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Die Erfindung betrifft einen Türschliesser mit einer Schliessfeder und einer Schliessbremse, die beide mit einem Ende im Türschliessergehäuse ortsfest verankert und mit dem andern Ende direkt an einem Hebel drehbar gelagert sind, der eine Rolle trägt, welche von einem mit dem Drehzapfen des Türflügels fest verbundenen Steuernocken beaufschlagt ist.
Zum besseren Verständnis der Erfindung sei zunächst allgemein folgendes ausgeführt :
Bei Türschliessern der erläuterten Art muss die die Schliesskraft erzeugende Schliessfeder, im allgemeinen eine Druckfeder, relativ stark sein, was bedeutet, dass ihr Widerstand gegen das Zusammendrücken bei derÖffnungsbewegung des Türflügels ziemlich rasch anwächst. Daraus folgt, dass sich die Schliessfeder beim Öffnen des Türflügels unangenehm bemerkbar macht, weil hiebei vom Benutzer bis zum vollständigen Öffnen des Türflügels eine ständig zunehmende Kraft aufgewendet werden muss. Es ist aber möglich, diese unange- nehme Eigenschaft auszugleichen, indem dem Verhältnis zwischen der Federkraft und dem auf den Türflügel einwirkenden Schliessmoment ein sich fortschreitend ändernder Wert erteilt wird.
Unter Vernachlässigung der Reibung kann für dieses Verhältnis a die folgende Formel angeschrieben werden :
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worin C das Schliessmoment, dO eine differentielle Änderung des Öffnungswinkels des Türflügels, M die Winkelgeschwindigkeit der Öffnungs- oder Schliessbewegung, F die Federkraft, dl die differentielle Längen- änderung der Feder entsprechend d e und v die Kompressions- oder Elongationsgeschwindigkeit der Feder bedeuten.
Aus den vorstehend angegebenen Verhältnissen folgt, dass ein geeignetes Gesetz für die Änderung vona es gestatten würde, einerseits die Änderung von C bzw. der vom Benutzer beim Öffnen des Türflügels aufzuwendenden Kraft auszugleichen, anderseits ein beim Öffnen des Türflügels als "Anfangemoment" wirksames Schliessmoment festzulegen, das am Ende des Schliessvorgangs ein sicheres Festhalten des Türflügels in der Schliessstellung gewährleistet.
Tatsächlich ist wegen der inneren Reibung das beim Öffnen des Türflügels entgegenwirkende Moment Cr grösser als das sich rechnungsmässig ergebende Moment C. Anderseits ist beim selbsttätigen Schliessen des Türflügels das wirksame Arbeitsmoment Cm kleiner als das theoretische Moment C. Es entspricht nämlich der Differenz zwischen der in der Feder gespeicherten Energie und der Energie, die zum Überwinden der innerenReibung erforderlich ist. Der Wirkungsgrad des Türschliessermechanismus wird üblicherweise durch den Mittelwert des Verhältnisses
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angegeben.
Das Arbeitsmoment Cm gestattet es, eine fiktive Arbeitskraft Fm für die Feder zu definieren ; sobald der Benutzer den Türflügel loslässt, muss diese Kraft ausreichen, um die Trägheit des Türflügels rasch zu
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Anderseitsgeschwindigkeit des Türflügels kurz vor Erreichen der Schliessstellung begrenzt werden ; es wird deshalb neben der Schliessfeder eine Schliessbremse vorgesehen, u. zw. in der Regel ein hydraulischer Dämpfer, In dem nach dem Loslassen des Türflügels die durch eine Durchtrittsöffnung gezwungene Strömung der Hydrau- likflüssigkeit den Grossteil der Federenergie absorbiert, wodurch die Schliessgeschwindigkeit auf einen bestimmten Wert begrenzt wird.
Zur genaueren Charakterisierung dieses Vorgangs kann die folgende Gleichung angeschrieben werden :
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worin S die wirksame Oberfläche des Dämpferkolbens, w die Geschwindigkeit des Dämpferkolbens, A p der Druckabfall in der Durchtrittsöffnung und y das Übersetzungsverhältnis zwischen Feder und Dämpfer bedeuten.
Unter Berücksichtigung der vorstehenden Gleichung ist die Durchsatzmenge Q der Bremse direkt proportional der Geschwindigkeit des Dämpferkolbens :
Q = S. w.
