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Die Erfindung betrifft ein intrauterines Empfängnisverhütungsmittel zur Anwendung beim Menschen mit einem Rundstabverbund und Kugeln, auf die metallische Überzüge alternierend aufgebracht sind, mit einem Endstück mit zentraler Bohrung für den Rückholfaden.
Das Einbringen von in Material, Formgebung und Wirksamkeit unterschiedlichster Vorrichtungen in die Gebärmutter zwecks Empfängsnisverhütung an sich ist seit langem bekannt. Der Wirkungsmechanismus dieser bekannten, intrauterin zu verabfolgenden Empfängsnisverhütungsmittel hingegen ist nicht endgültig geklärt.
Eine intrauterin anwendbare Vorrichtung zur Empfängnisverhütung wurde schon im Jahre 1920 von Gräfenberg unter Verwendung eines aus einer Kupfer-Silber-Legierung bestehenden Drahtmaterials entwickelt.
Später wurden verschiedene Kunststoffe wie Nylon, Polyäthylen und Polyäthylen/Vinylacetat rein oder unter Zusatz von Bariumsulfat zu unterschiedlichen, für das cavum uteri überwiegend sperrigen und voluminösen
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(USA-Patentschrift Nr. 3, 250, 271) geformt.
Mit dem T-förmigen Empfängnisverhütungsmittel (USA-Patentschrift Nr. 3, 533, 406), Dalkon-Shield (deutsche Offenlegungsschrift 1956701) und Lippes Loop D wurden in Umfang und Volumen kleinere, aus Kunststoffmaterial gefertigte, Empfängsverhütungsmittel zur intrauterinen Anwendung bekannt. Die Zuverlässigkeit der Wirkung dieser Empfängnisverhütungsmittel konnte durch Aufbringen von metallischen Kupfer auf die Oberfläche der Vorrichtung (vgl. Zipper, Amer. J. Obst. Gynec. Bd. 105 [1969], S. 1274 bis 1278 und Jecht et al., Contraception, Bd. 7 (5) [1973], S. 381) oder durch Inkorporation von Arzneimittelwirkstoffen in das Kunststoffmaterial erhöht werden. Als Arzneimittelwirkstoffe wurden Kupferpulver oder Steroidhormone mit gestagener Wirkung im Kunststoffmaterial dispergiert.
Eine Ausführungsform des Dalkon Shield enthält beispielsweise Kupfer hochdispers im Kunststoffträger verteilt. Das Copper-T und Copper-7 (USA-Patentschrift Nr. 3, 563, 235) wurden partiell mit Kupferdraht umwickelt oder das Copper TCu 220 C (USA-Patentschrift Nr. 3, 533, 406) partiell mit Kupferhülsen überzogen (USA-Patentschrift Nr. 3, 563, 235). Die Zuverlässigkeit der empfängnisverhütenden Wirkung der an der Oberfläche mit Kupfer versehenen, intrauterin zu verabfolgenden
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Nobel 15, Almquist & Wiksell, Stockholm 1971, pp. 199).
Bekannt sind des weiteren intrauterine Empfängnisverhütungsmittel, bestehend aus einer Kunststoffvorrichtung und einer mit ihr verbundenen arzneimittelwirkstoffhaltigen Silikonkautschukkapsel. Derartige Kombinations-Empfängnisverhütungsmittel sind ebenfalls zur Applikation im cavum uteri bestimmt (Int. J. Fert. Bd. 15 [1970], S. 210).
Arzneimittelwirkstoffhaltige intrauterine Empfängnisverhütungsmittel führen jedoch, ebenso wie die formgleichen arzneimittelwirkstofffreien Vorrichtungen, im Anwendungszeitraum zu unerwünschten
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Nachteile bekannter intrauterin anwendbarer Empfängsverhütungsmittel sind Spontanausstossungen, Auftreten von Schwangerschaften oder notwendig werdende Entfernungen aus medizinischen Gründen. Entfernungen auf Grund von Nebenwirkungen kommen besonders zu Beginn des Anwendungszeitraumes vor (Avery, Rep. Popul. Family Plan 4, 6 : [1973], S. 139).
Die häufigsten Nebenwirkungen bekannter intrauterin anzuwendender Empfängsnisverhütungsmittel sind Blutungen und Schmerzen. Die Zahl der Entfernungen von intrauterin applizierten Empfängnisverhütungsmitteln auf Grund dieser Beschwerden ist für die sperrig geformten Kunststoffvorrichtungen grösser als für die weniger sperrigen Vorrichtungen wie Dalkon-Shield, T-förmige Empfängsnisverhütungsmittel oder Lippes Loop D.
