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Die Erfindung betrifft eine Fangvorrichtung für Skier bei Tiefschneefahrten, mit einer auf einer Seilrolle aufwickelbaren, mehr als 5 m langen Schnur, welche einerseits am Ski bzw. der Skibindung und anderseits am Schuh oder einem andern Bekleidungsstück des Benutzers lösbar befestigbar ist, wobei die Schnur an ihrem dem Ski zugewandten Ende oder ein entsprechendes Befestigungsglied derselben eine Sollbruchstelle aufweist.
Am Skikern sind in der Regel Skibremsen angeordnet, die bei Pistenfahrten eine sehr gute Wirkung zeigen und den Ski sofort abbremsen. Ausserdem ist es ja bei Benutzung von Skipisten unschwierig, den Ski wieder zu finden. Bei Tiefschneefahrten hingegen kommt es sehr oft vor, dass nach einem Sturz die Skier unterhalb der oberen Schneedecke in dem relativ leichten Pulverschnee weiterwandern, wobei auch an den Skiern angebrachte Skibremsen keine Gegenwirkung zeigen. Es ist dann notwendig, dass ein relativ grosser Bereich zu Fuss abgegangen werden muss, damit gegebenenfalls der oder die Skier wieder gefunden werden können. Es kommt aber relativ oft vor, dass Skier nach solchen Stürzen überhaupt nicht mehr gefunden werden.
Es wurde auch schon vorgeschlagen, als Fangvorrichtung eine lange Schnur vorzusehen, welche einerseits am Ski und anderseits an dem Schuh oder einem andern Bekleidungsstück des Benutzers befestigt wird. Die Skier können sich dadurch vom Körper des Benutzers entsprechend weit weg bewegen, so dass Verletzungsgefahren durch die Skier selbst weitgehend ausgeschlossen sind. Durch Sollbruchstellen an dieser Schnur löst sich gegebenenfalls der Ski bei übermässiger Belastung.
Bei solchen Tiefschneefahrten ist es aber nicht nur erforderlich, eine Möglichkeit zum Auffinden des Skis nach dem Sturz zu schaffen, sondern gerade bei Tiefschneefahrten ergeben sich immer wieder Probleme durch Lawinenabgänge, so dass gerade hier ein grosses Mass an Sicherheitsvorkehrungen geschaffen werden muss. Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, eine Skifangvorrichtung für Skier bei Tiefschneefahrten zu schaffen, bei welcher entsprechende Sicherheitseinrichtungen integriert sind, so dass keine zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände diesbezüglich erforderlich sind.
Erfindungsgemäss gelingt dies dadurch, dass an dem dem Ski zugewandten Ende der Schnur ein mit einem Auftriebsgas, z. B. einem Farbgas, füllbarer Auftriebskörper vorgesehen ist und dass ein Behälter mit Auftriebsgas über eine Zuleitung mit dem Auftriebskörper verbunden ist, wobei die Zuleitung bei Reissen der Schnur an der Sollbruchstelle öffnet.
Durch die Anwendung der erfindungsgemässen Massnahmen wird erreicht, dass das vom Skifahrer entfernte Ende der Schnur rasch an die Schneeoberfläche gelangt und dass insbesondere bei Verwendung von Farbgas im Auftriebskörper Spuren hinterlassen werden, die zu einer raschen Bergung eines Verschütteten führen. Es ist in der Regel nicht möglich, dass ein Verschütteter eine entsprechende Auslösung von Hand vornehmen kann, so dass es als besonders wesentliches Merkmal der Erfindung erscheint, dass die Zuleitung zwischen dem Auftriebskörper und dem Behälter mit Auftriebsgas bei Reissen der Schnur an der Sollbruchstelle öffnet.
Einerseits ist so die Gewähr gegeben, dass das Auftriebsgas nicht unnötig verschwendet wird, da bei normalen Stürzen, bei denen also der Ski über die Schnur mit dem Skifahrer verbunden bleibt, kein Auslösen des Auftriebsgases vorkommt, und anderseits ist eben bei einem Notfall, wenn der Ski sich vom Skifahrer losreisst, eine entsprechende Beschickung des Auftriebskörpers mit Auftriebsgas gewährleistet. Ein solches Losreissen wird aber nur dann stattfinden, wenn der Skifahrer in eine Lawine gerät, so dass die Zugkraft auf die Schnur entsprechend zu gross wird.
Durch die erfindungsgemässen Massnahmen kann eine Sicherheitseinrichtung bei Tiefschneefahrten geschaffen werden, die selbsttätig arbeitet und trotzdem in konstruktiv einfacher Weise gestaltet werden kann.
