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Die Erfindung betrifft eine Filmkamera mit einer Belichtungsmesseinrichtung bei der das durch ein Aufnahmeobjektiv fallende Licht über eine verspiegelte, periodisch angetriebene, insbesondere umlaufende Verschlussblende einem lichtelektrischen Wandler zugeleitet wird, wobei eine das Trägheitsmoment einer Masse ausnutzende bei Geschwindigkeitsänderungen der Verschlussblende aus einer Ruhe- in eine Arbeitslage bringbare Steuereinrichtung zum Einschalten einer Kompensationseinrichtung in den Objektivstrahlengang mit der Verschlussblende verbunden ist.
Aus der österr. Patentschrift Nr. 271204 ist eine Filmkamera bekanntgeworden, bei der die zum Ausgleich der Anzeigeunterschiede der Belichtungsmesseinrichtung beim Anlaufen der Kamera vorgesehene Kompensationseinrichtung durch Fliehkraft aus dem Objektivstrahlengang geschaltet wird. Bei einer rasch anlaufenden Filmkamera würde die durch Fliehkraft gesteuerte Kompensationseinrichtung jedoch einige Zeit benötigen, um in die dem Betriebszustand entsprechende Stellung zu gelangen. In der Regel entspricht diese Zeit etwa der Belichtung von vier Bildern, bis sich dann die Belichtungseinrichtung und die Objektivblende auf den richtigen Wert eingestellt haben. Es ist klar, dass sich bei der Projektion des Filmes die beim Anlaufen der Kamera aufgenommenen Bilder störend auswirken.
Um diese Nachteil zu umgehen, wird gemäss der Erfindung vorgeschlagen, dass die Steuereinrichtung von einem um eine parallel zur Achse der Verschlussblende, gegebenenfalls auch um eine dazu koaxiale Achse schwenkbaren Teil, vorzugsweise von der Kompensationseinrichtung selbst, gebildet ist, wobei wenigstens die Ruhelage durch einen Anschlag festgelegt ist. Durch diese Massnahme wird die Kompensationseinrichtung nach dem Anlaufen der Kamera sofort aus dem Belichtungsstrahlengang geschaltet. Die Achse der Steuereinrichtung kann dabei auch eine bloss gedachte sein, die gegebenenfalls auch im Unendlichen liegt.
Beim Abstoppen der Verschlussblende wiederholt sich der Vorgang in ähnlicher Weise nur mit dem Unterschied, dass der die Kompensationseinrichtung steuernde Teil infolge seiner nun wirkenden der negativen Beschleunigung entgegenwirkenden Trägheitskraft ein Einschalten der Kompensationseinrichtung in den Belichtungsmessstrahlengang bewirkt.
Oft mag es genügen, wenn durch die Massenträgheitskraft allein die Ein- bzw. Ausschaltebewegung der Kompensationseinrichtung gesteuert wird. Allerdings kann es vorkommen, dass in den Lagern der Steuereinrichtung für die Kompensationseinrichtung Reibungskräfte entstehen, die der Massenträgheit entgegenwirken, wobei bereits kleine Reibungskräfte ein Verzögern der Ausschaltebewegung hervorrufen können.
Um diesen Nachteil auszugleichen, wird gemäss einem Ausführungsbeispiel der Erfindung vorgeschlagen, dass die Steuereinrichtung von einem Windflügel gebildet ist, der bei laufender Blende durch den auf den Flügel einwirkenden Luftwiderstand in eine, der Luftströmung geringsten Widerstand entgegensetzende Stellung, vorzugsweise entgegen der Wirkung einer Federkraft bringbar ist. Da die die Trägheitskraft hervorrufende Masse bei bewegter Blende einen unruhigen Lauf derselben verursachen würde, ergibt sich, wie dies gemäss einer Weiterbildung der Erfindung vorgeschlagen wird, ein besonderer Vorteil, wenn durch die Masse des Windflügels in der der Luftströmung geringsten Widerstand entgegensetzenden Stellung die Masse der Verschlussblende ausgewuchtet ist.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich an Hand der Beschreibung von in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen. Die Fig. l stellt schematisch eine erfindungsgemässe Ausführungsform für eine in Abhängigkeit von der Beschleunigung der Verschlussblende ein-bzw. ausschaltbare Kompensationseinrichtung in einer Kamera dar, wobei die Fig. 2 eine Draufsicht der Einrichtung aus der Fig. l zeigt. Während die Fig. l und 2 die Einrichtung in der Ruhelage zeigen, veranschaulicht die Fig. 3 die Lage bei laufender Blende. In der Fig. 4 wird eine weitere Ausführungsform der Erfindung bei stillstehender Verschlussblende dargestellt. Die Fig. 5 stellt eine Draufsicht der Einrichtung aus der Fig. 4 dar. Dieselbe Ausführungsform wie in der Fig. 4, allerdings bei laufender Verschlussblende, zeigt die Fig. 6.
In der Fig. l wird schematisch eine Filmkamera--40--dargestellt, in welcher ein durch ein Objektiv --41-- einfallender Lichtstrahl auf eine verspiegelte Topfblende--42-gelangt. Diese lenkt das Licht auf einen teildurchlässigen Spiegel--43--, der wieder einen Teil des Lichtstrahles einem Sucher --44-- zuleitet, der durch den Spiegel--43-hindurchdringende Teil des Lichtes fällt auf ein Photoelement-45--.
