AT333422B - Verfahren zur herstellung von 6-aminopenicillansauresulfoxid - Google Patents

Verfahren zur herstellung von 6-aminopenicillansauresulfoxid

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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
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    • C07D499/00Heterocyclic compounds containing 4-thia-1-azabicyclo [3.2.0] heptane ring systems, i.e. compounds containing a ring system of the formula:, e.g. penicillins, penems; Such ring systems being further condensed, e.g. 2,3-condensed with an oxygen-, nitrogen- or sulfur-containing hetero ring
    • C07D499/21Heterocyclic compounds containing 4-thia-1-azabicyclo [3.2.0] heptane ring systems, i.e. compounds containing a ring system of the formula:, e.g. penicillins, penems; Such ring systems being further condensed, e.g. 2,3-condensed with an oxygen-, nitrogen- or sulfur-containing hetero ring with a nitrogen atom directly attached in position 6 and a carbon atom having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. an ester or nitrile radical, directly attached in position 2
    • C07D499/42Compounds with a free primary amino radical attached in position 6

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von   6-Aminopenicillansäuresulfoxyd.   



   Die bereits bekannten Verfahren zur Herstellung von   6-Aminopenicillansäuresulfoxyd   beruhen auf der
Oxydation von   6-Aminopenicillansäure.   So wird in der USA-Patentschrift Nr. 3, 544, 581 die Oxydation mit Natriumperjodat in Ausbeuten von 8% der Theorie durchgeführt. Das im J. Org. Chem. Bd. 37 [1972], S. 793 bis 795, beschriebene Verfahren verwendet als Oxydationsmittel Ozon, und in der deutschen Offenlegungs- schrift Nr. 2153600 oxydiert man die   6-Aminopenicillansäure   mit m-Chlorperbenzoesäure. 



   Die Verfahren haben den Nachteil, dass sie von der   6-Aminopenicillansäure   ausgehen, welche primär durch Spaltung von natürlichen Penicillinen hergestellt werden muss. Weiters ist das in der deutschen Offenlegungsschrift 2140114 beschriebene Verfahren in seiner technischen Durchführung nicht ungefährlich, da das zur Oxydation verwendete Ozon äusserst toxisch ist. Ein weiteres in der deutschen Offenlegungsschrift 2107650 bekannt gemachtes Verfahren geht zwar von einem Penicillin V-Sulfoxyd aus, man muss aber, um zum gewünschten   6-AminopenicillansäuresulfoxycI   zu kommen, vier zum Teil sehr aufwendige chemische Reaktionsschritte durchführen. Abgesehen von dem dazu notwendigen technischen Aufwand, z. B. Temperaturen   um-70 C,   ist auch die Umweltfreundlichkeit dieser Methode keineswegs zufriedenstellend. 



   Es war daher die Notwendigkeit gegeben, ein einfaches, billiges und umweltfreundliches Verfahren für die Herstellung von   6-AminopenicillansäuresulfoxycI   zu finden. 



   Alle diese Voraussetzungen erfüllt das erfindungsgemässe Verfahren durch enzymatische Spaltung von   Penicillin-Sulfoxyden   und ist daher den chemischen Verfahren überlegen. 



   Die enzymatische Spaltung der Penicilline zur Herstellung von   6-Aminopenicillansäure   ist aus der franz. 



  Patentschrift Nr.   1. 310. 857   bekannt. In der österr. Patentschrift Nr. 297923 wird hiezu die Verwendung des Mikroorganismus Bovista plumbea beschrieben. Die DDR-Patentschrift Nr. 75 052 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von   6- Aminopenicillansäure   durch Spaltung von Penicillinen mit Escherichia coli. 



   Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass eine Reihe von Mikroorganismen zur Spaltung von Penicillinsulfoxyden geeignet sind. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäuresulfoxyd ist dadurch gekennzeichnet, dass man ein Penicillinsulfoxyd der Formel 
 EMI1.1 
 worin   R1   Benzyl, Butoxymethyl, p-Kresoxymethyl, Phenoxymethyl oder   Phenylmercaptomethy1   bedeutet und R2 für Wasserstoff, Alkali oder Erdalkali steht, mit Hilfe von   Bovista plumbea, Escherichia coli, P eurotus   ostreatus oder Fusarium semitectum spaltet. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass es zu äusserst hohen Ausbeuten von zirka 90% der Theorie an   6-Aminopenicillansäuresulfoxyd   führt. 