Nebenwirkungen und Entfernungen auf Grund dieser Nebenwirkungen sowie spontane Ausstossungen der aus Kunststoffmaterial hergestellten intrauterinen Empfängnisverhütungsmittel sind jedoch nicht nur auf ungünstige Formgebung und Abmessungen dieser Vorrichtungen zurückzuführen. Weitere wesentliche Faktoren dafür sind Elastizität und Härte des Kunststoffmaterials. Vorrichtungen aus Kunststoffmaterial zu geringer Elastizität und hoher Härte verursachen häufig Schmerzen und Krämpfe. Diese Vorrichtungen müssen entsprechend den Abmessungen des cavum uteri in unterschiedlichen Grössen hergestellt werden.
Empfängnisverhütungsmittel aus zu weichem Kunststoffmaterial können sich in der Gebärmutter verdrillen und werden dann oftmals spontan ausgestossen ; gelegentlich durchstossen sie auch die Gebärmuttermuskulatur.
Bruchstücke solcher intrauterin anzuwendender Empfängnisverhütungsmittel und intakte Vorrichtungen dringen, wenn sie die Gebärmutterwand durchstossen haben, in die Bauchhöhle ein, führen dort zu weiteren Verletzungen oder binden Darmschlingen ab.
Zahlenmässig werden für weniger sperrige, aus Kunststoffmaterial hergestellte intrauterine Empfängnisverhütungsmittel weniger Nebenwirkungen und spontane Ausstossungen beobachtet als für sperrige Kunststoffvorrichtungen. Die absolute Zahl der unerwünschten Nebenwirkungen und Spontanausstossungen ist
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jedoch bei beiden Typen für ein intrauterines Empfängsnisverhütungsmittel nicht zu tolerieren. Es werden auch für die weniger sperrigen intrauterinen Empfängnisverhütungsmittel Nebenwirkungen wie das Auftreten von Dysmenorrhoe, Metromenorrhagien und Leucorrhoe vergesellschaftet mit andauernden Schmerzen und zeitweilig krampfartigen Schmerzen beobachtet (vgl. z. B. Ostergard et al., Contraception Bd. 4 (5) [1971], S. 313 bis 317 ; Portruff et al., Am. J. Obst.
Gynec. Bd. 114 (7) [1972], S. 934 bis 937 ; Taylor et al., Obst. Gynec. Bd. 41 (3) [1973],
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Auch werden häufig Perforationen der Gebärmutterwandung durch diese Art Empfängnisverhütungsmittel beobachtet (Buchmann, Fert. Steril. Bd. 21 (4) [1973], S. 348 bis 355). Starr geformte intrauterine Empfängnisverhütungsmittel können in der Gebärmutter bei entsprechender Wechselbiegebeanspruchung brechen.
Die Bruchstücke können unbemerkt spontan ausgestossen werden oder, wie auch die unbeschädigten Vorrichtungen, die Gebärmutterwand durchstossen und in die Bauchhöhle vordringen (Last,
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TCu 200 bzw. TCu 220 C, des Kupfer und Zink enthaltenden Empfängnisverhütungsmittels, einer Progesteron- (deutsche Patentschrift Nr. 2247949) oder dl-11ss-Äthyl-17a-äthinyl-17ss-hydroxy-gon-4-en-3-on enthaltenden Vorrichtung, werden im Vergleich zu den nur aus Kunststoffmaterial hergestellten intrauterinen Empfängsnisverhütungsmitteln bereits verringerte Schwangerschaftsrate beobachtet.
Diese arzneimittelwirkstoffhaltigen intrauterinen Empfängsnisverhütungsmittel führen jedoch, ebenso wie die formgleichen, arzneimittelwirkstofffreien Vorrichtungen im Anwendungszeitraum zu unerwünschten
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al., J. Amer. Obst. Gynec. Bd. 115 (3) [1973], 5. 291S. 1092 bis 1096).
Allen T-förmigen Vorrichtungen ist gemeinsam, dass sie auf Grund des unzureichenden Erinnerungsvermögen des Kunststoffmaterials nicht im Applikator sterilisiert werden können. Ausserdem ist das Einlegen der Vorrichtung in den Applikator kaum unter aseptischen Bedingungen möglich, da Vorrichtung und Applikator einander nicht in geeigneter Weise angepasst sind.
