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Die Erfindung bezieht sich auf eine Messermühle mit an einem Rotor angeordneten Messern, die mit stillstehenden Gegenmessern in beiden Drehrichtungen wirkend zusammenarbeiten.
Bekannte Messermühlen müssen in einer vorgegebenen Drehrichtung betrieben werden, weil die Messer nur in einer Richtung schneiden. Wird die Messermühle in umgekehrter Richtung angetrieben, kommt es zu einem Stau des Materials und es können Schäden an diesem, aber auch an der Messerwelle bzw. den Messern auftreten. Insbesondere bei mit Drehstrom betriebenen Mühlen besteht bei einem Standort-oder Steckdosenwechsel immer die Gefahr, dass zwei Phasen vertauscht werden und die Mühle daher in der falschen Drehrichtung umläuft. Überdies muss bei den bekannten Mühlen bei einem zufolge der Abnutzung der Messer bedingten Absinken der Schneidleistung die Maschine abgeschaltet, das Maschinengehäuse geöffnet, die Messer demontiert und nachgeschliffen werden.
In der DE-OS 2847674 ist eine Vorrichtung zum Aufbrechen organischer Stoffe beschrieben, bei dem das Messer aus einer schräg auf einer Welle angeordneten elliptischen Scheibe besteht, die in einem der Länge nach aufgeschlitzten Zylinder rotiert. Als Schneiden des Rotormessers wirken dabei die beiden Kanten der Ellipse, die mit den Kanten des aufgeschnittenen Zylinders, dem Gegenmesser, zusammenarbeiten. Nach den Angaben in der Veröffentlichung ist es möglich, die Vorrichtung in beiden Drehrichtungen anzutreiben, wobei jedoch in jede der beiden Drehrichtungen jede der beiden Ellipsenkanten schneiden soll : Die eine Kante der Ellipse mit einer Kante des Zylinders, die andere Kante der Ellipse mit der anderen Kante des Zylinders. Die bekannte Vorrichtung erscheint ausserdem nicht geeignet, andere Materialien als Gras u. dgl. zu schneiden.
Als Kunststoffmessermühle ist die bekannte Vorrichtung sicher unbrauchbar.
Die Erfindung hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Nachteile zu vermeiden und eine Messermühle zu schaffen, die ohne Änderung der Mahlleistung in beiden Drehrichtungen betrieben werden kann und bei der überdies die Standzeit der Messer grösser als bisher ist. Erreicht werden diese Ziele auf überraschend einfache Weise dadurch, dass sowohl die Rotormesser als auch die Gegenmesser in bezug auf eine durch die Drehachse oder parallel zu ihr gelegte Ebene symmetrisch ausgebildet sind, wobei in der einen Drehrichtung die eine Seite, in der andern Drehrichtung die andere Seite der Rotormesser wirkend ist. Bei einer erfindungsgemäss ausgebildeten Messermühle ist es gleichgültig, in welcher Drehrichtung der Rotor angetrieben wird. Bei einem Standortwechsel und einem eventuell damit verbundenen Phasenwechsel besteht daher keine Gefahr einer Beschädigung der Mühle.
Insbesondere bei mobilen Kunststoffmühlen, die gebrauchte Kunststoffe, z. B. Verpackungen, zum Zweck der Wiederverarbeitung zerkleinern, stellt dies einen wesentlichen Fortschritt dar. Die erfindungsgemässe Massnahme bringt überdies eine Verdoppelung der Standzeit der Messer mit sich, weil bei einem Nachlassen der Schneidleitung in einer Richtung die Messermühle in der andern Richtung betrieben werden kann.
Eine Messermühle nach der Erfindung kann mit am Rotor starr befestigten Messern ausgestattet werden. Es ist aber auch möglich, dass die Rotormesser pendelnd am Rotor gelagert und Anschläge zur Festlegung der beiden Arbeitsstellungen vorgesehen sind. Dabei können die Rotormesser an einem Messerträger befestigt sein, der einen Arm des Rotors haubenförmig umgreift.
