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Bei bekannten Vergasern mit Starthilfseinrichtung hält eine Bimetallfeder die Drosselklappe bei Inbetriebnahme des Motors geschlossen, um das angesaugte Kraftstoff-Luftgemisch entsprechend den Erfordernissen des Kaltstartes mit Kraftstoff anzureichern. Ein elektrisches Heizelement, welches zugleich mit der Zündung der Maschine eingeschaltet wird, heizt die Bimetallfeder in der Folge auf, wodurch die Drosselklappe aus der Schliessstellung allmählich in ihre normale Betriebsstellung verschwenkt wird.
Durch diese Startautomatik, welche an die Stelle des üblichen handbetätigten Chokers tritt, wird zwar die Bedienung der Maschine vereinfacht, doch müssen verschiedene, zum Teil beträchtliche betriebliche bzw. wirtschaftliche Nachteile in Kauf genommen werden. So bleibt bei Vergasern mit Startautomatik die Tatsache unberücksichtigt, dass beim Wiederanlassen eines nur vorübergehend abgestellten Motors ein neuerliches Schliessen der Drosselklappe durchaus nicht erforderlich ist. Dadurch entsteht einerseits, insbesondere im Kurzstreckenverkehr, ein empfindlicher Mehrverbrauch des Motors und anderseits kommt es häufig vor, dass die Maschine infolge des übermässigen Kraftstoffüberschusses beim neuerlichen Start mit geschlossener Klappe absäuft.
Weiters ist es nachteilig, dass sich der überschüssige Kraftstoff an den Zylinderwänden niederschlägt und den ölfilm zerstört, so dass ein unnötiger Mehrverschleiss an den Kolbenringen und der Zylinderlauffläche entsteht. Im Winterbetrieb werden die erwähnten Nachteile der Startautomatik, welche im übrigen auch bei Vergaserausführungen mit handbetätigter Starterklappe auftreten, im Hinblick auf die erschwerten Startbedingungen der kalten Jahreszeit in Kauf genommen. Im Sommer hingegen besteht in den meisten Fällen keine Veranlassung, das Kraftstoff-Luftgemisch beim Starten anzureichern, da die meisten Motoren auch ohne diese Starthilfe anspringen.
Die vorhandene Startautomatik macht sich dann durch übermässigen Kraftstoffverbrauch, verstärkten Schadstoffgehalt der Abgase und vergrösserten Verschleiss von Kolben und Zylindern besonders störend bemerkbar. Ein weiterer Nachteil der bekannten Vergaserausführung mit Startautomatik besteht darin, dass bei einem Versagen der Automatik die Starterklappe geschlossen bleibt und der Fahrzeugbesitzer daher gezwungen ist, zur Behebung der Störung eine Werkstätte aufzusuchen.
Bisher bekanntgewordene Ausgestaltungen von Zusatzeinrichtungen für Vergaser mit Startautomatik verfolgen das Ziel, das Thermostellglied der Vergaserautomatik vom Lenkerplatz aus beliebig aufzuheizen, wofür die Stromversorgung der Heizeinrichtung der Starthilfseinrichtung beliebig ein- und ausschaltbar ist. Bei einem Ausbildungsvorschlag für eine solche Einrichtung erfolgt die Beeinflussung der Startautomatik in Abhängigkeit von der Temperatur des Schmier- oder Kühlmittels des Motors, wobei die Startklappe an einem vollkommenen Verschliessen des Ansaugluftkanals gehindert wird. In diesem Zusammenhang wurde auch schon vorgeschlagen, durch eine elektromagnetisch erfolgende Verdrehung der Bimetallfeder die vollkommene Öffnung der Startklappe zu erreichen, solange die steuernden Betriebsmittel, öl oder Wasser, entsprechend hohe Temperatur aufweisen.
Diese bekannten Einrichtungen sind jedoch überaus aufwendig, kompliziert und störungsanfällig und vermochten sich deshalb nicht durchzusetzen.
