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Verfahren und Apparat zum Waschen und Weichen von Malz sowie zum Schroten des gewaschenen und geweichten Malzes.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren sowie auf einen Apparat zum Waschen und Weichen von Malz sowie zum Schroten des gewaschenen und geweichten Malzes und bezweckt die Beseitigung der den Geschmack des Bieres äusserst schädigenden Bestandteile durch Waschen und Weichen aus dem Malze vor dem Zerkleinern des letzteren sowie das herige Zerkleinern des so gewaschenen und geweichten Malzes.
Es ist bekannt, dass dem, selbst mit den vollkommensten mechanischen Apparaten, gereinigen Malze einerseits organischer Staub und andererseits Mikroorganismen in ungeheurer Anzahl anhaften, welche Stoffe bei Verwendung des Malzes in das Bier gelangen und dadurch dessen Geschmack und Bestand höchst ungiinstig beeinflussen.
Die in den Malzspelzen enthaltenen, noch nicht näher bekamlten Stoffe werden beim Brauprozesse ausgelaugt und gelangen in das Bier, welchem sie den bekannten, höchst unangenehmen Spelzengeschmack in geringerem oder grösserem Grade mitteilen.
Lässt man dagegen Malz, wie es gegenwärtig zum Schroten verwendet wird, selbst wenn es vorher mit den besten mechanischen Reinigungsvorrichtungen geputzt wird, mit kaltem oder mit mässig erwärmtem Wasser kürzere oder längere Zeit in Berührung, wobei zur Unterstützung des angestrebten Zweckes das Malz durch irgend eine mechanische Rührvorrichtung in Bewegung erhalten werden kann. so wird man finden, dass dieses Wasser einen grossen Teil des dem Malze anhängenden Staubes, sowie auch einen grossen Teil der im Wasser löslichen Spelzensubstanz
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unangenehmen kratzenden Geschmack.
Wie ersichtlich, ist es sohin von grossem Interesse, das
Malz durch Waschen mit kaltem oder warmem Wasser von jenen Stoffen zu befreien, welche bei Verwendung des ungewaschenen Malzes dem erzeugten Biere den unangenehmen Geruch und Geschmack verleihen.
Dies zu erreichen, ist der Zweck des den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildenden
Verfahrens, das wie folgt. durchgeführt wird :
Das zu verbrauende Darrmalz wird nach dem Abwiegen oder Abmessen in einem beliebig geformten Gefäss, welches mit einer Heizvorrichtung und einer mechanischen Rührvorrichtung versehen sein kann, gebracht und je nach dem Grade der Verunreinigung sowie je nach der Be- schaffenheit der Spelze entweder mit kaltem oder mit gewärmten Wasser nur so lange unter Mitwirkung eines mechanischen Rührwerkes gewaschen und geweicht, bis dir Spelze durchweicht ist. Hiezu gehört ein Zeitraum von 15 bis 25 Minuten für kaltes Wasser und nur wenige Minuten für mässig erwärmtes Wasser.
Ein Eindringen des Wassers in den Mehlkörper darf unter keiner Bedingung erfolgen, weil hiedurch grosse Verluste entstehen könnten. Dieser Vorgang bezweckt nicht eine Desinfizierung des Darrmalzes, wie durch den in der Patentschrift Nr. 20822 beschriebenen
Vorgang für Grünmalz angegeben erscheint, sondern eine Extraktion der das Bier ungünstig beeinflussenden Spelzenbestandteile.
Diese Extraktion hat zur Folge, dass im gewissen Grade eine
Reinigung des Darrmalzes erfolgt, aber die Reinigung ist nur mehr eine teilweise und für die weitere Verwendung des Malzes sowie für das vorliegende Verfahren ist es ganz nebensächlich, ob eine Desinfektion erzielt wird, weil durch den Kochprozess die Bakterien abgetötet werden. t Das gereinigte und geweichte Malz gelangt entweder direkt zu der für diesen Zweck konstruierten Nassschrotmühle oder es wird das gereinigte Malz von neuem mit frischem Wasser im Gegen- strom in einer horizontal oder schräg ansteigenden Transportschnecke zusammengebracht. eventuell
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Das gewaschene und geweichte Malz wird in der Nassschrotmühle unter gleichzeitigem Zulaufen von Wasser zwischen einer oder mehreren Walzenschrotpassagen zerquetscht, wobei gleichzeitig eine Trennung des Mehles von den Hülsen stattfindet und die letzteren nur wenig zerrieben werden.