Nachstehend ist die Erfindung an Hand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben, ohne jedoch auf diese Beispiele beschränkt zu sein. Dabei zeigt die Fig. 1 schematisch eine Ausführungsform der Erfindung mit am Rotor pendelnd angeordneten Messern und die Fig. 2 stellt eine Variante mit am Rotor starr befestigten Messern dar.
Gemäss Fig. 1 sind in einem schematisch angedeuteten Gehäuse --1-- zwei Gegenmesser --2
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befestigt.symmetrisch ausgebildet.
An einer Rotorwelle --6-- sind zwei Rotorarme --7-- befestigt. An diesen ist je ein Messerhalter --8-- um eine Achse --9-- pendelnd gelagert, der ein mit zwei Schneiden --10 und 11-versehenes Rotormesser --12-- trägt. Die beiden Rotormesser --12-- sind, so wie die Gegenmesser - -2--, symmetrisch ausgebildet.
Jeder Messerhalter --8-- um greift das Ende seines Rotorarmes --7-- haubenförmig, so dass die Schwenkbewegung der Messerträger --8-- um ihre Achse --9-- beschränkt ist. Die Messer-
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träger --8-- können nur so lange schwenken, bis eine ihrer Kanten --13-- am Rotorarm --7-- anschlägt.
Am Gehäuse-l-ist überdies in üblicher Weise ein Siebblech --14-- befestigt, das die Mahlfeinheit der Messermühle bestimmt.
Wird die dargestellte Messermühle z. B. entgegen dem Uhrzeigersinn angetrieben, werden die Messerhalter --8-- zufolge des Widerstandes des eingefüllten Mahlgutes im Uhrzeigersinn so lange schwenken, bis ihre als Anschlag wirkende Kante --13-- am zugehörigen Messerarm --7-- anschlägt.
In den Zeichnungen sind diese Stellungen der Messerträger strichliert eingezeichnet, wobei eine gegenüber der voll ausgezogenen Stellung der Messerarme --7-- leicht verdrehte Stellung - -7'-- angenommen ist. Diese durch die Kanten --13-- begrenzte Stellung stellt die Arbeitsstellung der Messer --12-- dar, in der die Schneiden --11-- mit dem Gegenmesser --3-- zusammenwirken. Es ist ohneweiteres ersichtlich, dass zufolge der symmetrischen Anordnung der Messer und der pendelnden Aufhängung der Messerträger bei einem Antrieb der Rotorwelle --6-- in entgegengesetzter Richtung, demnach im Sinne des Uhrzeigers, die Messerträger --8-- in die andere, nicht dargestellte Lage pendeln werden, in der die Schneiden --10-- mit den Gegenmessern --3-- zusammenwirken.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 sind am Rotor --17-- zwei Messer --14 und 15-- symmetrisch und starr mittels einer Abdeckung --16-- befestigt.
Die Messer sind dabei derart geneigt, dass sie in beiden Drehrichtungen mit dem Gegenmesser - schneidend zusammenwirken.
Im Rahmen der Erfindung sind noch zahlreiche Abänderungen möglich. So müssen keineswegs zwei Rotorarme --7-- vorgesehen sein, es könnten deren in bekannter Weise auch mehr sein. Auch könnten die Rotorarme gabelförmig die Messerträger --8-- um greifen bzw. wäre die Anordnung von gesonderten Anschlägen möglich.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Messermühle mit an einem Rotor angeordneten Messern, die mit stillstehenden Gegenmessern in beiden Drehrichtungen wirkend zusammenarbeiten, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die Rotormesser (12 ; 14,15) als auch die Gegenmesser (2,3) in bezug auf eine durch die Drehachse oder parallel zu ihr gelegte Ebene symmetrisch ausgebildet sind, wobei in der einen Drehrichtung die eine Seite, in der andern Drehrichtung die andere Seite der Rotormesser (12 ; 14,15) wirkend ist.
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