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Durch Einbeziehung der Gleichungen (1) und (2) ergibt sich hieraus einerseits
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und anderseits
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Für eine gegebene Durchtrittsöffnung ist aber die Durchsatzmenge Q direkt mit dem Druckabfall A p verknüpft, so dass w über die konstruktiven Parameter a und y von Fm abhängt ; w ist somit mehr oder we- niger indirekt mit C verknüpft.
Um den erläuterten Parametern über den Schliessweg beträchtliche und unabhängige Änderungen zu erteilen, haben die meisten bekannten Türschliesser eine relativ komplizierte Konstruktion und komplexe Kinematik. Dies führt aber zu einer relativ grossen Anzahl von Einzelteilen und Gelenkstellen bzw. Gelenkverbindungen und dem damit verbundenen Nachteil des Auftretens beträchtlicher innerer Reibungskräfte, was der Güte und Wirksamkeit des Türschliessers abträglich ist. So ist beispielsweise bei einem für Pendeltüren bestimmten Türschliesser der einleitend angegebenen Art eine mit der Drehachse des Türflügels fest verbundene Nockenscheibe vorgesehen, die auf einen mit der Schliessfeder verbundenen Hebel über eine an diesem vorgesehene Rolle einwirkt, und ferner eine zweite Nockenscheibe für die Steuerung der Schliessbremse bzw.
Dämpfereinrichtung, die auf die Dämpfereinrichtung über einen weiteren Hebel mit einer Rolle einwirkt.
Dabei ist die Konstruktion so getroffen, dass die auf die Dämpfereinrichtung einwirkende Nockenscheibe relativ zur Drehachse des Türflügels beweglich angeordnet und zur Verzögerung der Relativbewegung zwischen der Drehachse und der Nockenscheibe ein elastisch nachgiebiges Bremselement eingeschaltet ist. Bei dieser Ausführung ergeben sich infolge der Verwendung zweier getrennter Steuereinrichtungen für die Schliessbremse und die Schliessfeder nicht nur unterschiedliche Bewegungsgesetze für diese Organe, sondern wegen der erläuterten Konstruktion auch die schon erläuterten Mängel der bekannten Türschliesser.
Die Erfindung beschäftigt sich nun mit der Aufgabe, einen Türschliesser der einleitend angegebenen Art zu schaffen, der ohne das Erfordernis eines aufwendigen, beträchtliche Reibungsverluste ergebenden Mechanismus zur Kupplung von Schliessbremse und Schliessfeder bzw. zur Steuerung dieser Organe ein optimales Schliessverhalten aufweist. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass nur ein einziger Hebel undein einziger Steuernocken als gemeinsame Steuerorgane für die Schliessfeder und die Schliessbremse vorgesehen sind.
Die erfindungsgemässe Konstruktion ermöglicht es, z. B. durch Ausbildung des Steuernocken als Scheibe, an welcher sowohl die Schliessfeder als auch die Schliessbremse über eine Abtastrolle angreifen, die Schliessfeder und die Schliessbremse so miteinander zu kuppeln, dass sie dem gleichen Bewegungsgesetz unerliegen. Die Einfachheit des erfindungsgemässen Mechanismus führt, ganz abgesehen von den damit verbundenen wirtschaftlichen Vorteilen, zu einem ausserordentlich hohen Wirkungsgrad, ohne dass dabei aber die Lösung des Problems der Erreichung einer gewünschten Schliessgeschwindigkeit übermässig kompliziertwird.
Es sei bemerkt, dass die erfindungsgemässe Lösung zu einem verstärkten Einfluss der Schliessbremse führt, weshalb es erforderlich ist, eine Bremse mit sehr stabilem Bremsverhalten zu verwenden.
Bei üblichen Türschliessern, bei denen die am Ende des Schliessvorgangs wirksam werdende Durchtritts-
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hathängigen Flüssigkeits reibung an den Wänden der Durchtrittsöffnung. Bei gegebener, relativ hoher Viskosität des Öls ist daher die Ausflussströmung aus dem Dämpfer unabhängig von der Durchsatzmenge Q laminar, und der Druckabfall A p kann in folgender Form ausgedrückt werden :
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Diese Gleichung ist analog dem Gesetz von Poisseuille, wobei 1 die axiale Länge der ringförmigen Durchtrittsöffnung, r der mittlere Radius dieser Öffnung und a die Spaltbreite bedeuten.