   Die zur Spaltung der Penicillinsulfoxyde verwendeten Mikroorganismen können beim erfindungsgemässen Verfahren als lebende Submerskultur oder auch in Form ihrer enzymaktiven Aufbereitungen bzw. daraus gewonnener Enzympräparate eingesetzt werden. Hierunter gehören beispielsweise Suspensionen abgetöteter Zellen, Myceltrockenpulver, Autolysate oder auch stabilisierte   Enzym-, Mycel- oder Bakterienkörper.   



   Die Umsetzung kann in für solche enzymatische Reaktionen an sich bekannter Weise durchgeführt werden. 



   Nach einer ersten Verfahrensvariante werden die zu kultivierenden Mikroorganismen in einer üblichen Nährlösung, die neben assimilierbarem Kohlenstoff noch Stickstoff, Schwefel, anorganisches Phosphat sowie Spurenelemente und gegebenenfalls Vitamine enthält, saprophytisch herangeführt. Die Züchtung wird zweckmässigerweise durchgeführt in einer Submerskultur unter Belüftung bei Temperaturen zwischen 20 und   320C   undbei einembestimmten, zum Teil stammabhängigen pH-Wert, vorzugsweise PH 5,5 bis 8,5. Je nach Grösse der verwendeten Kulturtanks werden eine oder mehrere vegetative Vorstufen eingeschaltet.

   Nach einer bestimmen Vorgärzeit, im allgemeinen nach Abschluss der Wachstumsphase, beispielsweise nach 48 h, wird das zu spaltende Penicillinsulfoxyd zugesetzt, worauf man solange weiterfermentiert, bis eine genügend grosse Menge des Substrats in das gewünschte   6-Aminopenlcillansäuresulfoxyd   gespalten ist. 



   In manchen Fällen hat es sich jedoch als vorteilhaft erwiesen, das bei der Züchtung erhaltene Zellmaterial von der Kulturflüssigkeit zu trennen und das Mycel in einem geeigneten Replacement-Medium zu resuspendieren. Hiezu wird der Fermentationsprozess in dem Zeitpunkt abgebrochen, in welchem der verwendete Mikroorganismus die höchste Enzymkonzentration erreicht hat, worauf man das Pilzmycel bzw. die 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
Zellen von der Kulturlösung trennt und den dabei erhaltenen Rückstand in   einer nährstofffreien Losung   bei- spielsweise in Wasser, physiologischer Kochsalzlösung oder einer Pufferlösung, mit dem zu spaltenden
Substrat in innigen Kontakt bringt. Zu diesem Zweck wird der Ansatz am besten geschüttelt oder gerührt, wobei die Spaltung durch das Enzym unter aeroben Bedingungen erfolgt.

   Die Konzentration des eingesetzten   Penicillinsulfoxyds,   beispielsweise Kalium-Phenoxymethylpenicillin, welches kontinuierlich oder portions-   weise während des   Spaltprozesses zugesetzt werden kann, wird in Abhängigkeit von der Aktivität des Enzyms vorzugsweise so gewählt, dass die Einwirkungsdauer nur wenige Stunden, höchstens jedoch 2 Tage, beträgt. 



   Bei voller Ausnutzung der Enzymleistung wird hiedurch die Eigenzerstörung des eingesetzten Penicillinsulf- oxyds und des entstandenen   6-Aminopenicillansäuresulfoxyds   möglichst gering gehalten. 



   Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, zur Durchführung des   erfindungsgemässen   Verfahrens die jeweiligen Mikroorganismen in Form eines angereicherten oder nicht angereicherten, physikalisch stabilisierten und/oder chemisch fixierten Enzyms oder Enzymsystems zu verwenden. 



