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Die Erfindung bezieht sich auf einen Rucksack, insbesondere Tourenrucksack aus Gewebe- stoff mit einer durch zwei in im wesentlichen vertikaler Richtung verlaufenden und voneinander distanzierten Taschen seiner Rückwand eingeschobenen Stäben gebildeten Aussteifung.
Ein derartiger Rucksack wurde z. B. durch die CH-PS Nr. 250234 bekannt. Bei dem bekannten
Rucksack werden zwei flache und gerade verlaufende Stäbe in die Taschen eingeschoben, wobei die Stäbe mit einem bogenförmig gespannten Gurtbügel verbunden sind und so gemeinsam ein Trag- gestell bilden.
Der Nachteil der bekannten Lösung liegt darin, dass die Stäbe kaum für die Erreichung einer nennenswerten Steifigkeit geeignet sind, wenn nicht Stäbe mit relativ grossem Querschnitt und da- mit hohem Gewicht verwendet werden. Ausserdem ergibt sich durch die Verwendung gerader Stäbe nur ein sehr mässiger Tragkomfort, wobei die Stäbe zu sehr unangenehmen Druckstellen führen.
Weiters wurde durch die DE-OS 2553729 ein M-förmiges Traggestell für einen Rucksack be- kannt, das aus einem Rohr hergestellt und zur Anpassung an die Anatomie des Menschen in seiner
Längsrichtung S-förmig ausgebildet ist. Zur Aufnahme des Traggestelles sind an dem Rucksack entsprechende Laschen vorgesehen. Auch dieses Traggestell weist ein erhebliches Gewicht auf. Ausserdem verursacht es einen erheblichen Herstellungsaufwand. Trotzdem lässt sich mit dieser bekannten Lösung nur ein geringer Tragkomfort erreichen, da durch das Traggestell bedingte Druckstellen nicht zu vermeiden sind.
Ziel der Erfindung ist es, einen Rucksack der eingangs erwähnten Art vorzuschlagen, bei dem diese Nachteile vermieden sind und der sich bei geringem Gewicht durch eine hohe Steifigkeit und hohem Tragkomfort auszeichnet, wobei insbesondere die Ausbildung von Druckstellen sicher vermieden werden soll.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass die Stäbe in an sich bekannter Weise einen S-förmigen Verlauf aufweisen, und zumindest in ihrem mittleren im wesentlichen gerade verlaufenden Abschnitt einen trogartigen Querschnitt aufweisen, und die an ihren oberen Enden vorzugsweise offenen Taschen an ihrer Aussenseite vorzugsweise mit Wülsten aus elastisch nachgiebigem Material, z. B. Schaumstoff gepolstert sind, die gegebenenfalls mit hautfreundlichem atmungsaktivem, saugfähigem Material, z. B. Baumwollstoff überzogen sind und an ihrem unteren Ende. vorzugsweise in eine Polsterung einer zur Aufnahme einer losen mit Bohrungen versehen Platte dienenden Tasche übergehen.
Durch diese Massnahmen wird auch bei Stäben mit kleinem Querschnitt und daher geringem Gewicht ein hohes Mass an Steifigkeit und eine relativ grosse Auflagefläche erreicht, wodurch sich ein guter Tragkomfort ergibt. Dieser lässt sich dann weiters durch die an der Aussenseite der Taschen angeordneten Wülste vergrössern. Ausserdem trägt die mit einer Polsterung versehenen Tasche zur Aufnahme einer losen Platte, wobei die Platte gegebenenfalls mit einem der Stäbe zu einer Schaufel bzw. einem Spaten verbunden werden kann, zu einer günstigen Gewichtsverteilung und damit zu einer Erhöhung des Tragkomforts bei.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass die Stäbe in ihrem mittleren Bereich unterteilt und die beiden Teile lösbar miteinander verbunden sind, wobei die Überlappung der beiden Teile veränderbar ist, wodurch eine individuelle Anpassung der Aussteifung des Rucksackes an den Träger auf einfache Weise ermöglicht wird. Ausserdem können die Stäbe aus den Taschen herausgenommen und z. B. als behelfsmässige Zeltstangen oder zum Schienen von verletzten Gliedmassen verwendet werden.
Die Erfindung wird nun an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen Fig. 1 eine teilweise geschnittene Draufsicht auf einen erfindungsgemässen Rucksack, Fig. 2 eine teilweise geschnittene Ansicht der Rückwand des Rucksackes nach Fig. 1, Fig. 3 und 3a Vertikalschnitte durch einen Rucksack gemäss den Linien III-III bzw. IIIa-IIIa in Fig. 1, Fig. 4 schematisch die Ausformung der Stäbe im Vergleich zum Rücken des Trägers, Fig. 5 und 6 Auf- bzw. Seitenriss eines Stabes, Fig. 7 einen Schnitt gemäss der Linie VII-VII in Fig. 6, Fig. 8 bis 13 schematisch verschiedene Anwendungsmöglichkeiten der Stäbe.