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Durch Umformung ergibt sich hieraus :
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Hieraus folgt, dass die Schliessgeschwindigkeit des Türflügels von der Viskosität der Hydraulikflüssigkeit und somit von der Temperatur abhängt, was es erforderlich macht, einen Ausgleichsthermostat vorzusehen.
Die Schliessgeschwindigkeit des Türflügels hängt ferner sehr stark von der Grösse der Durchtrittsöffnung und von den schädlichen Auswirkungen einer diese Öffnung verengenden allfälligen Verschmutzung, z. B. durch Ölfilme, ab. Die Schliessgeschwindigkeit des Türflügels ändert sich schliesslich mit der verfügbaren Kraft Fm, so dass die Schliesszeit auch sehr stark von zusätzlich auftretenden Reibungen abhängt.
Da die Bremsung nicht zu früh, aber auch nicht zu plötzlich erfolgen soll, ist es im allgemeinen erforderlich, entweder anfänglich einen Hilfsströmungskreis einzuschalten oder eine Durchtrittsöffnung mit ver- änderbarem Querschnitt zu verwenden, um beide Mängel, nämlich eine übergrosse Gesamtschliesszeit und eine zu hohe Endgeschwindigkeit zu vermeiden.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemässen Türschliessers ist nun zur Erzielung eines optimalen Schliessverhaltens und zur Erleichterung des Öffnens des Türflügels vorgesehen, dass die Schliessbremse eine hydraulische Schliessbremse ist und eine Durchtrittsöffnung aufweist, durch welche die Bremsflüssigkeit während des gesamten Schliessvorgangs, der von der neutralen Stellung aus nach beiden Seiten erfolgen kann, ausströmt, und dass das Profil des durch eine Scheibe gebildeten Steuernocken gekrümmt ist, so dass das Verhältnis zwischen der Winkelgeschwindigkeit der Schliessbewegung des Türflügels und der Kompressionsgeschwindigkeit der Schliessfeder zwischen einem Öffnungswinkel von 200 und einem Öffnungswinkel von etwa 900 progressiv aufs Dreifache vergrössert wird.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Gelenkstellen der Schliessbremse und der Schliessfeder am Hebel nebeneinander auf der gleichen Seite der Drehachse des Hebels und ist die von der Schliessfeder auf den Hebel ausgeübte Kraft eine Zugkraft.
Bei der vorstehend erläuterten Ausführungsform wird zweckmässig die Durchtrittsöffnung speziell so
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geringer Stärke ausgebildet sein, u. zw. so, dass ihre Axialerstreckung wesentlich kleiner als ihr Durchmesser ist.
Bei Verwendung einer Schliessbremse, bei welcher der durch die Flüssigkeitsreibung an den Wänden der Durchtrittsöffnung verursachte Druckabfall vernachlässigbar ist und der gewünschte Druckabfall bzw. die gewünschte Bremswirkung ausschliesslich zufolge der Turbulenz der Bremsflüssigkeitsströmung erhalten wird, ist der Druckabfall gegeben durch
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wobei u die Strömungsgeschwindigkeit der Flüssigkeit ist. Hieraus folgt :
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wobei a und b die Hauptabmessungen der Durchtrittsöffnung sind.
Unter diesen Voraussetzungen ergibt sich :
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Demnach hängt die Schliessgeschwindigkeit weniger von den Dimensionen der Durchtrittsöffnung ab, was die Regelung erleichtert. Die Schliessgeschwindigkeit ist lediglich proportional der Quadratwurzel aus der verfügbaren Kraft Fm, so dass sie weniger durch Reibungsänderungen beeinflusst wird ; darüber hinaus ist die Schliessgeschwindigkeit unabhängig von der Viskosität des Hydrauliköls und daher auch unabhängig von Temperaturschwankungen, so dass die bei den üblichen Türschliessern verwendeten Thermostate od. dgl. zur Sicherung eines stabilen Bremsverhaltens nicht erforderlich sind. Als vorteilhaft erweist sich ferner, dass ein
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ganz gewöhnliches, relativ dünnflüssiges Öl verwendet werden kann.
