<Desc/Clms Page number 1>
Niederfrequenzverstärker mit Entzerrerwirkung
Die Erfindung betrifft einen Niederfrequenzverstärker mit Entzerrerwirkung, insbesondere Leitungsverstärker für Pupinleitungen, mit einem einem Verstärkungselement, insbesondere einem Transistor mit geringem Ausgangswiderstand, nachgeschalteten, aus einer Längsinduktivität und einer Querkapazität bestehenden Reaktanzvierpol.
Bei den bekannten Verstärkerschaltungen mit Entzerrungseinrichtungen zum Ausgleich der Dämpfungsverzerrungen von Pupinleitungen kann eine stufenlose Anpassung an verschiedene Arten und Längen von Pupinleitungen nur mit beachtlichem Aufwand erzielt werden. Die Stabilität des Gesamtverstärkers gegenüber Rückkopplungen ist durch die Bandbreite bestimmt, es ist daher wünschenswert, die Verstärkung ausserhalb der Grenzfrequenzen des Entzerrers stark abzusenken.
Es sind bereits verschiedene Varianten von Verstärkerelementen mit nachgeschaltetem Filter
EMI1.1
Schaltungsanordnungen, bei denen durch entsprechende Bemessung der Bauteile eine Blindwiderstandsanpassung in einem Röhrenverstärker erzielt wird. In der deutschen Patentschrift Nr. 899372 ist ein Leitungsanpassungsnetzwerk mit unveränderbarem Scheinwiderstand beschrieben.
In all diesen Fällen ist entweder eine stetige Regelung oder ein lastloser Anschluss des Vierpols möglich. Es ist zweifellos wünschenswert, über eine Einrichtung verfügen zu können, die beiden Anforderungen entspricht.
Die Erfindung bezweckt die stufenlose Anpassung des Verstärkungsgrades und des Frequenzganges an Type und Länge der pupinisierten Leitung zum Ausgleich von Dämpfungsverzerrungen. Es wird dies erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass als Ausgangsimpedanz ein stark gegengekoppelter Transistor in Emitterschaltung mit einem vorgeschalteten Stellpotentiometer dient, das über einen Trennkondensator an einen Abgriff der Längsinduktivität angeschlossen ist.
Das frequenzabhängige Dämpfungsverhalten von Reaktanzvierpolen, die von einer Spannungsquelle mit kleinem Innenwiderstand gespeist werden, kann bei angemessener Dimensionierung der den Reaktanzvierpol, beispielsweise ein Tiefpassfilter, bildenden Bauteile seiner Form nach dem Dämpfungsverhalten einer Pupinleitung bis in den Bereich des Dämpfungsmaximums angeglichen werden. Es folgt daraus, dass Verstärker, in denen derartige Vierpole im übertragungsweg angeordnet sind, zur Entzerrung von über Pupinleitungen eintreffenden Signalen besonders geeignet sind.
Durch Änderung der Resonanzfrequenz des Vierpols kann die Type, und durch Änderung des Abschlusswiderstandes die Länge der Pupinleitung eingestellt werden, deren Dämpfungsverzerrungen durch den Vierpol ausgeglichen werden sollen. Als Spannungsquelle für einen erfindungsgemäss in den Übertragungsweg eingefügten Tiefpass dient zweckmässig eine Verstärkerstufe geringeren Quellwiderstandes, z. B. ein Transistor in Kollektorschaltung, als Ausgangsstufe eine Verstärkerstufe mit hohem Eingangswiderstand (wie z. B. ein Transistor mit Emitterschaltung mit starker Gegenkopplung) mit einem vorgeschalteten Potentiometer.
(Zur besseren Angleichung des Dämpfungsverlaufes ist es zweckmässig, die Induktivität des Tiefpasses mit Anzapfungen auszuführen, an die der Lastwiderstand unter Zwischenschaltung eines Trennkondensators angeschlossen wird.)
Analog zur Verwendung eines Tiefpasses als Höhenentzerrer ist es auch möglich, einen Hochpass
<Desc/Clms Page number 2>
als Tiefenentzerrer zu verwenden. In diesem Fall ist der Reaktanzvierpol aus einer Längskapazität und einer Querinduktivität zusammengesetzt ; als Ausgangsimpedanz wird wieder eine stark gegengekoppelte Verstärkerstufe in Emitterschaltung, vorzugsweise in Gegentaktschaltung mit vorgeschaltetem Stellpotentiometer verwendet. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, als Querinduktivität die Primärwicklung des Gegentakt-Treiberübertragers zu verwenden.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt. Fig. l zeigt ein Ausführungsbeispiel der Verwendung eines Tiefpasses zur Höhenentzerrung, Fig. 2 den Aufbau einer Schaltung, in der ein Hochpass zur Tiefenentzerrung benutzt wird.
EMI2.1
einer über eine grosse Kapazität --4-- an diese Induktivität angeschlossenen stufenlos regelbaren Lastwiderstand --5-- besteht, gespeist wird. Der Ausgang dieses aus den Bauteilen-3 bis 6-gebildeten Reaktanzvierpols führt zur Basis eines Transistors --7-- über den die als Folge seines hohen Eingangswiderstandes rückwirkungsfreie Auskopplung durch Arbeitswiderstände --8 oder 9-erfolgt.
In der erfindungsgemässen Schaltung nach Fig. 2 erfolgt die Einkopplung des aus einem
EMI2.2
--11-- undÜbertragungsweg über einen Transistor --13-- und einen niederohmigen Widerstand-14--. Die Auskopplung wird symmetrisch durch im Gegentakt betriebene Transistoren-15 und 16-vorgenommen.
Die wesentlichen Vorteile der erfindungsgemässen Lösung liegen somit einerseits in der Möglichkeit einer stufenlosen Anpassung der Entzerrglieder an die Leitungslänge und anderseits in der rückwirkungsfreien Auskopplung, die bewirkt, dass die Charakteristik des Verstärkers von der Belastung durch die abgehende Leitung unabhängig bleibt.
Ein weiterer Vorteil, der vor allem für den Einbau der erfindungsgemässen Verstärker in kompliziertere Systeme von Bedeutung ist, liegt darin, dass Eingangs-und Ausgangsimpedanz dieser Verstärker frequenzunabhängig und in weiten Grenzen frei wählbar sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Niederfrequenzverstärker mit Entzerrerwirkung, insbesondere Leitungsverstärker für Pupinleitungen, mit einem einem Verstärkungselement, insbesondere einem Transistor mit geringem Ausgangswiderstand, nachgeschalteten, aus einer Längsinduktivität und einer Querkapazität bestehenden
EMI2.3
gegengekoppelter Transistor in Emitterschaltung mit einem vorgeschalteten Stellpotentiometer dient, das über einen Trennkondensator an einen Abgriff der Längsinduktivität angeschlossen ist.
EMI2.4