   Für die physikalische Stabilisierung von Enzymen oder Enzymsystemen gibt es eine Reihe von Verfah- ren, welche je nach Art der zu stabilisierenden Produkte und der bei der Enzymreaktion anwesenden Substrate bzw. der entsprechenden Reaktionsprodukte mehr oder weniger zum Erfolg führen. Die Enzyme bzw. 



  Enzymsysteme können beispielsweise an inerte Träger adsorbiert werden, wie Kieselgel, poröses Glas, Aluminiumoxyd oder Bentonit. An Stelle inerter Träger lassen sich ferner natürliche oder künstliche Ionenaustauscher verwenden. Weiterhin können hiezu die jeweiligen Enzyme bzw. Enzymsysteme in semipermeable Membranen oder Gelpartikel eingeschlossen werden, deren Poren kleiner sind als die eingeschlossenen Enzymmoleküle. Als semipermeable Membranen eignen sich beispielsweise Cellulosenitrat, Celluloseacetat, Polyvinylchlorid, Polyacrylharze oder Kollodium, und als Gelpartikel lassen sich beispielsweise Agar, Stärke, Polyacrylamidgel oder Siliciumdioxydgel verwenden. 



   Die chemische Fixierung der Enzyme bzw. Enzymsysteme erfolgt in der Regel durch Kovalentbindung an einen meist wasserunlöslichen Träger über funktionelle Gruppen im Enzymmolekül, die für dessen biologische Aktivität nicht essentiell sind. Der Träger kann dabei nach aussen entweder neutral, polyanionisch oder polykationisch sein. Geeignete Träger   sind beispielsweise Bromacetylcellulose, mit Bromcyan akti-   viertes Dextrangel, das Azidoderivat von Carboxymethylcellulose, eine 4,   6-Dichlor-s-triacinylce1lulose,   diazotiertes Polyaminostyrol oder Copolymere aus Maleinsäureanhydrid und Äthylen. Zur chemischen Fixierung lassen sich ferner bifunktionelle Verbindungen verwenden, wie Glutaraldehyd,   bis-Diazobenzidin,     3- Methoxydiphenylmethan-4, 4-diisocyanat   oder Cyanurchlorid.

   Hiezu kann man entweder einen Träger mit diesen Verbindungen zur Reaktion bringen und anschliessend das Enzym bzw. Enzymsystem über Kovalentbindung an dieses Reaktionsprodukt fixieren, oder man vernetzt die Enzymmoleküle intermolekular in Anwesenheit eines Trägers zu unlöslichen Aggregaten. 



   Die Verfahren zur Herstellung stabilisierter Enzyme oder Enzymsysteme sind an sich bekannt. Besonders vorteilhaft ist es, wenn man das Enzym bzw. Enzymsystem an einen inerten Träger adsorbiert oder in semipermeable Membranen bzw. Gelpartikel einschliesst, beispielsweise Hydroxylapatit, und diese Zubereitung dann mit einer bifunktionellen Verbindung, wie Glutaraldehyd, vernetzt. 



   Zur Herstellung der stabilisierten Enzyme bzw. Enzymsysteme können Zellwandfraktionen, Zytoplasmafraktionen, Autolysate, Plasmolysate, Trockenpulver, Enzymextrakte, Enzymanreicherungen, Rohenzyme oder Reinenzyme verwendet werden. 



   Durch die physikalische Stabilisierung und/oder die chemische Fixierung von Enzymen oder Enzymsystemen gelangt man zu stabilisierten Enzymkörpern, die wiederholt zur Spaltung angewendet werden können. Die Spaltung erfolgt dabei mit Vorteil in einer mit dem stabilisierten Enzymkörper gefüllten Säule, welche kontinuierlich mit einer Lösung der zu spaltenden Penicillinsulfoxyde beschickt wird. Spalttemperatur und Spaltkonzentration entsprechen dabei einer Spaltung im Kulturbrei. 



   Das erfindungsgemäss hergestellte 6-Aminopenicillansäuresulfoxyd ist bekannt. Es stellt ein Heilmittel dar und wird insbesondere als antibakterielles Mittel verwendet. Das   6-Aminopenicillansäuresulfoxyd   ist ferner ein wichtiges Zwischenprodukt zur Herstellung entsprechender Penicillinsulfoxyde. 