Aus Fig. 1 sind die an der Innenseite der Rückwand --2-- des Rucksackes --1-- angeordneten Taschen --3-- ersichtlich, die voneinander distanziert angeordnet sind und im wesentlichen vertikal verlaufen. In diesen Taschen-3-sind Stäbe-4-mit trogformigem Profil eingesteckt.
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wollstoff, versehen ist.
Im unteren Bereich der Rückwand --2-- ist eine sich im wesentlichen über die gesamte Breite der Rückwand --2-- erstreckende, ebenfalls mit einem Überzug --6--, vorzugsweise aus Baumwollstoff, versehene Polsterung --5'-- angeordnet. Die Polsterung --5, 5'-- besteht aus im wesentlichen ebenflächigen Zuschnitten eines Schaumstoffes. Der aus den Fig. 3, 3a ersichtliche, leicht gekrümmte Verlauf der Aussenseite der Polsterung ist durch die Stäbe --4-- bedingt. Die Traggurte --9-- sind einerseits an einer zwischen den bei den Wülsten --5-- verstellbar gehaltenen Schnalle --10-- und anderseits im unteren Bereich der Seitenwände --11-- mittels Verstärkungs- lappen --12-- und Nieten --13-- befestigt.
Um eine Abstützung der Last des Rucksackes --1-- auch am Hüftknochen des Trägers sicherzustellen, sind, wie auch aus Fig. 2 ersichtlich ist, im unteren Bereich des Rucksackes --1-- zwei mit einer dicken, von einem Gewebestoff überzogenen Polsterung --16-- versehene Hüftgurte --14-- angeordnet, die mittels einer Schliesse-15, 15'-. verbindbar sind, wobei mindestens ein Teil der Schliesse verstellbar an dem Hüftgurt --14-- befestigt ist.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich, weisen die Hüftgurte --14-- eine gegen ihre freien Enden zu abnehmende Breite auf, die im an den Rucksack-l-anschliessenden Bereich ein erhebliches Ausmass aufweist, um einen guten Sitz bzw. eine gute Abstützung auf dem Hüftknochen des Trägers sicherzustellen. Die Polsterung --16-- der Hüftgurte --14-- stellt praktisch eine Fortsetzung der Polsterung --5'-- des unteren Bereiches der Rückwand --2-- dar.
Die verstellbare Halterung der mit den Traggurten --9--, die bis auf kurze Abschnitte in ihren Endbereichen mit einer dicken von einem Gewebestoff überzogenen Polsterung --17-- versehen sind, verbundenen Schiebeschnalle --10-- erfolgt mittels eines in vertikaler Richtung verlaufenden Verstellgurtes --18--, der mittels quer verlaufender sprossenartig angeordneter Haltegurte --19-- an der Rückwand Rucksackes --1-- gehalten ist.
Diese Haltegurte --19-- sind mit der Rückwand --2-- des Rucksackes --1-- durch Nähte, Nieten od. dgl. verbunden und sind, wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, einander bis auf relativ schmale Randzonen dachziegelartig überlappend paarweise angeordnet, wobei zwischen den einzelnen Paaren von Haltegurten --19-- ein Abstand eingehalten ist, der etwa der vertikalen Erstreckung der Schiebeschnalle --10-- entspricht, wie dies aus Fig. 3 ersichtlich ist. Der Verstellgurt --18-- ist bis auf das unmittelbar unter der Schiebeschnalle --10-- verlaufende Paar von Haltegurten --19-- schlaufenartig durch die Paare von Haltegurten --19-- gezogen und ist an
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Soll die Schiebeschnalle --10-- verstellt werden, so braucht lediglich nach dem Lösen des Bandes --20-- aus der Klemmschnalle --21-- der Verstellgurt --18-- aus den Paaren von Haltegurten --19-- und der Schiebeschnalle --10-- ausgefädelt zu werden. Danach wird der Verstellgurt --18-- wieder derart eingefädelt, dass er unter dem unmittelbar unterhalb des zur Aufnahme der Schiebeschnalle --10-- vorgesehenen Zwischenraumes zwischen zwei Paaren von Haltegurten --19-- angeordneten Paares von Haltegurten einfach durchgezogen wird, woraufhin die Schiebeschnalle --10-- wieder aufgeschoben und der Verstellgurt --18-- durch die an der Rück- wand -2-- weiter oben angeordneten Paare von Haltegurten --19-- schlaufenförmig durchgezogen und das Band --20-- wieder in der Klemmschnalle --21-- befestigt wird.