Vorrichtung und Applikator zusammen können zu Verletzungen bei der Applikation führen, da die zusammengefaltete Vorrichtung und der obere Rand des Einführungsrohres scharfe Kanten aufweisen. Das Dalkon-Shield und der für diese Vorrichtung entwickelte Applikator sind so beschaffen, dass die Einführung des Empfängsnisverhütungsmittels nur unter starker Dehnung des Cervikalkanals möglich ist.
Zu der grossen Zahl von Entfernungen dieser Empfängsnisverhütungsmittel auf Grund von Nebenwirkungen
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geformt sind, dass sie Widerlager, die entgegengesetzt der Ausstossungsrichtung angeordnet sind, aufweisen. Die Widerlager sollen eine Ausstossungsbewegung der Vorrichtung verhindern (Jenes et al., Brit. Med. J., Bd. 3 [1973], S. 143). Beim Dalkon-Shield sind diese Widerlager als seitliche Vorsprünge in Form von Fingern und Stacheln an einem Ring fixiert. Derart geformte intrauterine Empfängnisverhütungsmittel bergen naturgemäss die Gefahr von
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521) und beim Entfernen (Snowdon et al., Contraception Bd. 7 (2) [1973], S. 91 bis 104 in sich. Kamal et al., (Fert. Steril.
Bd. 24 (3) [1973], S. 165 bis 169) bezeichnen geringfügige Gebärmutterwandverletzungen, verursacht von den beiden horizontalen Enden des T-förmigen Empfängnisverhütungsmittels (USA-Patentschrift Nr. 3, 533, 406), die die Vorrichtung in der Gebärmutterwand verankern, sogar als günstig für die Wirksamkeit und Fixierung des Empfängnisverhütungsmittels.
Bei den kupferhaltigen intrauterinen Empfängnisverhütungsmitteln, wie dem Copper-T kann der Kupferdraht bei entsprechender mechanischer Beanspruchung brechen oder sich vom Kunststoffkörper teilweise abheben. Bruchstücke des Kupferdrahtes können zu Verletzungen führen. Sie können die Gebärmutterwandung durchdringen, in die Bauchhöhle vorstossen und als Splitter schwer lokalisierbar sein. Für das Copper-TCu 220 C ist die Gefahr einer Gebärmutterwandperforation mit nachfolgendem Abtrennen der Kupferzylinder und der Verbleib der Kupferzylinder in der Bauchhöhle besonders gross.
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Die bisher gebräuchlichen Empfängnisverhütungsmittel sind auch hinsichtlich ihres Gesamtgewichtes bzw. der Gewichtsverteilung innerhalb der Vorrichtung, die eine Spontanausstossung begünstigen, mit Nachteilen behaftet. Das Copper-TCu220C wiegt 612 mg, eine Ausführungsform des Lippes Loop sogar 665 mg.
Metallhaltige intrauterine Empfängnisverhütungsmittel, wie das in der deutschen Offenlegungsschrift 2207939 beschriebene, werden auf Grund der schlechten Gewichtsverteilung innerhalb der Vorrichtung (die Metallringe sind ausschliesslich am Schaft des Kunststoffkörpers fixiert) leicht spontan ausgestossen.
Empfängnisverhütungsmittel, z. B. gemäss der deutschen Patentschrift Nr. 1441359 oder der deutschen
Offenlegungsschrift 2207939, weisen eine Verlängerung der intrauterin zu applizierenden Spirale auf, die sich aus dem cavum uteri durch den Cervikalkanal bis in die Vagina hinein erstreckt. Diese Vorrichtungen werden einheitlich aus einem Kunststoffmaterial hergestellt. Der für die Formung der Spirale gut geeignete Kunststoff ist jedoch für das intracervikal und intravaginal gelegene Teil zu starr. Daher werden für diese in den Cervikalkanal hineinreichende Empfängnisverhütungsmittel besonders viele Nebenwirkungen wie krampfartige Schmerzen und
Blutungen beobachtet (Willson, Amer. J. Obstet. Gynecol.
Bd. 92 [1965], S. 62). Die Folge der
Uterusverkrampfungen sind häufig unbemerkte Spontanausstossungen und nachfolgend Schwangerschaften.
