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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen von Nachbildungen von Stickereimotiven auf eine Textilunterlage. Solche Bild- oder Schriftzeichen können beispielsweise ein Warenzeichen, einen Namen oder andere Bilder, Zeichen und Symbole darstellen, welche beispielsweise auf den Ursprung der Textilunterlage hinweisen können, auf welche sie aufgebracht sind.
Es ist bereits bekannt, Teile, welche die oben genannten Motive darstellen können, auf Textilunterlagen aufzubringen, beispielsweise auf Kleidungsstücken, wie T-Shirts od. dgl., indem die Teile mit Wärme behandelt werden, wobei zuvor die Rückseite mit einem Schmelzkleber versehen wurde. Ein solches Vorgehen erfordert jedoch spezielle Werkzeuge und Ausrüstungen, um die vorgefertigten Teile zu handhaben, was gleichzeitig die Art der Motive begrenzt.
Ferner sind Abziehbilder bekannt, die auf einem Papier aufgebracht sind und auf eine Textilunterlage aufgebügelt werden, wonach das Papier entfernt wird. Nachteilig hiebei ist, dass das Motiv während des Aufbügelns beschädigt oder verzerrt werden kann und als aufgebügeltes Motiv erkennbar ist, weil es keine reliefartige Struktur aufweist.
In der GB-PS Nr. 1, 244, 407 wird vorgeschlagen, die motivbildende Schicht auf die Textilunterlage aufzukleben, wobei zwischen beiden eine nachgiebige Zwischenlage eingebracht und die obere Schicht mit einer Stanzform längs der gewünschten Linien aufgetrennt wird. Daraufhin wird die obere Schicht innerhalb der Konturenlinie auf die Textilunterlage gepresst und dort festgeklebt, wobei die federnde Zwischenlage zusammengedrückt wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein vereinfachtes und verbessertes Verfahren zu schaffen, um Materialien der verschiedensten Art und Ausführung, die hier als motivbildendes Material bezeichnet werden, in Form von Bild- oder Schriftzeichen, Ornamenten, Etiketten od. dgl., auf einer Textilunterlage zu befestigen.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass eine Schicht eines motivbildenden Materials auf eine Textilbahn aufgelegt wird, wobei die Motivschicht auf der Oberseite ein im wesentlichen dauerhaft mit ihr verbundenes geflocktes Material und auf der Unterseite einen Schmelzkleber aufweist, dass die Textilbahn und die Motivschicht auf eine weiche Unterlage gelegt werden und die Motivschicht entlang der Ränder des aufzubringenden Motivs innerhalb begrenzter, bezüglich des Motivs innen gelegener Flächenbereiche derart mit Hitze und Druck beaufschlagt wird, dass das motivbildende Material in diesen Flächenbereichen auf der Textilbahn durch Aktivierung des Schmelzklebers befestigt wird, gegen den übrigen Bereich der Schicht eine Neigung von 30 bis 600 erhält und längs der Motivränder durchtrennt wird,
worauf die vom Motiv abstehenden überschüssigen Abschnitte der Schicht abgetrennt werden.
Vorzugsweise wird als motivbildendes Material ein solches eingesetzt, das aus einer Trägerschicht besteht, die auf einer Seite beflockt und auf der andern Seite mit einem Schmelzkleberauftrag versehen ist. Es kann aber auch als motivbildendes Material ein solches eingesetzt werden, das durch Beflocken eines Schmelzkleberfilms erhalten wurde.
Ferner ist vorteilhaft, wenn die Motivschicht derart mit Hitze und Druck beaufschlagt wird, dass die entlang der Ränder bezüglich des Motivs innen gelegenen Flächenbereiche gegen den übrigen Bereich der Schicht eine Neigung von 450 erhalten.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnungen näher erläutert ; es zeigen Fig. 1 eine schaubildliche Ansicht einer Stanzform, teilweise im Schnitt, zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens, Fig. 2 eine schaubildliche Ansicht eines mit der in Fig. 1 dargestellten Stanzform hergestellten Motivs, Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 2, in grösserem Massstab, und Fig. 4 eine schaubildliche Ansicht einer andern Ausführungsform der in Fig. 1 dargestellten Stanzform, ebenfalls teilweise im Schnitt.
