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Es ist üblich, zum Beschicken von Blasstahlkonvertern Roheisenpfannen zu verwenden. Dies sind grosse Roheisenbehälter, die aus Roheisenmischern oder Torpedopfannen ihr Roheisen erhalten und anschliessend mit Hilfe eines Hallenkranes vor den meist geneigten Konverter transportiert und dort in diesen entleert werden. Ein Roheisenmischer dient zur Sammlung des Roheisens von mehreren Hochofenabstichen und zur Mischung desselben zwecks Egalisierung der Zusammensetzung ; eine Torpedopfanne dient zum Transport des Roheisens vom Hochofen zum Blasstahlwerk auf Eisenbahnschienen und kann auch für längere Strecken eingesetzt werden.
Erfolgt der Antransport des Roheisens in dieser Weise mit Torpedopfannen, so befindet sich in der Stahlwerkshalle meist eine Umfüllstation zum Umfüllen des Roheisens von den Torpedopfannen in die Beschickungspfannen, die mit mehreren parallelen Gleisen für Torpedopfannenwagen ausgerüstet ist. Dadurch besteht die Möglichkeit, unmittelbar nach Entleerung einer Torpedopfanne Roheisen aus einer andern Torpedopfanne von den Nachbargleisen zu entnehmen. Dies macht es erforderlich, mehrere Eingussstände für die Beschickungspfannen vorzusehen, die fast immer in einer Linie quer zu den Gleisen für die Torpedopfannenwagen liegen. Damit ein Eingiessen des Roheisens in die Beschickungspfannen möglich ist, müssen diese unterhalb der Gleisebene für die Torpedopfannenwagen abgesetzt werden.
Bei dieser Art der Roheisenbeschickung treten während des Eingiessvorganges stets grosse Mengen von Rauchgasen aus den Beschickungspfannen aus und belästigen die Umgebung. Diese Erscheinung wird noch verstärkt durch die erforderliche Unterbringung einer derartigen Beschickungsstation in der Stahlwerkshalle selbst oder zumindest unter einem Dach. Die Folge ist eine erhebliche Belästigung der in der Umgebung tätigen Leute.
Dieser Vorgang wird noch verstärkt durch die in neuerer Zeit beim Einfüllen in die Beschickungspfannen üblich gewordene Entschwefelung des Roheisens durch Zugabe von Alkalien vor und während des Umfüllvorganges in die Beschickungspfannen. Eine solche Entschwefelung ist üblich geworden, da die modernen Blasstahlverfahren, insbesondere das LD-Verfahren, nur eine relativ geringe Entschwefelung des Roheisens im Konverter ermöglicht. Diese Alkalien, vorwiegend Soda, verlassen beim Entgiessen in die Beschickungspfannen zu einem gewissen Anteil die Pfannen in Aerosolform und führen infolge ihrer ätzenden Eigenschaften zu einer ganz erheblichen Belästigung der Umgebung.
Bisher musste man diese Belästigung hinnehmen, da es keine Möglichkeit gab, bei der Grösse der Umfüllstationen mit mehreren Gleisen für die Torpedopfannenwagen und demzufolge mit mehreren vorgesehenen Stellplätzen für die zu beschickenden Pfannen, die Abgase wirtschaftlich, d. h. ohne erhebliche Falschluftbeimengung zu erfassen und zu reinigen.
Diese Aufgabe löst in vorbildlicher Weise die erfindungsgemässe Vorrichtung. Sie besteht aus einer Absaughaube, die über die Beschickungspfanne gefahren wird, nachdem sie in Beschickungsstellung gebracht worden ist. Zur Ermöglichung des Eingusses des Roheisens in die Beschickungspfanne ist der obere Teil der Haube mit einem rechteckigen Ausschnitt versehen, der quer zum Gleis des Torpedopfannenwagens gerichtet ist.
Durch diesen Ausschnitt erfolgt nun neben dem Einfuss des flüssigen Metalls eine Luftansaugung in der Stärke, dass der Auftrieb der verdrängten heissen Luft sowie der Reaktionsgase überwunden wird. Nach der Erfindung liegt die hiefür erforderliche Ansauggeschwindigkeit bei 5 bis 10 m/sec, bezogen auf den Querschnitt dieses Ausschnittes. In Beschickungsstellung befindet sich ein Saugstutzen zur Absaugung der Gase aus der Haube vor einer fest installierten Absaugeöffnung, die mit einer Entstaubungsanlage in Verbindung steht. Um die Haube auch in andern Beschickungsstellungen der Pfanne verwenden zu können, ist sie auf einem Wagen angeordnet, der quer zu den Gleisen für die Torpedopfannenwagen verfahrbar ist.
Wird die Haube in einer andern Beschickungsstellung eingesetzt, so befindet sich ihr Saugstutzen vor einer andern Absaugöffnung, die mit demselben Entstaubungssystem in Verbindung steht, während gleichzeitig die vorher verwendete Absaugöffnung und weitere eventuell vorhandene Absaugöffnungen für andere Beschickungsstellungen durch Verschlussdeckel abgeschlossen werden, die mit dem Haubenwagen verfahren werden und federnd in der Weise am Haubenwagen befestigt sind, dass sie vor die nicht benutzten Absaugeöffnungen gedrückt werden.
Im einzelnen sei dies an Hand der Fig. l bis 4 beschrieben. In Fig. l ist ein Beschickungspfannenwagen - l--dargestellt, der auf den Gleisen--2--quer zu den Gleisen für die Torpedopfannenwagen verfahrbar ist. Die Beschickungspfanne--3--befindet sich in einer Beschickungsstellung.
Dabei zeigt ihr Ausguss-4in die Richtung, in der der Beschickungspfannenwagen-l--verfahrbar ist. über die Beschickungspfanne --3-- befindet sich die Absaugehaube gemäss Erfindung --5-- mit ihrem Saugstutzen--6-, die auf dem Haubenwagen --7-- angeordnet ist, der auf den Gleisen --8-- ebenfalls quer zu den Gleisen --11-- für die Torpedopfannenwagen--12--verfahrbar ist. Zwischen der Beschickungspfanne --3-- und der Absaugehaube --5-- befindet sich ein Spalt--9 und 10--. Der Ausguss--4-ist nicht abgedeckt, da sich an ihm Bärte bilden.
Die gleiche Anordnung in der Draufsicht zeigt Fig. 2. Die Haube--5-ist mit einem Saugstutzen --6-- versehen. Beides ist angeordnet auf dem Haubenwagen-7--, der auf den Gleisen ---8-- verfahrbar ist. Die Haube ist mit einem Rechteckschlitz-13-zum Einguss des Roheisens vom Torpedopfannenwagen aus versehen. Sie stützt sich auf der dem Saugstutzen gegenüberliegenden Seite mit Hilfe des Trägers --14-- auf dem Haubenwagen ab. Entsprechend den beiden möglichen Beschickungsstellungen der Haube und Pfanne nach Fig. 2 sind zwei Absaugeöffnungen--15 und 16-vorgesehen, die mit der Entstaubungsanlage fest
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