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Steuereinrichtung zum Öffnen und Schliessen der Nadelspitze einer Röhren-oder Schiebemadel
Röhrennadeln bestehen bekanntlich aus einem Röhrchen mit einem Haken am einen und einem
Nadelfuss am andern Ende, wobei im Röhrchen ein zum Schliessen des Nadelhakens hin und her verschiebbares Stäbchen vorgesehen ist, das an seinem aus dem Röhrchen herausragenden Ende ebenfalls einen Fuss hat, der wie der Röhrchenfuss in einen Führungskanal des Schlossmantels einer
Rundstrickmaschine hineinragt, wohingegen Schiebernadeln ein Hakenstäbchen mit einem Fuss aus einen und einem Haken am andern Ende sowie einen Schieber aufweisen, dessen eines Ende ebenfalls einen Fuss hat und dessen anderes Ende zum Schliessen des Hakens dient,
wobei der Schieber parallel zum Hakenstäbchen neben oder hinter diesem im Führungskanal des Nadelzylinders oder der Rippscheibe einer Rundstrickmaschine gelagert ist.
Es ist weiterhin bekannt, durch die Verwendung von Röhren-oder Schiebernadeln die Leistung einer Rundstrickmaschine zu steigern, weil der Nadelaustrieb kleiner als bei Verwendung von Zungennadeln ist und die Stricksysteme, die demzufolge weniger Raum im Schlossmantelkreis benötigen, in einer grösseren Zahl untergebracht werden können, als es bei Maschinen mit Zungennadeln möglich ist. Ausserdem kann die Arbeitsgeschwindigkeit einer Rundstrickmaschine wegen des gegenüber den Schlosskurven der Zungennadeln kürzeren oder weniger steilen Nadelaustriebsteiles erhöht werden.
Aus dem gleichen Grund ist schliesslich auch der Verschleiss der Nadeln bzw. der Nadelfüsse geringer.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe, die Leistung einer mit Röhren-und Schiebernadeln ausgerüsteten Rundstrickmaschine zusätzlich und während des Musterns zu steigern, wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass das Stäbchen bzw. der Schieber zum öffnen und Schliessen der Nadelspitze durch einen Elektromagneten betätigbar ist, wobei für die Einleitung der Bewegung des Stäbchens bzw. Schiebers Steuermagnete und für den weiteren Bewegungsablauf Steuerkurven bzw.
Führungskanäle vorgesehen sind.
Aus dem belgischen Patent Nr. 677251 bzw. dem deutschen Patent Nr. 745181 ist es zwar bekannt, zum Herstellen gemusterter Strickware die in den Nuten des rotierenden Nadelzylinders verschiebbaren Stösser durch stationär angeordnete Steuermagnetsysteme bzw. durch einen als Schlaghammer ausgebildeten Elektromagneten zwecks Nadelauswahl zu verschwenken, und in dem brit. Patent Nr. 883, 432 ist eine Stösserauswählvorrichtung mit einem Steuermagneten dargestellt, der eine als Steuerkurve ausgebildete Polschuhfläche besitzt, so dass die Stösserfüsse mustergemäss an dieser Polschuhfläche entlanggleiten oder aber unabgelenkt bleiben. Alle diese bekannten Vorrichtungen beziehen sich jedoch ausschliesslich auf Strickmaschinen, in denen Zungennadeln verwendet sind.
Durch die Erfindung wird dagegen vorgeschlagen, das Steuermagnetsystem direkt zur Steuerung der Stäbchen bzw. Schieber zu verwenden. Hiedurch wird der wesentliche Vorteil erzielt, dass die Magnete nur auf verhältnismässig geringe Massen, die noch sehr viel kleiner als die Massen der üblichen Stösser sind, einwirken müssen und daher ausserordentlich hochfrequent arbeiten können.
Durch die zusätzliche Massnahme, dass nämlich die Magnetkraft nur für den Auswählvorgang aufgewendet werden muss, während für den weiteren Bewegungsablauf der Stäbchen oder Schieber Steuerkurven bzw.