Die Erfindung geht bei der Verfolgung des Zieles, die Nachteile der bekannten Einrichtungen zu vermeiden, von einer Zusatzeinrichtung für Vergaser mit einer eine Starthilfseinrichtung betätigenden, über eine Spirale elektrisch beheizbaren Bimetall-Feder aus, deren äusseres Ende mit einem Mitnehmer für die Starthilfseinrichtung und deren anderes Ende an einem drehbaren Widerlager angeordnet ist, wodurch die Wickelfeder in eine Ruhestellung, in der die Wicklung der Starthilfseinrichtung ausgeschaltet ist, verstellt werden kann.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, dass bei einer solchen Zusatzeinrichtung die Wickelfeder mittels eines zur Drosselklappenwelle fluchtenden drehbaren Bolzens in eine beliebige Stellung einstellbar ist, in der sie mit der Drosselklappenwelle nur auf einem Teil ihres Verstellweges im Eingriff ist und in der Ruhestellung ganz ausser Eingriff steht. Bei dieser Ausbildung ist erreicht, dass das Thermostellglied, die Bimetallfeder, als Ganzes mittels eines mit der Drosselklappenwelle fluchtenden Bolzens verdreht werden kann. wobei die Wickelfeder mit der Starthilfe über einen der Grösse nach von der Bolzenstellung abhängigen Teil des Verstellweges der Wickelfeder im Eingriff ist. Diese Einrichtung ermöglicht es, das Betriebsverhalten der Starthilfseinrichtung den jeweiligen klimatischen und sonstigen Betriebsbedingungen des Motors weitgehend anzupassen.
So kann mit Hilfe der Verstelleinrichtung die Starthilfseinrichtung erforderlichenfalls, insbesondere im Sommerbetrieb, vollständig ausser Funktion gesetzt werden oder aber kann der von der Startautomatik bestimmte Schwenkbereich der Drosselklappe in beliebigem Ausmass verkleinert werden. Die Drosselklappe wird daher beim Start der Maschine nur so weit geschlossen, als es im Hinblick auf die erwünschte Gemischzusammensetzung unter den gegebenen klimatischen Bedingungen erforderlich ist.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemässen Zusatzeinrichtung ist darin gelegen, dass die Starthilfseinrichtung im Störungsfall ganz ausser Betrieb gesetzt und die Fahrt dennoch ohne Bedenken fortgesetzt werden kann, weil die Gefahr einer weiter andauernden Überfettung des Kraftstoff-Luftgemisches beseitigt ist.
Die Betätigung der Verstelleinrichtung kann im einfachsten Fall von Hand aus erfolgen, da im allgemeinen eine Veränderung der Einstellung der Starthilfseinrichtung nur in grösseren Zeitabständen erforderlich sein wird.
Zur bequemeren Handhabung kann aber auch eine Fernbetätigung der Stelleinrichtung, z. B. über einen
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Bowdenzug oder einen vom Armaturenbrett aus schaltbaren Drehmagneten vorgesehen werden.
Nach einer besonders einfachen Weiterbildung der Erfindung kann der Bolzen mit einem die Heizspirale enthaltenden Gehäusedeckel zwischen festen Anschlägen verdrehbar sein und durch ein zwischen den Gehäusedeckel und den Vergaser eingeschaltetes Federelement, z. B. eine Wellenfeder, in jeder Stellung reibschlüssig festgehalten werden. Diese Einrichtung lässt sich mit wenigen Handgriffen an vorhandenen Vergasern mit Starthilfseinrichtung anbringen.
Weitere Vorteile bietet eine andere Ausführung der Zusatzeinrichtung nach der Erfindung, bei welcher konzentrisch zu dem drehbaren Bolzen die Heizspirale an einer mit dem Vergasergehäuse starr verbundenen Isolierplatte angeordnet ist, am Gehäuse ein mit dem drehbaren Bolzen drehfest verbundenes Betätigungselement, z. B. ein Drehknopf, federnd anliegt und die Isolierplatte an ihrer äusseren Stirnseite ein mit der Hei7spirale elektrisch leitend verbundenes Stromsegment trägt, an dem ein am Betätigungselement angebrachter, mit einer aussenliegenden Anschlussklemme verbundener federnder Schleifkontakt in allen Stellungen des Betätigungselementes mit Ausnahme einer Ruhestellung anliegt. Auf Grund dieser Ausbildung wird zugleich mit der Abschaltung der Startautomatik auch die Stromzuführung zu der Heizspirale unterbrochen.
Dadurch werden die Heizspiralen und die Bimetallfeder während des gesamten Zeitraumes, in dem die Startautomatik ausser Funktion gesetzt ist, geschont.