Von der Mühle gelangt das Mahlgut. bzw. die Malzmilch und das Malzschrot samt Hülsen entweder getrennt oder zusammen zum Vermaischen.
Für die Durchführung des vorstehend beschriebenen neuen Malz-Wasch-Reinigungs- und Schrotverfahrens dienen vorteilhaft die auf den beiliegenden Zeichnungen dargestellten Apparate.
Fig. 1 stellt in einem vertikalen Schnitt den Wasch-und Reinigungsapparat sowie die eventuell mit demselben in Verwendung kommende horizontal oder schief gelagerte Transportschnecke dar.
Fig. 1 a zeigt einen vertikalen Schnitt der Transportschnecke längs der Linie I-I der Fig. 1.
Fig. 2 zeigt ebenfalls in einem vertikalen Schnitt eine Ausführungsform (mit drei Walzen) der Nassschrotmühle für das Schroten des aus dem Apparat nach Fig. 1 austretenden, gewaschenen und geweichten Malzes.
Fig. 3 ist eine andere Ausführungsform (mit vier Walzen) dieser Schrotmühle.
Der in der beiliegenden Zeichnung Fig. 1 dargestellte Wasch-und Reinigungsapparat besteht aus einem mit einem Trichterboden al versehenen zylindrischen Behälter a, welcher ein als Transportschnecke ausgebildetes, oder aus Flügeln bzw. Rührarmen bestehendes Rührwerk as enthält. Der Antrieb dieses Rührwerkes, welches auch den Zweck hat, das zu waschende und zu reinigende Malz in dem Behälter a von unten nach oben zu bewegten, kann entweder mittels Vorgelege und konischem Getriebe oder aber auch, je nach der Art der örtlichen Verhältnisse, direkt mit halbgekreuztem Riemen erfolgen. Das von einem Mess- oder Wiegeapparat b kommende und je für ein Gebräu bestimmte Malz gelangt durch das Rohr e, nachdem es eventuell vorher noch einen Luftstrom bei c1 passiert hat, in den Behälter a.
Das zur Anfeuchtung und zum Waschen des Malzes dienende Wasser wird bei d am unteren Teile des Behälters a eingeführt, damit die durch das Wasser gelösten sowie die durch das Waschen und durch die Reibung der Körner unter sich abgesonderten Teile und Verunreinigungen usw. durch den aufwärts steigenden Wasserstrom mit nach oben gerissen und dort durch den Abfluss e abgeführt werden. Durch das Rührwerk a2 kann das Malz beliebig und je nach Bedarf in stärkere oder schwächere Bewegung gebracht werden. h ist ein um den Behälter a gelegter und mit demselben verbundener Dampfheizkörper, in welchen bei ? der zur Erwärmung des in den Behälter a gebrachten Wassers erforderliche Dampf eingeführt wird. i1 ist ein Ablasshahn für Kondenswasser.
In dem zylindrischen Auslauf I des Behälters a ist ein geteilter und nach unten umlegbarer Zwischenboden l1 aus gelochtem oder geschlitztem Blech angebracht, damit beim Auslassen des Wassers aus dem Behälter a kein Malz mit weggeführt werden kann. m ist ein am unteren Ende des Gehäuses bzw. Zylinders I sitzender Verschlussdeckel, der nach Beendigung des Reinigungs- und Waschprozesses und erfolgtem Entwässern des Malzes entfernt wird, um den Durchlauf des Malzes nach der Schrotmühle zu ermöglichen.