     Beispiel l :   Das Mycel einer 14 Tage bei   240C   bebrüteten Stammkultur von Bovista plumbea   (NRRL 3501) (Nährboden : Sabouraud-Dextroseagar,   abgefüllt in 16 x 160 mm Eprouvetten zu je   5 ml, in   Schräglage erstarren gelassen) wird mit 5 ml nachstehend angeführter Nährlösung abgeschwemmt, in einer sterilen Eprouvette mit einem Glasstab zerkleinert und in 20 ml nachstehend angeführter steriler   Nährlö -   sung, die in einen 100 ml Enghalskolben abgefüllt ist, übertragen. 



    Nährlösung :    
 EMI2.1 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 einer Glasröhre mittels eines gut eingepassten Schliffstempels unter sterilen Bedingungen zu breiige Kon- sistenz verrieben. Mit 10 ml dieser verriebenen Kultur wird eine zweite Submersstufe beimpft (500 ml Weit- hals-Erlenmeyerkolben, gefüllt mit 100 ml der oben beschriebenen Nährlösung). Man schüttelt auf einem
Rotationsschüttelwert mit 40 mm Hub und 260 Umdr/min 96 h bei   240C   und homogenisiert die Kultur dann mit einem Tauchmixer unter sterilen Bedingungen bei 1000 bis 1500 Umdr/min 1 min lang.

   Zu diesem Zweck wird der im Dampfautoklav während 30 min bei 1200C sterilisierte Dispergierkopf des Mixers in das unter sterilen Bedingungen geöffnete waagerecht gehaltene Kulturgefäss eingeführt. 10   mlhomogenisiertes   Produkt aus dieser zweiten Submersstufe werden zur Beimpfung eines Kulturgefässes einer dritten Submersstufe ver- wendet (500 ml Weithals-Erlenmeyerkolben, der mit 100 ml der oben beschriebenen Nährlösung gefüllt ist). 



   Es wird unter den gleichen Bedingungen wie in der zweiten Submersstufe 96 h bei   240C   geschüttelt und homo- genisiert.   Zur Spaltung von Kalium- Phenoxymethylpenicillinsulfoxyd werden jeweils 500 ml   Erlenmeyerkolben verwendet, die mit 45 ml der oben angegebenen sterilen Nährlösung gefüllt sind, wobei man mit je 10% der vorstehend beschriebenen dritten Submersstufe beimpft. Nach 96-stündigem Schütteln auf einer Rundschüttel- maschine mit 40 mm Hub und 260 Umdr/min sowie bei einer Temperatur von   240C   werden 50 mg Kalium-
PhenoxymethylpenicillinsulfoxydinfesterFormpro ml zugefügt. In Abständen von 3 bis 6 h wird zur Bestim- mung des gebildeten   6-Aminopenicillansäuresulfoxyds   jeweils ein kleiner Teil zur Prüfung entnommen.

   Nach
Extraktion des Phenoxymethylpenicillinsulfoxyds wird das Verhältnis der Konzentration des Substrates zur Konzentration des Spaltproduktes jodometrisch bestimmt. Nach 8 h sind etwa 90% des eingesetzten Kalium-   Phenoxymethylpenicillinsulfoxyds   gespalten und liegen als   6-AminopenicillansäuresuIfoxyd   vor. 



   Beispiel 2 : Mit einem nach Beispiel 1 erhaltenen Impfgut werden Submerstanks aus Nirosta-Stahl beimpft, die mit einer Einrichtung zum Rühren und Belüften ausgestattet und mit 5 1 der im Beispiel 1 be- schriebenen Nährlösung gefüllt sind. Man fermentiert 96 h, trennt das erhaltene Mycel von der Kulturlösung ab, wäscht es mit Wasser, suspendiert es in   21 0, 15m   Phosphatpuffer mit einem pH-Wert von 7, 5 und setzt schliesslich 100000 E/ml Kalium-Phenoxymethylpenioillinsulfoxyd zu. Während der Spaltungwird der PH-Wert automatisch auf dem ursprünglichen pH-Wert gehalten. Nach   7-stündigem Rühren   und Belüften sind etwa 88% des eingesetzten Kalium-Phenoxymethylpenicillinsulfoxyds gespalten. 