Schliesslich kann nach der Erfindung die Verstelleinrichtung selbsttätig, z. B. in an sich bekannter Weise von einer Betriebsgrösse der Brennkraftmaschine, gesteuert sein. Als Steuergrösse kann beispielsweise, ähnlich den eingangs beschriebenen bekannten Ausbildungsvorschlägen, die Motortemperatur herangezogen werden, wobei der Eingriff in die Starthilfseinrichtung in dem Sinne erfolgt, dass diese bei betriebswarmem Motor abgeschaltet bzw. in eine der jeweiligen Motortemperatur entsprechende Zwischenstellung gebracht wird.
Die Vorteile des Erfindungsgegenstandes bestehen im wesentlichen ausser in der Einwirkung des temperaturabhängigen Schaltelements auf die Drosselklappe in der Möglichkeit der nachträglichen Anbringung einer entsprechend der Erfindung ausgebildeten Einrichtung auch an hiefür noch nicht besonders ausgebildeten Vergasern und in der Möglichkeit der Erzielung einer Hand- oder Fernbetätigung der Verstelleinrichtung.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert :
Es zeigen Fig. l einen Axialschnitt einer vereinfachten Ausführungsform der Zusatzeinrichtung nach der Erfindung, Fig. 2 eine Vorderansicht der Einrichtung nach Fig. 1, Fig. 3 einen Axialschnitt einer andern Bauform der erfindungsgemässen Zusatzeinrichtung, Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 3, und Fig. 5 eine Vorderansicht der Bauform nach Fig. 3.
Bei beiden Ausführungsformen der Zusatzeinrichtung ist der zum Anschluss der Startautomatik bestimmte, nur teilweise dargestellte Gehäuseteil des Vergasers mit--l--bezeichnet. Am Umfang des Gehäuseteils - l--befinden sich je mit einer Gewindebohrung versehene Befestigungsaugen--2--für den Anschluss der Startautomatik. In den Gehäuseteil--l--ist eine z.
B. aus Kunststoff bestehende Schale--3--eingesetzt, welche einen bogenförmigen Schlitz--4--besitzt durch den ein am Ende der nur teilweise dargestellten
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Mitnehmerhebel--6--hindurchgreift.- untergebracht, welcher in den Vergasergehäuseteil--l-eingesetzt ist und mit seiner inneren Ringstirnfläche--8--an der Schale--3--anliegt. An den Augen-2--des Gehäuseteils-l--ist mittels Schrauben --10-- ein Überwurfring --9-- befestigt, an dessen innerer Ringstirnfläche eine Wellenfeder--11--anliegt, die sich anderseits an einem Absatz --12-- de Gehäusedeckels --7--
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verbundene,
isoliert angebrachte Anschlussklemme--21--. Die Heizspirale --17-- wird übIicherweise zugleich mit dem Zündstromkreis der mit dem Vergaser zusammenarbeitenden Brennkraftmaschine an Spannung gelegt.
In der in Fig. 2 mit gestrichelten Linien eingezeichneten Stellung des Stellhebels --13-- befindet sich die Startautomatik in ihrer normalen Arbeitsstellung, in der sie folgende bekannte Funktionen ausübt : Beim
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Mitnehmerhebel--6--der Drosselklappenwelle--5-anschlägt,Drosselklappe des Vergasers (nicht dargestellt) geschlossen. Dadurch wird das vom Motor angesaugte Kraftstoff-Luftgemisch mit Kraftstoff angereichert, um den Kaltstart des Motors zu ermöglichen. Die zugleich mit der Zündung an Spannung gelegte Heizspirale --17-- führt nun zu einer zunehmenden Erwärmung der Bimetallfeder so dass sich diese zusammenzuwickeln beginnt und die Drosselklappe allmählich geöffnet wird.
Nach einiger Zeit hat sich die weiterhin beheizte Bimetallfeder --18-- so weit zusammengewickelt, dass ihr äusseres Ende --20-- ausser Eingriff mit dem Mitnehmerhebel-6-kommt. Von diesem Augenblick an ist die Startautomatik unwirksam. Die Bimetallfeder--18-kehrt erst nach Abschalten der Heizspirale --17-- mit zunehmender Abkühlung allmählich in ihre Ausgangsstellung zurück.