Ein weiterer Nachteil bekannter arzneimittelwirkstoffhaltiger Empfängnisverhütungsmittel ist, dass die
Abgabe nichtmetallischer Wirkstoffe aus ihnen langfristig nicht mit der zur Aufrechterhaltung der empfängsnisverhütenden Wirkung erforderlichen Regelmässigkeit und in bestimmten, vorgegebenen Grenzen sich einstellenden Höhe erfolgt. Die Herstellung grosser Stückzahlen dieser Art von Empfängnisverhütungsmitteln ist des weiteren technisch schwierig und lässt sich nur unter vielen Vorkehrungen durchführen.
Die Schwangerschaftsrate, die nach der life-table-Methode (Tietze, Intra-Uterine Contraception,
Recommended Proc. for Data Analyses Studies in Family Planning Nr. 18 (Supp !.), The Population Council, New
York 1967) errechnet wurde, ist bei Anwendung der bisher bekannten und gebräuchlichen intrauterinen
Empfängnisverhütungsmittel so hoch, dass sie in ihrer Wirkung nicht die Zuverlässigkeit bekannter, per os verabreichter Empfängnisverhütungsmittel, die Hormone als Arzneimittelwirkstoffe enthalten, erreicht (Davis, Amer. J. Obstet. Gynec. Bd¯114 [1972], S. 134 ; Fuchs et al., Contraception Bd. 5 [1972], S. 119).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein universell und komplikationslos, intrauterin beim Menschen anwendbares, zuverlässig wirkendes Empfängnisverhütungsmittel bereitzustellen. Das Empfängnisverhütungsmittel muss risikolos über den Zeitraum von mehreren Jahren kontinuierlich ohne physische oder psychische
Beeinträchtigung bei allen zu erwartenden Abmessungen des cavum uteri bei Nulliparae, Nulligravidae, Multiparae und Multigravidae angewendet werden können. Es soll so beschaffen sein, dass es die Fertilität über den
Anwendungszeitraum hinaus weder hemmt noch beeinträchtigt.
Die Anwendung des Empfängsnisverhütungs- mittels darf nicht mit dem Risiko unerwünschter Nebenwirkungen, wie dysfunktionellen Blutungen, Infektionen, krampfartigen Schmerze, Translokationen einschliesslich Perforationen und Migrationen und dem Risiko von
Spontanausstossungen, verbunden sein. Das intrauterine Empfängnisverhütungsmittel muss unter Berücksichtigung aller zu erwartenden Abmessungen des cavum uteri so geformt sein, dass es sich in der Gebärmutter auch bei hoher Gebärmuttermotilität und kleinem cavum uteri nicht verdrillen und unerwünscht plazieren kann, dort jederzeit einfach und sicher, nötigenfalls auch röntgenologisch, lokalisierbar ist und bei einem Höchstmass an Eigenstabilität und der erforderlichen Flexibilität zur Applikation, Anwendung und Extraktion hinsichtlich der Form und des zu seiner Herstellung verwendeten Material so beschaffen ist,
dass keine mechanischen Gebärmutterverletzungen auftreten können. Die Einführung des Empfängnisverhütungsmittels in die Gebärmutter soll einfach und schmerzlos ohne nennenswerte Dilation des Cervikalkanals und unter Verzicht auf die Anwendung von Arzneimitteln unter aseptischen Bedingungen möglich sein.
Der Applikator für das intrauterine Empfängnisverhütungsmittel muss so beschaffen und auf die Vorrichtung abgestimmt sein, dass das Empfängnisverhütungsmittel unter aseptischen Bedingungen verabfolgt werden kann.
Derartige Empfängnisverhütungsmittel sollen in grosser Stückzahl technisch einfach und sicher herstellbar und sterilisierbar sein. Diese Art von Empfängnisverhütungsmitteln soll vor allem so beschaffen sein, dass die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Schwangerschaften im Anwendungsraum möglichst gleich Null ist.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das intrauterine Empfängnisverhütungsmittel zur Anwendung beim Menschen mit einem Rundstabverbund und Kugeln, auf die metallische Überzüge alternierend aufgebracht sind, mit einem Endstück mit zentraler Bohrung für den Rückholfaden erfindungsgemäss einen Rundstab- und Kugelverbund in einem Y-ähnlichen Grundriss aufweist, wobei von einer zentralen Kugel zwei verschieden lange, in Kugeln auslaufende Rundstäbe ausgehen, die zueinander und zum dritten Rundstab in einem stumpfen Winkel angeordnet sind.