Bei stillstehender Umlaufblende--42-- (Fig. 2) ist in dem zum Photoelement-45--abgelenkten Lichtstrahl eine Stillstandskompensationseinrichtung-46-geschaltet. Diese Stillstandskompensationseinrichtung wird im vorliegenden Fall beispielsweise von einer Siebblende gebildet, die Kompensationseinrichtung könnte aber ebenso aus einem andern lichtschwächenden Element aufgebaut sein. Die Siebblende --46-- ist über einen Arm--47--mit einem um die Verschlusswelle--49-drehbaren Lager-48-verbunden. Der Lagerteil--48--ist innerhalb der topfförmigen Blende --42-- angeordnet, so dass der Platzbedarf dieser Einrichtung sehr gering ist.
Eine Federeinrichtung --50-- belastet sowohl das Lagerhals auch den Arm--47--in Richtung der Bodeninnenfläche--51--der Topfblende-42-, so dass zwischen dem Arm --47-- und dem Lager --48-- eine formschlüssige (beispielsweise Loch-Zapfen) Verbindung, zwischen Lager --48- und Blendenboden--51--jedoch nur eine reibschlüssige Verbindung hergestellt ist. Die auf den Boden--51--wirkende Normalkraft ist etwa von der Stärke, dass sich bei Lageänderung der Kamera-40die Siebblende --46-- nicht durch ihr Eigengewicht aus ihrer jeweiligen Stellung bewegen würde.
Ein mit dem Boden--51--verbundener Stift-52-der Blende-42--ragt in eine Nut-53-- od. dgl. und liegt bei Stillstand der Blende an einem Ende der Nut-53-an fs. Dar teHune in der Fig. 2).
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Wird die Kamera in Betrieb genommen, so läuft die Umlaufblende--42-in Richtung des Pfeiles --54-- an, während die Siebblende--46--auf Grund ihrer Massenträgheit in ihrer bisherigen Lage bleibt.
Der Arm--47--weist eine bogenförmige Ausnehmung auf, dass der in Fig. 2 kreisförmig eingezeichnete Lichtstrahl den hinter der Blende--42--vorbeilaufenden Film belichten kann. Erst bis der Stift--52--am andern Ende der Nut --53-- aufläuft, wird auch der Lagerteil--48-, der Arm--47--und die Siebblende--46--von der Umlaufblende--42--mitgenommen (Fig. 3). Dabei läuft die Siebblende - hinter dem verspiegelten Blendenflügel mit, so dass das vom Flügel während des Umlaufes auf das Photoelement reflektierte Licht von der Siebblende unbeeinflusst bleibt.
Nach Abschalten der Kamera wird die Blende--42--von einer nicht dargestellten Stoppeinrichtung in der in Fig. 2 dargestellten Lage angehalten, wobei sich der Lagerteil--48--infolge der auf ihn einwirkenden Trägheitskraft noch so lange dreht, bis das andere Ende der Nut-53-am Stift-52-aufläuft. Gleichzeitig ist dann wieder die Siebblende-46-- in dem von der Blende --42-- abgelenkten Strahlengang gehalten.
Eine Weiterbildung dieser Einrichtung zeigt die Fig. 4. An Stelle der im Inneren der Topfblende drehbar gelagerten Siebblende weist diese Einrichtung einen auf der Bodenaussenfläche--51a-der Topfblende --42a-- um eine Achse --60-- schwenkbaren Filterhalter --61-- auf. Die Achse--60--ist exzentrisch zur Verschlusswelle--62--auf der Blende--42a--aufgesetzt und lagert gleichzeitig eine Schenkelfeder - -63--. Ein Arm-64-der Schenkelfeder-63-stützt sich auf einem mit dem Filterhalter-61--
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Windflügel --65--,Filterhalter--61--ein Filter--69--oder ein anderes lichtschwächendes Element in den Objektivstrahlengang, um das auf das Photoelement--45a--fallende Licht zu kompensieren (Fig. 4, Fig. 5).
Läuft die Verschlussblende in Richtung des Pfeiles--70--an, so wirkt auf den exzentrisch gelagerten Windflügel--65--neben der Massenträgheit (Pfeil M) auch noch der Luftwiderstand (Pfeil--W--), so dass sich der Flügel --65-- in die in Fig. 6 dargestellte Lage entgegen der Wirkung der Schenkelfeder--63--
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massenausgeglichensten Lage, so dass ein ruhiger Lauf der Blende gewährleistet ist. An Stelle des Luftwiderstandes--W--und der Massenträgheit--M--kommt nun die Fliehkraft--F--zur Wirkung, die den Filterhalter-61--entgegen der Wirkung der schwächer bemessenen Federkraft der Schenkelfeder --63-in der das Filter --69-- ausgeschwenkten Lage hält.
Wird die Blende wieder in der in Fig. 5 dargestellten Ruhelage von einer nicht dargestellten Stoppeinrichtung angehalten, kommt die Fliehkraft nicht mehr zur Wirkung und die Feder--63--schaltet das Filter --69-- wieder in den Strahlengang ein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Filmkamera mit einer Belichtungsmesseinrichtung, bei der das durch ein Aufnahmeobjektiv fallende Licht über eine verspiegelte, periodisch angetriebene, insbesondere umlaufende Verschlussblende einem lichtelektrischen Wandler zugeleitet wird, wobei eine das Trägheitsmoment einer Masse ausnutzende, bei Geschwindigkeitsänderungen der Verschlussblende aus einer Ruhe-in eine Arbeitslage bringbare Steuereinrichtung zum Einschalten einer Kompensationseinrichtung in den Objektivstrahlengang mit der Verschlussblende verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (46 ;
61) von einem um eine parallel zur Achse (49 ; 62) der Verschlussblende (42,42a) gegebenenfalls auch um eine dazu koaxiale Achse (60) schwenkbaren Teil (47 ; 61), vorzugsweise von der Kompensationseinrichtung selbst, gebildet ist, wobei wenigstens die Ruhelage durch einen Anschlag (52,53 in Fig. 2 ; 68) festgelegt ist.
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