Gemäss Fig. 1 ist in der Stanzform die Abbildung des aufzubringenden Motivs in einen Block aus wärmeleitendem Material, wie Kupfer, Messing oder Stahl, ausgebildet. Der Einfachheit halber ist als abzubildendes Motiv ein Kreisring gewählt, wobei die Teife der Form wesentlich vergrössert dargestellt ist.
Die Stanzform besteht aus einem Basisteil --10-- mit den darin ausgebildeten Stanzteilen, wobei eine kreisförmige Innenform --11-- und eine kreisförmige Aussenform --12-- mit grösserem Durchmesser als die der Innenform --11-- vorgesehen sind.
Die Form ist dazu vorgesehen, ein kreisringförmiges Motiv, wie es in Fig. 2 dargestellt ist,
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zu erstellen, wobei die Wände --13-- der Stanzform, welche an die Flächenbereiche der festzuklebenden Materialschicht angrenzen, in einem spitzen Winkel zueinander verlaufen bzw. gegenüber der Stempel achse zu diesem Materialbereich hingeneigt sind.
Auf derjenigen Seite des Motivs, auf welcher keine Verklebung stattfinden soll, sind die Stanzflächen --15-- im wesentlichen senkrecht, d. h. parallel zur Achse der Stanzform angeordnet.
Im übrigen ist die Stanzform mit Heizflächen --14-- ausgerüstet.
Erfindungsgemäss wird auf die Textilunterlage --16-- eine Lage des motivbildenden Materials aufgelegt, welches im weiteren nicht dargestellt ist, eine beflockte Oberseite aufweist und an der
Unterseite mit einem Schmelzkleberauftrag versehen ist. Daraufhin wird die Stanzform auf die beiden Schichten aufgepresst, was dazu führt, dass in den Flächenbereichen --17-- der Textilunterlage --16-- der Schmelzkleber eine Verklebung bewirkt. Nach dieser Verklebung kann die Stanzform entfernt und das motivbildende Material von der Textilunterlage abgenommen werden, wobei lediglich das Motiv --18-- selbst auf dieser befestigt bleibt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel werden die bezüglich des Motivs --18-- aussenliegenden Abschnitte --19 und 20-- von der Textilunterlage abgetrennt.
Wie aus Fig. 3 hervorgeht, bleibt das auf der Textilunterlage --16-- befestigte Material erhöht, ohne dass dabei eine elastische Zwischenschicht Verwendung findet. Die Unterseite der motivbildenden Schicht ist in den Zeichnungen mit --21-- und die flockige Oberseite mit --22-- bezeichnet.
Eine andere Ausführungsform der Stanzform ist in Fig. 4 dargestellt. Die Form ist ähnlich der in Fig. 1 gezeigten, weist jedoch eine wärmeisolierende Materialschicht --24-- im mittleren Abschnitt der Form auf, wo keine Verklebung des motivbildenden Materials mit der Textilunterlage erwünscht ist.
In der oben stehenden Beschreibung wird die Verwendung heisser Stanzformen erläutert. Es ist jedoch selbstverständlich, dass auch solche mit einer Hochfrequenzheizung Verwendung finden können.
Das motivbildende Material besteht aus einer Oberschicht aus flockigem Material und einer Unterschicht aus einem Schmelzkleberauftrag. Der Schmelzkleberauftrag kann von einem Film gebildet sein, welcher widerstandsfähig genug ist, die Oberschicht zu tragen und die Handhabung des Materials zu überstehen. Anderseits kann auch die Oberschicht auf eine Folie aufgebracht sein, welche erst anschliessend auf der Unterseite mit einem Schmelzkleberauftrag versehen wird. Im übrigen kann auch ein Material verwendet werden, das auf der einen Seite beflockt und auf der andern Seite mit einem Schmelzkleber beschichtet ist.
Das erfindungsgemäss auf die Unterlage aufgebrachte Motiv zeigt ein besonders ansprechendes Erscheinungsbild, da das Motiv gegenüber der Unterlage erhöht und wie eine Stickerei wirkt.
Darüber hinaus ist das Verfahren sehr einfach in der Anwendung, wobei es nicht erforderlich ist, dass irgendwelche Zeichen oder Motive vorgefertigt werden müssen, da diese gleichzeitig mit dem Verkleben auf der Textilunterlage erzeugt werden. Schliesslich lassen sich wesentlich mehr Motive als mit bekannten Verfahren erstellen, beispielsweise solche, die nicht zusammenhängend sind und bei denen vorgefertigte Teile nicht zusammenhalten würden.
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