Bezüglich der Schliessgeschwindigkeit sei noch erwähnt, dass der Koeffizient X in der Gleichung (3') nur einen einzigen Wert annimmt und das Übersetzungsverhältnis γpraktisch konstant blelbt; demnach ändert sich die Schliessgeschwindigkeit CI) mit dem Produkt a. ) Fm, so dass bei geeigneter Wahl der Feder und des Profils der Nockenscheibe die turbulente Strömung durch die Bremse wirksam ausgenutzt und somit die Konstruktion des Türschliessers ohne Beeinträchtigung seiner guten Funktion in der schon erläuterten Weise vereinfacht werden kann.
Um ein gleichmässiges und rasch anwachsendes Verhältnis a und einen stark abfallenden Verlauf des Schliessrnoments zu erreichen, kann dem Profil der Nockenscheibe eine stark gekrümmte Form erteilt werden. Der Momentenverlauf kann beispielsweise so sein, dass das theoretische Moment nach einem Öffnungswinkel von 20 höchstens etwa 80% seines Anfangswerts beträgt, und nach einem Öffnungs- winkel von 900 etwa 50%. Ein solcher Momentenverlauf ist sehr interessant, weil er den Schllessvorgang verbessert und zugleich das Öffnen des Türflügels wesentlich erleichtert.
Letzteres ist aber nicht immer erwünscht, insbesondere nicht für die verriegelbaren Aussentüren, bei denen das Widerstandsmoment Cr dazu ausgenutzt wird, ein ungewolltes Öffnen des Türflügels, z. B. unter Windeinfluss, zu verhindern. Um in diesem Falle die Vorteile des erfindungsgemässen Türschliesser auszunutzen, empfiehlt es sich, eine stark gekrümmte Nockenscheibe zu verwenden und zugleich der Feder einen ziemlich langen Weg zu erteilen, so dass eine beträchtliche Änderung der Kraft F erhalten wird.
Der erfindungsgemässe Türschliesser hat insgesamt einen ausserordentlich hohen Wirkungsgrad, der auf dem gesamten Arbeitsweg nicht unter 60% fällt.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher
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Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Türschliesser ist in einem Behälter-l-untergebracht, der einen an Laschen --3-- des Behälters befestigten Deckel--2-- aufweist. Der Behälter-l-wird am Türstook in die Mauer eingebettet. Der Schliessmechanismus befindet sich in einem innerhalb des Behälters-l-an- geordneten einteiligen Gehäuse --4--, das nach aussen durch eine Kappe --5-- und zwei Deckel --6 und 7--, welche die Lager für den Drehzapfen --8-- des Türflügels bilden, verschlossen ist.
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einteilige Gehäuse-4-und damit der Drehzapfen-8-können bezüglich- -11-- fixierbar, indem zwei Schrauben --12--, die drei in Fig. 1 sichtbare orthogonale Langschlitze durchsetzen, festgezogen werden.
Die Wände des Gehäuse6 --4-- bilden zwei im wesentlichen parallel zueinander angeordnete zylindrische Kammern.
Im Inneren der ersten Kammer ist eine Doppel-Schraubenfeder --13-- angeordnet, von der ein Ende auf einem Federteller --14-- ruht, der auf einer Einstellschraube montiert ist, welche sich an der Kappe --5-des Gehäuses abstützt. Das andere Ende der Feder --13-- trägt eine Zwinge-15--, die an einem Hebel - drehbar gelagert ist, der um eine vertikale, nahe dem mittleren Teil des Hebels liegende Achse - drehbar ist. Der eine Arm des Hebels --16-- trägt eine Rolle --18--, die unter der Wirkung der Feder --13-- gegen eine horizontale Nockenscheibe --19-- gedrückt wird. Diese Nockenscheibe ist fest mit dem Drehzapfen --8-- verbunden, dessen freies Ende quadratischen Querschnitt hat und der den Türflügel in Drehung versetzt.
Am andern Arm des Hebels --16-- ist ein Pleuel drehbar gelagert das mit einem Dämpferkolben --20-- verbunden ist, der in einer durch die Innenwandung der zweiten Kammer des Gehäuses --4-- gebildeten Gleitführt ist, Bei der erläuterten Anordnung wirken die Feder --13-- und der Dämpferkolben --20-- gekeneinander, d.h. der Kolben wird beim Zusammendrücken der Feder in Fig. l nach links verschoben, wobei seine Geschwindigkeit proportional der Geschwindigkeit der Verkürzung der Feder ist, und umgekehrt.