   Beispiel3 :40gPenicillinamidase-haltiges,durchAcetonbehandlunggetrocknetesMycelvonBovista plumbea (NRRL 3501), werden mit 50 ml einer   4% igen Losung   von Kollodium in Diäthyläther versetzt und unter Abdampfen des Diäthyläthers und dauerndem Kneten zu einer plastischen Masse verformt. Kurz vor dem vollständigen Erhärten wird die Masse durch ein Nylonsieb mit einer lichten Maschenweite von   750 ja   gedrückt. Man erhält ein formstabiles Mycel, das genügend mechanische Festigkeit für eine gleichmässige Säulenfüllung besitzt. 35 g des so überzogenen Mycels werden in 500 ml Phosphatpuffer nach   S#rensen   pH 7, 5 aufgeschlämmt und in eine mit einem Temperiermantel versehene Glassäule (2, 5 x 50 cm) gefüllt.

   Die ge-   packte Säule mit einer Füllhöhe   von etwa 33 cm und einem Volumen von 162 ml wird bei Raumtemperatur mit Phosphatpuffer pH 7, 5 bei einer Raumgeschwindigkeit von 0, 5 etwa 4 bis 5 h gewaschen. Zur Spaltung wird eine Lösung von etwa 40 mg Kalium-Phenoxymethylpenicillinsulfoxyd pro ml in Phosphatpuffer pH 7, 5, der 40 g Na2 HPO 4. 12 H20 und   2,5 gKH2PO4   pro Liter enthält, über eine Pumpe kontinuierlich der auf   33'b   temperierten Säule zugeführt. Die Raumgeschwindigkeit beträgt dabei 0, 3 bis 0, 35. Die bei einem Dauerversuch über 17 Tage erhaltenen Werte ergeben eine durchschnittliche Spaltleistung von   87%.   Aus den fast farblosen Spaltlösungen kann 6-Aminopenicillansäuresulfoxydnach üblichen Verfahren in reiner Form isoliert werden. 



     Beispiel 4 :   In fünf 2 1-Erlenmeyerkolben werden je 200 ml folgender, steriler Nährlösung gefüllt : 
 EMI3.1 
 
<tb> 
<tb> Com-steep-liquor1) <SEP> -Stickstoff <SEP> 0,05%
<tb> Bierhefeautolysat2) <SEP> -Stickstoff <SEP> 0,05%
<tb> Asparagin <SEP> 0,05%
<tb> Glukose <SEP> 1%
<tb> Kalziumcarbonat <SEP> 0,5%
<tb> Phenoxyessigsäure <SEP> 0, <SEP> 1%
<tb> 
 Der pH-Wert wird vor der Sterilisation auf 6,0 eingestellt. 



  1) Corn steep liquor = Maisquellwasser, d. i. eine verdünnte wässerige Lösung, die man durch 48-stun- diges Einweichen von Maiskörnern in warmer 0, 2% Schwefeldioxydlösung erhält. 



  2) Bierhefeautolysat = ein Eiweiss-Hydrolysat, das hergestellt wird, indem von Brauereien bezogene ab- gepresste Bierhefe   mit über 2%   Gesamt-N durch   NaC1-Zusatz   zunächst plasmolysiert wird. Sodann wird unter Zusatz von zirka 20% Leitungswasser und 0, 75%   KSOg (Kaliummetabisulfit)   mit Hilfe der he- feeigenen Proteasen 80 bis 90% des Gesamt-N in lösliche Form gebracht. 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 



     Zur Beimpfungwird jeder Kolben mit einer   von Schrägagar gewonnenen Sporensuspension einer Fusarium   semitectum-Kultur   versetzt. Nach 96-stündigem Wachstum bei   28 C   unter Schütteln auf einer Rundschüttelmaschine mit 50 mm Hub und 200   Umdr/min   wird das Mycel über eine Glassinternutsche abgetrennt, mit physiologischer Kochsalzlösung gewaschen und in 250 ml 0, 15m Phosphatpuffer PH 7, 5 resuspendiert. Sodann werden 8, 0 g   Kalium-PhenoxymethylpenIcllUnsulfoxyd   zugesetzt, und der Ansatz wird unter leichtem Rühren etwa 6 h auf   32 C   gehalten. Der pH-Wert wird gegebenenfalls gelegentlich auf den Ausgangswert von 7, 5 korrigiert.

