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Die Erfindung bezieht sich auf eine Filmspule aus Kunststoff, die eine Nabe, einen Wickelkörper und zwei Aussenscheiben aufweist und aus zwei mit je einer der beiden Aussenscheiben versehenen Teilen besteht, die über einen innerhalb der Wickelfläche des Wickelkörpers angeordneten Schnappverschluss miteinander verbunden und durch wenigstens einen Zentrierstift od. dgl. gleichachsig gehalten sind.
Filmspulen aus Kunststoff werden üblicherweise im Spritzgussverfahren hergestellt, u. zw. wegen der einfachen Entformbarkeit in zwei Teilen, die dann miteinander verbunden werden müssen. Zu diesem Zweck werden die Wickelkörper bzw. Naben an ihren Stossflächen zwischen den beiden Teilen verklebt oder verschweisst. Nachteilig an einer solchen Verbindung der Spulenteile ist einerseits, dass ein zusätzlicher Arbeitsgang für das Kleben oder Schweissen notwendig ist, und anderseits, dass die erreichte Verbindung hinsichtlich ihrer Belastbarkeit vergleichsweise grossen Toleranzen unterworfen und keine Sichtkontrolle der erreichten Verbindung möglich ist. Es kommt daher immer wieder vor, dass sich die beiden Teile einer Spule unter einer grösseren Belastung, beispielsweise beim Herunterfallen der Spule, voneinander lösen, wodurch die Spule unbrauchbar wird.
Es sind zwar bereits schnappverschlussartige Verbindungen zwischen den beiden Spulenteilen bekannt, doch ist bei diesen Schnappverschlüssen entweder eine Verdrehung der beiden Spulenteile gegeneinander notwendig oder möglich, was das Zusammensetzen der Spulenteile erheblich erschwert, insbesondere, wenn an eine maschinelle Fertigung gedacht wird. Ausserdem ist bei Filmspulen eine Relativdrehung der beiden Spulenteile unerwünscht, weil beispielsweise bei selbsteinfädelnden Spulen die auf den Filmanfang einwirkenden federnden Zungen der beiden Aussenscheiben einander axial gegenüberliegen müssen.
Diese Nachteile treten beispielsweise bei einer bekannten Konstruktion auf (US-PS Nr. 4, 009, 842), bei der der Schnappverschluss durch einen Federbügel erreicht wird, der mit seinen Schenkeln in eine Ringnut eines zentralen Zentrierstiftes des andern Spulenteiles einrastet. Dieser in die Ringnut des Zentrierstiftes eingreifende Federbügel kann die beiden Spulenteile selbstverständlich lediglich in axialer Richtung festlegen, nicht aber gegenüber einer Relativdrehung sichern. Sind die federnden Zungen eines Schnappverschlusses in Umfangsrichtung der Spulenteile angeordnet (FR-PS Nr. 2. 201. 238), so müssen die beiden Spulenteile zunächst ineinandergesteckt und dann gegeneinander verdreht werden, damit die in Umfangsrichtung verlaufenden federnden Zungen ineinandergreifen können.
In ähnlicher Weise muss beim Zusammenfügen von Spulenteilen über einen bajonettartigen Verschluss (US-PS Nr. 3, 432, 113) vorgegangen werden, der aus zwei exzentrischen Teilen, einem Ansatz und einer entsprechenden Ausnehmung besteht. Auf Grund einer Hinterschneidung dieser Teile ist eine Klemmung der Spulenteile nach einer entsprechenden Drehung möglich.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, die geschilderten Mängel zu vermeiden und eine Filmspule der eingangs geschilderten Art so zu verbessern, dass weder beim Zusammensetzen der beiden Spulenteile noch nach dem Zusammensetzen eine Relativdrehung notwendig oder möglich ist, so dass die Spulenteile in einer vorbestimmten Zuordnung zueinander einfach maschinell zusammengefügt werden können.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass der Schnappverschluss aus wenigstens einer an einem Spulenteil vorgesehenen, federnden, axialen Zunge besteht, die eine Rastausnehmung im andern Spulenteil mit einem hakenartigen Kopf hintergreift, und dass wenigstens zwei die beiden Spulenteile drehfest miteinander verbindende Zentrierstifte od. dgl. vorgesehen sind.
