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und eine Schossenbildung in einem oder mehreren Klimaräumen durchgeführt werden. Auch kann eventuell in speziellen Fällen die Schossenbildung im Freiland mit direktem Sonnenlicht fortgesetzt werden.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden an Hand den Zeichnungen näher erläutert, in welchen ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Anlage dargestellt ist. Es zeigen Fig. 1 eine schematische Darstellung der Anlage, Fig. 2 einen Querschnitt eines Tasssenstapels, Fig. 3 eine schaubildliche Darstellung zweier Tassenstapel in der Keimkammer, Fig. 4 eine Ausführungsform einer Tasse im Querschnitt, und Fig. 5 eine Einzelheit in grösserem Massstab.
Wie Fig. 1 zeigt, ist zur Aufnahme von keimfähigem Saatgut ein Trichterbottich --1-- vorge- sehen, unter dem sich ein endloses Umlaufband --2-- befindet, auf welches von einer nicht dargestellten Stapeleinrichtung leere Tassen --3-- gelangen. Zur Aufnahme der gefüllten Tassen dient ein fahrbares Rahmengestell --4--, welches den Transport der Tassen --3-- in eine Keimkammer --5-- besorgt, die allenfalls mehrere Rahmengestelle --4-- aufnehmen kann und für die Wurzelvliesbildung bestimmt ist. Für die Blattbildung sind zwei aufeinanderfolgende Klimakammern - -6, 7-- vorgesehen, denen allenfalls eine dritte --8-- oder weitere folgen kann bzw. können.
Jeder der Klimakammern --6 bis 8-- ist an eine zur Keimkammer --5-- und zum Trichterbottich - -1-- führende Leitung --9-- angeschlossen, während eine Leitung --10-- vom Bottich --1-- und von der Kammer --5-- zu den Kammern --6 bis 8-- zurückführt, so dass die beiden Leitungen --9, 10--mit den angeschlossenen Räumen des Bottichs --1-- und den Kammern --5 bis 8-- einen geschlossenen Gaskreislauf bilden.
Die Tassen --3-- bestehen aus einem Rahmen --11-- mit eingeschweisstem Gitterboden --12--, auf welchen vor dem Einfüllen des Saatgutes mindestens eine luftdurchlässige Folie z. B. aus Papier oder einem Kunststoffsieb allenfalls in Falten, wie in Fig. 4 dargestellt ist, gelegt wird. Im Rahmengestell --4-- sind die Tassen in der Kammer --5-- so gelagert, dass zwischen je zwei Tassen --3-- ein Zwischenraum --14-- vorgesehen ist, welcher endseitig wechselweise durch eine am unteren Rand des Rahmens --11-- angelenkte Schote --15-- abgeschlossen ist, so dass an einem Ende eines Zwischenraumes --14-- eintretende Gase, die darüber und die darunter gelegene Tasse durchsetzt und in dem darüber bzw. darunter befindlichen Zwischenraum am andern Ende austreten muss.
Im Anschluss an die Keimkammer --5-- befindet sich eine Hebebühne --16--, die vorzugsweise hydraulisch betätigbar ist und zur Aufnahme des aus der Kammer --5-- kommenden Rahmengestells - dient. Die Hebebühne --16-- übernimmt das Rahmengestell --4-- im angehobenen Zustand und senkt sich schrittweise, wobei in jeder Stellung eine Tasse --3-- entleert wird. Zu diesem Zwecke befindet sich die Hebebühne --16-- nahe der Stirnseite einer Fördereinrichtung --17-- in Form eines
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welcher um eine Walze --19-- nach oben kippbar ist, die sich vor dem Messer --18-- befindet. Über der Walze --19-- ist eine allenfalls mit Stiften bestückte Greifwalze --20-- zum Erfassen und zum Transport des auf der Tasse --3-- befindlichen Vlieses --31-- vorgesehen.
Weiters befindet sich an der, dem Walzenpaar --19, 20-- gegenüberliegenden Seite des Rahmengestells --4-- eine nicht dargestellte pneumatische oder hydraulische Ausstosseinrichtung, durch welche die Tassen - aufeinanderfolgend aus dem Rahmengestell --4-- bis zu einem Anschlag in den Bereich der Walzen --19, 20-- vorgestossen werden.
In jeder Klimakammer --6 bis 8-- befindet sich ein endloses Umlaufband-21 bzw. 22 bzw. 23--, welches über Umlenkrollen --25-- in lotrechten Schlangen geführt ist und in Abständen voneinander zwischen randseitigen Ketten, Seilen od. dgl. Träger-24-- in Form von im Querschnitt dreieckigen Stangen aufweist. Zwischen einzelnen oder allen auf-und absteigenden Ästen des Umlaufbandes - 21 bis 23-- befinden sich Bestrahlungskörper --26--, von welchen das Züchtungsgut die für sein Wachstum erforderlichen Licht- und Wärmestrahlen erhält.