An den Traggurten --9-- bzw. deren Polsterung --17-- sind - nicht dargestellt - Zuggurte --22-- befestigt, die in im oberen Randbereich der Rückwand --2-- oder gegebenenfalls an dem nicht dargestellten, zur Abdeckung seiner oberen Öffnung dienenden Schliessklappe des Rucksackes --1-- befestigten Klemmschnallen --23-- verstellbar gehalten sind. Weiters sind etwa im mittleren Bereich der Traggurte --9-- quer zu diesen verlaufende Bänder (nicht dargestellt) befestigt, die an ihren freien Enden eine Schliesse tragen, von der mindestens ein Teil am zugehörigen Band verstellbar gehalten ist. Bei geschultertem Rucksack --1-- kann durch Verbinden dieser Bänder mittels der Schliesse zuverlässig ein Abgleiten der Traggurte über die Schultern des Trägers verhindert werden.
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Um die Last des Rucksackes --1-- optimal auf die hiefür geeigneten Körperstellen des Trägers verteilen zu können sind, wie aus Fig. 4 ersichtlich, die Stäbe --4-- im wesentlichen S-förmig ver-
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--24,knickung --26-- vorgesehen, durch welche eine genügende Distanzierung des Rucksackes vom Nackenbereich des Trägers sichergestellt wird.
Durch die Abknickungen--24, 25--der Stäbe ist eine Abstützung im Bereich der Schulterblätter und des Gesässansatzes des Trägers sichergestellt.
Aus den Fig. 5 bis 7 ist zu ersehen, dass die Stäbe --4-- einen trogartigen Querschnitt aufweisen, wobei die Profilhöhe in den Endbereichen der Stäbe --4-- abnimmt, um das Einschieben in die Taschen --3-- zu erleichtern, die an ihrem oberen Ende eine Öffnung aufweisen. Wie die Fig. 7 zeigt, weisen die Stäbe --4 zwei in axialer Richtung verlaufende Randzonen --27-auf, die im eingesteckten Zustand an der Rückwand --2-- des Rucksackes --1-- anliegen und über schräge Wandteile --28-- mit dem Mittelteil --29-- verbunden sind. In diesem Mittelteil --29-- sind voneinander distanziert entlang der Achse des Stabes --4-- Bohrungen --30-- angeordnet.
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zum Schienen gebrochener Gliedmassen zu verwenden, wie dies in den Fig. 8 bis 10 angedeutet ist.
Dabei ist es auch möglich, die bei den Stäbe --4-- des Rucksackes --1-- miteinander mit- tels Schrauben --31-- und Muttern zu verbinden, die in die Bohrungen --30-- einsetzbar sind.
Dies ist z. B. bei Bergwanderungen über der Baumgrenze von Bedeutung, wo es im Falle eines Unfalles schwer ist, ein geeignetes Material zu finden, welches als behelfsmässige Schiene verwendbar ist.
Weiters können die Schienen-4-, wie in Fig. 13 und 14 gezeigt, als Stütze für ein Behelfs- zelt-32- (Fig. 13) oder in Verbindung mit Skiern --33-- zur Bildung eines Transportschlittens verwendet werden (Fig. 14).
Falls auch eine Platte-8--, die zweckmässigerweise ebenfalls mit Bohrungen --30-- und gegebenenfalls an drei Seiten mit Aufkantungen --80-- versehen ist, lose mitgenommen wird, lässt sich mit Hilfe eines Stabes -4-- auf sehr einfache Weise eine Behelfsschaufel herstellen (Fig. 11).
PATENTANSPRÜCHE :
1. Rucksack. insbesondere Tourenrucksack aus Gewebestoff mit einer durch zwei in im wesentlichen vertikaler Richtung verlaufenden und voneinander distanzierten Taschen seiner Rückwand eingeschobenen Stäben gebildeten Aussteifung, dadurch gekennzeichnet, dass die Stäbe (4) in an sich bekannter Weise einen S-förmigen Verlauf aufweisen, und zumindest in ihrem mittleren im wesentlichen gerade verlaufenden Abschnitt einen trogartigen Querschnitt aufweisen, und die an ihren oberen Enden vorzugsweise offenen Taschen (3) an ihrer Aussenseite vorzugsweise mit Wülsten (5) aus elastisch nachgiebigem Material, z. B. Schaumstoff gepolstert sind, die gegebenenfalls mit hautfreundlichem atmungsaktivem, saugfähigem Material, z. B.
Baumwollstoff überzogen sind und an ihrem unteren Ende, vorzugsweise in eine Polsterung einer zur Aufnahme einer losen mit Bohrungen versehenen Platte (8) dienenden Tasche übergehen.