<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft eine mobile Einmessvorrichtung für Leitungen in tiefen Baugräben, wobei mittels Massband der horizontale Abstand beliebiger Punkte der Leitungen von Geländefixpunkten, z. B.
Grenzsteine, Mauerecken u. dgl., gemessen werden kann.
Derzeit gibt es stationäre Messseilbahnen z. B. bei Talsperren und im hydrographischen Dienst bzw. überalL dort wo an unzugänglichen Stellen Messdaten registriert werden. Ferner geodätische Methoden für die Einmessung bestimmter Punkte mit Hilfe entsprechender Instrumente auf optischer oder heute schon elektronischer Basis. Weiters besteht die konventionelle Methode mittels Rollmassband, Gliedermassstab und Senkblei, sowie die Anwendung eines einfachen Winkelspiegels der ebenfalls optisch funktioniert.
Der Nachteil dieser Methoden ist, dass sie entweder unverhältnismässig teuer oder zu aufwendig, in jedem Fall aber nicht ohne Betreten der Baugrube und somit ohne Gefahrenmoment anwendbar sind. Vom Bedarf her besteht für diese Einmessvorrichtung die konkrete Aufgabe, den äusseren Umriss, z. B. eines gemauerten Schachtes, eines Kanal- oder Leitungsrohres aus einer Tiefe von 3,4 oder mehr Meter in die Messebene senkrecht"heraufzuholen"und von dort mittels Massband allein oder zusätzlich mit dem gebräuchlichen Winkelspiel an Festpunkte oder eine "Standlinie" im Gelände "anzuhängen". Dieses senkrecht Hochprojezieren in der gefahrvollen Baugrube ist bis dato ein allgemeines Problem.
Entweder muss mit der üblichen Vertikal-Messlatte bis zum Bauwerk hinunter und wieder herauf geklettert werden (wenn die Latte überhaupt reicht) oder ist eine standfeste Brücke mit Geländer für die Lotung erforderlich. Wegen all dieser aufwendigen, risikovollen Arbeit verzichtet man in der Praxis lieber überhaupt auf eine Einmessung. Die Folge sind fehlende Aufzeichnungen und dadurch ungenaue Pläne.
Erfindungsgemäss ist daher bei einer mobilen Einmessvorrichtung für Leitungen in tiefen Baugräben der eingangs genannten Art vorgesehen, dass eine steife Latte vorgesehen ist, welche länger ist, als der Baugraben breit ist, und beiderends auf an beiden Seiten des Baugrabens aufgestellten Stützen, Ständern od. dgl.
in ihrer Längsrichtung beweglich gelagert ist, wobei die Latte etwa in der Mitte ihrer Längsausdehnung ein nach allen Seiten verschwenkbares Rohr trägt, welches in seinem Inneren eine Umlenkrolle für eine Lotschnur aufweist, welche einerseits aus einem Ende des Rohres herausführt und mit einem Lotgewicht behaftet ist und anderseits durch eine Öffnung des Rohres etwa in der Höhe dessen Befestigung an der Latte zu einer Schnurhaspel führt, welche in der Nähe eines Endes der Latte an dieser befestigt ist, und wobei an der Latte in unmittelbarer Nähe des Rohres das Massband angeklemmt wird. Die Latte muss immer so gelegt werden, dass das Ende des Lotes genau auf die jeweils höchste Stelle der Leitung zu liegen bzw. anstossen kommen muss.
Die horizontale Entfernung vom Lot zu mindestens 2 Festpunkten im Gelände wird mit dem Massband in Verbindung mit dem "Fixlängenseil", welches vom Lot bis über den Baugrabenrand reicht, genau gemessen. Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist einfach, billig und vor allem gefahrenfrei.
Vorteilhaft dabei ist die wesentliche Verringerung des Unfallrisikos, Wegfall von teurem Arbeitspersonal, eine rasche Kontrolle noch während des offenen Baugrabens (Baukontrolle) und schliesslich die authentische graphische Auswertung für weitere Planungszwecke.
Der Effekt dieser Einmessvorrichtung liegt in Verbindung mit der Registrierung von Messdaten in der Möglichkeit, jederzeit über bauliche Gegebenheiten im Boden Auskunft geben zu können, wenn dieser bereits wieder eingeebnet ist (Rekonstruktionen).