Eine Anwendungsform des erfindungsgemässen intrauterinen Empfängnisverhütungsmittels und ein Applikator sind in der Zeichnung dargestellt.
Es zeigt bei einer Gesamtlänge von 3 bis 4 cm einen Y-ähnlichen Grundriss. Von einer zentralen Kugel - l--mit einem Durchmesser von 2, 5 bis 3, 0 mm ausgehend, sind drei in Kugeln auslaufende Rundstäbe --2 bis 4--unterschiedlicher Länge vom Durchmesser 1, 0 bis 1, 5 mm angeordnet. Die Rundstäbe--3 und 4-enden bei einer Länge von 0, 8 bis 1, 2 cm-3-bzw. 0, 5 bis 0, 8 cm-4-in die Kugeln-5 und 6--
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von 4 bis 5 mm Durchmesser bzw. 1, 5 bis 2, 0 mm --6-- Durchmesser und sind in einem stumpfen Winkel zum dritten Rundstab--2--angeordnet.
Der dritte Rundstab --2-- setzt sich im Dreier-Rundstabverbund - -7, 8, 9--von vier Kugeln--10 bis 13-mit dem Durchmesser 2 bis 3 mm in ein bohnenähnliches Endstück --14-- von 4 bis 5 mm Länge und 2 bis 3 mm Durchmesser mit zentraler Bohrung--15--von 0, 5 bis 1, 5 mm Durchmesser fort.
Die Öse ist zur Befestigung eines Fadens--18--aus einem geeigneten Material vorgesehen, wie z. B.
Nylon oder Polyester. Dieser Faden dient als Anzeigefaden zur einfachen überprüfung auf Vorhandensein des Empfängnisverhütungsmittels.
Eine spezielle Ausführungsform des erfindungsgemässen Empfängnisverhütungsmittels besteht darin, dass durch die zentrale Bohrung --15-- zusätzlich zu dem Anzeigefaden--18--ein weiterer Faden als intracervicales Anhängsel aus Kunststoff angebracht wird.
Zur Herstellung des Kunststoffkörpers für die erfindungsgemässen Empfängnisverhütungsmittel verwendet man an sich bekannte Kunststoffe, die ausreichende mechanische Eigenschaften, wie Reissfestigkeit, Elastizität und Kaltverstreckbarkeit, aufweisen und sich leicht in geeignete Formen bringen lassen. Als solche seien
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werden. Die erfindungsgemässen, intrauterin anwendbaren Empfängnisverhütungsmittel können die Metalle oder
Metallegierungen auf der Oberfläche des Kunststoffkörpers fixiert oder in der Kunststoffgrundlage enthalten.
Als Metalle seien beispielsweise Kupfer, Silber, Nickel oder Kombinationen dieser Metalle untereinander sowie Kombinationen aus den reinen Metallen mit den entsprechenden Metallegierungen genannt. Metalle bzw.
Metallegierungen können gleichmässig in dem gesamten Kunststoffkörper oder nur in bestimmten Teilen desselben dispergiert sein oder auch partiell und/oder alternierend auf die Oberfläche des Empfängnisverhütungsmittels in geeigneter Weise aufgebracht werden.
Die Metalle oder Metallegierungen können in oder auf den Kunststoffkörper in an sich bekannter Weise z. B. durch Galvanisieren, Bedampfen, reduktives Abscheiden, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme eines Haftvermittlers oder durch Dispergieren gebracht werden. Es ist an sich ohne Einfluss auf die Wirksamkeit, in welcher Form das Metall bei der galvanischen Aufbringung des Metalls oder der Metalle abgeschieden wird und ob Schichten verschiedener Metalle übereinander aufgebracht werden. Die Schichtdicke des aufgebrachten Metalls wird so gemessen, dass das Metall bei hoher Wechselbiegebeanspruchung des Empfängnisverhütungsmittels in der Gebärmutter sich noch nicht vom Kunststoffkörper löst.
Bei einer speziellen Anwendungsform des Empfängnisverhütungsmittels wird das Metall und/oder die Metallegierung auf die Kugeln--5, 6,10, 11,12, 13--aufgebracht. Besonders vorteilhaft ist die alternierende Anordnung von Kupfer und Nickel.
Die erfindungsgemässen Empfängnisverhütungsmittel können auch Hilfsstoffe, wie beispielsweise Triäthanolamin, Äthylendiamintetraessigsäuredinatriumsalz, Phosphatpuffer nach Sörensen, Tenside, hochdisperses Siliciumdioxyd, Antischaummittel, Röntgenkontrastmittel und ferromagnetische Stoffe zur Lokalisation des Empfängnisverhütungsmittels enthalten.