   Am Ende der Spaltung sind dünnschichtchromatographisch neben dem gebildeten   6-Amino-     penicillansäuresulfoxyd   nur noch Spuren des Ausgangsmaterials nachzuweisen. Das Spaltprodukt wird in üblicher Weise isoliert. 



     Beispiel 5 : In   fünf 2 1-Erlenmeyerkolben werden je 200 ml folgender steriler Nährlösung   gefüllt :   
 EMI4.1 
 
<tb> 
<tb> 1, <SEP> 00 <SEP> g <SEP> Stickstoff <SEP> (in <SEP> Form <SEP> von <SEP> filtriertem <SEP> Bierhefeautolysat)
<tb> 50, <SEP> 00 <SEP> g <SEP> Glukose <SEP> 
<tb> 1, <SEP> 00 <SEP> g <SEP> KH2P04 <SEP> 
<tb> 0, <SEP> 50 <SEP> g <SEP> MgS04. <SEP> 7H20 <SEP> 
<tb> 0, <SEP> 50 <SEP> g <SEP> Ca <SEP> (NO3) <SEP> 2-2H2 <SEP> 0 <SEP> 
<tb> 0, <SEP> 10 <SEP> g <SEP> NaCl <SEP> 
<tb> 0, <SEP> 05 <SEP> g <SEP> FeS04. <SEP> 7 <SEP> H20 <SEP> 
<tb> - <SEP> mit <SEP> Leitungswasser <SEP> auf <SEP> 1000 <SEP> ml <SEP> aufgefüllt, <SEP> PH <SEP> 6, <SEP> 0.
<tb> 
 



   Zur Beimpfung verwendet man eine auf derselben Nährlösung herangeführte vegetative Vorstufe von Pleurotus ostreatus. 



   Die Einsaat beträgt 10%. Die Kultivierung des Spaltorganismus und die anschliessende enzymatische Hydrolyse des Substrats erfolgten wie im Beispiel 4 angegeben. 



     Beispiel 6 : 100ml   einer Zellsuspension von Escherichia coli (A. T. C. C. 11105), die etwa   1010 Kei-   me pro ml enthält, und die man über Nacht mit 0,2 Vol.-% Toluol bei   370C     vorinkubierte,   werden mit 4 g   Natrium-BenzylpenicillinsuIfoxydversetzt.   Die Suspension wird 4 h auf 37 C und einen pH-Wert von 7,5 gehalten. Sodann werden die Zellen abzentrifugiert, die klare Lösung wird zur Entfernung von Phenylessigsäure sowie nicht umgesetztem Benzylpenicillinsulfoxyd extrahiert und das entstandene 6-Aminopenicillansäuresulfoxyd in üblicher Weise isoliert. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäuresulfoxyd, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Penicillinsulfoxyd der Formel 
 EMI4.2 
 worin R1 Benzyl, Butoxymethyl, p-Kresoxymethyl, Phenoxymethyl oder   Pheny1mercaptomethyl   bedeutet und R2 für Wasserstoff, Alkali oder Erdalkali steht, mit Hilfe von Bovista plumbea, Escherichia coli, Pleurotus ostreatus oder Fusarium semitectum spaltet.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Bovista plumbea, Escherichia coli, Pleurotus ostreatus oder Fusarium semitectumin Form eines angereicherten oder nicht angereicherten, physikalisch stabilisierten und/oder chemisch fixierten Enzyms oder Enzymsystems verwendet.
    3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man als Enzym oder Enzymsysteme Zellwandfraktionen, Cytoplasmafraktionen, Autolysate, Plasmolysate, Trockenpulver, Enzymextrakte, Enzymanreicherungen, Rohenzyme oder Reinenzyme verwendet.
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