Mit dem Vorsehen axialer Zungen wird es zunächst möglich, die Schnappverbindung durch ein axiales Aufeinanderdrücken der beiden Spulenteile einrasten zu lassen, was eine Voraussetzung für eine einfache, maschinelle Herstellung der Spulen darstellt. Die Festigkeit der Verbindung der beiden Spulenteile hängt dabei nur von der Zugfestigkeit der Zunge bzw. Zungen ab, weil auf Grund der beiden Zentrierstifte od. dgl. zwischen den beiden Spulenteilen nur ein axiales Auseinanderziehen der beiden Spulenteile möglich ist. Es wird daher eine dauerhafte und mit Sicherheit ausreichend feste Verbindung zwischen den Spulenteilen über den Schnappverschluss hergestellt.
Die Zentrierstifte sind erforderlich, um die beiden Spulenteile in ihrer richtigen Lage zueinander festzulegen, weil Schnappverschlüsse auf Grund ihrer Wirkungsweise im allgemeinen ein gewisses Spiel in Richtung. des Zungenfederweges zwischen den zusammenwirkenden Schnappverschlussgliedern bedingen. Die Herstellung solcher Zentrierstifte bedeutet dabei keinen Mehraufwand, da
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lediglich das Werkzeug für die Filmspulenteile entsprechend zu gestalten ist. Sind die beiden Spulenteile mit wenigstens je einer Zunge und einer Rastausnehmung versehen, so können die beiden Spulenteile gleich ausgeführt sein. Damit wird auch nur ein Einfachwerkzeug erforderlich.
In den Zeichnungen ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
Es zeigen Fig. 1 einen erfindungsgemässen Teil einer Filmspule in Innenansicht, Fig. 2 eine erfindungsgemässe Filmspule im Axialschnitt und Fig. 3 einen Schnitt durch die Filmspule nach der Linie III-III der Fig. 2.
Die dargestellte Filmspule besteht in üblicher Weise aus einer Nabe --1--, einem Wickelkörper --2-- und zwei Aussenscheiben --3-- und ist aus zwei Teilen --4 und 5-- zusammengesetzt, wobei die Stossfläche zwischen den beiden Teilen --4 und 5-- in einer achsnormalen Ebene verläuft.
Zur Verbindung der beiden Teile --4 und 5-- besitzt jeder dieser Teile eine axial gegen den jeweils andern Teil vorstehende Zunge --6-- mit einem hakenförmigen Kopf --7--, der eine Rastausnehmung - -8-- im andern Spulen teil hintergreift, wie dies am besten in Fig. 3 zu erkennen ist.
Da ein solcher durch die federnde Zunge --6-- und die Rastausnehmung --8-- gebildeter Schnappverschluss die gegenseitige Lage der beiden Spulenteile --4 und 5-- nicht festlegen kann, sind zusätzlich Zentrierstifte --9-- vorgesehen, die in entsprechende Zentrierlöcher --10-- im jeweils andern Spulenteil eingreifen. Durch diese Zentrierstifte --9-- werden aber nicht nur die Spulenteile --4 und 5-- in ihrer Lage zueinander festgelegt, sondern es wird auch die achsnormale Komponente einer Belastung der Verbindung zwischen den beiden Spulenteilen über die Zentrierstifte --9-- abgetragen, so dass über den eigentlichen Schnappverschluss nur axial gerichtete Kräfte aufgenommen werden müssen.
Dies bedeutet, dass die Zungen --6-- nur auf Zug beansprucht werden und folglich die Zugfestigkeit dieser Zungen für die Festigkeit der Schnappverbindung massgebend ist.
Damit der Schnappverschluss das Aufwickeln eines Filmes auf den Wickelkörper nicht stört, werden die Zungen --6-- innerhalb der Wickelfläche --11-- des Wickelkörpers --2-- angeordnet, der im Ausführungsbeispiel durch einen mehrmals unterbrochenen Ringsteg gebildet wird.