Die erfindungsgemässen Empfängnisverhütungsmittel sind den bekannten Empfängnisverhütungsmitteln insoferne in der Langzeitwirkung überlegen, als die auf der Basis der life-table-Methode ermittelte Schwangerschaftsrate bei der Applikation deutlich geringer ist und weniger Spontanausstossungen und andere Nebenwirkungen auftreten.
Die Ausstossungsrate der erfindungsgemässen Empfängnisverhütungsmittel ist ausserordentlich gering, obwohl die Vorrichtungen keine einer Ausstossbewegung entgegenwirkenden Widerlager aufweisen oder ihre Form eine Verankerung in der Gebärmutterschleimhaut bzw. Gebärmuttermuskulatur ermöglicht.
Die erfindungsgemässen Empfängnisverhütungsmittel sind in der Anwendung applikationsgünstig geformt.
Zur Applikation sind an sich bekannte Einführungsrohre--16--mit beispielsweise 3, 5 mm lichter Weite und 0, 5 mm Wandstärke aus Hochdruckpolyäthylen oder andern geeigneten Kunststoffen geeignet. Das Empfängnisverhütungsmittel wird bis zum Ansatz der Kugel--5--mit dem in der Öse--15--befestigten
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Applikationseinheit bestehend aus Empfängnisverhütungsmittel und Applikator. Da der Rand des Einführungsrohres überdeckt ist, sind Primärverletzungen bei der Applikation ausgeschlossen. Des weiteren verhindert das kugelförmige Ende mit einem Durchmesser von 4 bis 5 mm, dass der Fundus uteri bei der Applikation durchstossen wird. Die Applikation des Empfängnisverhütungsmittels ist für den Fachmann leicht durchführbar.
Sie kann unter aseptischen Bedingungen ohne Anästhesie oder die Anwendung von Arzneimittel oder Dilatation des Cervikalkanals selbst bei den Frauen ohne Auslösung krampfartiger Schmerzen erfolgen, die noch nicht geboren haben.
Beispiel l : Ein aus thermoplastischem Polyätheresterelastomer auf Terephthalatgrundlage abgespritzter Kunststoffkörper mit dem in der Zeichnung dargestellten Grundriss hat die folgenden
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Abmessungen : Gesamtlänge 3, 6 cm, Kugeldurchmesser --5-- 4,8mm, --6-- 1,5 mm, --1, 10 bis 13-- 2, 8 mm, Rundstabdurchmesser --4-- 1,3 mm, --2, 3,7 bis 9-1, 5 mm, Länge der Rundstäbe --3 bzw.
4-- 0, 85 cm bzw. 0, 65 cm, Länge der Öse 4, 5 mm, Durchmesser der Öse 2, 8 mm ; Gesamtgewicht des Kunststoffkörpers : 220 mg.
Die Oberfläche der Kugeln des Kunststoffkörpers wird unter Zuhilfenahme eines Haftgrundes partiell und alternierend mit Kupfer und Nickel galvanisiert. Die Kugeln--5, 6,10, 11,12, 13--werden mit Nickel (Schichtdicke 100 m) und die Kugeln-5, 11, 13-- zusätzlich mit Kupfer (Schichtdicke 100 jum) galvanisch überzogen.
Beispiel 2 : Aus einem von Polyäthylen abgeleiteten thermoplastischen Kunststoffmaterial, das durch Copolymerisation an die Kettenmoleküle des Polymeren Carboxylgruppen angeschlossen enthält und mit Natrium-Ionen vernetzt ist, werden Kunststoffkörper mit den im Beispiel 1 angegebenen Abmessungen geformt.
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Terephthalatgrundlage wird mit 12, 5 g hochdispersem Kupferpulver und 12, 5 g hochdispersem Nickelpulver gleichmässig vermischt. Aus der Mischung werden Empfängsnisverhütungsmittel mit den im Beispiel l angegebenen Abmessungen geformt.
Beispiel 4 : 60, 0 g katalysierte Siliconkautschuk-Zweikomponentenmischung vom Low Temperature Vulcanising-Typ (LTV) wird mit 40, 0 g hochdispersem Siliciumdioxyd vermengt. Aus der Suspension werden Kunststoffkörper mit den im Beispiel 1 angegebenen Abmessungen durch einstündige Vulkanisation der ausgeformten Masse bei 1100 C hergestellt.