Der Drehzapfen --8-- ist ferner mit einer Gegen-Nockenscheibe --21-- ausgestattet, die mit einer Rol- le --22-- zusammenwirkt, deren Funktion später erläutert wird.
Wie Fig. 3 zeigt, ist der Kolben --20-- mit zwei Ventilen --23, 25-- ausgestattet, Das als Einlassventil wirkende Ventil --23-- hat relativ grossen Strömungsquerschnitt und weist einen kugelförmigen Verschlusskörper auf, der durch einen Anschladbolzen --24-- im Sitabereich gefangen gehalten wird.
Das andere Ventil --25-- ist ein Sicherheitsventil, das entgegengesetzte Durchlassrichtung wie das Ven- til-23-- hat, wobei der kugelförmige Verschlusskörper dieses Ventils durch eine Feder --26-- gegen den
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Ventilsitz vorgespannt ist.
Die Kapp3 --5-- des Gehäuses --4-- weist in ihrer Mitte eine Trennwand auf, die eine rechts vom Dämpferkolben --20-- in Fig. 1 liegende und von der Kappe --5-- umschlossene Kammer --27-- von der die Feder und den übrigen Schliessmechanismus enthaltenden Kammer trennt. In diese Trennwand ist ein hohler Zylinderkörper --28-- eingesetzt, der durch eine Verschlussschraube --29-- abgeschlossen ist.
Derin Fig. 4 im Detail dargestellte Zylinderkörper --28-- weist in seiner Wandung zwei diametral gegenüberliegende kreisförmige Öffnungen --30 und 31-- auf, von denen die in Fig. 4 rechte Öffnung --30-- in eine Ver- tiefung --32-- mündet. Das untere Ende der Verschlussschraube --29-- ist in Form eines Konus angebohrt und die untere Umfangskante der Schraube --29-- bildet eine die Öffnung --30-- teilweise abdeckende Blende. Der Öffnungsgrad der Durchtrittsöffnung --30-- kann daher von Hand durch Drehung der Verschlussschraube --29-- an ihrem aus der Bohrung des Zylinderkörpers --28-- herausragenden Kopf eingestellt werden.
Aus Fig. 4 ist ersichtlich, dass die axiale Länge der Durchtrittsöffnung --30--, die etwa 0, 3 mm be-
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tern liegt. Die Umfangskante der Verschlussschraube-29-, welche die Durchtrittsöffnung --30-- teilweise verdeckt und spitz zuläuft, bildet eine Blende von sehr geringer Dicke.
Die Zwinge --15-- der Feder --13-- ist am Hebel --16-- durch eine Schneide abgestützt, die in eine Nut eingreift, welche in einem mit dem Hebel einstückigen Sitz --33-- ausgebildet ist. Die Schneide und der Sitz --33-- bestehen aus einem Spezialstahl und sind analog entsprechenden, bei einer Waage verwendeten Teilen ausgebildet.
Die erläuterte Art der Abstützung der Zwinge --15-- am Hebel --16-- ergibt eine äusserst geringe Reibung im Vergleich zur üblichen Art der Montage mittels einer Gelenkachse. Ferner wirkt durch diese Konstruktion die Reaktionskraft des Hebels im wesentlichen in Richtung der Federachse, so dass die Gefahr eines Ausknicken der Feder und eines dadurch bedingten Reibens der Feder an der Wand des Gehäuses --4-- ver- ringert wird.
Darüber hinaus sind der Drehzapfen --8-- des Türflügels, die Drehachse --17-- des Hebels --16-- und
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ausgestattet.
Fig. 1 zeigt den Türschliesser in der Schliessstellung des Türflügels. Der Türflügel soll in beiden Richtungen öffenbar sein und zu diesem Zweck weist die Nockenscheibe --19-- zwei gegensinnig profilierte Kurvenabschnitte auf, so dass das dem Hebel-16-aufgezwungene Bewegungsgesetz in beiden Öffnungsrichtungen der Tür das gleiche ist.
Das Nockenprofil weist eine Vertiefung --34-- auf, in der die vom Hebel --16-- getragene Rolle --18-einrastet, wenn sich der Türflügel in der Schliessstellung befindet. Zu beiden Seiten der Vertiefung --34-erstrecken sich zwei relativ stark gekrümmte, konvexe Profilabschnitte --35--, die im wesentlichen symmetrisch bezüglich der Türebene angeordnet sind.