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Zeichnungen. Hiebei zeigen Fig. 1 die Einmessvorrichtung über einem Baugraben mit Leitung im Querschnitt im Einsatz, Fig. 2 die Lagerung der Latte in der Drehgabel im Querschnitt, Fig. 3 die angeklemmt Lotschnurhaspel, Fig. 4 und 4a das angeklemmte schwenkbare Schwenkrohr mit Umlenkrolle für die Lotschnur im Querschnitt in zwei im rechten Winkel zueinander stehenden Schnitten.
Wie aus Fig. l zu ersehen ist, liegt auf der Sohle eines tiefen Grabens eine Leitung z. B. ein Kanalrohr, Wasserrohr od. dgl., dessen Lage in bezug auf einen Geländefixpunkt, z. B. eine Hauskante - -2--, gemessen werden soll. Die Latte --3-- ruht in den Drehgabeln --5-- auf den Ständern --4-- und ist so eingerichtet, dass das Rohr --6-- mit der Lotschnur --7-- und dem Lotgewicht-8-über dem höchsten Punkt der Leitung liegt. Die Latte wird in den Drehgabeln fixiert und das Lotgewicht mit einer Schnurhaspel --9-- so eingestellt, dass es die Leitungsoberkante berührt. Die Schnurhaspel wird ebenfalls arretiert. Mit einem Fixlängenseil-10-wird das Massband-12-beim Karabiner-11-verbunden.
Gemäss Fig. 2 liegt die Latte-3-- hochkant in einem gabelförmigen Auflager--5-, welches mittels Zapfen --13-- drehbar im Rohr des Lattenständers-4-steckt. Weiters ist eine Klemmschraube --14-- vorgesehen.
<Desc/Clms Page number 2>
Wie Fig. 3 zeigt, ist an der Latte --3-- mittels Klemmbügel --15-- die Lotschnur-Haspel --9--, welche mit dem Klemmbügel fix verbunden ist, zur Befestigung vorgesehen. Der Drehmechanismus der Haspel ist
EMI2.1
--16-- und Arretierhebel --17-- ausgestattet.durch ein Verlängerungsrohr --23-- verlängert. --7-- zeigt die Lotschnur. Die Befestigungsöse bzw. der -ring--24-- ist für das Fix1ängenseil --10-- vorgesehen.
Am unteren Ende des Schwenkrohres ist ein Rohrverlängerungsteil --25-- vorgesehen, der mit einer Führungsöse --26-- für die Lotschnur --7-- versehen ist.
Die Wirkungsweise der erfindungsgemässen Einmessvorrichtung ergibt sich aus ihrem Aufbau. Nachdem die Latte --3-- auf den Stützen --4-- aufgesetzt ist, wird sie so über dem Graben ausgerichtet, dass das an der Lotschnur --7-- hängende Lot --8-- gerade die Oberkante der zu vermessenden Leitung --1-berührt. Die Länge der Lotschnur wird mit der Haspel --9-- reguliert und die Latte mit der Klemm- schraube --14-- arretiert. Die Tiefe der Leitung wird mittels einer Hilfslatte, welche neben der Lotschnur quer zum Graben am Terrain aufliegt, an der markierten Lotschnur --7-- abgelesen und die seitliche Entfernung von einem Geländefixpunkt --2--, mittels des angeklemmten Massbandes-12-durch Addition der Fixlänge --10-- gemessen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Mobile Einmessvorrichtung für Leitungen in tiefen Baugräben, wobei mittels Massband der horizontale Abstand beliebiger Punkte der Leitungen von Geländefixpunkten, z. B. Grenzsteine, Mauerecken u. dgl. gemessen werden kann, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass eine steife Latte (3) vorgesehen ist, welche länger ist, als der Baugraben breit ist, und beiderends auf an beiden Seiten des Baugrabens aufgestellten Stützen, Ständern od. dgl.
(4) in ihrer Längsrichtung beweglich gelagert ist (5), wobei die Latte (3) etwa in der Mitte ihrer Längsausdehnung ein nach allen Seiten verschwenkbares Rohr (6) trägt, welches in seinem Inneren eine Umlenkrolle (Fig. 4 und 4a, 19) für eine Lotschnur (7) aufweist, welche einerseits aus einem Ende des Rohres (6) herausführt und mit einem Lotgewicht (8) behaftet ist und anderseits durch eine Öffnung des Rohres (6) etwa in der Höhe dessen Befestigung an der Latte (3) zu einer Schnurhaspel (9) führt, welche in der Nähe eines Endes der Latte (3) an dieser befestigt ist, und wobei an der Latte (3) in unmittelbarer Nähe des Rohres (6) das Massband angeklemmt wird (Fig. 4 und 4a, 24).