Das Umlaufband --17-- führt schräg nach unten zum Umlaufband --21--, welches ebenso wie die nachfolgenden Umlaufbänder --22 und 23-- einen für die Aufnahme des Züchtungsgutes bestimmten, schräg gegen das Innere des vom Umlaufband eingeschlossenen Raumes verlaufenden Teil --27 bzw. 28-- aufweist. Zwischen je zwei Umlaufbändern --21 bis 23-- ist zwischen dem jeweiligen Abgabeteil --28-- und dem gegenüberliegenden Aufnahmeteil --27-- ein Übergabeband --29-- vorgesehen, welches, ähnlich wie die Um-
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laufbänder --21 bis 23-als endloses Band ausgeführt ist und Träger -24-- aufweist, jedoch zum Unterschied von den genannten Bändern horizontal verläuft.
Schliesslich sind zusätzliche Leitungen --32-- für Frischluft vorgesehen, die zum Zwecke ihrer Unterscheidung von den Leitungen --9, 10- strichliert eingezeichnet sind.
Die erfindungsgemässe Anlage arbeitet in folgender Weise : Die keimfähige Gerste wird mit Wasser, vorzugsweise bis zur optimalen Wasseraufnahme im Trichterbottich-l-angemaischt. Der Quellvorgang erfolgt mit einer optimalen Wasseraufnahme, wobei bereits eine Wurzelbildung eingeleitet wird. Das entstehende COz wird in den Gaskreislauf einbezogen.
Anschliessend wird die Gerste in die am horizontalen Umlaufband --2-- gelegenen Tassen direkt auf die Papierfolie od. dgl. aufgeschüttet. Um ein aufgelockertes Wurzelvlies zu erreichen, können auch zusätzlich eine oder mehrere Papierfolien zwischen dem ausgemaischten Saatgut eingesetzt werden, welche gleichzeitig einen Teil des Cellulosegehaltes für das fertige Futter darstellen. Die Tassen --3-- werden mit Zwischenabständen --14-- übereinanderliegend durch Einschieben in das fahrbare Rahmengestell --4-- gestapelt.
Diese so gefüllten Tassen ermöglichen eine weitgehende Belüftung, wobei darauf zu achten
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der Laubblattbildung bzw. für eine Bestockung und Schossenbildung Platz schaffen. Auch kann zur Oberflächenvergrösserung somit eine bessere Durchlüftung erreicht werden, wenn die Vlieskultur samt den Filter- und Siebauflagen räumlich, mehrfach gefaltet oder mehrfach schräg übereinander gelegt wird.
Die fahrbaren Rahmengestelle --4-- werden samt den eingeschobenen Tassen --3-- in die klima-
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Düsen werden feuchte Luftnebel erzeugt, welche zwischen den Tassen --3--, vorzugsweise durch die Gitter- und Filtersysteme dem Keimvorgang zugeführt werden. In der Keimkammer --5- müssen die Reaktionsgase rasches aus dem Wurzel vlies ausgetragen werden. Der Keimvorgang wird so lange durchgeführt, bis sich die Wurzeln zu einem dichten Vlies verwachsen, welches bei einer nachträglichen, vertikalen Aufhängung selbsttragend ist. Die Luftführung zwischen den Tassen bzw.
Vliesen kann, wie Fig. 2 zeigt, über und/oder durch die Gerstenschichte geführt werden, wobei die Luft mittels der Schikanen--15- gezwungen wird, durch die Auflagegitter --12-- hindurch zu strömen. Letzterer Vorgang erfordert eine höhere Luftpressung oder eine Absaugung. Die hier zur Anwendung gelangenden Reaktionsgase müssen sauerstoffreich sein und werden vor allem in den Klimakammern --6 bis 8-- gewonnen, während die aus der keimenden Gerste austretenden Gase, welche nach der Formel (CHO) + 0 :--- -CO : + H20 reagieren, Kohlensäure und Wasserdampf enthalten, wovon der Wasserdampf teilweise zur Befeuchtung der keimenden Gerste herangezogen und der restliche Wasserdampf mit der Kohlensäure den Klimakammern --6 bis 8-- zugeführt wird.
Nach mehreren Tagen, werden die Rahmengestelle --4-- aus der Keimkammer --5-- zur klimatisierten, aus den Klimakammern --6 bis 8-- bestehenden Anlage geführt, in welcher die Grünblattbildung bzw. die Bestockung und die Schossenbildung erfolgt.