Wenn der Türflügel im Uhrzeigersinn geöffnet wird, so wird die Nockenscheibe --19-- durch den Drehzapfen --8-- im gleichen Sinn gedreht. Die Rolle --18-- wird dabei nach aussen gedrückt und rollt auf dem konvexen Kurvenabschnitt --35-- ab. Der Hebel-16-vollführt daher ebenfalls eine Drehung im Gegenuhrzeigersinn um seine Achse --17-- und drückt die Feder --13-- über die Zwinge --15-- zusammen. Genauer gesagt, weist jeder konvexe Profilabschnitt eine sich über einige Winkelgrade erstreckende neutrale Zone auf, in welcher die Krümmung im wesentlichen konstant ist, was gestattet, dem Schliessmoment einen genau definierbaren Wert zu erteilen.
Anschliessend geht das Profil der Nockenscheibe --19-- in eine starke Krüm- mung über, wodurch sich trotz der Zunahme der Federkraft eine vom Öffnungsgrad des Türflügels abhängi- ge, gleichmässig abnehmende Kennlinie ergibt.
Nach einer Schwenkung des Türflügels um etwa 200 hat das Schliessmoment etwa 70% seines Anfangswerts und nach einer Schwenkung von 900 ist dieses Moment bis auf etwa 35% des Anfangswerts abgesunken.
Während die Feder --13-- zusammengedrückt wird, drückt der Hebel--16-- gleichzeitig den Kolben --20-- in Fig. 1 nach links. Dabei öffnet das Ventil--23-- im Kolben und das Hydrauliköl kann ohne Bremsung in die Kammer --27-- des Dämpfers eindringen.
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der Türflügel vor Erreichen dieser Stellung losgelassen oder nach seiner Fixierung durch einen leichten Stoss aus der fixierten offenstellung gelöst, so bewirkt die Feder --13--, welche die Rolle --18-- des He- bels --16-- gegen den Profilabschnitt --35-- der Nockenscheibe --19-- drückt, eine Drehung der Nocken-
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scheibe in Richtung auf die Schliessstellung.
Infolge der zur Verringerung der Reibung getroffenen, bereits erläuterten Massnahmen wird der Türflügel trotz des relativ schwachen Schliessmoments rasch beschleunigt, während sich die Feder entspannt und der Hebel--16-- im Uhrzeigersinn um seine Achse gedreht wird. Die- se Bewegung des Hebels wird durch das Pleuel auf den Kolben --20-- des Dämpfers übertragen. Das Ventil --23-- im Kolben schliesst sofort und der Kolben drückt das Öl durch die Öffnung --30--. Der durch das Strömen des Öls durch die Öffnung-30-absorbierte Anteil der Federenergie nimmt sehr rasch zu und der daraus resultierende Druckabfall bewirkt einen Ausgleich der Federkraft.
Bei der gegebenen Form der Durchtrittsöffnung und ihrer geringen Axialerstreckung ergibt sich beim Durchströmen des Öls praktisch keine Wandreibung. Wie bereits früher erläutert worden ist, ist die dadurch bewirkte Bremsung sehr stabil und hängt insbesondere nicht von der Temperatur ab.
Wie ebenfalls bereits erläutert worden ist, nimmt das gegebenenfalls verfügbare Schliessmoment in Abhängigkeit von der Annäherung des Türflügels an die Schliessstellung zu, wobei aber die Schliessgeschwindigkeit infolge des Dämpfers abnimmt.
Dies bedeutet, dass der Türflügel dazu neigen könnte, der Bewegung des Schliessmechanismus voranzueilen ; die Gegen-Nockenscheibe --21-- kommt jedoch zur Anlage an der Rolle --22--, die von vorne auf den Türflügel einwirkt und eine zunehmende Abbremsung desselben gewährleistet.
Die Schliesskennlinie fällt dann in ausreichendem Masse ab, ohne dass die drehbare Lagerung der Feder und des Dämpfers an den beiden Enden des Hebels --16-- zu Beginn des Schliessvorgangs die Einschaltung eines Hilfssteuerkreises oder einer Durchtrittsöffnung mit veränderbarem Querschnitt erforderlich macht.