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Führungskanäle vorgesehen sind, wird erreicht, dass der gesamte Auswählvorgang in einem'Zeitraum von nur 0, 5 m/sec vorgenommen werden kann, wenn beispielsweise das Stäbchen- oder Schiebergewicht
0, 2 p beträgt und eine Magnetkraft von 5 p aufgebracht wird.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung, bei der wahlweise gestrickt auf Fang gearbeitet oder nicht gestrickt werden kann, ist dadurch gekennzeichnet, dass an den Strickstellen im
Schlossmantel zur Führung des Nadelfusses eine dreieckförmiger Führungskanal vorgesehen ist und dass zur wahlweisen Führung des Stäbchen- bzw. Schieberfusses zwei dreieckförmige Führungskanäle vorgesehen sind, deren ansteigende Teile von einem geradlinig verlaufenden Führungskanal abzweigen und deren absteigende Teile wieder in diesen einmünden. Bei dieser Ausführungsform sind die
Steuermagnete bevorzugt an den Abzweigstellen der ansteigenden Führungskanäle angeordnet oder die Kanten der Führungskanäle für die Stäbchen- bzw. Schieberfüsse im Bereich der Abzweigungen als Polschuhflächen der Steuermagnete ausgebildet.
Bei dieser bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann das mustergemässe Auswählen der Nadeln allein durch Steuerung der Bewegung der Stäbchen bzw.
Schieber erfolgen.
Die Erfindung ist nicht auf Rundstrickmaschinen beschränkt, sondern auch bei Flachstrickmaschinen anwendbar.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 eine Abwicklung der Nadelfussführungskanäle eines Stricksystems mit einer darüber eingezeichneten Mehrzahl von Nadelstellungen. Die Röhrennadeln sind zur besseren Erkennung der Stellung des Stäbchens zum Haken von der Seite gesehen dargestellt, Fig. 2 einen Längsschnitt durch den Nadelzylinder und den Schlossmantel längs der Schnittlinie 11/11 in Fig. 1, Fig. 3 einen Längsschnitt durch den unteren Teil des Schlossmantels längs der Schnittlinie III/III in Fig. 1 und Fig. 4 einen Längsschnitt durch den unteren Teil des Schlossmantels längs der Schnittlinie IV/IV in Fig. 1.
Der Nadelzylinder--l--hat in bekannter Weise senkrecht verlaufende Führungen --11--, in denen die Nadeln --2-- auf- und abbeweglich sind. Der Nadelzylinder lagert drehbar auf einem Ring - -12--, der mit dem Maschinengestell fest verbunden ist. Seine Drehung erhält der Nadelzylinder - l-von einem nicht dargestellten Antriebsrad, das mit der Innenverzahnung --13-- in Eingriff steht. Auf dem stationären Ring-12-ist der Schlossmantel-14-befestigt, der den Nadelzylinder in bekannter Weise umgibt und an dessen Innenwand die Kurventeile befestigt sind, die die Kanäle bilden, in denen die Nadelfüsse geführt werden.
Die obere Nadelfussführung wird durch die Kurventeile --101, 102,103, 104,105 und 106-gebildet. Die Teile-101 und 102-bilden die Kurve, die etwa dreieckförmig auf-und absteigt. Die Kurventeile --103 und 104 sowie 105 und 106-- bilden den geradlinig verlaufenden Führungskanal.
Der untere Führungskanal wird von den Kurventeilen-107, 108,109 und 110-gebildet. Der ausserhalb des Stricksystems geradlinig verlaufende Führungskanal wird von den Kurventeilen - -111, 112,113 und 114-gebildet. Der obere horizontal verlaufende Führungskanal ist mit-3gekennzeichnet, der etwa dreieckförmig auf-und absteigende Führungskanal mit-4--. Der untere geradlinig horizontal verlaufende Führungskanal hat das Bezugszeichen Von diesem Führungskanal ist an der Stelle--6--, wo in der oberen Führung der Kanal--3--durch
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nämlich bei--8--, in den Kanal --5-- wieder einmündet, wo in der oberen Führung der absteigende Ast des Kanals--4-in die horizontale Führung --3-- übergeht.
Bei --9-- ist im unteren Kanalsystem eine zweite Abzweigung vorgesehen, nämlich dort, wo der Faden in den Nadelhaken eingelegt ist und die Nadel sich in Abwärtsbewegung befindet. Von der Abzweigung geht
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ist. Der Röhrchenfuss--23--wird im oberen Führungskanal--3, 4, 3--geführt. Der Stäbchenfuss --25-- wird im Führungskanalsystem--5, 7,10, 5--geführt. Aus den Zeichnungen Fig. 1 ist leicht zu erkennen, dass das Röhrchen--21--der Nadel--2--mit seinem Haken in jedem System eine Auf-und Abbewegung ausführt, die vom Führungskanal --4-- gesteuert wird. Ferner lässt Fig. 1 erkennen, dass der Stäbchenfuss--25--im unteren Führungskanalsystem drei verschiedene Bewegungsmöglichkeiten hat.