Die Kunststoffkörper werden, wie im Beispiel 2 beschrieben, partiell und alternierend an der Oberfläche mit Kupfer und Nickel galvanisch überzogen.
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polyäthylen werden Kunststoffkörper mit dem in der Zeichnung angegebenen Grundriss und folgenden
Einzelabmessungen geformt : Gesamtlänge 3,4 cm, Kugeldurchmesser --5-- 4,6 mm, --6-- 1,6 mm, --1, 10 bis 13-- 2,6 mm, Rundstabdurchmesser --4-- 1,2 mm, --2, 3,7 bis 9--1, 6 mm, Länge der Rundstäbe --3-- 0, 9 cm,--4--0, 7 cm, Länge der Öse 4, 5 mm, Durchmesser der Öse 2, 6 mm.
An den kugelförmig geformten Teilen--5, 6 und 10 bis 13--des Kunststoffkörpers wird reduktiv Silber abgeschieden (Schichtdicke zirka 1 fJ. m). Auf diese Silberschicht wird Kupfer (Schichtdicke zirka 90 jum) aufgalvanisiert, die Oberfläche der Kugeln--5, 11 und 13--wird zusätzlich mit Silber (Schichtdicke zirka 70, um) galvanisch überzogen.
B e i s p i e l 6 : Aus thermoplastischem Polyätheresterelastomer auf Terephthalatgrundlage werden Kunststoffkörper mit den im Beispiel 5 angegebenen Abmessungen und dem in der Zeichnung aufgezeichneten Grundriss abgespritzt. Der partielle Metallüberzug der Kunststoffkörper, bestehend aus Kupfer und Silber in alternierender Anordnung, wird-wie im Beispiel 2 angegeben-unter Zuhilfenahme eines Haftgrundes und anschliessendes Galvanisieren aufgebracht. Dabei werden die Kugeln--5, 6 und 10 bis 13-- mit einer 100 fJ. m dicken Schicht Kupfer, die Kugeln--5, 11 und 13--zusätzlich mit einer 75 bum dicken Schicht Silber auf 100 bum Kupfer überzogen.
Beispiel 7 : Kunststoffkörper aus thermoplastischem Polyätheresterelastomeren auf Terephthalatgrundlage mit dem in der Zeichnung angegebenen Grundriss und den Abmessungen des Beispiels 1 werden an den kugelförmigen Teilen--6, 10 und 12-- des Kunststoffkörpers nach Aufbringen von Silberleitlack in einer Schichtdicke von 10 m mit Nickel (Schichtdicke 90 m) und an den Kugeln--5, 11 und 13--ebenfalls über eine Schicht von zirka 10 pu Silberleitlack mit Silber (Schichtdicke 80 mm) galvanisch überzogen.
Beispiel 8 : Ein aus thermoplastischem Polyätheresterelastomer auf Terephthalatgrundlage abgespritzter Kunststoffkörper mit dem in der Zeichnung dargestellten Grundriss hat die folgenden Abmessungen : Gesamtlänge 3, 6 cm, Kugeldurchmesser --5-- 4,8 mm, --6-- 1,5 mm, --1, 10 bis 13-- 2, 8 mm, Rundstabdurchmesser--4--1, 3 mm,--2, 3,7 bis 9--1, 5 mm, Länge der rundstäbe --3 bzw.
4-- 0,85 bzw. 0, 65 cm, Länge der Öse 4, 5 mm, Durchmesser der Öse 2, 8 mm ; Gesamtgewicht des Kunststoffkörpers : 220 mg.
Die Oberfläche der Kugeln des Kunststoffkörpers wird unter Zuhilfenahme eines Haftgrundes partiell und alternierend mit Kupfer und Silber galvanisiert. Die Kugeln--5, 6,10, 11, 12, 13--werden mit Silber (Schichtdicke 100 m) und die Kugeln --6, 10, 12--zusätzlich mit Kupfer (Schichtdicke 100 btm) galvanisch überzogen.
Beispiel 9 : Aus einem von Polyäthylen abgeleiteten thermoplastischen Kunststoffmaterial, das durch Copolymerisation an die Kettenmoleküle des Polymeren Carboxylgruppen angeschlossen enthält und mit Natrium-Ionen vernetzt ist, werden Kunststoffkörper mit den im Beispiel 1 angegebenen Abmessungen geformt.