In der nachstehenden Beschreibung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an Hand der Zeichnungen noch näher erläutert. Es zeigen : Fig. 1 eine Seitenansicht eines Abschnittes eines Skis mit einem in die Skibindung eingesetzten Skischuh ; Fig. 2 einen Schnitt durch ein konstruktives Detail.
Die Einrichtung besteht im wesentlichen aus einem Gehäuse --1--, in welchem eine Seilrolle - drehbar gelagert ist. Auf diese Seil rolle --2-- ist eine Schnur --3-- aufwickelbar, welche eine Länge von mehr als 5 m aufweist, sowie entsprechenden Befestigungsgliedern.
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Es hat sich bei Versuchen herausgestellt, dass eine Schnurlänge von etwa 10 m die günstigste Länge darstellt, da die Skier dann nach einem Sturz entsprechend weit vom Skifahrer weggeführt werden, wobei ausserdem bis zu einer Entfernung von 10 m eine Eigenabbremsung der Skier im Tiefschnee erfolgt, so dass die Schnur --3-- unter normalen Bedingungen keiner besonderen Belastung ausgesetzt wird.
Um grössere Belastungen auf die Schnur zu berücksichtigen und insbesondere ein Reissen der Schnur bei Lawinenabgängen zu ermöglichen, ist die Schnur zweckmässigerweise an ihrem dem Ski --4-- bzw. der Skibindung --5-- zugewandten Ende mit einer Sollbruchstelle versehen. Diese Sollbruchstelle kann auch an einem entsprechenden Befestigungsglied --6-- der Schnur vorgesehen werden.
Im Bereich des einen freien Endes der Schnur --3-- ist ferner ein Auftriebskörper --7-vorgesehen, welcher bewirkt, dass nach dem eventuellen Lösen der Schnur durch Überlastung dieses Ende der Schnur an die Schneeoberfläche gelangt, was insbesondere bei Lawinenabgängen die Suche nach dem Verschütteten erleichtert. Dieser Auftriebskörper ist mit einem Auftriebsgas, eventuell sogar mit einem Farbgas, gefüllt. Dadurch wird die Wirkung des Auftriebes noch verstärkt und ausserdem kann durch entsprechenden Farbaustritt eine Spur zu dem Verschütteten verfolgt werden. Ein Behälter mit dem Auftriebsgas ist über eine Zuleitung mit dem Auftriebskörper verbunden, wobei diese Zuleitung bei Reissen der Schnur an der Sollbruchstelle öffnet.
Um ein ordnungsgemässes Aufwickeln der Schnur --3-- auf die Seilrolle --2-- zu bewerkstelligen, ist zweckmässig eine in Aufwickelrichtung wirkende Spiralfeder --8-- ebenfalls innerhalb des Gehäuses-l-angeordnet. An Stelle einer Spiralfeder --8-- könnte auch eine entsprechend konstruierte Schraubenfeder vorgesehen werden. Durch eine voreinstellbare Sperre, welche in den Zeichnungen nicht dargestellt ist, besteht die Möglichkeit, die Wirkung der Feder in Aufwickelrichtung zu sperren. Bei einem Sturz wird sich das Seil daher lediglich abwickeln, ohne dass gleich die Feder dieser Abwickelbewegung entgegenwirkt.
Es kann daher bei einem normalen Sturz und einem normalen Wegfahren des Skis keine Überlastung der Schnur --3-- auftreten.
Aus der Fig. 2 ist ersichtlich, dass die Aufwickeleinrichtung in konstruktiv sehr einfacher Weise ausgeführt werden kann. Die Spiralfeder --8-- wirkt über einen Zahnkranz --9-- auf ein Zahnrad --10--, welches mit dem Zahnrad --11-- achsgleich verbunden ist. Dieses Zahnrad - kämmt wieder mit einem Zahnrad --12--, welches mit der Seilrolle --2-- fest verbunden ist. Mit einer Konstruktion mit geringen Aussenabmesssungen kann hier also das Auslangen gefunden werden.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 wird das die Seilrolle --2-- und die Feder --8-aufnehmende Gehäuse-l-über einen Riemen --13-- am Schuh --14-- des Benutzers befestigt.
Das Gehäuse-l-weist zu diesem Zweck eine Schlaufenöffnung --15-- zum Durchführen des Riemens --13-- auf.
Selbstverständlich ist es im Rahmen der Erfindung auch möglich, die Seilrolle und die Feder im Skischuh oder der Skibindung zu integrieren. Dies wäre beispielsweise gerade bei Tourenbindungen durchaus möglich.
Die konstruktive Ausgestaltung der erfindungsgemässen Einrichtung kann selbstverständlich auf verschiedene Art und Weise erfolgen und ist nicht auf das dargestellte Beispiel beschränkt.