Der Türschliesser funktioniert in der gleichen Weise, wenn der Türflügel entgegen dem Uhrzeigersinn geöffnet wird. Die geringe Asymmetrie zwischen den Profilen der beiden Nockenabschnitte ist nur darauf zurückzuführen, dass der kreisförmigen Bahn der beiden Rollen Rechnung getragen werden muss ; sie gestattet es, zwei identische Kennlinien zu erhalten.
Das Sicherheitsventil --25-- wirkt lediglich im Falle eines unzulässigen Überdrucks in der Kammer - -27--.
Fig. 5 zeigt ein inbeliebigen Einheiten gehaltenes Diagramm der Hauptkennlinien des erfindungsgemässen Türschliessers. Auf der Abszissenachse können der Federweg-l-oder der Öffnungswinkel e des Türflügels aufgetragen werden.
Die Federkraft, die linear mit dem Federweg-l-anwächst, ist durch die Kurve F dargestellt. Infolge von Reibungseinflüssen ändert sich die verfügbare Schliesskraft nach der Linie Fm.
Die Kurve C stellt die Kennlinie des Schliessmoments bei Reibungsfreiheit dar. Das maximale Moment liegt nahe der Schliessstellung des Türflügels. Für eine Tür üblicher Abmessungen beträgt dieses Moment etwa 45 Nm, damit der Türflügel nicht aus seiner Schliessstellung gedrückt wird und gegebenenfalls auch etwaigen Windstössen gut standhalten kann. Die zum Öffnen des Türflügels diesen auszuiibende Kraft ist relativ gross, sie muss aber nur kurzzeitig aufgebracht werden, wobei sich für den Benutzer eine angenehme Überraschung ergibt, weil das Schliessmoment sehr rasch und entsprechend der Drehung des Hebelarms gleichmässig abnimmt.
Infolge der noch vorhandenen Reibungseinflüsse ändert sich das Widerstandsmoment gemäss der Kurve Cr und das Arbeitsmoment gemäss der Kurve Cm.
Man kann sich ausrechnen, dass der kleinste Wert des Wirkungsgrads bei voller Offenstellung des Türflügels über 60% liegt. Dieses bemerkenswerte Resultat wird hauptsächlich durch Anwendung der durch Schneide und Rastnut gebildeten Abstützung der Zwinge der Feder, die Anwendung von Kugellagern für die Drehachsen des Hebels --16-- und der Rolle --18--, zufolge der mit Turbulenz arbeitenden Bremse und durch die Verwendung eines dünnflüssigen Öls bewirkt, das eine ständige und gute Schmierung des gesamten Mechanismus gewährleistet.
Schliesslich stellt die Kurve M die Winkelgeschwindigkeit des Türflügels beim Schliessen dar. Es ist zu bemerken, dass trotz der vereinfachten Konstruktion, u. zw. der Kombination einer einzigen Durchtrittsöffnung und der direkten Anlenkung der Bremse am Rückstellhebel der Feder, diese Schliessgeschwindigkeit zu Beginn relativ hoch ist und mit dem Schliessen des Türflügels ausreichend abnimmt, so dass am Ende des Schliessvorgangs die kinetische Energie des Türflügels ohne Erhöhung der Schliesszeit relativ niedrig ist.
Die Schliessung der Tür kann in etwa 6 s ohne Stoss am Ende des Schliesswegs erfolgen.
Im Hinblick auf die vorstehenden Erläuterungen ist es nicht erforderlich, den in den Fig. 6 und 7 dargestellten Türschliesser im einzelnen zu beschreiben. Dieser Türschliesser hat ähnlichen Aufbau wie der in den Fig. 1 und 2 dargestellte. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugsziffern versehen. Es sei lediglich auf folgende Punkte hingewiesen :
Die Drehachse --17-- des Hebels --16-- ist zur Seite des Gehäuses --4-- hin versetzt, so dass die Gelenkstelle --37-- des Pleuels der Bremse --20-- und die Gelenkstelle --38-- der Feder --13-- nebeneinander liegen, was für die Feder einen günstigen Weg im Hinblick auf den relativ schwachen Anfangskompres- sionsgrad ergibt.
Obwohl der Aufbau des Gehäuses --4-- gleich geblieben ist, d. h. die Druckkammer --27--
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