 im gesamten Trägerprofil 12 vorgesehen sind, erstrecken können.
Zusammengefasst ergeben sich folgende Vorteile bei dem neuen Befestigungssystem : - Durch Eingriff der Ansätze 10 des Gleitteils in die
Hinterschneidungen 9 der Nuten 14 kann eine viel höhere
Horizontalbelastung durch Wind und Anreissen aufgenommen werden als durch die bisherigen Schrauben in der dünnen
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Profilwandstärke des Trägerprofiles 12 ; - der Gleitteil 16 muss am Trägerprofil 12 nicht festge- schraubt werden, weil das Zaunfeld zwischen den Säulen
30 ohnehin nicht aus kann (Ersparnis von Schrauben und
Arbeitszeit) ;
- der Gleitteil 16 kann durch seine Gleitfähigkeit die
Massungenauigkeiten oder die Oberflächenunebenheiten an
Steinzaunsäulen 30 leicht aufnehmen, indem er einfach um einige mm nach links oder rechts geschoben werden kann, und noch immer genügend Halt in der Nut 14 hat (ist sehr grosser Montagevorteil) ; - der Gleitteil 16 kann durch seine Gleitfähgikeit alle
Längsdehnungen (durch Wärme und Kälte) problemlos auf- nehmen ; - insbesondere kann an den Gleitteil 16 eine Abdeckung 22 anschliessen, die den Spalt zwischen der
Lattenschrauben-Abdeckleiste (=C-Profil 15) in der Trä- gerprofilnut 14 abdecken kann (Spalten sind zur Aufnah- me einerseits der Temperaturdehnungen und andererseits der bereits vorerwähnten Oberflächenunebenheiten an den
Natursteinzaunsäulen notwendig) ;
- insbesondere kann der Gleitteil 16 auch verwendet wer- den, wenn in der Nut 14 des Trägerprofils 12 eine oder mehrere Clipsrillen oder ein oder mehrere Clipsstege 25 vorgesehen sind, indem der Gleitteil 16 entsprechend ausgenommen ist.