Die Tassen --3-- werden einzeln und taktweise auf der Höhe der Walze --19-- aus den Gestellrahmen --4-- bis zum Anschlag ausgestossen, mit Hilfe der Stachelwalze -20-- wird das Wurzelvlies einschliesslich seiner Folie von der Tasse --3- abgezogen und dem Abschermesser --18-- zugeführt, welches zwischen das Vlies und die Folie eindringt und wie in Fig. 5 angedeutet ist, die Folie - nach unten in einen Behälter --30-- ablenkt, während das Vlies --31-- auf das Transport- ! : land --17- gebracht wird, welches das Vlies in die erste Klimakammer --6-- schiebt, in welcher die Grünblattbildung erfolgt.
Die Grünfutteranlage kann, wie erwähnt, einen Klimaraum --6-- oder mehrere Klima-
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räume --6 bis 8-- aufweisen, wobei den Wachstumsphasen wie Grünblattbildung, Bestocken und
Schossen die jeweils erforderlichen ökologischen Bedingungen angeboten werden. In der Grünfutter- anlage wird das Gut auf dem vertikal und horizontal geführten Umlaufsystem bewegt. Durch die kurze, schräge Strecke --27-- unmittelbar beim Einlauf der Grünfuttervliese werden diese, mit Hilfe der Träger --24-- mittig aufgenommen und vorzugsweise über Luftschleusen in den Klimaraum getra- gen.
Die Träger --24-- bzw. Tragbalken sind so ausgebildet, dass es zu einer Aufspreizung der vertikal hängenden Vliese kommt und somit eine weitgehende Belüftung und Bewässerung des Wurzel- systems ermöglicht wird, wobei die grüne Laubblattbildung bzw. spätere Bestockung oder bzw.
Schossenbildung auf der Oberseite des Vlieses erfolgt. Auch eine vertikale Aufhängung, sowie das
Umwenden um 180 kann erfolgen.
Die Vliese werden zyklisch im Umlauf geführt, wobei sowohl das erforderliche Wasser, oder eine Nährlösung, regelmässig zugeführt wird. Zur Laubblatt- oder Sprossbildung bzw. Schossenbildung wird künstliches und/oder natürliches Zusatzlicht eingesetzt. Aus den Keimanlagen wird Kohlensäure diesen Grünfutterkulturräumen zugeführt, um die Photosynthese rasch voranzutreiben. Durch eine Kompensation mittels Lichtzusatz wird die Respiration weitgehend zurückgedrängt.
Die Vliese werden auf den Umlaufbahnen auf den Tragbalken seitlich derart aufgehängt, dass sie in hintereinander bzw. nebeneinander geführter Folge den jeweiligen Tagesbedarf decken.
Es ergeben sich dadurch bei einer 4tägigen Kultur, vier auf den Trägern --24-- nebeneinanderlie- gende Grünfutterbahnen. Dies ergibt eine weitere einfache, wirtschaftliche Betriebsführung. Nach Beendigung bestimmter Wachstumsphasen (3 bis 4 Tage) wird die Grünfuttermasse, vorzugsweise mit einer Stachelwalze, vom Gehänge abgezogen und in Häckselanlagen zerkleinert. Hiebei ist es möglich, Zusätze wie Kraftfutter, Stroh der Grünfuttermasse hinzuzufügen, um das erforderliche Tierfutter zu erhalten. Die gesamte Anlage kann zweckmässig in einem geschlossenen Gebäude untergebracht werden, ist mit allen erforderlichen Hilfseinrichtungen ausgestattet, z. B.
Nährlösungseinrichtungen, Klimaanlage, Reinigungs- und Sterilisierungseinrichtung, Wasserversorgungsanlage sowie Mess-, Steuer- und Regelanlage, um einen weitgehend reibungslosen Betrieb zu sichern.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Anlage zur kontinuierlichen Herstellung von Grünfutter aus keimfähigem Saatgut, welches angemaischt, in Tassen gefüllt und in eine Keimkammer gebracht wird, in welcher sich aus dem Saatgut ein Wurzelvlies bildet, aus dem in weiteren aufeinanderfolgenden Klimakammern auf endlos umlaufenden Bändern eine Grünfuttermasse gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Keimkammer (5) zur Bildung eines Wurzesvlieses und mindestens eine Klimakammer (6 bzw.
7 bzw. 8) für die Grünblattbildung bzw. Bestockung des Wurzelvlieses in Grünfuttermassen an eine Kreisleitung (9,10) zur Führung der Reaktionsgase von einer in die andere Kammer (5 bzw. 6 bzw. 7 bzw. 8) angeschlossen sind und für die Wurzelvliesbildung in der Keimkammer (5) Tassen (3) vorgesehen sind, die aus einem Rahmen (11) bestehen, in welchem verschweisst oder lose ein oder mehrere Traggitter (12) eingesetzt sind, welche gegen Durchbiegung unterstützt sind.