Die Transportschnecke n, welche je nach Bedarf horizontal oder schräg ansteigend angeordnet werden kann, dient als Nachwaschapparat sowie zum Horizontaltransport des aus dem Behälter a kommenden Malzes. Das bei n1 in die Schnecke n eintretende Reinwasser fliesst im Gegenstrom durch das nach dem Auslauf n2 getriebene Malz und führt damit noch einen Teil von den im Wasser gelösten und den abgeriebenen schlechten Stoffen durch den Ausfluss 11. 3 mit fort. Der
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Die in der beiliegenden Zeichnung in den Fig. 2 und 3 gezeichneten Nassschrotmühlen können mit zwei, drei, vier oder mehr Walzen, d. h. mit einer, zwei oder mehr Schrotpassagen ausgeführt werden.
Um eine gleichmässige Zuführung zu den Schrotwalzen des in nassem bzw. angefeuchtetem Zustande leicht hängenbleibenden und zusammenklumpenden Malzes zu erzielen, ist die Speise- vorrichtung mit einem Rüttelwerk bzw. mit mehreren Speisewalzen und einer Rühr- und Rüttd- vorrichtung versehen sowie im Bedarfsfalle noch mit einer Wasserzuführung.
Zur Verhinderung des Verschmierens und Verkleisterns der Schrotwalzen beim Nassschroten wird durch entsprechend ausgebildete Spritzkörper o, o1, o2 Wasser an den Umfaug der Walzen geputzt, wodurch das an die Walzen angeklebte Schrotgut aufgeweicht und durch die nachfolgenden Abstreicher Pt'P2 von den Walzen rein abgestreift wird. Das von der ersten Schrotpassage kommende Schrotgut wird mit dem aus den Spritzkörpern o1, o2 unter beliebigem Druck
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Je nach Bedarf kann zwecks schnellerer Beförderung des Schrotgutes über die Separatoren ql diesen mittels bekannter Einrichtungen, wie Exzenter, Daumen usw. eine rüttelnde Bewegung erteilt werden.
Das von der zweiten Schrotpassage kommende Schrotgut wird ebenfalls durch Detachiervorrichtungen aufgelockert und dann über einen, aus geschlitztem oder gelochtem Blech hergestellten Separator oder Schrägboden q, welcher gegebenenfalls auch eine rüttelnde Bewegung erhält, hinweggeführt. Hiebei findet, durch das aus den Spritzkörpern o1, o2... zufliessende Wasser unterstützt, eine weitere intensive Ausscheidung der Mehl-und feinen Griesteile aus dem Schrotgut statt und können dann die bei der ersten und zweiten Schrotpassage ausgeschiedenen Mehlund Griesteile bzw. die Malzmilch allein, d. h. von den Hülsen getrennt, aus der Schrotmühle abgeführt werden.
In Fig. 3 ist eine Vorrichtung für die Reinhaltung der Schrotwalzen gezeichnet.
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angeordnet, dass das erste Abstreifmesser 81 einen gewissen Abstand von dem Umfang erhält und die Schneiden der folgenden in einem immer kleiner werdenden Abstand von der Walzenperipherie eingestellt werden, bis die beiden letzten Abstreifmesser mit ihren Schneiden die Walzen berühren und damit die Walzen vollständig reinigen.
Die Abstreifvorrichtungen p, PI'... und s, 81'... können auch in sinngemässer Weise kombiniert werden.
PATENT-ANSPRUCHE :
1. Verfahren zum Waschen und Weichen von Malz und zum Schroten des gewaschenen und geweichten Malzes, dadurch gekennzeichnet, dass man gedarrtes Brauereimalz mit kaltem oder erwärmtem, stehendem oder fliessendem, eventuell mit Zusätzen, wie Kalk, usw. versetztem Wasser bei kontinuierlichem oder abwechselndem, mechanischem Bewegen in Berührung belässt, bis gerade die Spelze durchweicht ist, wobei die an dem Malz anhängenden, organischen Substanzen und Organismen, sowie die aus den Spelzen in Lösung gegangenen Bestandteile entfernt werden, worauf das gewaschene und geweichte Malz auf einer Nassschrotmühle unter Zulauf von Wasser unter Druck auf den Mahlwalzen geschrotet wird, zum Zwecke, mit Hilfe eines Systems von Abstreifern, Detachiervorrichtungen und Separatoren eine Trennung des Mehles von den Spelzen zu erreichen,
um diese entweder getrennt oder gemeinsam mit dem Mehl bzw. mit der Malzmilch weiter verarbeiten zu können.