Bei betriebswarmem Motor und in der Regel auch bei sommerlichen Aussentemperaturen ist die Funktion der Startautomatik unerwünscht, weil sie zu einer nicht betriebsnotwendigen Überfettung des Kraftstoff-Luftgemisches und zu einem vermeidbaren Kraftstoffmehrverbrauch führt. Durch die erfindungsgemässe Zusatzeinrichtung ist nun die Möglichkeit gegeben, die Startautomatik im Bedarfsfalle zur Gänze oder über einen Teil ihres Wirkungsbereiches ausser Betrieb zu setzen.
Dies geschieht durch Verdrehen des Gehäusedeckels --7-- mittels des Stellhebels--13-. Soll die Startautomatik völlig stillgesetzt werden, so wird der Hebel --13-- aus der mit gestrichelten Linien eingezeichneten Normalstellung in die mit vollen Linien dargestellte Ruhestellung verschwenkt, in der das äussere Ende --20-- der Bimetallfeder --18-- und der Mitnehmerhebel --6-- völlig ausser Eingriff sind. In allen Zwischenstellungen des Stellhebels-13nimmt auch die Drosselklappe bei kalter Bimetallfeder, also vor dem Anlassen des Motors, eine entsprechende Zwischenstellung ein. Der Motor erhält dann beim Start ein weniger fettes Kraftstoff-Luftgemisch als bei völlig geschlossener Drosselklappe.
Die in Fig. 3 bis 5 dargestellte Bauform der Zusatzeinrichtung besitzt gegenüber der Ausführung nach Fig. 1 und 2 noch weitere funktionelle Vorteile. Bei dieser Konstruktion ist die Startautomatik in einem abgesetzt hohlzylindrischen Gehäuse --22-- untergebracht, welches an dem Vergasergehäuseteil-l-in nicht
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--22-- besitztQuerwand --23-- ist eine Isolierscheibe--26--angeordnet, die an ihrer äusseren Stirnseite ein mit der Heizspirale --25-- elektrisch leitend verbundenes Stromsegment --27-- trägt.
Im Gehäuse --22-- ist ein Bolzen --29-- drehbar gelagert, der an seinem inneren Ende die Bimetall-Wickelfeder --28-- trägt. Das äussere Ende des Bolzens --29-- durchsetzt einen in das Gehäuse
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eingreifenden Drehknopf--30--. Dar Bolzen--29--istBolzen--29--umgibt eine Druckfeder--34--, welche sich einerseits am Drehknopf --30-- und anderseits am Mitnehmer --32-- abstützt.
Die Druckfeder --34-- liefert die axiale Anpresskraft, die den Drehknopf --30-- in jeder Stellung gegenüber dem Gehäuse-22-fixiert.
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--30-- weist eine aussermittige Bohrung --35-- auf,--36-- belasteter Kontaktstift --37-- gleitbar gelagert ist, der an seinem äusseren Ende die Anschlussklemme - für die Heizspirale --25-- trägt. Der Kontaktstift --37-- arbeitet mit dem Stromsegment - 27-- als Schleifkontakt zusammen. Am Stromsegment --27-- ist ein Endanschlag --39-- angebracht. der den Verdrehwinkel des Kontaktstiftes --37-- und damit des Drehknopfes --30-- entgegen dem Uhrzeigersinn begrenzt.
Im Abstand von dem andern Ende des Stromsegmentes-27-ist ein weiterer Endanschlag --40-- für den Kontaktstift --37-- angebracht. Dieser Anschlag --40-- ist isoliert angeordnet, so dass bei Verdrehen des Drehknopfes --30-- im Uhrzeigersinn bis zu der durch den Anschlag --40-- gegebenen Endlage die Stromzufuhr zu der Heizspirale --25-- unterbrochen wird. In dieser Stellung ist die Startautomatik-in gleicher Weise wie beim vorgenannten Ausführungsbeispiel -ausser Funktion gesetzt.
Da auch die Heizspirale ausgeschaltet ist, kühlt die Bimetallfeder - -28-- ab. ohne jedoch mit dem Mitnehmerhebel--6--wieder in Beriihrung zu kommen.
Zwischen den durch die Anschläge --39 und 40--definierten Endlagen des Drehknopfes --30-- sind wie beim vorerwähnten Ausführungsbeispiel beliebige Zwischenstellungen einstellbar in denen die Startautomatik nur über einen Teil ihres Verstellbereiches mit der Drosselklappenwelle in Eingriff steht.
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