Entweder bewegt sich der Fuss im geradlinig durchgehenden Führungskanal--5--. Dann bleibt das Stäbchen --24-- immer in der untersten Stellung, wie sie in
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Wird das Stäbchen-24-an der Abzweigstelle --6-- nach oben in den Führungskanal-7- abgeleitet, dann führt das Stäbchen-24-, das in der äussersten linken und äussersten rechten Nadel den Haken --22-- geschlossen hält, die Bewegung des Röhrchens-21-mit aus. Der Haken wird also nicht geöffnet und die Nadel nimmt keinen Faden auf. Sie bildet also in dem betreffenden System mustergemäss keine Masche.
Wird das Stäbchen --24-- durch seinen Fuss --25-- bei der
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Röhrchenbewegung abwärts entgegengesetzte Bewegungsrichtung des Stäbchens (aufwärts) geschlossen, wie die zweite Nadel von rechts in Fig. 1 zeigt, so dass die auf der Nadel-2-hängende alte Schleife über die neu gebildete Schleife in bekannter Weise abgeworfen wird. Nach der Einmündung des Führungskanalteiles --10-- in den abwärts gerichteten Teil des Führungskanals --7-- wird das den Nadelhaken schliessende Stäbchen im Gleichlauf mit dem Röhrchen abwärts bewegt, wo es bei-8in den horizontalen Kanal --5-- einmündet und mit geschlossenem Haken zum nächsten System und zur nächsten Auswahl weiterläuft.
Wie Fig. 1 zeigt, bestehen also drei Wählmöglichkeiten, entweder das Stäbchen --24-- wird vom geradlinig horizontal verlaufenden Führungskanal --5-- geführt, so dass die zugehörige Nadel Fang arbeitet oder das Stäbchen wird bei-6-in die Abzweigung der Kurve --7-- geleitet, so dass die Nadel keinen Faden empfängt, keine Schleife bildet und die alte Masche unter dem Haken behält. Es wird also nicht gestrickt.
Die dritte Möglichkeit ist : Das Stäbchen --24-- wird in der Abzweigung --9-- aufwärts bewegt, so dass während des Abschlagens der alten Masche über die neue Fadenschleife der Nadelhaken --22-- und das Stäbchen-24-geschlossen ist.
In Fig. 1 ist für alle Nadeln der normale Strickvorgang gezeigt, bei dem die Stäbchenfüsse --25-an der Abzweigung --9-- zum Schliessen des Hakens nach oben geführt werden. Die Auswahl der drei Möglichkeiten des Fangarbeitens, Nichtstrickens und Strickens wird durch vier Elektromagnete --301, 302,303, 304-gesteuert, die in Ausschnitten-305 und 306-des Schlossmantels - untergebracht sind. Der Elektromagnet --301-- hat einen Polschuh-307--, dessen Stirnfläche-308-die obere Führungskante des Kanals-7-an der Abzweigung --6-- ist.
Wird dieser Magnet erregt, dann wird der Stäbchenfuss --25-- angehoben, bis er von der unteren Führungskante des Kanals --7-- übernommen wird. Der Polschuh-309-des Magneten
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Führungskante des Kanals so dass der Stäbchenfuss --25-- im Bereich der Abzweigung nicht ungewollt in den Kanal --7-- geraten kann.
Den gleichen Zweck hat der Polschuh--311-des Magneten-304--, der verhütet, dass der Stäbchenfuss --25-- in die Abzweigung --9-- zum Kanal --10-- gerät. Der Polschuh --312-- des Elektromagneten --303-- bildet mit seiner Stirnfläche --313-- die Oberkante des Kanals --10-- an der Abzweigung--9--, so dass der Stäbchenfuss --25-- bei erregtem Elektromagnet --303-- an der Polfläche-313-nach oben geführt wird, bis er von der Unterkante des Kanals--10--übernommen wird. Die Anordnung der Elektromagnete und deren Polschuhverlauf kann in jeder zweckdienlichen Weise vorgesehen sein.
Notwendig ist, dass in der Umgebung der Polschuhe die Schlossteile aus nicht magnetischem Material sind, damit das magnetische Kraftfeld nicht zerstreut wird.
Die horizontale Breite der Polschuhe--307, 309,312 und 311--ist nicht grösser als der Abstand der Achse einer Nadel von der Achse der nächsten Nadel.
Diese Einrichtung zum mustergemässen Steuern der Nadeln --2--, zum Stricken oder aber Nichtstricken oder Fangarbeiten ist auch bei der Rippscheibe der Rundstrickmaschine verwendbar, wenn deren Durchmesser die notwendigen hintereinander angeordneten beiden Führungskanalsysteme erlaubt. Desgleichen können an Stelle der beschriebenen und dargestellten Röhrennadeln sogenannte Schiebernadeln verwendet werden.
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