Die Kugeln-5, 6,10 bis 13-- des Kunststoffkörpers werden unter Einsatz eines hochdispersen Eisen
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enthaltenden Haftgrundes oberflächlich chemisch verkupfert (Schichtdicke : zirka 0, 5 tim). Auf die chemisch abgeschiedene Kupferschicht wird Silber aufgalvanisiert (Schichtdicke 80 jim). Die Kugeln--6, 10, 12--
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Terephthalatgrundlage wird mit 12, 5 g hochdispersem Kupferpulver und 12, 5 g hochdispersem Silberpulver gleichmässig vermischt. Aus der Mischung werden Empfängnisverhütungsmittel mit den im Beispiel 1 angegebenen Abmessungen geformt.
Beispiel 11 : 60, 0 g katalysierte Siliconkautschuk-Zweikomponentenmischung von Low Temperature Vulcanising-Typ (LTV) wird mit 40, 0 g hochdispersem Siliciumdioxyd vermengt. Aus der Suspension werden Kunststoffkörper mit den im Beispiel 1 angegebenen Abmessungen durch einstündige Vulkanisation der ausgeformten Masse bei 1100C hergestellt.
Die Kunststoffkörper werden, wie im Beispiel 2 beschrieben, partiell und alternierend an der Oberfläche mit Kupfer und Silber galvanisch überzogen.
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polyäthylen werden Kunststoffkörper mit dem in der Zeichnung angegebenen Grundriss und folgenden Einzelabmessungen geformt : Gesamtlänge 3, 4 cm, Kugeldurchmesser --5-- 4,6 mm, --6-- 1,6 mm, --1, 10 bis 13--2, 6 mm, Rundstabdurchmesser--4--1, 2 mm,--2, 3,7 bis 9--1, 6 mm, Länge der Rundstäbe --3-- 0, 9 cm,--4--0, 7 cm, Länge der Öse 4, 5 mm, Durchmesser der Öse 2, 6 mm.
An den kugelförmig geformten Teilen--5, 6 und 10 bis 13--des Kunststoffkörpers wird die Kunststoffoberfläche durch Behandlung mit einer ionogenen Palladiumlösung aktiviert. Auf diese aktivierte Oberfläche wird in einer Schichtdicke von zirka 1 bis 2 Mm Kupfer chemisch abgeschieden. Anschliessend werden nach gängigen Verfahren der Kunststoffgalvanisierung darauf zirka zirka 80 jim Silber und an den Kugeln --6, 10 und 12--zusätzlich 100 11m Kupfer elektrolytisch abgeschieden.
Beispiel 13 : Aus thermoplastischem Polyätheresterelastomer auf Terephthalatgrundlage werden Kunststoffkörper mit den im Beispiel 5 angegebenen Abmessungen und dem in der Zeichnung aufgezeichneten Grundriss abgespritzt. Der partielle Metallüberzug der Kunststoffkörper, bestehend aus Kupfer und Silber in alternierender Anordnung wird-wie im Beispiel 12 beschrieben-auf den mittels ionogener Palladiumlösung aktivierte Kugeloberflächen--5, 6 und 10 bis 13--chemisch und elektrolytisch abgeschieden. Die
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abgeschiedene Kupferschicht von zirka 60,um.
Beispiel 14 : Partiell metallisierte Kunststoffkörper aus thermoplastischem Polyätheresterelastomeren auf Terephthalatgrundlage mit Kupfer und Silber in alternierender Anordnung mit dem in der Zeichnung angegebenen Grundriss und den Abmessungen des Beispiels 1 werden nach Aktivierung der Kunststoffoberfläche mit ionogener Palladiumlösung chemisch verkupfert (Schichtdicke : zirka 1 bis 2 Mm). Darauf werden
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und der zentralen Kugel--l--abgetragen, die Metallisierung der Kugeln--5, 11 und 13--wird vollständig, die der Kugeln --6, 10 und 12-- mit Ausnahme der 80,um-Kupferschicht erhalten.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Intrauterines Empfängsnisverhütungsmittel zur Anwendung beim Menschen mit einem Rundstabverbund und Kugeln, auf die metallische Überzüge alternierend aufgebracht sind, mit einem Endstück mit zentraler
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auslaufende Rundstäbe (3,4) ausgehen, die zueinander und zum dritten Rundstab (2) in einem stumpfen Winkel angeordnet sind.
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